Donnerstag, 26. Januar 2017

Zitronen-Ralf

Lasst Ralf Stegner nie froh und
munter sein. 
Stegner nordisch ausgetrocknet 

Gestern also Ralf Stegner für die SPD bei Markus Lanz. Mit einem Gesichtsausdruck, als hätte seine Partei soeben erklärt, dass sie bei der Bundestagswahl am 24. September  nicht antreten wird, wirkte seine angebliche Begeisterung für die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz so ansteckend wie eine dreimal ausgepresste Zitrone in einem Müllcontainer appetitanregend. 

Die Mundwinkel des Kieler SPD-Chefs hingen herab, als hätte er mehrmals in diese Zitrone gebissen, geradezu verbissen beobachtete er die rechts von ihm sitzenden Talkgäste, als dürfe man von einem "stern"-Chefredakteur und von einer Linguistin mehr erwarten als das, was von ihnen zu erwarten war. Christian Krug wollte Martin Schulz nur noch einiges "draufbinden", während die Sprachwissenschaftlerin die richtige Anekdote zur richtigen Zeit für ausreichend hielt, wenn die SPD erfolgreich sein will. Vorzüglich fand Markus Lanz auch sogleich, dass Schulz im Gegensatz zu Stegner nicht nur ein Zitronen-, sondern auch ein Erdogan-Falter ist.

Wirklich begeistert ist Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner. Der würde seinen heutigen Angaben zufolge gern einen Roman über Martin Schulz verfilmen. Den es aber noch nicht gibt, weil der "stern" mit Romanen wie "Hitler-Tagebücher" schlechte Erfahrungen gemacht hat. Erfundenes darf man nämlich nicht als wahr verkaufen. Was aber sollte man über Martin Schulz Wahres erfinden, wenn ihn doch bisher angeblich niemand kennt?

Katrin Göring-Eckardt kennt auch niemand, nach ihren heutigen "Bild"-Worten soll der SPD-Kanzlerkandidat also genauso unbekannt sein wie sie - jedenfalls innenpolitisch: "(Da) ist er ein völlig unbeschriebenes Blatt."

Sehr gut kennt die "Bild"-Zeitung stets "führende Genossen", die keinen Namen haben. Einer dieser Namenlosen wird ebenfalls heute so zitiert: "Jetzt wird er als Erlöser gefeiert." Karfreitag sei aber spätestens am 24. September. Dann komme die SPD wieder auf höchstens 25,7 Prozent. Kein Wunder also, dass Ralf Stegner bei Markus Lanz gestern gewirkt hat wie eine dreimal ausgepresste Zitrone...

Siehe auch "Schulz-Schock" für Merkel   

Freitag, 13. Januar 2017

Fake-News

"Unzählige" Nordafrikaner gleich 30?

"Bild"-Kolumnist Franz Josef Wagner gehen Fake News immer mehr auf den Scherz-Keks. Deshalb würde er seiner heutigen "Post von Wagner" zufolge am liebsten im Wald leben. Dort könne er dann "hoch oben auf den Bäumen" mit den Vögeln singen oder seinen Rucksack "in einen kleinen Bach hineinstecken". Vielleicht habe ich da auch etwas falsch verstanden. Vielleicht würde er auch beim Singen vögeln oder Vögel in einen Bach "hineinstecken". 

Aber warum beklagt sich Wagner eigentlich? Weil die Kölner Polizei wieder Fake News verbreitet? Nach der Silvesternacht 2015/16 meldeten diese rheinischen Frohnaturen "keine besonderen Vorkommnisse", bis nicht mehr geleugnet werden konnte: Frauen hatten in dieser Nacht Angst, wurden belästigt. Angeblich von Nordafrikanern. 

Inzwischen hat mich aber das Gefühl beschlichen, dass der Verdacht in den meisten Fällen zu Unrecht auf Nordafrikaner fiel, diese Behauptung also ebenfalls zu den Fake News gehört. Denn: In der Silvesternacht 2016/17 fiel ersten Kölner Polizeiangaben zufolge "unzähligen Nordafrikanern" nichts anderes ein als eine Zugfahrt nach Köln. Diese Behauptung ist von den rheinischen Frohnaturen in Uniform inzwischen korrigiert worden. Die jüngste lautet: Es wurden über 600 Personen kontrolliert, davon kamen 30 aus Nordafrika.

Ob auch diese Zahl zu den Fake News gehört, kann ich von hier aus nicht beurteilen. Irgendwie hat Wagner doch Recht, zumindest wenn er schreibt: "Fake News (Lügengeschichten) breiten sich aus wie die Grippe. Es ist die neue Krankheit. Wir wissen nicht mehr, was wahr ist und was Lüge."

Die Kölner Polizei lässt jetzt verlauten, dass sie ihre eigenen Angaben noch einmal überprüfen wolle. Das könne aber dauern. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ist schon bald wieder Silvester in Köln...






Montag, 9. Januar 2017

Kriminelle Unbekannte

Gesetze müssen verschärft werden

Wer Polizeiberichte aufmerksam liest, stellt entsetzt fest: Die meisten Straftaten werden von Unbekannten begangen. Unbekannte überfallen Supermärkte, Unbekannte knacken Autos, Unbekannte fuchteln mit Waffen herum, Unbekannte begehen Morde. 

Was genauso schlimm ist: Wenn diese Kriminellen nicht gefasst werden, wenn die "Bild"-Zeitung also keine Fotos von ehemals Unbekannten veröffentlichen kann, bleiben sie Unbekannte. 

Deswegen müssen die Gesetze dringend verschärft werden. Jede Unbekannte und jeder Unbekannte muss eine elektronische Fußfessel tragen - und wird so zu Bekannten. Bekannte begehen viel seltener Straftaten als Unbekannte. Werden aus Bekannten sogar noch Prominente, tauchen sie in Polizeiberichten kaum noch auf.

Natürlich gibt es auch prominente Bekannte und bekannte Prominente, die kriminell werden. Aber die haben zu gute Anwälte für elektronische Fußfesseln. Da kann man nichts machen. Vielleicht aber doch? Ein VW als gesetzlich vorgeschriebenes Fortbewegungsmittel könnte ein guter Anfang sein...