Dienstag, 28. Februar 2017

Die Welt in Bild

Für Frauen, die kein Dr. sind

 Lieschen Müller liest die "Bild"-Zeitung, Dr. Lieschen Müller liest die "Welt". Hat einer meiner Lehrer immer behauptet. Er las die "Welt", obwohl er gar keine Frau war.

Lehrer, die keine Frauen sind, hat es wahrscheinlich schon immer gegeben, aber Fußball-Pflichtspiele, die 45 Minuten dauern, gab es noch nie. Dennoch hat "Bild"-Hannover heute die Schlagzeilen-Befürchtung gehegt, dass der Trainer von Hannover 96 den Aufstieg verschnarcht, denn die "Roten" sind in der ersten Halbzeit weniger wach als in der zweiten. 

Das macht zwar nichts, wenn die Ergebnisse nach 90+ Minuten für den zweiten Platz reichen, dennoch hat "Bild Hannover" zwei Tabellen veröffentlicht. In der Tabelle "1. Halbzeit" liegt Hannover 96 auf Platz 13, in der Tabelle "2. Halbzeit" sind die "Roten" Spitzenreiter.

Da der Trainer seiner Mannschaft aber wohl kaum sagen kann, dass sie erst nach der Pause, die dann zudem gar keine Pause wäre, auf den Platz gehen soll, bleibt es, wie es ist: Hannover 96 ist Zweiter. Lieschen Müller kann also ruhig schlafen. Sogar, wenn sie eine Frau ist...


Donnerstag, 16. Februar 2017

Grenzen für Ältere

Die "Zeit" hat (Erziehungs-) Probleme.
Auch Großeltern dürfen sich nicht alles erlauben

"Wer setzt Kindern noch Grenzen?", fragt die "Zeit". Die "Zeit" ist eine Wochenzeitung. Sie erscheint also glücklicherweise nicht täglich. Sonst müsste man auch noch mit Fragen wie "Wie lange wollen Hühner noch rumeiern?" oder "Wann werden gestohlene Gänse endlich fuchsteufelswild?" rechnen.

Die "Zeit" zählt angeblich zu den angesehenen Publikationen, da mein blog ebenso angeblich zu den angesehenen Publikationen zählt, stelle ich jetzt die Frage "Wer setzt Älteren endlich Grenzen?"

Die gegebenen Frage-Anlässe aus dem Blätterwald dieser Woche: Ein 83-Jähriger verprügelt seine 81-jährige Freundin, weil sie mit einem 75-Jährigen anbandeln will. Bei einer Geburtstagsfeier verabreden sich ein 53- und ein 61-Jähriger zu einer Schlägerei vor dem Lokal. Ein 53-Jähriger zersticht die Autoreifen eines Nebenbuhlers. Ein 66- und ein 65-Jähriger lassen wegen eines Supermarkt-Parkplatzes die Fäuste fliegen.

Noch werden solche Meldungen als Einspalter versteckt. Doch wie lange kann man die Diskussion darüber, ob Älteren nicht endlich Grenzen gesetzt werden müssen, noch verhindern? Tragen die 68-er Mitschuld an der steigenden Kriminalität der über 50-Jährigen? Wenn ja, warum nicht?

   

Freitag, 10. Februar 2017

Eigentlich nordkoreanisch

Pressekammer des Hamburger Landgerichtes jetzt auch türkisch

Kein Zweifel: Jan Böhmermann hat ein schlechtes Gedicht über Erdogan zu Gehör gebracht. Wenn das Hamburger Landgericht nun zivilrechtlich Teile dieses Werkes verbietet, wird es auch nicht besser. 

Und das Gericht wird auch nicht besser, weil es nun von Nordkorea in die Türkei umzieht, denn die Verhandlungen finden immer noch an der Elbe statt, die Urteile sollen auch in Deutschland gelten, obwohl sie oft verfassungswidrig sind. Jedenfalls deutsch betrachtet. In Nordkorea hätten die Richter längst Orden bekommen, in der Türkei dürfen sie nun wahrscheinlich kostenlos Urlaub machen.

Da es in Hamburg auch schon mal hagelt, scheinen die Richter zu meinen, dass Kritik, die seit Jahren auf sie herab hagelt, zum Wetter gehört. Ich bin selbst mehrfach Beklagter vor diesem Gericht gewesen. Einmal gewannen die Zeugen Jehovas gegen mich, obwohl ich ein Interview mit einer Großmutter lediglich mit einem Vorspann versehen hatte, in dem ich aus einer Ärzte-Zeitung zitierte, was diese Zeitung von dieser Sekte hielt. Die Großmutter durfte ihre Enkel nicht mehr sehen, weil ihre Tochter Zeugin Jehovas geworden war. Als ich dem Anwalt der Zeugen Jehovas mitteilte, dass ich in Berufung gehen würde, wenn er Geld von mir haben wolle, verzichtete er auf sein Honorar...Die Kosten, die für meine Anwältin entstanden waren, wurden mir von einem Kritiker der Zeugen Jehovas gespendet, weil er wusste, dass ich die Wahrheit verbreitet hatte.

Dann waren da noch Prozesse, die ein Scharlatan aus Lüneburg gegen mich anzettelte. Zu dem ersten Verfahren erschien über ein Dutzend Betroffene, die im Gerichtssaal aussagen wollten, was sie mit diesem Sozialpädagogen erlebt hatten. Sie wurden nicht angehört. Als mein Anwalt und ich auf Vernehmung bestanden, bekamen wir ein Säumnisurteil - wir verloren also. Ein Säumnisurteil in Anwesenheit des Beklagten, seines Anwaltes und vieler Zeugen ist schon etwas ganz Besonderes gewesen. Außer in Nordkorea wahrscheinlich. Das zweite Verfahren gewann ich geradezu sensationell, den Richtern muss für kurze Zeit eingefallen sein, dass sich das Gerichtsgebäude am Sievekingplatz in Hamburg befindet...

Nun also ist das Hamburger Landgericht auch noch türkisch. Wenn jemand demnächst behauptet, dass Erdogan - wie Gerhard Schröder - seine Haare färbt, dann setzt es wieder etwas!




Samstag, 4. Februar 2017

Der 4. Februar


Auf dem Mittellandkanal eingesperrt.
Foto: Heinz-Peter Tjaden 
Ein schöner Tag in meinem Leben

Wenn ich durch Hannover radele, holen mich überall schöne Erinnerungen ein. Zu den Erinnerungen gehören zwar auch Baustellen. Aber die gibt es in Hannover immer noch. Überall wird gebuddelt, neu gestaltet, gebaut. Wie schon 1975. Die Stadt wird nie fertig. Vielleicht ist Hannover deshalb eine junge Stadt geblieben.

Am 4. Februar 1975 habe ich mich für eine Frau und für Hannover entschieden. Mit der Frau bin ich nicht mehr zusammen, aber die Stadt und ich bleiben unzertrennlich. Zwischenzeitliche Trennung nur einmal ausgeschlossen. Von 2004 bis 2013, als ich in meinen Geburtsort Wilhelmshaven zurückgekehrt bin. Dort gründeten wir mit 2sechs3acht4 eine Wochenzeitung, die von der Konkurrenz mit üblen, wenn nicht sogar kriminellen Tricks wieder vom Markt gefegt wurde. Der damalige Oberbürgermeister zerrte mich wegen fiktiver Interviews sogar vor Gericht - und ist demnächst selbst Angeklagter in einem Strafprozess - wegen Veruntreuung. Sein Nachfolger ließ mich als Stalker einer Jugendamtsmitarbeiterin verleumden

Als meine Eltern gestorben waren, gab es für mich nur eins: die Rückkehr in die Region Hannover. Noch heute glaube ich manchmal, dass ich die endgültige Rückkehr nur geträumt haben kann. Kürzlich habe ich geträumt, dass ich durch Wilhelmshaven gehe. Ich rieb mir die Augen, schaute aus dem Fenster, alles zum Glück nur ein Alptraum.

Um diese Zeit habe ich am 4. Februar 1975 in einem Zug von Mainz (mein Studienort) nach Hannover gesessen. Ich wusste noch nicht, wie schön dieser Tag wird...