Montag, 30. November 2015

Merkel jubelt

Die Niederlage von Olaf Scholz auf dem Weg ins Kanzleramt

Hat Angela Merkel gestern Abend gejubelt! Denn diesen SPD-Kanzlerkandidaten ist sie wieder losgeworden, bevor Olaf Scholz aus den Startlöchern kam, obwohl er Helmut Schmidt an dessen Sarg versprochen hatte, nun immer so erfolgreich zu sein wie der Verstorbene.

Hat sich Angela Merkel taub gestellt! Als es um die Zusage für eine Beteiligung des Bundes an den Kosten der Olympischen Spiele in Hamburg ging, brachte sie den Aufstrebenden gleich wieder zu Fall. 

Hat Angela Merkel vorausgeschaut! Auf Olympische Spiele an Elbe und Ostsee ohne Russland, worauf Putin sauer und mit Truppen in Kiel und Hamburg reagiert hätte, bevor die Ukraine im Medaillenspiel aufgetaucht wäre. 

Hat Angela Merkel gestern Abend gejubelt! Nun muss die SPD mit Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidat gegen sie antreten.    

Freitag, 27. November 2015

Bürger innen

Andere Bürger außen

Da die Grünen schon vor geraumer Zeit festgestellt haben, dass Claudia Roth und Renate Künast von der Öffentlichkeit kaum noch als Frauen wahrgenommen werden, während Anton Hofreiter mit seinen langen blonden Haaren nur noch selten sofort als Mann identifiziert wird, wünschen sich die Grünen nicht mehr nur eine geschlechtsneutrale deutsche Sprache, sondern halten sie auch für dringend erforderlich, um die soeben genannten Personen vor weiterer Verwechslungsgefahr zu schützen. 

Die geradezu bipolare Zusammenführung der Wörter "sauer" und "lachen" im Namen des Geburtsortes von Anton Hofreiter tat ihr Übriges, wenn nicht sogar Entscheidendes. Sauerlach gab also den letzten Anstoß für die Einfügung des Sternchens als leicht zu überschreitende verbale Schwelle zwischen Frauen, die für Männer gehalten werden, und Männern, die für Frauen gehalten werden.

Diese Entscheidung kann natürlich auch zu Problemen führen, aber das ist bei Entscheidungen der Grünen immer so. Beginnt zum Beispiel ein grüne Rede bei einer Veranstaltung, die aus einem Saal auch nach draußen übertragen wird, mit "Liebe Bürger Sternchen innen", müsste "...und liebe Bürger Sternchen außen" folgen. Die Lösung kann nur lauten: Frauen stehen bei jeder Veranstaltung der Grünen als Bürger innen und Männer als Bürger außen. Claudia Roth, Renate Künast und Anton Hofreiter halten sich im Eingangsbereich, also weder innen noch außen, sondern in einer geschlechtsneutralen Zone auf.

Mittwoch, 25. November 2015

Der Verleumder

Die seltsamen Methoden des Ruthard Stachowske aus Lüneburg

1993 gründet der Sozialpädagoge Ruthard Stachowske, der bis dahin in einer anderen Einrichtung der damaligen Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg gearbeitet hat, die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch. 2009 macht mich ein Betroffener auf Missstände in dieser Einrichtung aufmerksam. Er ruft mich immer wieder an. Schließlich gestatte ich ihm einen Kommentar in meinem blog http://kinderunwohl.blogspot.de

Schon steht ein Anwalt aus Hamburg bei mir auf der Matte und schickt mir im Auftrag des damaligen Geschäftsführers Matthias Lange eine Klageandrohung. Mitgeteilt wird mir, was ich keinesfalls über die Einrichtung von Ruthard Stachowske behaupten solle. Das macht mich hellhörig. Ich veröffentliche einen Internet-Artikel über diesen Vorstoß, denn eine Klageandrohung ohne eine einzige Veröffentlichung von mir finde ich ungewöhnlich, eigentlich sogar lächerlich. 

Dieser Bericht löst viele Telefonanrufe von Betroffenen aus. Ich stelle http://familiensteller.blogspot.de ins Netz. Gemeinsam mit einer Ex-Klientin organisiere ich ein Treffen Betroffener in einem Lüneburger Café, zu dem ich auch Matthias Lange und Ruthard Stachowske einlade. Sie kommen nicht. Aus einem Lüneburger Gebäude, das der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg gehört, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fotografiert, sobald sie sich auf der Straße blicken lassen.

2010 werden diese Ex-Klientin und ich von der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg oder von Ruthard Stachowske mit Unterlassungserklärungen, Einstweiligen Verfügungen und Klagen vor dem Hamburger Landgericht überhäuft. Im ersten Verfahren wird mir die Veröffentlichung eines Gerichtsbeschlusses gegen die Ex-Klientin verboten, weil ich angemerkt habe, dass dieser Beschluss zweifelhaft sei. Im nächsten Verfahren geht es um die Therapiemethoden von Ruthard Stachowske. Diesen Prozess gewinne ich, weil Stachowske seine Methoden von sehr umstrittenen Methoden nicht abgrenzen kann.

2011 ist Matthias Lange nicht mehr Geschäftsführer, seine Nachfolgerin heißt Gisela van der Heijden. Hinter ihrem Rücken behauptet Stachowske auf den Internet-Seiten der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, er habe alle Verfahren gegen die Ex-Klientin und gegen mich gewonnen. Gegen diese Lüge beantragen wir beim Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung, die wir bekommen. Gisela van der Heijden beugt sich dem Beschluss und teilt mir auch mit, dass mich Stachowske in Gesprächen mit ihr als "pädophil" verleumdet hat. Die Dokumente dazu sind im Netz. Hier klicken

Anfang Juli 2011 wird Ruthard Stachowske von Gisela van der Heijden fristlos entlassen. Knapp ein Jahr später wirft sie die Klamotten hin. Die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg gehört inzwischen zur Step gGmbH Hannover, Geschäftsführer ist Serdar Saris, ehemals Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Regionsversammlung Hannover. Er stellt Stachowske wieder ein.

Ruthard Stachowske nimmt jedoch kein Jobangebot an. Anfang 2015 verklagt er die Step gGmbH Hannover wegen der fristlosen Kündigung im Jahre 2011 auf Schadenersatz. Der Richter lächelt irgendwie müde.

Dann bekomme ich zwei Erpresserbriefe...Hier klicken Und hier klicken

Während der Amtszeit von Gisela van der Heijden habe ich eine Analyse der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch veröffentlicht. Ich stufe sie als Psycho-Sekte ein. 2014 wird diese Einrichtung geschlossen. Auch in anderen Sekten reagieren Mitglieder wütend auf Kritik, bedrohen Kritiker. Die Erpresserbriefe sind ein weiterer Beweis dafür, dass meine Analyse richtig gewesen ist. Hier klicken

Montag, 23. November 2015

Eine Autorin bei Facebook

Es ist zum (sucht euch etwas Passendes aus)!

Deutschland ist ein Land, in dem Meinungsfreiheit herrscht. Wirklich???

Vor einigen Wochen mit einem Redakteur eines sehr großen Verlages an einem Artikel gearbeitet. Gefühlte 1000 Versionen gingen hin und her, bis die Rechtsabteilung endlich zufrieden war. O-Ton des Redakteurs: "Ja, in Deutschland darf man nicht alles kritisieren."

Soeben eine E-Mail eines Zahntechnikers erhalten, der ein kritisches Buch über Zahnmaterialien veröffentlichen wollte. O-Ton des Zahntechnikers: "Das Buch sollte im Oktober auf den Markt kommen. In letzter Minute wurde es zurückgenommen und zensiert. Offenheit und eigene Erfahrungen darf man hier in Deutschland immer noch nicht aussprechen."

Postet die Autorin Marion Schimmelpfennig auf ihren Facebook-Seiten. Auf diese Anmerkungen reagieren Kommentatoren mit Kritik an den Medien, die nicht wirklich frei seien, zu enge Beziehungen mit Konzernen und der Politik pflegten, schon in der Schule werde freies Denken behindert, worauf ein ehemaliger Pressesprecher der Grünen zu bedenken gibt, dass freies Denken von vielen für Bedrohung gehalten werde, außerdem könne freies Denken zu Egoismus führen, der Grat sei schmal. 

Medien gelten als Vierte Gewalt, sie sollten das Geschehen beobachten, analysieren, einer großen Öffentlichkeit verständlich machen und - wenn erforderlich - kritisieren. Doch die Vierte Gewalt ist auch ein Warenproduzent, Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, die niemand kauft, verschwinden so schnell wieder vom Markt wie eine Margarinesorte, die niemandem schmeckt. Was aber schmeckt den Verbrauchern der Ware "Medien"?

Manchmal nicht einmal die eigenen Produkte. Ein Beispiel dafür ist der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt gewesen, der Kritisches aus der Arbeitswelt als Reportagen oder Erzählungen verbreiten wollte und dafür einen bekannten Verlag fand, der sich immer wieder darüber beschwerte, dass nicht einmal Werkkreis-Mitglieder die Bücher kauften.

Auch viele Zeitungen sind diesen Bach des Desinteresses heruntergegangen, bis in fast jeder Stadt nur noch eine Zeitung oben schwamm. Als Medium untergehen kann man aus vielen Gründen. Der Markt bestimmt die Nachrichten, die verbreitet werden. Dieser Markt hat viele Akteure. Verleger, die ihren Beruf von der Pike auf gelernt haben, findet man kaum noch, Journalisten, die nicht nur etwas von ihrem Fach verstehen, sondern auch den nötigen Überblick haben, um Ereignisse in einen größeren Zusammenhang stellen zu können, sind ebenso selten. Oft fehlt auch die Zeit für Recherchen. Leser reagieren auf Kritik mit dem Vorwurf der Nestbeschmutzung. Anzeigenkunden, die Verlegern und Journalisten Vergünstigungen beim Kauf ihrer Produkte gewähren, drohen mit Liebesentzug. Mit einstweiligen Verfügungen wird Kritik ein juristischer Riegel vorgeschoben.

Das Magazin "Time" hat 2006 keinen "Menschen des Jahres" ins Titelbild gerückt, sondern einen Computerbildschirm. Der stand für die Fünfte Gewalt, das Internet-Gegengewicht zum bekannten Medienmarkt. Die Botschaft lautete: Jeder kann selbst publizieren, sich mit anderen austauschen, er kann sich vernetzen und Wirkung erzielen. Immer häufiger greifen die alten Medien auf, was in den neuen Medien verbreitet wird. Das kann ein neuer Weg zu Meinungs- und Informationsvielfalt sein, dieser Weg birgt aber auch Gefahren, weil er auch von Leuten gegangen wird, die nichts weiter wollen als verleumden, manipulieren und irritieren. Die Internet-Spreu muss also vom Internet-Weizen getrennt werden.

Der Redakteur aus Marion Schimmelpfennigs Facebook-Anmerkungen muss nicht Recht behalten. Eine Schere im Kopf ist so überflüssig wie Bleischuhe beim Bergsteigen. Wie wirkungsvoll das Internet sein kann, habe ich als Redakteur festgestellt, als ich mit meinen Berichten einem Call-Center-Gauner das schmutzige Handwerk legte, dazu beitrug, dass eine Einrichtung, in der Familien zerstört wurden, geschlossen wurde, und ein Immobilienhai immer zahnloser wurde. Dafür habe ich mir sehr viel Ärger eingehandelt, inzwischen komme ich auf ein gutes Dutzend Gerichte, vor denen ich verklagt wurde. Meine Bücher, die alle ganz leicht bei Amazon oder Hugendubel finden können, dürfen durchaus gelesen werden. Vielen sind sie schon eine Hilfe gewesen - manchmal auch ein Lesevergnügen...

Lesetipp: "Ich hörte sein Keuchen hinter meinem Rücken", eine Erzählung von mir über den Alltag eines Redakteurs. Hier klicken 




Mittwoch, 11. November 2015

Der Da Vinci Code

Der Beate Property Holding Limited und aller Anjas und Beates Deutschlands

Ob James N. Cunningham-Davis und Dirk Peter Neumann anschließend noch im Da Vincis gewesen sind und sich ein Weihnachtsmenü schmecken ließen, ist nicht überliefert. Hier klicken Doch der neue Da Vinci Code der Beate Property Holding Limited war gelungen. Das Wetter auf der Isle of man leider nicht. Doch das war nicht wichtig an diesem Tag, an dem dieses Insel-Unternehmen in Frankfurt am Main das Licht neuer Büroräume erblicken wollte, die so zahlreich gewesen wären wie die Firmen, die sich dort verborgen hätten.

Limited sind Unternehmen ohne Haftungskapital, mit ein paar Pfund in der Tasche und gegen eine geringe Gebühr können sie eingetragen werden, inzwischen ist diese Gesellschaftsform auch außerhalb von England erlaubt. Die Beate Property Holding Limited ist Kommanditistin der Beate Property Holding GmbH & Co. KG, nun angeblich wieder beheimatet in Frankfurt. 

Die Isle of man ist eine Insel in der irischen See, Douglas die Hauptstadt, die im 18. Jahrhundert vom Schmuggel besser gelebt hat als vorher und nachher ohne Schmuggel, viel später erst lebte es sich in Douglas mit Steuer-Schummlern wieder so gut wie dermaleinst. Ehrenbürger ist James N. Cunningham deswegen aber noch nicht geworden. 

Was aber noch nicht ist, könnte nach dem Treffen mit Dirk Peter Neumann noch werden, der aus Kronberg im Taunus angereist war, um sich schriftlich geben zu lassen, was hier festgehalten werden soll: "Der Sitz der Gesellschaft (gemeint ist die Beate Property Holding GmbH & Co. KG) wird von Wuppertal nach Frankfurt zurückverlegt...Der Vollmachtnehmer Herr Neumann ist bevollmächtigt alle erforderlichen oder zweckdienlichen Äußerungen und Ergänzungen zu erklären, sowie die entsprechenden Handelsregisteranmeldungen und verfahrensrechtlichen Erklärungen abzugeben...21. Dezember 2011."

Die Erklärung, die Dirk Peter Neumann am 10. Januar 2012 gegenüber dem Frankfurter Amtsgericht abgab, war zwar erforderlich, aber keinesfalls sachdienlich: "Die Geschäftsräume der Gesellschaft befinden sich nun in der Kennedyallee 102, 60596 Frankfurt. Das ist zugleich die inländische Geschäftsanschrift." Geschäftsführer sei fortan ein André Haas aus Schollbrunn.

Der Vorgänger hieß Ravi Shankar, ein britischer Staatsbürger, der bereits am 13. Dezember 2011 zu einem Notar in Frankfurt geflogen war. Dieser Notar vermerkte erst einmal über seinen Besuch: "Der Erschienene ist der deutschen Sprache nicht mächtig." Was ihn von André Haas unterschied. Der hatte ein Schreibbüro in Schollbrunn.

Der Notar vermerkte in der Urkundenrolle Nr. 496/2011 während des Besuchs von Ravi Shankar zudem einen Beschluss der Beate Property Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in Frankfurt am Main vom 17. Juni 2011, der als "außerordentlich" bezeichnet wurde: "Der Sitz der Gesellschaft soll wieder nach Frankfurt am Main verlegt werden, unabhängig davon, ob zwischenzeitlich die Eintragung ins Handelsregister am Amtsgericht Wuppertal erfolgte oder die Eintragung abgelehnt wurde...Herr Ravi Shankar, geboren am 6. 5. 1960, wohnhaft 65 Fitzjames Avenue, Croydon CR05DN, Vereinigtes Königreich, wird als Geschäftsführer abberufen."

Eine GmbH & Co. KG ist eine Sonderform der Kommanditgesellschaft, eine Personengesellschaft, die ihre Haftung einschränkt, weil der Vollhafter (der Komplementär) eine GmbH ist - in unserem Fall die Beate Zweite Property GmbH. Die Beate Property Holding GmbH & Co. KG ist der Urkundenrolle zufolge alleinige Gesellschafterin der Beate Zweite Property GmbH. Vertreten worden ist die GmbH & Co. KG bis zum 17. Juni 2011 von Ravi Shankar, der sich an diesem Tag selbst abberufen hat.

Nun kennen wir also den Komplementär und die Kommanditistin der GmbH & Co. KG. Die GmbH sitzt angeblich in Frankfurt, die Limited ganz sicher auf der Isle of man. Geschäftsführer ist fortan André Haas aus Schollbrunn. Diese Funktion übt er aber auch in anderen Firmen aus. Dazu gehört die Anja Erste Property GmbH, die sich ebenfalls und ebenso angeblich in der Kennedyallee 102, Frankfurt, ansiedelt. Die Gründungskosten vom 13. Dezember 2011 werden von einem Dritten übernommen.

§ 18 des Handelsgesetzbuches schreibt vor, dass der Firmenname einer GmbH & Co. KG "Unterscheidungskraft" haben muss. Diese Behauptung kann man bei Anja Erste Property und Beate Zweite Property sicherlich nicht aufstellen. Aufstellen kann man auch nicht die Behauptung, dass die von der Isle of man aus gesteuerten Unternehmen jemals von Frankfurt aus aktiv geworden sind. Der Kauf von Häusern, die man so lange vergammeln ließ, bis die Mieterinnen und Mieter genug abgedrückt hatten, hätte von Frankfurt aus auch gar nicht finanziert werden können, denn jede dieser Firmen ist offiziell so arm wie eine Kirchenmaus. Der Reichtum wird auf der Isle of man angehäuft.

Schlecht ist es den Geschäftsführern trotzdem nie gegangen. Doch: Wo findet man André Haas wirklich, wenn man ihn suchen würde? Die Antwort: außer in Schollbrunn in Neu-Isenburg. In der dortigen Kurt-Schumacher-Straße 11 hat nicht nur Dirk Peter Neumann ein Büro, kürzlich wurde dort auch ein Briefkasten für Anja und Beate eingerichtet. Schick eingerichtet sind die Büros von Haas und Neumann in Neu-Isenburg. Im Handelsregister jedoch wird mittlerweile eine neue Adresse in Frankfurt behauptet. Auch diese Angabe ist nicht sachdienlich. Das sind Da Vinci Codes nie. Dass Leonardo da Vinci in seiner Abendmahls-Szene nicht den Apostel Johannes, sondern Maria Magdalena gemalt hat, stimmte auch nicht...

Kommentare von Christine Hall(en)stein Hier klicken 

Mehr über Anja und Beate



      

  

Samstag, 7. November 2015

Statt Pegida und AfD

Neue Sorgen in Neuensorga (Gemeinde Lederhose)

Die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) und die Alternative für Deutschland (AfD) bekommen Konkurrenz. In Neuensorga (Thüringen) haben sich Bürgerinnen und Bürger neue Sorgen gemacht, sie gründeten in diesem Ortsteil der Gemeinde Lederhose die Initiative Kinderlose Eltern gegen mehr Babys in Deutschland (Kegbade) und die Partei Alternative für Fruchtbarkeit (AfF). Stargast war der Bestsellerautor und Volkswirt Thilo Haareziehn, der jüngst mit "Deutschland schafft die Kinder ab" die Bestsellerlisten stürmte und Auszüge aus seinem neuen Werk "Kein Kind wird geboren" las.

In eindringlichen Worten warnte Thilo Haareziehn vor der Gefahr, die Kinder schon im Säuglingsalter darstellen: "Sie lehnen die deutsche Esskultur ab, stecken ihre Finger in den Brei und lecken sie ab." Auch für andere Werte der westlichen Welt wie Hilfe im Haushalt seien sie nicht empfänglich: "Kinder krabbeln irgendwo herum, während ihre Mütter am Herd stehen." Nicht einmal nachts sei man vor ihnen sicher: "Sie schreien drauflos, wenn sie Hunger haben." Von vielen noch unbemerkt entstehe eine Parallelgesellschaft, in der "La, la, la" und Löffel im Mund Freude daran bedeuteten, dass man es mit wenig Aufwand zu viel bringen könne. 

Aber auch die Eltern seien manchmal schlimm. Die kassierten Kindergeld und andere Sozialleistungen des Staates, bevor ihre Kinder der deutschen Sprache mächtig seien und einer geregelten Arbeit nachgingen. 

In diesem Zusammenhang wies der Autor und Volkswirt auf wissenschaftliche Studien hin, die Erschreckendes zutage gefördert hätten. In Haushalten mit Kindern häuften sich Straftatbestände wie Bonbon- und Keksdiebstahl, kein Kind tue freiwillig etwas für seine Bildung, das Grundgesetz als Weihnachtsgeschenk werde missachtet. "Nicht einmal mit einem Aktienpaket der Deutschen Bank kann man den Kleinen eine Freude machen", schloss Thilo Haareziehn seine Ausführungen. 

Die Versammlung endete mit einem Fackelzug durch Neuensorga, Thilo Haareziehn setzte sich an die Spitze. Er trug ein Plakat mit der Aufschrift: "Kinderlos leuchtet länger."    

Mittwoch, 4. November 2015

Reichtum als Rache

Der Verfall als Systemfehler

Vor vier Jahren ist "Väterchen Franz" gestorben, vor 50 Jahren machte ihn das Spottlied "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" nicht nur bei Linken bekannt, konservative Kreise bekamen es mit der Angst zu tun, weil ein Liedermacher ins Schwarze des Kapitalismus getroffen hatte, als Franz Josef Degenhardt Reichtum als Rache an sich selbst definierte. Genialer hat nie wieder jemand den Verfall als Systemfehler besungen, der nicht zu vermeiden ist. 

Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, nimmt besser mehrmals am Tag ein Bad, sonst wird er den Schmutz nie wieder los. Würde heute Abend die "tagesschau" melden, dass bei VW auch die Namen der Vorstandsmitglieder gefälscht sind, wer würde sich darüber noch wundern? Wenn Theo Zwanziger morgen erzählen würde, dass die Brasilianer voriges Jahr mit 1 : 7 gegen Deutschland verloren haben, weil sie sonst als WM-Käufer entlarvt worden wären, wer würde da noch zusammenzucken? Wenn übermorgen heraus käme, dass die Deutsche Bank Falschgeld druckt, wer würde das nicht sofort glauben?

Schlimm ist: Verarscht zu werden und es auch noch zu merken. Schuldige sollen sein bei VW ein paar Ingenieure, bei der Deutschen Bank ein paar Jongleure und beim DFB immerhin - ein Kaiser...

In einer Welt, in der die angeblichen Schmuddelkinder die Sauberen und die angeblichen Saubermänner die Ganoven sind, kann man nur noch ins Schwarze treffen, wenn man alles für möglich hält, bevor sich die angeblichen Saubermänner ans Werk machen und so lange Rache an sich selbst nehmen, bis sie alles zerstört haben, wovon junge Paare auf Bänken träumen, wenn sie Arme, Beine umeinander schlingen - noch...Wie "Väterchen Franz" das so schön vor fast 30 Jahren gesungen hat.   

   

Dienstag, 3. November 2015

Die Kluft

Zwischen Politik und Bürgern

Wer erinnert sich noch daran? Joachim Gauck wird Bundespräsident und erhebt den Anspruch: "Ich will dafür sorgen, dass die Kluft zwischen Politik und Bürgern kleiner wird." Diese Kluft ist aber noch größer geworden. 

Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht, hat sich 1971 auch der Journalist und Schriftsteller E. A. Rauter gefragt. Sein 41-Seiten-Buch ist immer noch eine empfehlenswerte Lektüre, weiter als bis zu den nächsten Fragen führt sie aber auch nicht. Das Denken braucht immer einen Anstoß. Man muss etwas anstößig finden. Das Verhalten von Politikern finden nur noch wenige anstößig, Politiker verhalten sich inzwischen wie von den meisten erwartet. Geschieht etwas wie erwartet, denkt man nicht lange darüber nach. Man nimmt es hin.

Erwartung ohne Erwartungshaltung gibt es nicht. Dieser Halt geht verloren, wenn Versprechen nicht gehalten werden. Beim nächsten Mal erwartet man weniger, irgendwann gar nichts mehr. Aus Erwartungshaltung wird Resignation. Resignation wird Dummheit und geht als Pegida auf die Straße oder als AfD in die Politik. 

Und wie reagieren darauf Politiker? Sie wollen sich der Dummheit widmen, dumm Gemachte überzeugen. Die sollen endlich begreifen, dass zur Demokratie Kompromisse gehören. Stimmt. Aber die Ansage "Mit mir wird es keine Maut geben" ist kein Kompromiss gewesen, sondern eine Lüge, die als Wahlerfolg gefeiert wurde. Der Weckruf "Wir schaffen das!" ist verhallt, bevor er bei den Ehrenamtlichen, die sich vorbildlich um Flüchtlinge kümmern, angekommen ist. Auch diese Ansage mutierte zur Lüge der Politik, während die Ehrenamtlichen wahrhaftig blieben. 

Bei Hiob heißt es "Wahrlich, ihr seid die rechten Leute, mit euch wird die Weisheit untergehen". Noch ist es nicht ganz so weit. Der Untergang der Weisheit rückt aber näher. Hoffentlich wird der Leidensdruck früh genug so groß, dass die nicht rechten Leute die Kluft zwischen Politik und Bürgern zuschütten, wieder einmal alle Mauern einreißen und nicht darauf warten, dass Leute wie Gauck auch wirklich tun, was sie sagen...Auf Gedichte, die mit "Unser Herz ist weit..." beginnen, können wir alle verzichten...