Freitag, 30. Juni 2017

Ehe für Kalle

Er blitzt nicht mehr ab.
Wird Sahra seine Frau?

Hat der Kalle gejubelt! Und alle freuen sich mit ihm. Die Tagesschau. Alle Zeitungen. 393 Bundestagsabgeordnete haben heute für die Ehe für Kalle gestimmt. 226 stimmten dagegen, vier enthielten sich.

Kalle, der schon in der Schule bei jedem Mädchen abgeblitzt ist, Kalle, der unzählige Kontaktanzeigen aufgegeben hat,die nach dem ersten Treffen weitere Kontaktanzeigen nach sich zogen, Kalle, der sich schon einsam sterben sah, dieser Kalle bekommt nun vom Deutschen Bundestag eine Frau.

"Endlich werde ich nicht mehr benachteiligt", sagt er. Sofort werde er sich an die SPD, die Grünen und die Linke wenden, um sein Recht geltend zu machen. Claudia Roth möchte er allerdings nicht heiraten. Er denkt eher an Sahra Wagenknecht. "Die ist ganz hübsch", meint er. Auch Angela Merkel als Partnerin könne er sich vorstellen.

Doch die hat bereits öffentlich abgelehnt. "Ich bin zwar dafür, dass Kalle einen Hund haben darf, aber für mich bleibt die Ehe eine Ehe zwischen Angela und Joachim. Schon ein gewisser Ulrich war nichts für mich. Das wäre bei Kalle auch nicht anders."





Montag, 26. Juni 2017

Hagelbäuschen

Hagelkörner für die SPD.
Sehr geehrter Herr Thomas Oppermann,

was Sie links im Bild sehen, sind keine Wattebäuschen, sondern Hagelkörner, mit denen Demoskopen der SPD die Laune verhageln. Beim Messias der Juden soll es vier Tage gedauert haben, bis die Stimmung umschlug. Beim SPD-Messias dauerte es etwas länger. Als alle wussten, dass Martin Schulz in jungen Jahren Alkoholiker und ein Fiesling gewesen ist, sank das Interesse wieder. Und für Würselen hat sie nie jemand wirklich interessiert.

Da das so ist, wollen Sie im Wahlkampf nicht mit Wattebäuschen werfen, mit Hagelkörnern natürlich auch nicht. Da muss schon schärfere Munition verwendet werden. Der SPD-Parteitag war zwar so langweilig wie viele davor, aber für etwas Erregung sorgte Martin Schulz dennoch. Er warf der Union Anschläge auf die Demokratie vor. 

Da begriffen die Delegierten, die alle einer Meinung waren, weil die SPD weiß, was demokratisch bedeutet, warum die Einlasskontrollen so streng gewesen waren. Es wurde nicht etwa befürchtet, dass sich der eine oder andere Delegierte eigene Gedanken machen würde, gerechnet wurde mit einem Anschlag.

Bis dahin waren Anschläge auf die Demokratie noch die Spezialität von Terroristen, jetzt gab es die auch von Merkel und ihrer kriminellen Vereinigung. Die Merkel/Schäuble-Bande plante Schlimmes, die SPD beschloss: "Bei diesem Parteitag wird zurückgeschossen."

Nun werden Demoskopen der SPD die Laune noch mehr verhageln, denn viele haben noch nicht vergessen, was auch Sie nach dem Auftauchen der ersten Pegida-Horden den Wählerinnen und Wähler versicherten. Die SPD wollte nicht pöbeln. Und niemand hat das Martin Schulz mitgeteilt?

Sollten Sie nun so aus dem Anzug schauen wie bei Talkshows mit Sahra Wagenknecht, der Sie nicht gewachsen sind, dann empfehle ich Wattebäuschen zum Schweiß abwischen. Gern geschehen.  


Sonntag, 25. Juni 2017

Kein guter Kanzler

Und es ist Sommer. Foto:
Heinz-Peter Tjaden
Das schöne Gedicht und der Kandidat

Bei einer Radtour durch die schönste Stadt Niedersachsens ist mir ein Gedicht eingefallen, das ich vor 30 Jahren in einer Todesanzeige für ein Neugeborenes las, und ich dachte: Bessere Eltern hätte dieses Kind nie haben können.

Geht leise.

Es ist müd von der Reise.
Kommt von weit her.
Vom Himmel über das Meer.
Vom Meer über das Land.
Bis es endlich.
Seine Wiege fand.
Geht leise.


In den Nachrichten hörte ich nach meiner Rückkehr, dass die SPD in Dortmund Martin Schulz stehend bejubelt hat. Vorher bezichtigte er den mehrfachen und zukünftigen Koalitionspartner eines Anschlages auf die Demokratie.
Da war mir klar: Das wäre kein guter Bundeskanzler.

Samstag, 24. Juni 2017

Sie glimmt noch

Am Rhein gefunden-von Erhard
geraucht?
Die letzte Kanzler-Zigarre von Ludwig Erhard

Bonn. Die "Bild"-Zeitung, die immer wieder gern über ihren Lieblingskanzler Adolf Hitler berichtet (letztes Beispiel "Hitlers Silberschatz gefunden", 21. Juni 2017), will diesen Fund verschweigen: Spaziergänger haben Mitte Mai am Rhein eine noch glimmende Zigarre gefunden. Ersten Schätzungen zufolge soll sie dort seit über 50 Jahren gelegen haben.

Historiker bezeichnen diesen Fund bereits als "sensationell", wahrscheinlich handelt es sich um eine Zigarre, die sich der zweite Bundeskanzler Ludwig Erhard vor seinem Rücktritt angezündet hat. 

Da es am 1. Dezember 1966 sehr kalt gewesen sei, habe Erhard die Zigarre wohl nach einer gewissen Zeit mit seinen erfrorenen Fingern nicht mehr halten können.

Experten des Internetportals "Starke Zigarren", die stets die Auffassung vertreten haben, dass man Zigarren so lange rauchen kann wie sie schmecken, wundern sich über den Fund nicht. Der Pressesprecher von Delicious Berlin: "Erhard rauchte stets Zigarren, die außergewöhnlich gut schmeckten."


Mittwoch, 21. Juni 2017

36 Grad und...

Auch unter einem Baum kann man
ein Buch lesen. Foto: Pixabay
...wo liest jemand auf einer Parkbank ein Buch?

"Ist das heiß." Klagen die einen. "Hoffentlich wird es bald wieder kühler." Wünschen sich die anderen. Drei Tage Sommer - und schon reden alle vom Wetter. Die Medien berichten über eine angebliche Hitzewelle. Petrus möchte ich in Deutschland nicht sein. 

Ich mag dieses Wetter. Doch eins vermisse ich: Menschen, die auf Parkbänken Bücher lesen. Dabei kann es kaum etwas Schöneres geben, als jemand, der in eine Geschichte vertieft ist und alles um sich herum vergisst.

Wo sind sie geblieben? Sag mir, wo die Bücherleser sind...Obwohl: Gelesen wird noch. Nicht mehr, aber zum Glück auch nicht weniger als früher. Bücherleser sind schon immer eine Minderheit gewesen.

Wenn es einem dann als Autor wenigstens noch gelingt, ein Lächeln in die Gesichter zu zaubern, dann ist das wundervoll. Gelungen sein soll mir das in diesen angeblich so heißen Tagen mit meiner Broschüre "Zerstreutes Wohnen-Ratgeber für alle ab 70". Berichtet mir eine 40-jährige Bekannte, die täglich meinen Ratgeber an jemand anderes verleiht. "Die lächeln alle, wenn sie mir das Buch zurückgeben", sagt meine Bekannte und freut sich mit mir.

Wenn jetzt die Medien über eine Schmunzel-Welle berichten würden, wäre das allemal besser als die Klagen über eine vermeintliche Hitzewelle. Doch diese Meldung wäre wohl zu positiv.

Positives berichten kann ich auch über ein Mathe-Bilderbuch, das ich mit einer Siebenjährigen veröffentlicht habe. "Wenn Zahlen Streit bekommen", dann schmunzeln immer mehr Eltern und Kinder. Finde ich so gut, wie das, was Petrus gerade macht...

Freitag, 16. Juni 2017

Rentenalarm

Wie schlägt Ratgeber zu Buche?

Die Bundesregierung macht sich Sorgen um die Rentenkasse. Einer neuen Studie zufolge führt der Ratgeber "Zerstreutes Wohnen" keinesfalls dazu, dass Rentnerinnen und Rentner sich tot lachen, wie das dem Autor Heinz-Peter Tjaden bisher sogar von mehreren Staatsanwaltschaften vorgeworfen worden ist.

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Mittwoch, 7. Juni 2017

Über Ärger ärgern

Wer damals von Mord sprach,
wurde diffamiert. 
Die Ermordung von Benno Ohnesorg

Vor 50 Jahren ist in Berlin der Student Benno Ohnesorg aus Hannover von einem Polizeibeamten ermordet worden. Dieser Mord geschah bei einem brutalen Polizeieinsatz, während der Schah von Persien mit dem Regierenden Bürgermeister Heinrich Albertz in der Oper saß. Die Demonstranten wurden eingekesselt, vorne standen die Knüppel-Polizisten, hinter einem Bauzaun die Provokateure, die den Einsatz mit Angriffen auf die Polizei legitimieren sollten. Alles inszeniert, nur der Mord war nicht geplant.

Dafür entschuldigte sich am 50. Jahrestag dieses Verbrechens der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt von den Grünen vor dem Schöneberger Rathaus bei so genannten "68er-Veteranen". Worüber sich gestern Gunnar Schupelius in der "BZ" aufregte. Er fragte "Wer entschuldigt sich bei den Opfern der ´Bewegung 2. Juni´?"

Also schrieb er: "...aus ihrer Mitte (gemeint sind die "68er-Studenten" - OT Schupelius) entstand die Terrorgruppe mit dem Namen ´Bewegung 2. Juni´. Mitglieder dieser Bewegung verübten zahlreiche Sprengstoff- und Brandanschläge..." Sie waren also eingebettet in die Freie Universität Berlin - oder wo? Die Rechten haben schon immer gern alles in einen Sack gesteckt, damit man beim Draufschlagen auch einmal den Richtigen trifft. Außerdem produzierte die "BZ" damals widerwärtige Schlagzeilen, wer sagte, dass in Berlin ein Mord geschehen sei, galt schnell als Sympathisant durchgeknaller Attentäter. Das hätte Gunnar Schupelius gern wieder? Und wer damals angeblich mit Terroristen sympathisierte, hat sich heute zu entschuldigen?

Was sind eigentlich "68er-Studenten"? Jene Studenten, die sich um Rudi Dutschke geschart haben? Die Spontis, die etwas gegen den "Mief unter den Talaren" hatten? Doch Gunnar Schupelius will gar nicht differenzieren, er will die Ermordung von Benno Ohnesorg relativieren.

Das wäre Heinrich Albertz nie eingefallen. In den 80er-Jahren traf ich ihn bei einer Frankfurter Buchmesse. Er war immer noch empört über die Lügen, die ihm von der Polizeiführung erzählt worden waren. Das fand ich beeindruckend. Soll ich mich dafür jetzt bei der Berliner Polizei entschuldigen - als "68er-Schüler"?

Merke: Terroristen sind verurteilt worden, der Mörder von Benno Ohnesorg wurde - freigesprochen! Entschuldigt sich dafür jetzt die Justiz?