Mittwoch, 30. September 2015

Jawohl, CSU!

Asylgesetze weiter verschärfen

Die Bundesregierung fummelt an den Asylgesetzen herum. Die CSU meint jedoch: Es wird noch nicht genug gefummelt. Recht hat sie! Wohin der lockere Umgang mit der Reisefreiheit führt, wissen wir doch schon lange.

Immer, wenn ein CSU-Mitglied als Minister nach Bonn oder Berlin ausgereist ist, ging etwas schief. Nehmen wir einmal das bekannteste Beispiel. Franz Josef Strauß. Der kaufte als Bundesverteidigungsminister Starfighter, die vom Himmel fielen. Über 100 Soldaten starben bei diesen Abstürzen. Deshalb wurde in Bayern ein Flughafen nach ihm benannt...

Ganz Bayern muss ab sofort als Erstunterkunft gelten, in der CSU-Mitglieder Verzehrgutscheine bekommen. Kein Verwandter nimmt noch einen innerfamiliären Job an, wenn der Onkel ihn nur mit Gutscheinen entlohnen kann. Das wäre nicht lukrativ genug. 

Alle anderen Bundesländer sollten zu unsicheren Drittstaaten erklärt werden, damit kein CSU-Mitglied in Deutschland mehr weiterkommt als bis zum Weißwurst-Äquator. Also, fummelt weiter an den Asylgesetzen!

Sonntag, 27. September 2015

Unterm Schwanz

Beliebter Treffpunkt in Hannover.
Eine dumme Gans
In Hannover trifft man sich seit über 150 Jahren "unterm Schwanz". Vor dem Bahnhof hat die niedersächsische Landeshauptstadt einem Gegner der Eisenbahn ein Denkmal gesetzt, der sich hoch zu Ross von diesem Gebäude abwendet. Das kann man durchaus originell nennen...

Für originell hielt sich auch eine Kurzzeit-Freundin von mir, die sich mit mir "unterm Schwanz" traf. Sie kam mit dem Zug aus Aschaffenburg. Was ich erst seit ein paar Stunden wusste. Sie hatte es mir per SMS mitgeteilt. Als ich sie fragte, was sie in Aschaffenburg gemacht habe, antwortete sie, sie habe einen Onkel besucht.

Schnell fand ich heraus, dass es sich bei ihrem angeblichen Onkel um ihren Zweit-Freund, vielleicht auch Erst-Freund handelte. Als Mit-Freund war ich irgendwie ungeeignet, deshalb traf ich mich nie wieder mit dieser Frau. Nicht "unterm Schwanz", woanders auch nicht.

Sonntag, 20. September 2015

Schöne neue Welt

Rückt immer näher. 



















Diktatoren sind einfach zu dumm

Sie kommt immer näher: Die schöne neue Welt von Aldous Huxley, in der "Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit und Beständigkeit" mit Konditionierung und Indoktrination hergestellt werden, nur die künstliche Fortpflanzung ist noch nicht so weit gediehen, wie in diesem Roman. Falls nun auch noch Diktatoren begreifen, wie dumm sie sind, wenn sie Kritiker und politische Gegner in Gefängnisse stecken, foltern oder ermorden lassen, dann setzt sich das westliche Modell überall durch. Da in Deutschland jedes Modell perfektioniert wird, soll unser Land einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Erstes Thema: Studium. Als ich Student war, bekam ich nach der Einschreibung ein Vorlesungsverzeichnis in die Hand gedrückt, wie ich meinen Weg zu Vordiplom und Diplom gestaltete, war meine Sache. Nebenher besuchte ich Seminare an anderen Fakultäten, weil ich mich auch für Geschichte, Psychologie und Soziologie interessierte. Die Studenten in meinem Semester waren mir nicht fremd, wir unternahmen viel gemeinsam, wurden politisch aktiv, kämpften für die wissenschaftliche Freiheit und für das Querdenken. Dieser Kampf war nicht immer leicht, weil wir auf so manchen verknöcherten Professor trafen, der jedes Denken, das nicht sein Denken war, für gefährlich hielt, aber immerhin konnten wir gegen den Stachel lüpfen. Vor einem zu großen Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft warnten wir.

Dieser Einfluss der Wirtschaft auf das Studium ist inzwischen so groß, dass Universitäten und Hochschulen nur noch der Wurmfortsatz der Schulen sind. Die Studenten werden zu Bachelor und Master gepeitscht, damit sie möglichst schnell in die Betriebe kommen, erkundigt man sich auf dem Campus nach der Stimmung, dann ist sie schlecht, weil den Studenten beim Lernen schlecht wird: "Wir ziehen uns das Zeug rein, kotzen es bei der Prüfung wieder aus und haben es dann vergessen." Vergessliche Studenten nützen der Wirtschaft aber gar nichts. Deswegen beklagt sich die Wirtschaft inzwischen über die Qualität des Studiums und versucht, der Politik dafür die Schuld zu geben. Die Politik ist zwar schuldig, aber anders als von der Wirtschaft behauptet: Sie hat einem Druck nachgegeben, dem sie hätte unbedingt widerstehen müssen.

Stillstand und Rückschritte werden nur noch kaschiert. Deutschland ist zwar immer noch eine starke Export-Nation, erfolgreich ist die deutsche Wirtschaft aber nur dort, wo sie auch früher erfolgreich war: im Maschinenbau und in der Automobilindustrie. Auf den neuen Märkten verschläft Deutschland jede Entwicklung so lange, bis das Land mühsam hinterher hinkt.

Der Schein wird inzwischen für bare Münze genommen. Angeblich geht es immer aufwärts, stets kommt Deutschland angeblich am besten davon, beim Ausblenden von Problemen ist Deutschland inzwischen Spitze. Immer mehr Menschen werden psychisch krank, weil sie dem Druck nicht mehr standhalten. Dieser Druck entsteht auch deshalb, weil der Erfolg nur noch künstlich ist und kaum noch Eigendynamik entwickelt. Immer wieder heißt es: Glück im Unglück gehabt. Die Zinsen sind niedrig. Was für ein Glück. Der Euro schwächelt. Was für ein Glück.

Woanders sucht man das Glück immer häufiger vergeblich. Beide Eltern müssen arbeiten, damit sie über die Runden kommen, Kinder werden so früh wie möglich von anderen betreut, Hass, Neid, Gier und Intrigen verbreiten sich wie eine Seuche. In den Parteizentralen haben immer weniger den Kopf frei für neue Ideen, weil sie jeden Tag ihre Gegner in Schach halten müssen, aus dem Bundestag erreichen uns Bilder, die von gegenseitiger Verachtung zeugen, in den Betrieben gibt es Überwachungs- und Kontrollsysteme, die nur noch menschenverachtend genannt werden können, immer mehr versuchen nur noch, ihr eigenes Fell zu retten und haben Angst davor, es könnte ihnen an ihr eigenes Fell gehen.

Dennoch setzen sich immer noch Politiker und Unternehmer vor die Kameras und sprechen von westlichen Werten, die es zu verteidigen gilt. Als da wären? Drohungen gegen Politiker, die anders stimmen wollen als ihre Fraktion und deshalb mit dem Verlust aller Ämter rechnen sollen, üble Methoden gegen Betriebsräte, die sich für die Belegschaft einsetzen, Sanktionen gegen Eltern, die nicht jeder Anweisung für die Erziehung ihrer Kinder folgen...?

Damit sind wir wieder bei den dummen Diktatoren, die Kritiker und politische Gegner in Gefängnisse stecken, foltern und ermorden lassen. Lernt doch endlich dazu. Wenn die Welt gegen Folter und Verfolgung protestiert, dann macht es wie - sagen wir einmal die USA: Kommt das heraus, dann setzt Untersuchungsausschüsse ein und ändert die Methoden. In Gefängnisse stecken ist auch nur blöd, weil Kritiker und politische Gegner draußen isolieren und verstricken in ein Netz von Intrigen und übler Nachrede das Gebot der westlichen Werte-Stunde ist.

Eine dieser Werte-Stunden schlug am 11. September 1973 in Chile. Die USA ließen den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende von Pinochet weg putschen. Unterstützung für diesen Putsch kam auch aus Deutschland. Allende-Anhänger wurden erst in ein Stadion gesperrt, gefoltert wurden sie dann von einer Sekte, die Colonia Dignidad hieß, diese Sekte wurde von einem Deutschen geleitet. Das nennt man internationale Solidarität. Solidarität ist ein westlicher Wert. Verstanden?

Freitag, 18. September 2015

Deutsche Schlagerwelt

Keine müden Tauben-lahme Menschen

In der Schlagerwelt von früher sind die weißen Tauben müde gewesen (Hans Hartz), die Jugend wartete auf die Hand des Vaterlandes, während die Reichen ihren Reichtum einzäunten (Udo Jürgens) und die Bäume starben (Alexandra). Angesungen wurden so Kriegsgefahr, Versagen des Staates bei wichtigen Themen und Umweltschutz. Die Schlagerwelt ist melancholisch gewesen und etwas aufmüpfig.

In der Schlagerwelt von heute will Johannes Oerding Lust auf das Leben machen, das erst hinter Grenzen, die überschritten werden müssen, beginnt, Philipp Dittberner beklagt die Unfähigkeit zur Umkehr und besingt den Zwang zur Wiederholung, hat allerdings nicht mehr zu bieten als Wolke 4, und Joris Buchholz streitet sich Herz über Kopf bei einem Wiedersehen mit einer Frau, die immer noch zauberhaft ist, mit sich selbst. Zur Schlagerwelt von heute gehören immer mehr Menschen, die abwägen, während des Leben an ihnen vorbeirauscht.

Na und, könnte man sagen, sind doch nur Schlager, aber auch Schlager spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen wider. Viele Texte von Johannes Oerding und von Schlagersängern seiner Generation sind zweifellos beeindruckend, sie hinterlassen den Eindruck, dass viele ab 20 immer verwirrter und lahmer werden.

Sido hebt derweil vom Boden ab, weil er alles blass und grau findet - irgendwie verständlich.   

Samstag, 12. September 2015

Ungarischer Flüchtlingszoo

Die CSU mag dieses Video?

"Wie in einem Zoo" werden in Ungarn Flüchtlinge mit Lebensmitteln versorgt. Behauptet AOL und stellt ein heimlich gefilmtes Video ins Netz. Hier klicken Solche Bilder der Schande könnten in einem deutschen Zoo aber gar nicht gedreht werden. Würden Tierpfleger in einem deutschen Zoo auf diese Weise die Zootiere füttern, wäre der Zoo noch am gleichen Tag dicht.

Nicht ganz dicht ist auch der ungarische Ministerpräsdient Orban, der den Flüchtlingen zuruft: "Es gibt kein Grundrecht auf ein besseres Leben." Besser lebt man angeblich in Bayern. Behauptet jedenfalls die CSU und müsste deshalb erklären, warum sie diesen Politiker einlädt.

Wahrscheinlicher Grund: Auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ist nicht ganz dicht. Zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sagt er: "Das ist ein Fehler." Aus dem wird nie ein "wunderbarer Schwarzer".

Außerhalb von Bayern darf man sich gefahrlos über die CSU wundern. Das ist zwar nur ein geringer Trost, aber immerhin...

Sonntag, 6. September 2015

Humbug und...

Anderer Unsinn

Heute Vormittag hat mich bei Facebook jemand gefragt, ob ich Informationen über einen Gutachter mit Namen Matthias Humbug hätte. Habe ich nicht. Aber aus der Anfrage schließe ich, dass auch dieser Gutachter viel Unsinn zu Papier bringt, um Familien auseinander zu bringen.

Wie groß dieses Problem ist, zeigen die Klicks auf meine blogs über Jugendämter, Familiengerichte und Gutachter. Einige Gutachter scheinen für Humbug sogar Doktor-Titel zu bekommen, einer dieser angeblichen Experten sammelte eigenen Angaben zufolge entweder drei, manchmal auch vier. So einig ist sich dieser Duisburger da selbst nicht.

Einig sind sich Jugendämter aber, wenn sie Fehler machen. Dann kommt der Schwamm drüber. Kürzlich hat sich bei einem Gespräch ein Jugendamt bei mir darüber beklagt, dass ich meine Hinweise mit "Wissen und Erfahrungen" anreichere, das sei ein wenig lästig. Besonders lästig bleibt ein Polizeibeamter aus Wilhelmshaven, der mit einem Kollegen eine Jugendamtsmitarbeiterin zu einer Durchsuchung meiner Wohnung begleitet hat. Die Jugendamtsmitarbeiterin blieb schweigend draußen, die Polizisten drangen mit Gewalt in meine Wohnung ein. Was sie vor Gericht bestritten, während die Jugendamtsmitarbeiterin von der Behörde und vom Oberbürgermeister dazu verdonnert wurde, vom Erdboden dieses Skandals zu verschwinden.

Verlogen bleiben, lautete weiterhin das Motto. Einer der beiden Polizeibeamten stellte im Juni sogar zum zweiten Mal Strafantrag gegen mich, weil ich bei der Wahrheit blieb. Noch einmal erfolgreich war er allerdings nicht. Die Staatsanwaltschaft von Oldenburg rührte sich bis heute nicht. Das erste Strafverfahren hatte sie schon auf Kosten des Staates eingestellt. Das Zivilverfahren jedoch gewann der Polizeibeamte. Hier klicken

Von der Bildfläche verschwindenden Jugendamtsmitarbeiterinnen bin ich nicht zum ersten Mal nicht begegnet. Ein ganz besonderes Exemplar lief mir in Münster nie über den Weg. Hier klicken

Über Matthias Humbug ist mir - wie oben erwähnt - nichts bekannt. Über Unsinn dagegen weiß ich mehr als mir lieb ist. Hier klicken  




Dienstag, 1. September 2015

Kein wunderbarer Neger

Entschuldigung des bayerischen Innenministers angenommen

"Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat." Für dieses auch nach meiner Ansicht falsche Lob hat sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann entschuldigt. Nicht völlig daneben lag der CSU-Politiker in der Sendung "Hart, aber fair" allerdings, als er auch noch feststellte: "Und beim FC Bayern spielen eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit. Und das finden die Fans vom FC Bayern auch gut." Dante jedoch wurde trotzdem verkauft. Dieser Ausgemusterte wechselte nach Wolfsburg, darf aber auch als Spieler dieses Vereins keine Negerküsse von seiner Hand ins Publikum fliegen lassen, wenn er ein Tor erzielt hat, sondern nur Schokoküsse.

Joachim Herrmann ist bekanntlich ein Weißer, kein Weiser. Sonst wäre er nicht in der CSU, in der man immer so lallt, wie das vorletzte Bier es noch zulässt. In dieser Partei wird nicht an Sätzen gefeilt, sie werden vom Mund ausgestoßen. Bei "Hart, aber fair" ist der bayerische Innenminister "Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz ins Wort gefallen, als dieser Erfolgsgeschichten von Einwanderern erzählen wollte. Da wollte Joachim Herrmann sofort die Erfolgsgeschichten loswerden, die er kannte. Sonst hätte er sie möglicherweise wieder vergessen.

Darüber regen sich in sozialen Netzwerken nun viele auf und Joachim Herrmann hat sofort reagiert. Wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken, wenn Ungarn einen Zaun baut, wenn Schlepper Menschen in Lastkraftwagen ersticken lassen, wenn Flüchtlingsheime brennen oder von rechtsradikalen Gewalttätern belagert werden, gibt es derart schnelle Reaktionen nicht.