Samstag, 19. März 2016

Medien plappern nach

Zur Erinnerung: die Landkarte. 
Der faule Kompromiss

Flüchtlinge aus Syrien müssen ab 4. April zurück in die Türkei. Wie aber kehrt man in ein Land zurück, in dem man gar nicht gewesen ist, weil man auf direktem Wege nicht mehr hineinkam? Diese Frage hat heute kein mir bekanntes Medium gestellt. Alle schreiben nach, was die EU und Merkel ihnen vorplappern. 

Auch die Behauptung, dass man so Schleppern das schmutzige Handwerk legen werde, wird den Politikern vom Mund abgelesen. Angeblich sollen den Flüchtlingen "sichere Wege" eröffnet werden. Wie - und wohin? Ebenfalls nach Griechenland und von dort in die Türkei? 

Damit in der Türkei die Zahl der aus Syrien Geflüchteten nicht steigt, soll für jeden Neuankömmling ein Altankömmling in einen EU-Staat geschickt werden. Dafür bekommt die Türkei 6 Milliarden Euro und ist ab sofort kein Unrechtsstaat mehr, der in der EU nichts zu suchen hat.

Bis zu 72 000 Flüchtlinge aus Syrien müssen nach derzeitigem Stand auf Europa verteilt werden - aber: Die Aufnahme ist freiwillig, das Asylrecht ist also abgeschafft worden. Flüchtlinge können nur noch auf ihr Recht hoffen, darauf pochen dürfen sie nicht mehr?

"Europa wird auch diese Bewährungsprobe bestehen", hat Angela Merkel nach der EU-Einigung mit der Türkei gesagt. Welche Bewährungsprobe? An die Flüchtlinge kann die Bundeskanzlerin dabei nicht gedacht haben...  

Montag, 14. März 2016

AfD vorbeigezogen

Der Lohn der Angst

Die SPD ist in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt dumpf aufgeprallt, das Aktionsbündnis für Dumpfbacken (AfD) zog vorbei und grüßte nicht einmal. AfD-Chefin Frauke Petry begrüßte nur die Wahlergebnisse, die relativ hohen Wahlbeteiligungen schrieb sie sich auf die Flüchtlings-Fahnen. Wo Angst ist, sind auch immer Angstmacher.

Politikwissenschaftler gehen davon aus, dass man keine Angst um das AfD haben muss. Schließlich gebe es auch die Angst vor dem Islam. Die kann man sicherlich weiter schüren. Und wer hat´s erfunden? Die Schweiz. Dort gibt es eine Partei der Reichen, die sich inzwischen fast jedes Ergebnis einer Volksabstimmung kaufen kann. Die hat sogar eine eigene Zeitung, deren Chefredakteur die Wahlziele dieser Partei zu Leitartikeln macht. Das macht er, weil er Parteimitglied ist. Wo Reiche sind, ist auch immer ein gekaufter Redakteur.

Nicht einmal das Dichter-Wort "Erst kommt das Fressen, dann die Moral" gilt noch. Erst frisst die Angst das Mitgefühl, dann frisst der Hass die Angst und schließlich gibt es keine Moral mehr. 

Horst Seehofer stellt eine andere Existenzfrage. Damit meint er die Existenz der Union - nicht der Moral. Dieser Mann will rechts von der CSU kein Aktionsbündnis für Dumpfbacken. Das AfD soll sich in seiner Partei gut aufgehoben fühlen. Das könnte ihm in Bayern durchaus gelingen. Wo Seehofer ist, ist rechts auch immer nur eine Wand.  




Montag, 7. März 2016

Biblische AfD

Die Böcke, die freiwillig in die Wüste gehen

Ein Ziegenbock wird zum Sündenbock gemacht und in die Wüste geschickt. Damit ist laut Moses nicht nur der Bock weg, die Sünden sind es auch. Dass ein Ziegenbock gar nicht sündigen kann, hat nicht gezählt, gezählt hat nur der Los-Entscheid. 

Dass die AfD gar keine Politik machen kann, zählt derzeit auch nicht. Was zählt, ist der Wähler-Entscheid. Der so zweifelhaft ist, wie die Erwartungen an den Sündenbock. 

Der Sündenbock wird unfreiwillig in die Wüste geschickt, die AfD-Böcke machen das freiwillig. Diese Böcke beeilen sich, denn mit jeder Stimme für die AfD wird eigentlich ein Bock geschossen. Stimmzettel in die Urne werfen, weder vorher noch nachher nachdenken. Die Hände in Unschuld waschen, kann man immer noch. Das ist auch so eine biblische Geschichte.

Eine biblische Erzählung dagegen scheint nicht mehr zu stimmen. Die hat uns bislang gelehrt, dass der Überbringer einer schlechten Botschaft bestraft wird. Die AfD überbringt schlechte Botschaften und wird dafür belohnt. Das könnte daran liegen, dass sich die Empfänger gar nicht mehr fragen, ob die schlechte Botschaft auch wirklich stimmt. 

Dafür stimmt aber immer noch der biblische Satz "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen". Wenn die AfD-Früchtchen erst in den Parlamenten sitzen und ihr Programm auch dort vertreten, wird so mancher AfD-Bock betreten in der Wüste nach Wasser für die Hände suchen. "Suchet, so werdet ihr finden", gilt dann allerdings nicht mehr.      

Freitag, 4. März 2016

Chaos unser

Der Wörter werden immer mehr gewechselt

Obergrenze, Untergrenze, Zwischengrenze, vor der Grenze, auf der Grenze, nach der Grenze, dichte Grenze, offene Grenze, europäische Grenze, Grenzübertritte, Grenzschützer, stabile Zäune, Zaungäste, Armutsflüchtlinge, Kriegsflüchtlinge, Bürgerkriegsflüchtlinge, politisch Verfolgte, europäische Lösung, sich auflösendes Europa, Flüchtlingskrise, Flüchtlingschaos, Übergriffe, Flüchtlingsheim brennt, fremdenfeindlicher Hintergrund, Fremdenfeindlichkeit, Sachsen.

Merkel, Seehofer, Merhofer, Sekel, Willkommenskultur, Parteifreund, Gutmensch, Schlechthasser, Angst, Überfremdung, Parallelgesellschaft, Islamisierung, Islamisten, Salafisten, Frauenverachtung, westliche Werte, Wertegemeinschaft, Gabriel, soziale Frage, Flüchtlingsheim brennt, fremdenfeindlicher Hintergrund, Fremdenfeindlichkeit, Sachsen..

Landtagswahlen, Konzept, Gegenkonzept, kein Konzept, AfD, Wahlgewinner, harte Sätze, Brandsätze, Brandstifter, Brandrede, Redeschwall, Wallfahrten, Erdogan, Putin, Kurden, Bomben, Fluchtursachen, Ursachenforschung, Waffenhandel, Flüchtlingsheim brennt, fremdenfeindlicher Hintergrund, Fremdenfeindlichkeit, Sachsen.

Wir sind das Volk, was für ein Volk sind wir, mein Flüchtling, dein Flüchtling, kein Flüchtling, ehne, mehne, muh und raus bist du.