Montag, 31. Juli 2017

Perverse Medien

Der schlechte und der weniger schlechte Mord

Ein Mann stürmt mit einem Gewehr in einen Club in Konstanz, ein Toter, zwei Schwerverletzte. Nähere Einzelheiten will die Polizei noch nicht mitteilen. Ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat, ist noch unklar. 

Da die Tat keinen "islamistischen Hintergrund" hat, verschwindet diese Meldung schon bald wieder aus den Nachrichten, Zeitungen machen auch keine Titelseiten frei, im Fernsehen gibt es keine Sondersendungen. Franz Josef Wagner schreibt in der "Bild-Zeitung" keinen Brief an die geschockten Disco-Besucher. 

Hätte doch wenigstens einer "Allah ist groß" gerufen...

Ein Mann stürmt in Hamburg in einen Edeka-Markt. Mit einem Küchenmesser tötet er einen 50-Jährigen, außerdem gibt es sieben Schwerverletzte. Ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat, ist noch unklar.

Ob die Tat einen "islamistischen Hintergrund" hat, ist weiter unklar. Deshalb hat diese Meldung in den Medien auch ein längeres Haltbarkeitsdatum. Immerhin soll der Mörder "Allah ist groß" gerufen haben.

Die Moral von der Geschicht: Es gibt für die Medien zweierlei Arten von Morden. 

Oder werden diese Morde nur unterschiedlich bewertet, weil mehr Leute in einen Edeka-Markt gehen als in eine Disco? An dem Verdacht, dass auch der Mörder aus Hamburg psychisch krank gewesen ist, kann es nicht liegen. Psychisch krank ist jeder Mörder. 


Mittwoch, 26. Juli 2017

"Bild"-Dichter

Dazu fällt mir nur ein sehr kurzes
Gedicht ein: "Wow, ein Stau"
Stau und andere Gedichte

"Bild" will nicht mehr allein dichten, deshalb sind gestern die Leserinnen und Leser dieses Blattes um Heimatgedichte gebeten worden. Gereimt werden soll über landschaftliche Schönheiten, wunderbare Stau-Erlebnisse und den Park um die Ecke.

Da habe ich mich nicht lange lumpen lassen. Lesen Sie selbst:

Heimaturlaub

Wenn meine Heimat wäre
wie "Bild" schreibt
wäre hier niemand
der im Urlaub bleibt.

Da aber viele bleiben
muss "Bild" wohl übertreiben.

Samstag, 22. Juli 2017

Twitter-Warnung

Vor einem gefährlichen Ratgeber

21. Juli 2017. Wenn Sie meine Tweets lesen und weitere Informationen aufrufen wollen, bekommen Sie seit heute auch eine Warnung vor meiner Broschüre "Zerstreutes Wohnen-Ratgeber für alle ab 70". Nun werde ich also nicht nur wegen fahrlächerlicher Tötung von Seniorinnen und Senioren gesucht, sondern auch wegen Computerkriminalität. Das geschieht mir recht. 



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22. Juli 2017. Die Warnhinweise sind wieder verschwunden. 

Montag, 10. Juli 2017

Der Steinewerfer

Lieber mittendrin-als nur dabei?
Und die unbeeindruckte Fotografin

"Mit Steinen, Molotow-Cocktails und Stahlgeschossen wurden Polizisten beim Hamburger G20-Gipfel von Kriminellen angegriffen. Wer kann die Verbrecher identifizieren?" Titelseite der "Bild"-Zeitung vom 10. Juli 2017. Mit fünf Fotos von Gewalttaten und einer Plünderung. Die Fotografen: Leon Neal/Getty Images, Kai Pfaffenbach/Reuters, Lars Berg, Thomas Lohnes/Getty Images und Omer Messenge/DDP Images.

Auf einem dieser Fotos sieht man einen Steinewerfer, direkt neben ihm steht eine Fotografin, die offenbar darauf wartet - dass sie ein besseres Foto machen kann? Hat sie diesen Kriminellen anschließend gefragt, ob er noch mehr Steine in seinem Rucksack hat? Oder ist sie zu dem Fotografen gegangen, dem dieses Foto geglückt ist, um ihm zu gratulieren?