Samstag, 20. Mai 2017

Die Pressefreiheit

Die letzte Ausgabe unserer
Wochenzeitung. 
Für 200 reiche Leute?

"Die Botschaft des 3. Mai lautet, dass jeder Journalist überall auf der Welt das Recht haben muss, frei und ohne Angst berichten zu können. Eine Beschränkung der Pressefreiheit ist immer auch eine Beschränkung der Demokratie."

Heißt es auf den Internet-Seiten der deutschen Unesco-Kommission. Deshalb wird jedes Jahr der Internationale Tag der Pressefreiheit gefeiert. Ausgespart werden aber: Die Angriffe deutscher Medienkonzerne auf die Pressefreiheit im eigenen Lande. Diese Konzerne haben den deutschen Meinungskuchen unter sich aufgeteilt. In den meisten deutschen Städten gibt es nur noch eine Lokalzeitung, gibt es zwei oder drei, dann kommen sie aus dem gleichen Hause.

Kommt man nicht aus diesem Hause, gehört man zu den Störenfrieden, erst wird man beäugt, dann bekämpft, ist man trotzdem erfolgreich, wird man umworben, bis sich ein Zeitungskonzern das Kuchenstück einverleibt. 

So weit ist es bei uns gar nicht gekommen, als wir 2004 in Wilhelmshaven eine Wochenzeitung gründeten. Ich wurde als Redakteur sofort verleumdet, dem Oberbürgermeister musste ich auf die Füße treten, damit der mich zu seinen Pressekonferenzen einlud, besuchte ich Podiumsdiskussionen, wurden meine Wortmeldungen geflissentlich übersehen. Nur eine Bürgerinitiative behandelte uns so wie die Lokalzeitung, die intern über sich selbst behauptete, eine "gut gefüllte Kriegskasse" zu haben, mit der man uns wieder vertreiben könne. Womit sie Recht hatte, sie ließ die Anzeigenpreise in den Keller sausen und holte sie dort wieder heraus, als wir das Erscheinen unserer Zeitung aus wirtschaftlichen Gründen wieder einstellten.

Nach dem Aus informierte ich den Deutschen Journalisten-Verband über unsere Erlebnisse. Die Gewerkschaft verlor darüber kein Wort. Sie reagierte überhaupt nicht. Wäre uns das, was uns 2004 in Wilhelmshaven passiert ist, in diesen Tagen in der Türkei passiert, hätten alle deutschen Medien darüber berichtet. Jede Wette.

Nachrichten sind eine Ware, mit der nur wenige handeln sollen. So ist das. Paul Sethe, Gründungsherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat das mal so formuliert: "Pressefreit ist die Freitheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten." Etwas Ähnliches hätte beinahe auch im jüngsten Armutsbericht der Bundesregierung gestanden. Wurde aber gestrichen.

Ein Beispiel für Verleumdung 
  

Montag, 8. Mai 2017

Mehrere Personen in einer

Erschienen im
Kindle-Shop. 
Zeuge der Anklage schützt dreifache Mörderin

Fortsetzungsromane haben früher zu fast jeder Zeitung gehört. Bei leichter Literatur-Kost schmeckte auch das Frühstück besser. Mit "Green mile" knüpfte Stephen King an diese Tradition an, dieser Fortsetzungsroman wurde 1999 mit Tom Hanks in der Hauptrolle verfilmt. Auch "Die Mörderin, die unschuldig ist" ist ein Fortsetzungsroman.

Die 38-jährige Sabine Becker wird des dreifachen Mordes beschuldigt. Der Erzähler ist Kronzeuge in diesem Prozess. Er soll im Sinne der Staatsanwaltschaft aussagen. Doch das tut er nicht. Er hält Sabine Becker für unschuldig und verweist den Vorsitzenden Richter auf das Buch "Vater unser in der Hölle" von Ulla Fröhling. Erzählt wird in diesem Buch die Geschichte einer Frau, die eines Morgens aus dem Fenster schaut, sie weiß nicht, wo sie ist, sie kennt die Kennzeichen der Autos nicht. Nach schrecklichen Ereignissen hat sie ihre Persönlichkeit in mehrere Persönlichkeiten aufgespalten.

Das ist auch bei Sabine Becker so, meint der Erzähler. Der Verteidiger der Angeklagten zeigt kein großes Interesse an dieser These. Er will den Prozess schnell hinter sich bringen. Auch die Presse freundet sich mit dem Verhalten des Erzählers nicht an.


Autor: Heinz-Peter Tjaden
Coverzeichnung "Tanzende Bäume": Monka Schmidt-Rinke

Der Klick zum e-book Erstes bis viertes Buch, 3,82 Euro

Der Klick zur Print-Ausgabe Buch 1 und 2

Buch 3 und 4 erschienen Hier klicken

Die Gesamtausgabe Hier klicken

Samstag, 6. Mai 2017

Neuer Simmel-Roman

Es muss nicht immer Fondue sein

Die Schweiz hat einen Spion - und der arme Kerl ist jetzt auch noch erwischt worden. Was für ein Schlag für den Geheimdienst "Banken zuerst" der Eidgenossinnen und Eidgenossen. Nun wird aus dem Simmel-Roman "Es muss nicht immer Kaviar sein" auch noch "Es muss nicht immer Fondue" sein. Wenn das kein anderer macht, schreibe ich den.

Selbstverständlich würde auch ich diesen Roman mit Rezepten versehen. Denn wie ein Schweizer Spion wird, müsste erläutert werden. Erlernen sollte er diesen Job im Berner Oberland. Dort ist man sehr langsam, dafür aber gründlich. Im Kanton Uri sollte er mit allen Kajak-Wassern gewaschen werden. In Zürich sollte er eine Zusatzausbildung als Bankkaufmann mit dem Spezialgebiet Nummernkonten machen. 

Sollte mein Roman ebenfalls verfilmt werden, käme O. W. Fischer wegen seines Ablebens für die Hauptrolle nicht mehr infrage, ein guter Ersatz wäre aber Helene Fischer, denn "Atemlos durch die Nacht" als musikalische Untermalung würde den Anschein von Spannung zumindest wahren.

  

Mittwoch, 3. Mai 2017

Haustürwahlkampf

Wer das am besten macht,
bekommt meine Stimme.
Foto: Heinz-Peter Tjaden
Die CDU kommt ohne Burka-und die anderen Parteien?

Das wird noch was geben: Die Grünen haben den Haustürwahlkampf bereits erprobt. So hätten sie im Saarland auch Cem Özdemir verhindert, wenn er dort kandidiert hätte. Bei der Bundestagswahl muss nur noch Katrin Göring-Eckardt ("Manchmal würde ich mich doch darüber freuen, wenn in meiner veganen Suppe ein bisschen Fleisch herumschwimmen würde") verhindert werden. Gelingen soll das mit der Broschüre "Die Geister*innen, die Rudolf Steiner rief", die allen Haustüröffnenden*innen in die Hand gedrückt werden soll.

Vor der Wahl herumziehen wollen auch die anderen Parteien. Da ich seit Sonntag weiß, dass die CDU nicht Burka ist, sammele ich bei meinen Nachbarn bereits alte Anzüge ein, die ich für die angekündigten Besuche weg hänge, damit die Vorbeigekommenen nicht unverhüllt wieder vondannen ziehen. 

Die AfD will für ihren Haustürwahlkampf die Broschüre "Unser Krampf mit Björn Höcke" nutzen, damit allen klar werden möge, dass Thomas de Maiziére mit seiner Leidkultur von Björn Höcke gar nicht so weit entfernt ist, wie beispielsweise ich das auch nie vermutet habe.

Die FDP setzt wie eh und je auf Flüssiges. Seit der Darm zu literarischen und journalistischen Ehren gekommen ist, soll Lindnerblüten-Tee für die richtigen Kreuze an den richtigen Stellen sorgen. Leiten lässt sich diese Partei von dem Spruch des großen Philosophen Helmut Kohl, der dermaleinst gesagt hat: "Entscheidend ist, was dabei hinten herauskommt."

Die SPD, die ihr Umfrage-Hoch schon wieder hinter sich hat, will mit einem Scheuertuch retten, was wahrscheinlich gar nicht mehr zu retten ist. Auf dem Tuch festgetackert werden soll ein buntes Stück Pappe mit dem Satz "Martin glänzt wieder". 

Allen in die Haustürwahlkampf-Parade fährt die Linke. Sie lässt im "Neuen Deutschland" mitteilen: "Arbeiter, ihr habt nichts zu verlieren als eure Sicherheitsketten an euren Haustüren".

Den Rest meiner Ausführungen erspare ich meinen Leserinnen und Lesern. Er würde Sie nur verwirren...