Samstag, 31. Dezember 2016

Sondersendung

Intelligentes Leben auf der Erde entdeckt

Wo sie herkommen, weiß noch niemand. Aber unsere Korrespondenten melden aus allen Hauptstädten dieser Welt, dass auf der Erde intelligente Lebewesen entdeckt worden seien. Ihr Einfluss scheint von Stunde zu Stunde zu steigen. Dazu die ersten Meldungen:

Washington: Donald Trump hat sich in einer öffentlichen Erklärung bei allen Minderheiten für seinen Wahlkampf entschuldigt, der mexikanischen Regierung versicherte er, dass er nie die Absicht gehabt habe, eine Mauer zu bauen. Er bleibe aber dabei, dass die NATO überflüssig ist. Sie müsse wie alle Armeen auf dieser Welt abgeschafft werden.

Moskau: Putin reagiert hocherfreut auf diese Erklärung. Er werde den amerikanischen Weg gehen. Er habe auch nie die Absicht gehabt, die Ukraine zu bevormunden. Sie habe wie jeder andere Staat auf dieser Erde das Recht, über sein Schicksal selbst zu bestimmen. Das gelte auch für die Krim.

Peking: Xi Jingping erklärt vor mehreren 100 000 Menschen auf dem Platz am Tor des himmlischen Friedens, dass der Frieden nun endlich irdisch werden müsse. Nie wieder dürfe es ein Massaker geben. Die Weltgemeinschaft müsse sich sofort der Bekämpfung von Hunger und Elend widmen. Der chinesische Staatschef zeigt sich davon überzeugt, dass es schon in wenigen Monaten gelingen werde, dieses Problem zu lösen.

So weit der Nachrichten-Überblick. Soeben erreicht uns die Nachricht, dass sich der IS aufgelöst hat. 

Wir schalten nun um zu unserem Korrespondenten in Berlin.

In Berlin herrscht helle Aufregung. Anders kann ich das nicht nennen. Horst Seehofer soll gegenüber der Kanzlerin geäußert haben, dass er die CSU auflösen werde. Diese Partei sei ewiggestrig und passe nicht in eine Welt, in der es intelligente Lebewesen gebe. 

Frauke Petry soll alle AfD-Mitglieder aufgefordert haben, sofort Flüchtlingen zu helfen. Heute noch werde sie sich mit ihren Vorstandskollegen treffen. Wenn sich die CSU auflöse, müsse sich auch ihre Partei auflösen.

Ursula von der Leyen meldet sich aus ihrem Urlaub in Burgdorf bei Hannover, wo sie die Schafe ihrer verstorbenen Eltern hütet. Sie habe nun ihre eigentliche Aufgabe, die Schafzucht, gefunden. Außerdem sei sie schon immer gegen die Bundeswehr gewesen.

Wir halten Sie selbstverständlich in Sondersendungen auf dem Laufenden und wünschen Ihnen viel Spaß bei unserem weiteren Programm. 




Samstag, 24. Dezember 2016

Jugendamt als Schlafzimmer

Gilt auch für Jugendämter von
Januar bis November?
Nicht nur Tierheime, auch Kinderheime vor Weihnachten rappelvoll

Vor Weihnachten landen viele Kinder in Heimen. Darüber berichtet jetzt eine Lokalzeitung aus dem Landkreis Diepholz. Die Redaktion hat "Die kleinen Strolche" in Asendorf besucht. Der Bericht beginnt mit einem entsetzlichen Fall. Doch zwischendurch wird es auch komisch.

So soll der Leiter des Heimes darauf hingewiesen haben, dass die große Zahl auch damit zu erklären sei, dass Jugendamtsmitarbeiterinnen und Jugendamtsmitarbeiter im Dezember noch einmal ihre Akten studieren. Wie soll ich das denn verstehen? Von Januar bis November wird dieser Behörde nicht klar, dass Kinder in Familien gequält, geschlagen und missbraucht werden und kurz vor Weihnachten fällt es ihr wie Schuppen von den Augen?

Dass Tiere zu Weihnachten verschenkt und sofort wieder ausgesetzt werden, ist eine traurige Tatsache. Deswegen vermitteln Tierheime vor dem Fest auch keine Hunde oder Katzen mehr. Aber bei Kindern sieht es doch wohl hoffentlich etwas anders aus.

Wenn der Heimleiter gemeint hat, dass Jugendämter elf Monate im Jahr vor sich hindösen, um im zwölften wach zu werden, dann sollte sich jede Kommune nur im Dezember ein Jugendamt leisten, von Januar bis November müssten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ihren Schlafzimmern in den eigenen Wohnungen begnügen. 

Heinz-Peter Tjaden

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Weihnachtsgruß

Die Mauern des Schweigens einreißen

Seit fast zehn Jahren beschäftige ich mich mit dem Schicksal ehemaliger Heimkinder. Ich habe über Behörden berichtet, die wegschauen, über angebliche Helferinnen und Helfer, die in Wirklichkeit die Misere erst verursachen, einiges wird heute noch vertuscht und verschwiegen. Manchmal habe ich solche Mauern des Schweigens eingerissen. Dafür bedankt sich heute ein ehemaliges Heimkind, das in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (heute Step gGmbH Hannover) und in der Haasenburg gewesen ist. Ich freue mich, wenn solche Menschen wieder auf die Beine kommen.

Hier weiterlesen 

Samstag, 17. Dezember 2016

Leben in der Blase

Das Schicksal zweier Rechtsanwälte

Da hat Otto Schily, Bundesinnenminister von 1998 bis 2005 und Rechtsanwalt, am Talkshow-Tisch mit den Augen geklimpert, für einen Augenblick verwandelte sich der 84-Jährige in einen Weihnachtsengel, der eine frohe Botschaft überbrachte: "Die Menschen sind viel klüger als man denkt."

Da hat Wolfgang Bosbach, Fels in der konservativen Brandung und ebenfalls Rechtsanwalt, in einer anderen Talkshow-Runde die Augen aufgerissen, für einen Augenblick verwandelte sich der 64-Jährige in ein kleines Teufelchen, das einen anderen Talkshow-Gast am liebsten gewürgt hätte: "Volksabstimmungen stehen nicht in der Verfassung."

Da hat Bosbach leider Recht. Stünde die Volksabstimmung im Grundgesetz, gäbe es keine Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die werden nämlich von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt, weil die Menschen viel klüger sind als man denkt. Da hat wiederum Otto Schily recht.

Und was lernen Schily und Bosbach daraus? Nichts. Weil sie aus der Blase, in der Politiker leben, nicht herauskommen. Deshalb können die sehr klugen Menschen und die Parteien zueinander auch kaum noch kommen. 


Sonntag, 4. Dezember 2016

Das Gebüsch-Gerücht

23. Januar 2016. "Jagdszenen aus Wilhelmshaven", "Aus Oberbürgermeister Wagner Isnix Geworden" und "Das Buch Walpurgis" in einer Broschüre Hier klicken 

Der Unternehmer Nietiedt klagt Hier klicken

Oberbürgermeister verklagt Bürgerportal und Autor einer Glosse Hier klicken

Nicht im Gebüsch - aber vor Gericht: Wagner behindert die Justiz Hier klicken

Wenn die Landesbühne schweigt...Hier klicken

Glosse aus Netz verschwunden - Oberbürgermeister scheitert mit Strafantrag - Keine Post vom Landgericht Oldenburg Hier klicken

Mündliche Verhandlung vor dem Oldenburger Landgericht - Pressemitteilung Hier klicken

Das Orwell-Urteil und eine merkwürdige Drohung mit Zwangsvollstreckung Hier klicken

Immer noch großes Interesse - Angebote sogar bei e-bay Hier klicken

Oberlandesgericht Oldenburg will Berufung nicht zulassen Hier klicken

Ratsfrau aus Wilhelmshaven verurteilt Hier klicken

Effi Briest an der Nordsee Hier klicken   


Mutter Natur und Vater Oberbürgermeister

14. August 2014. Wenn Sie auf der Landkarte nach Norden schauen und - nein, nicht schon wieder nach Hamburg suchen. Suchen Sie doch einmal nach Wilhelmshaven, nach der Stadt der sinkenden Einwohnerzahlen, der gescheiterten Großprojekte und der vielen Schulden, die so hoch sind, dass niemand Geld genug hat für den Erhalt eines Industriedenkmals, das Südzentrale heißt.

Der Bauunternehmer Tom N. und ein paar Unverdrossene haben jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Vermeintlich zumindest bis zum Sommerfest der CDU, das vor "Antonslust" (Name der Gaststätte) nur so gesprüht haben soll, jedenfalls beim Oberbürgermeister Andreas Wagner, der vom Erhalt der "Südzentrale" nicht viel hält, aber von der Frau des Bauunternehmers N. gerüchteweise sehr wohl.

Während so manche Christdemokratin und so mancher Christdemokrat lediglich an einem Sektglas genippt hat, nippte Wagner aktuellen Tuschelgeschichten zufolge ein wenig an Frau N. Hinter einem Gebüsch soll er ihr erst Mutter Natur und dann Vater Oberbürgermeister gezeigt haben. Störend wirkte angeblich nur das Auftauchen des Ehegatten N., der das Gebiss von Andreas Wagner in den maroden Zustand der Südzentrale versetzt haben soll. Ein gezielter Schlag traf demnach auch das Auge des Antonslustigen.

Sogleich postete ein Taxifahrer, er habe Wagner soeben zum Rathaus gefahren, wo dieser seither nicht mehr nur als zahnloser politischer Papiertiger gelte, sondern auch als erotischer. Nun rechnen in Wilhelmshaven viele damit, dass Wagner nicht nur bei Sommerfesten der CDU in Gebüschen verschwindet, sondern auch von der Bildfläche. In den Oberbürgermeister-Wahlkampf gezogen ist dieser Mann 2011 mit dem Spruch "Wer wagnert, gewinnt". Der müsste nun ersetzt werden - wie einige Zähne...

Wenn die Geschichte stimmen würde, die sich auch die Nachbarn von Wagner erzählen. Verlassen worden sei er von Frau und Kindern. Mit denen schippert er allerdings gerade in den Niederlanden herum, postet der Oberbürgermeister auf Fotos bei Facebook. Das berichtet auch die CDU, die nun von einer schlimmen Kampagne spricht. Die zu Wilhelmshaven passen würde - wie aber nicht die Faust von N. aufs Auge von W., denn Fäuste passen nicht auf Augen.

Suchen Sie also nicht länger auf der Landkarte nach Wilhelmshaven...

Das Gebüsch-Gerücht, Teil II

23. August 2014. Anwalt schickt mir eine Unterlassungserklärung, Teil VII, Hier klicken

Ich habe die Passagen blau markiert, die ich streichen soll. Der Rest darf stehen bleiben!

2. September 2014. Heute geschehen vor dem Amtsgericht in Wilhelmshaven. Verleumdungen im Namen des Oberbürgermeisters. Hier klicken

6. September 2014. Das "Gebüsch-Gerücht" gibt es nun auch bei Amazon Hier klicken

Wagner-Foto aus den
Niederlanden.


Das Gebüsch-Gerücht (XXIV)

Im Kindle-Shop.
Nicht zu teuer bezahlen

Da meine als Print vergriffene Geschichte "Jagdszenen aus Wilhelmshaven" über ein Gebüsch-Gerücht bereits bei ebay angeboten und zu ziemlich hohen Preisen verkauft wird, biete ich die Broschüre hier als e-book an. Denn das Interesse scheint immer noch groß zu sein - das soll aber nicht teuer bezahlt werden.

Wie die Gerichte letztendlich über diese Veröffentlichung entscheiden, steht noch in den juristischen Sternen. Die Frage lautet: Darf ein Redakteur, dürfen Medien Gerüchte über öffentliche Personen wie den Oberbürgermeister von Wilhelmshaven verbreiten - oder ist das sogar dann tabu, wenn das Gerücht widerlegt wird?

Was in Wilhelmshaven sonst noch möglich ist 

Oberlandesgericht Oldenburg will Berufung nicht zulassen

14. Juni 2016. Das Oberlandesgericht von Oldenburg wird meine Berufung gegen das Urteil des Oldenburger Landgerichtes vom 1. Juli 2015 nicht zulassen. Heißt es in einem "Hinweisbeschluss" des Gerichtes vom 7. Juni 2016. Begründung: "Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Berufungsgerichtes durch Urteil. Eine mündliche Verhandlung ist nicht geboten. Die Berufung hat auch offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg. Das Landgericht hat mit zutreffenden Erwägungen angenommen, dass die Berichterstattung des Beklagten die Rechte der Kläger (gemeint ist das Wilhelmshavener Unternehmer-Ehepaar Karin und Tom Nietiedt) verletzt..."

Sei der "Wahrheitsgehalt ungeklärt", bestehe "sorgfältige Recherchepflicht". In diesem Fall sei der Wahrheitsgehalt gar nicht ungeklärt, denn ich sei mir mit dem Unternehmer-Ehepaar einig, "dass die Behauptungen unwahr sind". Deshalb habe die "Verbreitung der unwahren Gerüchte auch nicht der Wahrnehmung berechtigter Interessen gedient". 

Was aber ist der Sinn meiner Artikel gewesen? Ich habe eher satirisch aufs Korn genommen, wie man in Wilhelmshaven reagiert, wenn ein Gerücht auftaucht. Dieses Gerücht musste ich auch nicht mehr in Umlauf bringen, es war im Umlauf und wurde nach jeder Widerlegung abgewandelt, bis die Gerüchteverbreiter geschwiegen haben. Mein "berechtigtes Interesse" (und eigentlich auch das Interesse der Betroffenen) war, einer wild gewordenen Verleumder-Meute Einhalt zu gebieten. Ich ging satirisch vor, Oberbürgermeister Andreas Wagner und Unternehmer-Ehepaar Nietiedt reagierten mit Strafanzeigen und Klagen.

Zu dem "Hinweisbeschluss" können mein Anwalt und ich bis zum 24. Juni 2016 Stellung nehmen.

Meine Stellungnahme zum Hinweisbeschluss Hier klicken 

Kein Schnüffler

15. Juni 2016. An der "sorgfältigen Recherchepflicht" knabbere ich in diesem Fall doch ein wenig herum. Hätte ich auch im Privatleben des Oberbürgermeisters und des Unternehmer-Ehepaars herumschnüffeln sollen? Das mache ich nicht. Wer mit wem mehr oder weniger vergnügliche Stunden verbringt, geht mich überhaupt nichts an. Davon betroffen bin ich nur, wenn sich eine Frau mit mir verabredet, die nicht kommt, weil sie die Verabredung mit einem anderen bevorzugt. Dann stehe oder sitze ich irgendwo doof herum und das mag ich nicht.

Der Richter hat am 1. Juli 2015 sehr sauer darauf reagiert, als ich sagte, dass ich das Wort "Ehebruch" überhaupt nicht mag. Ein so genannter "Seitensprung" sei für mich auch kein "Ehebruch", davon könne man nur reden, wenn das Versprechen, ein Leben lang füreinander da zu sein, gebrochen werde. Das hat der Richter irgendwie gar nicht verstanden. Das ist mir unverständlich.

Berufung abgelehnt

11. Juli 2016. Der Beschluss des Oberlandesgerichtes Oldenburg. Hier klicken

Zu guter Letzt: Mail an den Anwalt des Unternehmer-Ehepaares


24. Juli 2016. Sehr geehrter Herr Arkenau, mein Anwalt hat mir Ihr Schreiben übermittelt. Sie schlagen eine Ratenzahlung vor, sonst drohen Sie mir mit Zwangsvollstreckung. Als Anwalt sollten Sie allerdings wissen, dass bei Zahlungsunfähigkeit des Beklagten der Kläger zahlungspflichtig wird.  Das wäre also Herr N,.
Gleichwohl schlage ich vor: Da im August eine Ratenzahlung ausläuft, zu der ich verpflichtet gewesen bin, könnte ich an Sie ab 1. Oktober 2016 die Summe überweisen. Das wären 25 Euro. Die andere Ratenzahlungsverpflichtung, die ich habe, kennen Sie bereits.
Auf meinen Internet-Seiten www.burgdorferkreisblatt.de habe ich übrigens über ein Gerücht berichtet, das in der Region Hannover über einen Prominenten verbreitet wird. Ich tat das wie im “Fall N.”. Anschließend wurde ich nicht etwa verklagt, der Betroffene bedankte sich bei mir. So geht es natürlich auch. Aber ich wohne auch nicht mehr in Wilhelmshaven...
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche und grüßen Sie bitte Ihren Kollegen Dr. Biester von mir. Wir kennen uns.
Heinz-Peter Tjaden
Up´n Kampe 6
30938 Burgwedel

Schlechter Stil

4. Dezember 2016. Die Akte ist geschlossen, jetzt geht es um die Kosten, die ich zu tragen habe. Nietiedts Wilhelmshavener Anwalt Arkenau habe ich eine Ratenzahlung vorgeschlagen, die ich mir leisten kann. Doch Arkenau will monatlich die achtfache Rate haben. Das teilte er nicht etwa mir mit, sondern meinem Anwalt, der mich vor Gericht vertreten hat. 

Was hat mein Anwalt mit einer Ratenzahlungsvereinbarung zwischen Arkenau und mir zu tun? Ich habe diesem Anwalt mitgeteilt, dass ich so was für einen schlechten Stil halte. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass der in Wilhelmshaven seine Kanzlei hat. Dort ist in gewissen Kreisen schlechter Stil üblicher Stil.

Siehe auch "Effi Briest an der Nordsee" 


Zum Beginn der Serie

Das Gebüsch-Gerücht (XXIII)

Unternehmer-Anwalt droht mit Zwangsvollstreckung

7. August 2015. Das schriftliche Urteil des Oldenburger Landgerichtes liegt meinem Anwalt seit dem 29. Juli 2015 vor, dem Anwalt des Wilhelmshavener Unternehmer-Ehepaares Karin und Tom Nietiedt ebenfalls. Rechtskräftig wird es am 26. August 2015. Vor Gericht habe ich bereits Berufung angekündigt. Das Urteil wird also am 26. August 2015 gar nicht rechtskräftig.

Dennoch hat mein Anwalt am 31. Juli 2015 Post vom gegnerischen Anwalt bekommen. Ich soll bis zum 15. August 2015 919,79 Euro an ihn zahlen. Andernfalls droht der Nietiedt-Anwalt mit Zwangsvollstreckung. Bis das Urteil rechtskräftig werden könnte, will er also nicht warten.

Das Urteil des Oldenburger Landgerichtes (5 O 2491/14)

Der Beklagte wird verurteilt, es zu unterlassen, wörtlich oder sinngemäß gegenüber Dritten mündlich, in gedruckter Form oder im Internet zu behaupten oder zu verbreiten,

a) die Klägerin habe mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven Ehebruch begangen und

b) der Kläger habe wegen Ehebruchs der Klägerin mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven diesen krankenhausreif geschlagen.

Für jeden Fall der Zuwiderhandlung wird dem Beklagten ein Ordnungsgeld bis zu 250 000 Euro und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft bis zu 6 Monaten angedroht.

Anmerkungen: Die Behauptungen, die mir vom Oldenburger Landgericht verboten worden sind, habe ich nie aufgestellt. Das wissen alle, die meine Broschüre "Jagdszenen aus Wilhelmshaven" gelesen haben. Außerdem: Wie wollen ein Gericht und Kläger verhindern, dass ein Gerücht in persönlichen Gesprächen verbreitet wird? Mit Tag- und Nacht-Überwachung aller, die an der Verbreitung eines Gerüchtes interessiert sein könnten (Orwell-Staat?)?

Auch dieser Anwalt hat mich auf der Rechnung...

Zum Beginn der Serie

Wenn ein Gerücht verbreitet wird

9. August 2015. Im Netz habe ich interessante Tipps zu richtigem Verhalten bei Gerüchten gefunden. Hier klicken

Schriftsatz für Berufung

23. August 2015. Ich habe einen Schriftsatz für die Berufung vor dem Oldenburger Landgericht formuliert. Hier klicken

Aktenzeichen mitgeteilt

9. September 2015. Das Oldenburger Oberlandesgericht (13. Zivilsenat) hat uns das Aktenzeichen für unsere Berufung mitgeteilt: 13 U 72/15.

Kostenfestsetzungsverfahren ausgesetzt

23. September 2015. Das Oldenburger Landgericht hat das Kostenfestsetzungsverfahren für die erste Instanz ausgesetzt. Das Oldenburger Oberlandesgericht müsse erst über unsere Berufung entscheiden. Die Drohung des gegnerischen Anwaltes vom 31. Juli 2015 mit Zwangsvollstreckung bei Nichtzahlung bekommt einen seltsamen Beigeschmack.

Noch einmal zwei Zeugen benannt

4. Oktober 2015. Da mir das Oldenburger Landgericht sinnigerweise vorgeworfen hat, in meinen Berichten über das "Gebüsch-Gerücht" fehlten Bemühungen, den Wahrheitsgehalt dieses Unsinns zu beweisen, machen wir das in der Berufungsverhandlung, falls sie denn stattfinden sollte.  

Auszug aus unserem Schriftsatz an das Oldenburger Oberlandesgericht: "Der Beklagte benennt zwei Zeugen, die behauptet haben, das Gerücht sei wahr.

1. Wolf H. betreibt in Wilhelmshaven das Internetportal...Er behauptet, eine Krankenschwester habe ihm berichtet: Oberbürgermeister Andreas Wagner ist nach der tätlichen Auseinandersetzung in das ...Hospital...gebracht worden. Dort habe man ihm aber nicht helfen können. Deswegen sei er in ein Oldenburger Krankenhaus gebracht worden.

2. Weiter benennt der Beklagte Peter F. Peter F. hat das Gerücht im Internet und auch in persönlichen Gesprächen verbreitet. Angeblich gibt es einen Taxifahrer, der nach der tätlichen Auseinandersetzung bei Facebook die Nachricht verbreitet hat, er habe den Oberbürgermeister Andreas Wagner in ein Krankenhaus gebracht. Herr Wagner werde noch am gleichen Tag zurücktreten. Das berichten auch andere Wilhelmshavenerinnen und Wilhelmshavener.

Der Beklagte rügt ausdrücklich, dass die Zeugen nicht vernommen worden sind."

Az. 13 U 72/15 

Weitere Bestellungen

6. Oktober 2015. Mittlerweile gibt es wieder Bestellungen meiner Broschüre "Jagdszenen aus Wilhelmshaven" bei Amazon. Hier klicken

Was wird aus Berufung?

12. Mai 2016. Da sich das Oldenburger Oberlandesgericht nach unserer Berufung gegen das Urteil des Oldenburger Landgerichtes in Schweigen hüllt, hakt mein Anwalt nun schriftlich nach. Meine Broschüre "Jagdszenen aus Wilhelmshaven" ist inzwischen vergriffen und von mir in die Broschüre "Pannenstadt am Meer" aufgenommen worden. Hier klicken 

"Jagdszenen aus Wilhelmshaven" auch als e-book 

Basu-Ratsfrau verurteilt/Urteil rechtskräftig Hier klicken 

Das Gebüsch-Gerücht XXIV

Mittwoch, 30. November 2016

Brief bekommen













Deswegen hat er euch heute auch in der "Bild"-Zeitung einen Brief geschrieben. Der beginnt so: "Es ist keine Hilfe für zehnjährige Kinder, in Mathe getestet zu werden, auch nicht für Bildungspolitiker. Warum sollte sich ein Zehnjähriger für Mathe interessieren? Vor acht Jahren hat er gerade sprechen gelernt. Mit Freude hat er die Worte nachgeplappert, die seine Mutter gesagt hat. Gibt es demnächst einen Baby-Plappertest?"

Natürlich nicht. Dafür aber schon bald die Schulpflicht ab 20. Onkel Wagner ist nämlich dafür, dass ihr erst einmal Erwachsene werdet, bevor ihr von Lehrern belästigt werden dürft. Als Erwachsener war Onkel Wagner zwar immer noch "grottenschlecht in Mathe", er ist aber trotzdem Redakteur geworden. Und zwar ein besserer als jeder belgische, russische, finnische, japanische, norwegische, amerikanische, irische, litauische, portugiesische Redakteur. Deswegen lernen Kinder dort auch immer noch Mathe.

Hier aber nicht, denn - so Onkel Wagner: "Ein Kind hat mit Mathe nichts zu tun. Die Realität für Kinder ist das Zwitschern der Vögel in einem Baum. Es lehnt sein Fahrrad gegen einen Baum und nicht gegen eine Acht." Und wenn euch ein Freund eine Acht ins Rad fährt, sucht ihr euch, wie ihr alle wisst, einen neu(e)n. 

Befreundet seid ihr - weiß Onkel Wagner - auch nicht mit der Vier und mit der Fünf. Wenn ihr die in Mathe schreiben würdet, hättet ihr euch in diesem Fach zwar stark verbessert, aber besser ist es mit Freunden Fußball zu spielen. Das könnt ihr dann irgendwann auch besser als zurzeit Dortmund, wo sich die Technische Universität befindet, die eure Mathe-Kenntnisse so schlecht bewertet hat. Wohl weil Onkel Wagner glaubt, "dass man erst mit 20 Mathe begreift". Bis auf Onkel Wagner natürlich.

Also, liebe schlechte Mathe-Schüler, pfeift auf Mathe. Da ihr auch in Biologie und Chemie schlecht seid, solltet ihr gleich ganz auf die Schule pfeifen. Wenn eure Eltern euch deswegen zurückpfeifen wollen, dann lest ihnen doch vor, was Onkel Wagner euch heute geschrieben hat.

Lesetipp: Wie Kinder Spaß an Mathe bekommen

Gibt es auch als e-book Hier klicken 

   

Dienstag, 22. November 2016

Phantome der Justiz

Blinder schaut genau hin

Wenn ein lahmer 70-jähriger Taubstummer einen 80-jährigen Blinden, der in einem Rollstuhl sitzt, in den Gerichtssaal schiebt, dann kann es sich durchaus um den Protokollführer und den Richter handeln. Der Blinde blättert während der Verhandlung in den Akten, der Taubstumme hört aufmerksam zu und führt Protokoll.

Der Kläger findet Gehör beim Protokollführer, der Richter schaut genau hin. Deshalb geschieht dies: Der Kläger, der angeblich jemandem Geld schuldet, berichtet, dass der Gläubiger sein Geld gar nicht mehr annehmen könne, weil er verstorben sei. Erben gebe es auch nicht. Eigentlich fordere niemand mehr von ihm Geld. Geld, das er überwiesen habe, sei auch zurückgekommen.

Der Richter entgegnet, dass ihm das alles bereits aus den Akten der ersten Instanz bekannt sei, doch die habe entschieden, dass der Tod des Gläubigers nicht ursächlich mit den Schulden des Beklagten in Zusammenhang stehe. Auf Wiederholungen wolle er verzichten. Erst wenn alle Schulden beglichen seien, habe der Kläger Aussicht auf Erfolg. Dann könne er sich doch immer noch wehren. Bis dahin stehe der Name des Klägers weiter im Schuldnerregister. Das sei doch auch ganz schön.    

Sonntag, 20. November 2016

BamS mit Bums

Erfolgreiche Terroristen

Das muss von der "Bild am Sonntag" (BamS) doch nun wirklich lobend hervorgehoben werden: "Im Irak gelang es den Terroristen, zwölf Menschen zu töten." IS steht also für "ist super"? 

Abgesprochen wurde diese Erfolgsmeldung offenbar nicht mit Margot Käßmann, die den BamS-Leserinnen und -Lesern auf Seite 16 rät: "Heute sollten wir über den Tod nachdenken." Macht doch keiner, wenn Terroristen so erfolgreich sind. Da kommt man doch gar nicht zum Nachdenken.

Außer Angela Merkel. Die war nachdenklich. Soeben hat sie der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass sie nach dieser Denkpause selbst neugierig ist, was sie nach der Bundestagswahl als Kanzlerin machen wird. Nur Barack Obama wird sich dafür nicht mehr interessieren. Das Kanzlerinnen-Handy wird ab dem 20. Januar 2017 von Donald Trump abgehört. 

Doch wenigstens kann sich Merkel darüber nicht beschweren. Denn ihr Satz "Abhören unter Freunden, das geht gar nicht" gilt nicht für den neuen US-Präsidenten. Trump ist kein Freund. Der ist laut David Kay Johnston, Autor des Buches "Die Akte Trump", "wie ein Autounfall mit Blaskapelle". Steht auf Seite 4 der heutigen BamS. Ob IS oder Trump - die BamS hat Bums. 


Samstag, 12. November 2016

Wieder bei Marianne

Mit Hut im Himmel. 
Leonhard Cohen ist tot

"Suzanne takes you down to her place near the river
You can hear the boats go by
And you can spend the night beside her
And you know, that she's half crazy

But that's why you want to be there."


Das sind die ersten Zeilen, die ich von Leonhard Cohen gehört habe, in der Studentenbude einer Stuttgarterin, die wie ich in Mainz zur Uni ging und stinkreiche Eltern hatte. Sie lebte in einer Wohngemeinschaft, die ebenfalls half crazy war. Ein Pärchen stritt sich unablässig, er ballerte ihr die Tür vor der Nase zu, sie ihm. Aber politisch waren sie sich einig, die Zukunft gehörte dem Sozialismus made vom MSB Spartakus, Studentenorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). 

Die Flugblätter dieser Organisation lagerten im Zimmer eines Wormsers, der die Wochenenden bei seinen Eltern verbrachte. Sie stapelten sich dort auch noch, als sie längst hätten verteilt worden sein sollen. In regelmäßigen Abständen trug ich inzwischen Verblichenes zur Mülltonne und half so ebenfalls half crazy beim Aufbau des Sozialismus zumindest in Mainz-Mombach. 

Die Arbeiterklasse wurde in dieser Wohngemeinschaft vertreten von einer Arbeiterin aus den Schott-Werken, die sich gelegentlich darüber beklagte, dass die Stuttgarterin und ich nicht nur beim Sex zu laut, sondern meistens auch zu spät dran waren. Sie erkundigte sich vorsichtig, ob wir nicht vielleicht früher...So lernte ich etwas über die Probleme, die es auch im Sozialismus zwischen so genannter "Intelligenz" und "werktätiger Bevölkerung" geben könnte, wenn er denn endlich siegreich wäre. Zumindest in Mainz-Mombach.

Einen Punktsieg im Klassenkampf verbuchten wir, als die Eltern der Stuttgarterin die Wohngemeinschaft besuchten mit Feuerzangenbowle. Väterlicherseits war die Trunkenheit nach einer Stunde dermaßen hoch, dass dieser Unternehmer auch "Hoch die internationale Solidarität" gelallt hätte, wenn wir ihn dazu aufgefordert hätten. Bis dahin hatte er uns voll gesäuselt mit verständnisvollen Worten über unser Alter, das eine Erklärung für unsere Sozialismus-Anfälligkeit sein könne, als sei Karl Marx Kinderarzt gewesen.   

Als Leonhard Cohen die eingangs erwähnten Zeilen schrieb, ist er sicherlich mit seinen Gedanken nicht bei dieser half crazy Wohngemeinschaft gewesen. Dafür war er aber mit seinen Gedanken bei seiner großen Liebe Marianne Ihlen, als er "So long Marianne" schrieb. Leonhard Cohen liebte nicht nur diese Frau, er liebte viele Frauen und wurde von einer Frau fast in den Ruin getrieben: Seine Managerin erleichterte ihn um 10 Millionen Dollar, als er in einem Kloster meditierte. Dieser Marianne schrieb er einen rührenden Brief, als sie dem Tode geweiht war und versicherte ihr, dass er bald bei ihr sein werde. Womit er leider Recht behielt.

Auf der Bühne erlebte ich Leonhard Cohen in den 70er-Jahren. Er saß auf einem Stuhl und verließ sich auf die Wirkung seiner Texte und seiner Stimme, die er selbst für schlecht hielt. Die Presse bescheinigte uns am nächsten Tag, dass wir ein ganz besonderes Publikum gewesen seien. Was das zu bedeuten hatte, hätte uns Leonhard Cohen sicherlich in einem Lied erklärt, wenn er diesen Bericht gelesen hätte. Doch das taten selbst in Hannover nur wenige. Neben mir saß während dieses Konzertes die schönste Frau von Hannover, die mich aus unerfindlichen Gründen geheiratet hatte, ich wollte mich dafür bei ihr mit einem unvergesslichen Konzerterlebnis bedanken. Was mir gelang. 

In dem Sinne, Leonhard Cohen: Grüß Marianne von mir - und bleib wie du bist. Ein textender Engel, der sich nur mit Frauen umgibt, aber nie wieder mit einer Managerin. Und wenn Petrus dich fragt, ob es dir im Himmel gefällt, dann antworte ihm: "You are half crazy like Suzanne, that´s why I want to be here." Aber nicht verraten, dass dieser Spruch von mir ist. Sonst komme ich nie in den Himmel...

Mittwoch, 9. November 2016

Donald kommt

Und reißt die Welt ein?

Amerika hat gewählt: Die Pest statt Cholera. Donald Trump statt Hillary Clinton. Ursula von der Leyen hält das Ergebnis für eine Bestrafung des Establishments, Frank-Walter Steinmeier fürchtet, dass die USA außenpolitisch unberechenbar werden. 

In der Schweiz dagegen feiert die Schweizer Volkspartei den Wahlsieg des Republikaners, der Frauen zu Freiwild erklärt, Behinderte verspottet, das Nachbarland Mexiko als Exporteur von Drogen und Kriminalität verleumdet, der einen Handelskrieg riskiert und eine Weltwirtschaftskrise. Aber auf den Internet-Seiten dieser eidgenössischen Populisten steht auch:

"Ich unterstütze die SVP in ihrem Kampf gegen die EU und gegen die Masseneinwanderung."

Das klingt doch schon sehr nach AfD und ohne EU wäre die Schweiz längst am Arsch. Mit den Rechten ist die Weisheit schon immer untergegangen. Denn Donald Trump kann als Präsident gar nicht umsetzen, was er im Wahlkampf angekündigt hat. Niemand legt den "Washingtoner Sumpf" in 100 Tagen trocken, seine ausländerfeindliche Politik würde 600 Milliarden Dollar kosten, die Mauer an der Grenze zu Mexiko 15 Milliarden Dollar und Margot Hoenecker käme auch nicht zur Einweihung, diese Gedankenfreundin von Donald Trump ist tot. Die Mexikaner werden den Mauerbau auch nicht bezahlen.

Die AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry sieht das allerdings anders: "Dieses Wahlergebnis macht Mut für Deutschland und Europa, denn Trump hat tatsächlich die Karten zur politischen Zeitenwende in der Hand." Das klingt doch sehr nach SVP. Auch die Rechtspopulisten in Österreich feiern den Wahlsieg von Trump. Das klingt doch sehr nach AfD.

Siehe auch: Klarstellung. Gauck gratuliert Trump nicht in meinem Namen! Hier klicken  




Samstag, 5. November 2016

Wenn du denkst,

...du denkst, dann denkst du nur...

Da lese ich gestern die Tipps eines Familien-Anwaltes aus Solingen, der sich kritisch mit der "Arbeit" von Jugendämtern und Familiengerichten auseinandersetzt, verlinke seinen Beitrag bei Facebook - und schon meldet sich eine ehemalige Mandantin dieses Anwaltes und berichtet mich vom Hocker Hauendes. 

Einen Vorschuss von 4 000 Euro soll dieser Jurist von ihr verlangt haben. 2 500 Euro habe er in einer ersten Rate bekommen. Nach einer Woche habe sie ihm das Mandat wieder entzogen, doch "immerhin" habe er berichtet, dass man ihn massiv unter Druck setze.

Jugendämter, die sich beim Kindeswohl viel zu oft als Drückeberger erweisen, sich in Hamburg von der Sozialsenatorin störrisches Fehlverhalten vorwerfen lassen müssen, sich zu Verleumdungen von Eltern herablassen, von denen schon kurze Zeit später niemand mehr etwas wissen will, die von der Politik kaum kontrolliert werden und deshalb munter Gesetze brechen, üben Druck aus? 

Von Familiengerichten ist mir das bekannt. Ein Gutachter aus Südniedersachsen erzählt glaubhaft, er bekomme keine Aufträge mehr, weil er nicht schreibe, was er schreiben solle. Aber auch dafür gibt es längst eine Lösung. Gefällt einem Gericht ein Gutachten nicht, kann es auch schon mehr als einmal vorkommen, dass gar nicht ins Gewicht fällt, was ein Gutachter meint. Das Gericht meint dann eben etwas anderes, weil das Kind schon weg ist und eine Rückkehr Mehrarbeit bedeuten würde. Außerdem sind viele Gutachten kritisch betrachtet sowieso für die Katz, die nachts grau ist. Was soll´s also. Wer will da schon Licht machen?

Es ist, wie es ist, sagt nicht nur die Liebe, das sagen auch viele Jugendämter und Familiengerichte. Glauben Sie nicht? Dann müssten Sie auch bestreiten, was mir ein Kind am Telefon vorgespielt hat. Erst ist dieses Kind mit seinen Geschwistern in einer Einrichtung gewesen, die sich angeblich um ehemalige Drogenkonsumenten kümmert, während die Mutter schon lange nicht mehr dort ist, dann haut es ab und fragt einen Jugendamtsmitarbeiter, wann seine Geschwister nach Hause kommen. 

Diese Geschwister sind 10 und 11 Jahre alt - und sollen - so der Jugendamtsmitarbeiter - bleiben, wo sie sind, bis sie das 14. Lebensjahr erreicht haben. Weil sie noch nicht begriffen haben, wie ehemalige Drogenkonsumenten ticken, die sich in der Einrichtung täglich mit Beschaffungskriminellen und Frauen unterhalten, die für Rauschgift anschaffen gegangen sind?

Fragen Sie doch mal! Vielleicht werden Sie dann so an der Nase herumgeführt wie ich. Hier klicken Würde eines Tages in der Zeitung stehen, dass Erdogan neuerdings ein deutsches Jugendamt leitet, würde ich möglicherweise denken: "Auf jeden Topf passt ein Deckel." Man weiß ja nie - jedenfalls bei Jugendämtern und Familiengerichten. 




Freitag, 28. Oktober 2016

"Reichsbürger"

Stuss bei Facebook-gern in der AfD

Sie verbreiten Stuss bei Facebook, sie sind gern gesehen in der AfD, für sie gibt es keine souveräne Bundesrepublik Deutschland und keine Verfassung, sie erfinden eigene Hoheitsgebiete und werden nach einem Polizisten-Mord bei Nürnberg über Nacht zum Medien- und in Niedersachsen zum Landtags-Thema.

Die Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz beantwortet namens der Landesregierung die Mündliche Anfrage Nr. 42 der Abgeordneten Horst Kortlang, Jan-Christoph Oetjen und Dr. Marco Genthe (FDP):

Vorbemerkung der Abgeordneten

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet am 7. Oktober 2016, dass die sogenannten Reichsbürger zunehmend zu einem Problem für Behörden und Justiz in Niedersachsen werden. So würden neuerdings Behörden in der Region Hannover mit pseudojuristischen Widersprüchen überschüttet und Verwaltungsangestellte drangsaliert. Die Region Hannover reagierte bereits mit einem Rundschreiben an ihre Mitarbeiter.

Auch der Niedersächsische Richterbund reagiert auf die Vorkommnisse und fordert das Justizministerium zum Handeln auf. Der Landesvorsitzende Frank Bornemann wird mit den Worten zitiert: „Wir brauchen eine Strategie, wie wir den ‚Reichsbürgern' entgegentreten können." Sie stellten in den Gerichtssälen zunehmend ein Sicherheitsrisiko dar, so Bornemann, und er fordert in diesem Zuge mehr Wachpersonal in den Gerichtssälen.

1. Wie oft wurde in den niedersächsischen Gerichten durch die sogenannten Reichsbürger gegen die Hausordnung verstoßen?

Verstöße gegen die Hausordnung der einzelnen niedersächsischen Gerichte durch Besucherinnen und Besucher und Personen im Besonderen, die sich als „Reichsbürger" bezeichnen oder anderweitig zu erkennen geben, werden statistisch nicht erfasst. Mangels statistischer Erfassung einerseits und Eingrenzung des Abfragezeitraums andererseits konnten die Berichte der niedersächsischen Gerichte nur auf Grundlage retrospektiver Bewertung von in Erinnerung gebliebener Vorfälle erfolgen. Dies vorausgeschickt, haben die niedersächsische Gerichte mitgeteilt, dass in grob geschätzten 19 Fällen gegen die Hausordnung verstoßen worden sei.

2. Wie oft kam es zu Auseinandersetzungen mit den sogenannten Reichsbürgern in den niedersächsischen Gerichten?

Auseinandersetzungen mit Personen, die sich als „Reichsbürger" bezeichnen oder anderweitig zu erkennen geben, werden statistisch nicht erfasst. Mangels statistischer Erfassung einerseits und Eingrenzung des Abfragezeitraums andererseits konnten die Berichte der niedersächsischen Gerichte nur auf Grundlage retrospektiver Bewertung von in Erinnerung gebliebener Vorfälle erfolgen. Dies vorausgeschickt, haben die niedersächsische Gerichte mitgeteilt, dass es in grob geschätzten 135 Fällen zu den genannten Auseinandersetzungen in den Gerichten gekommen sei.

In dieser Schätzung wurden auch solche Vorfälle aufgenommen, die sich zwar nicht im Gerichtsgebäude zugetragen haben, aber insbesondere Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher im Außendienst betreffen und keinesfalls außer Betracht gelassen werden dürfen. Nach Einschätzung des Oberlandesgerichts Celle scheinen die Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher aktuell am gravierendsten von den Übergriffen betroffen zu sein.

3. Verfügen die niedersächsischen Gerichte über genügend Personal, um die Sicherheit in den Gerichten zu gewährleiten?


Das Sicherheitskonzept 2014 sieht vor, dass anlassbezogene Einlasskontrollen immer und überall dort durchzuführen sind, wo sie notwendig sind. Es sieht außerdem vor, dass die Anzahl anlassunabhängiger Einlasskontrollen im Vergleich zum Konzept der früheren Landesregierung um 10 % gesteigert wird. 

Die Mehrbedarfe im Wachtmeisterdienst, die durch die verstärkten Sicherheitsanforderungen des Sicherheitskonzepts 2014 sowie durch Sicherheitseinsätze von Justizwachtmeisterinnen und -wachtmeisterin in Gerichtsverhandlungen erforderlich geworden sind, wurden im Haushalt 2015 durch eine Personalverstärkung um insgesamt 20 Vollzeiteinheiten (VZE) abgebildet. Um die Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen in der niedersächsischen Justiz weiterhin nachhaltig zu gewährleisten, ist außerdem geplant, im Haushaltsplanentwurf 2017/2018 vorgesehene Stellen mit der Wertigkeit A7 im Umfang von 10 VZE dem Wachtmeisterdienst zuzulegen.

Zum Thema: Die "Reichsbürger" und das Jugendamt Hier klicken 

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Die CDU ist...

...zurück in den 50er-Jahren

Zwei links und auch die Grünen fallen lassen, ist wieder einmal das Strickmuster der Union. Was sich dieses Parteienbündnis vom Wähler wünscht, vertritt die Union seit 1947 so unverblümt, dass man sich sicher sein kann: Ein Motto kommt immer wieder. Damit das nicht so schnell auffällt, wird das Motto nur etwas anders bebildert.

Die CDU warnt vor und wünscht sich

CDU-Wahlplakat 1947














Wer immer nur "kaufen geht", stumpft ab. Und muss deshalb noch drastischer gewarnt werden:

Wahlplakat aus 1954.














Und immer wieder muss das Feindbild aufgefrischt werden:

Junge Union München-Nord 2016












Danach darf der Wähler wieder kaufen gehen...







































Aber doch legal

Mit linker Mousetaste vergrößern. 
Das Urteil, das immer wieder rechtskräftig wird

Spontisprüche wie "Legal, illegal, scheißegal" braucht heutzutage niemand mehr. Dieses Unfugs bemächtigen sich inzwischen immer mehr Staatsorgane. Und das machen sie sogar gründlich, wie die Rechtskraftvermerke auf einem Urteil des Amtsgerichtes von Wilhelmshaven beweisen.

9. Dezember 2015? 10. Juni 2016? Oder nehmen wir doch lieber den 12. September 2016 - und deshalb auch gleich doppelt? Weitere Rechtskraftvermerke folgen vielleicht noch. 

Die Verhandlung hat übrigens am 1. Dezember 2015 stattgefunden...

Freitag, 14. Oktober 2016

Sachsen-Verordnung

Über den Umgang mit Terrorverdächtigen

"Meines Wissens tritt das sofort in Kraft. Also unverzüglich."

Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow

Verordnung über das korrekte Verhalten gegenüber Terrorverdächtigen (in der Folge TV genannt), rückwirkend zum 1. Oktober 2016 erlassen von sächsischen Ministerium der Justiz

1. Auch TV genießen das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung. Will ein TV seine Wohnung verlassen, darf er lediglich am Hauptausgang gefragt werden, wohin ihn der Weg führen soll. Das Gebot der Freundlichkeit ist zu beachten.

2. Verlässt der TV seine Wohnung nicht durch den Hauptausgang, entfällt die Ansprache des TV.

3. Ein TV, der seine Wohnung verlassen hat, hat das Recht auf eine neue Bleibe. Diese darf er sich suchen, wo er will. 

4. Sollten Bürgerinnen und Bürger, gleich welcher Herkunft, der Meinung sein, dass ein TV nicht frei herumlaufen darf, ist solchen Bürgerinnen und Bürgern erst einmal jede Unterstützung zu versagen.

5. Falls wider Erwarten TV-festsetzende Bürgerinnen und Bürger, gleich welcher Herkunft, dennoch die Auffassung vertreten, dass TV vorübergehend festgenommen und verhört werden sollten, ist zu prüfen, wie viel Geduld solche Bürgerinnen und Bürger aufbringen.

6. Erweisen sich TV-festsetzende Bürgerinnen und Bürger als sehr geduldig, sollte der TV gefragt werden, ob er unter Umständen bereit wäre, den Sicherheitskräften zu folgen.

7. In diesem Stadium sollte auf die Hilfe von Experten nicht verzichtet werden. Zu diesen Experten gehören Psychologen. Dieser Verordnung beigefügt ist eine Liste von Psychologinnen und Psychologen, die vermeintliche Selbstmordattentäter nicht für suizidgefährdet halten.

8. Hat sich der TV mit der vorübergehenden Unterbringung in einer Zelle einverstanden erklärt (bitte schriftlich bestätigen lassen, um Strafanträge wegen Freiheitsberaubung zu vermeiden), steht es ihm selbstverständlich frei, die Zelle nach seinen Wünschen zu gestalten.

9. Wenn ein TV einen Hungerstreik beginnt, sind ihm die Nachteile der Verweigerung von Nahrungsaufnahmen in taktvoller und freundlicher Weise vor Augen zu halten.

10. Damit die Privatsphäre des TV nicht unnötig eingeschränkt wird, darf er in seiner Zelle nur gestört werden, wenn der TV das ausdrücklich wünscht (bitte ebenfalls schriftlich bestätigen lassen, um Strafanträge wegen Nötigung etc. zu vermeiden).

11. Ein TV, der in der Zelle aus dem Leben scheidet, gilt dieser Verordnung zufolge als aTV (abgängiger Terrorverdächtiger). Für aTV gibt es in der sächsischen Justiz keine Verantwortlichen, aTV sind also gleichzeitig auch nleTV (nicht lange erwähnbare Terrorverdächtige).

12. Da aTV aus verständlichen Gründen nicht mehr verhört werden können, ersparen sie der Justiz viel Zeit und Mühe. Deshalb muss es unser aller Ziel sein, jedem TV den Weg zum aTV zu ebnen.   

Dienstag, 11. Oktober 2016

E wie e-book

Liegt derzeit auf Platz 34 und
damit vorn. 
M wie Mathe und S wie Senioren/F wie Freude

Weltweit macht das Duell zwischen einem Knallkopf und einer Knalldüse um das Weiße Haus Schlagzeilen. Ein anderes Duell wird verschwiegen. Möglicherweise, weil die beiden Kontrahenten Humor haben.

In den Kindle-Shop-Ring steigen das Mathe-Bilderbuch "Wenn Zahlen Streit bekommen" und der Senioren-Ratgeber "Zerstreutes Wohnen". Was sie wollen, ist nicht der Einzug in das Weiße Haus, sie wollen nur einen besseren Verkaufsrang als der andere.

Diese beiden Duellanten gibt es zwar auch als Prints, aber als Quartett sind sie kaum erfolgreicher als die beiden e-books. Wie aber Kinder mit Spaß Mathe lernen und wie Senioren fröhlich zerstreut wohnen, dürfte nicht so wichtig sein. 

Wenn die Freude aus dem Smartphone und nicht aus dem Bücherregal kommt, ist das sicherlich nicht so wichtig wie die Frage, ob die USA sich mit einem Knallkopf oder mit einer Knalldüse im Weißen Haus den kleineren Gefallen tun.

"Wenn Zahlen Streit bekommen"  
Der Klick zum Mathe-e-book

"Zerstreutes Wohnen-Ratgeber für alle ab 70"
Der Klick zum Senioren-e-book

Falls Sie das Mathe-Bilderbuch doch lieber im Kinderzimmer ins Bücherregal stellen möchten, um ihren Kindern jeden Abend daraus vorzulesen, dann

klicken Sie bitte hier.  

Donnerstag, 29. September 2016

Im Kaffeesatz gelesen

Deutschland bleibt Deutschland. Basta.

Da kann kommen, wer da wolle. "Deutschland wird Deutschland bleiben", sagt die Bundeskanzlerin. "Persil" ist schließlich auch immer "Persil" geblieben. Wird aber auch schon seit langer Zeit in anderer Verpackung nicht als "Persil" verkauft. Und so manche deutsche Familie ist sicher: "Das ist eben nicht Persil." Wird aber trotzdem immer "Persil" bleiben.

Im niedersächsischen Landtag können sich seit heute Abgeordnete abhörsicher unterhalten. Das klingt irgendwie merkwürdig, weil Politikerinnen und Politiker auch ohne bauliche Maßnahmen immer weniger Gehör finden, eine weitere Abschottung wäre also gar nicht erforderlich, wenn man sich vor den Wählerinnen und Wählern schützen wollte, die sich - wie die Kanzlerin - vor einem anderen Deutschland fürchten. Deutschland wird aber trotzdem immer Deutschland bleiben. Im Zweifelsfalle ist das sogar abhörsicher.

Was bleibt, wird allerdings auch immer schlechter. Wer wochenlang Lebensmittel in der Speisekammer vergisst, kann das bestätigen. Deswegen träumt Katrin Göring-Eckardt davon, dass mit der Burka alles besser wird. Was man sich bei Alice Schwarzer zwar noch gut vorstellen kann, muss aber nicht für jede muslimische Frau gelten. 

"Ich fühle mich mit meinem Niqab frei", meldet die "Süddeutsche Zeitung", der "Spiegel" erklärt die Burka zum "Symbol der Freiheit". Was ist nur aus dem Mini-Rock geworden? Bleibt der auch nach katholischer Auffassung schlechter als die Total-Verhüllung?

Um das zu erfahren, müssten wir aber erst einmal wieder häufiger in die Kirche gehen, meint die Bundeskanzlerin genauso wie eine ehemalige Landesbischöfin, ohne zu begreifen, warum viele nur in die Kirche gehen, wenn dort ein scharfer Kritiker der Kirchen auftritt. Nur der Papst scheint das inzwischen begriffen zu haben und eifert immer mehr Eugen Drewermann nach. Da die Religion in Deutschland aber immer unwichtiger wird, stagniert die Zahl der Widerspenstigen auf unabsehbare Zeit bei 2.

Und das ist gut so, zumal der Papst gar kein Deutscher ist. Deswegen hat die Kanzlerin Recht: "Deutschland wird Deutschland bleiben." Basta.  




Freitag, 23. September 2016

Vera Brühne

Vera Brühne-das gefundene Mord-
Fressen für die Medien. 
Noch verstecken Medien diesen Namen

Der "Cicero" versteckt den Namen in einem Gespräch mit einem bekannten Anwalt, "Bild" hält sich bedeckt in einem Bericht über einen ehemaligen Redakteur, der sich damals mit diesem Fall beschäftigt hat und deswegen vom Bundesnachrichtendienst bespitzelt worden ist: Dabei geht es um den wahrscheinlich brisantesten Justizkrimi der Nachkriegszeit mit allen Zutaten, die ein Politthriller braucht.
Auf der einen Seite der Arzt Otto Praun, der in Waffengeschäfte verstrickt sein soll und dem man gute Beziehungen zum Büro des Verteidigungsministers Franz Josef Strauß nachsagt, und seine Haushälterin Elfriede Kloo, auf der anderen Seite Vera Brühne und Johann Ferbach. 
Die Blondine ist eine attraktive Frau, die Praun 1957 in einem Münchner Lokal kennenlernt. Er schickt seine Haushälterin nach Hause, schenkt seiner neuen Bekannten ein Auto, sie soll ihn besuchen. Osterdienstag 1960 werden Praun und seine Haushälterin tot in der Villa des Arztes am Starnberger See gefunden. Die Rede ist von einem "erweiterten Suizid". Doch dann werden Vera Brühne und Johann Ferbach des Mordes verdächtigt. Sogar der "stern" fällt über sie her. In den Medien wird Vera Brühne als "geldgieriges Luder" dargestellt. 
Angebliche Beweismittel fallen 1961 fast wie bestellt vom Gerichts-Himmel, der Sohn von Otto Praun erweist sich als Götterbote der Indizien. Die Tochter von Vera Brühne belastet ihre Mutter, nimmt aber später ihre Aussage zurück. Vera Brühne beteuert ihre Unschuld, Brühne und Ferbach werden am 4. Juni 1962 zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Strauß begnadigt sie 1979. Vera Brühne beteuert bis zu ihrem Tod im Jahre 2001 ihre Unschuld. Profitiert hat der Sohn von Otto Praun. Er wohnt in der Villa seines Vaters am Starnberger See, er bekommt die Villa, die eigentlich Vera Brühne erben soll.
Inzwischen sind sich alle Experten einig, dass es im Prozess vor dem Münchner Landgericht nicht mit rechtsstaatlichen Dingen zugegangen ist, der Todeszeitpunkt der Mordopfer ist offensichtlich falsch - und nun taucht der Name Vera Brühne wieder auf. Versteckt noch - aber...
Als Kind habe ich jeden Bericht über diesen Fall gelesen, widerlich fand ich die Vorverurteilung der Mordverdächtigen, schlimm fand ich den Prozessverlauf, für ungeheuerlich hielt ich die Spekulationen der Medien, die sich zu Richtern aufspielten, faszinierend fand ich den Gedanken, dass die Wahrheit irgendwann ans Licht kommen würde. Unvorstellbar ist für mich bis heute, dass eine Mörderin bis zu ihrem Tod ihre Unschuld beteuert. Und warum spielte die Tochter von Vera Brühne eine derart zwielichtige Rolle? 
Die Akte "Vera Brühne" ist nur vorübergehend geschlossen worden, der im "Cicero" erwähnte Anwalt strebt eine Revision an - und dann ist der "Fall Uwe Barschel" nur noch ein laues Lüftchen im Wald der politischen Skandale? Und was ist eigentlich mit den mysteriösen Todesfällen, die es damals gab?



Montag, 12. September 2016

Aufgestanden ohne Beduinen

Dieses Plakat muss von
der CSU nur noch leicht
verändert werden.
Horst Seehofer braucht nur eine Anstalt

"Wir sind der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden könnte." Sagt Horst Seehofer in einem Interview mit der "Bild am Sonntag", die heute allerdings schon von gestern ist. Wie die CSU eigentlich immer.

Doch für Bayern dürfte die von Seehofer geforderte Grundversorgung durchaus ausreichend sein. Dort zu Freistaat sollten "Aufgestanden ohne Beduinen" im Frühstücksfernsehen, das Horst-Seehofer-Lied "Die Fahne hoch, die Bierkrüge fest geschlossen" im Vorabendprogramm und "Brüder, zur Resie, zur Geilheit" im Nachtprogramm genügen.

Damit einverstanden ist bereits Barbara Stamm als Verwaltungsratsvorsitzende des Bayerischen Rundfunks, obwohl sie mit Horst Seehofer noch gar kein uneheliches Kind hat. Dass der Horst fensterln kann, beweist er jedes Mal, wenn er Angela Merkel aufs Dach steigt. Barbara, warte also nur noch ein Weilchen...

Für den ungestörten Aufbau der einzig wahren Fernsehanstalt sollen die Grenzen zu Österreich geschlossen werden. Das verstehe, wer da wolle. Angeblich sollen keine Flüchtlinge mehr durchkommen, doch was wäre aus Bayern geworden, wenn vor fast 100 Jahren ein Flüchtling aus Österreich nicht durch die Hauptstadt dieses Freistaates gezogen wäre, um einige Jahre später mit Goebbels den Volksempfänger zu erfinden, der ebenfalls für die Grundversorgung ausgereicht hat? Das ist doch nur mit einer offenen Grenze möglich gewesen!

Sie mögen solche Texte? Dann lesen Sie doch mal mein e-book "Ich packe mein Buch"