Donnerstag, 28. Mai 2015

Erotischer Zwischenruf

"Die treibende Kraft - Was Sex und Macht verbindet" im Magazin "Cicero"

Ich kann mir nicht helfen: Wenn sich Medien mit Sex beschäftigen, kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Erheiternd finde ich deswegen auch die Juni-Ausgabe des Magazins "Cicero". Titelthema: "Die treibende Kraft-Was Sex und Macht verbindet". Chefredakteur Christoph Schwennicke versichert auf Seite 3, dass "Christine Eichel, Buchautorin und lange Jahre Ressortleiterin bei Cicero" sofort "Feuer und Flamme" gewesen sei, als man sie fragte, "ob sie das Thema reizen" könne. Von dieser Redakteurin möchte ich keinen Artikel über ein Thema lesen, das sie nicht reizt...

Ihre lustlosen Betrachtungen beginnt sie mit dem griechischen Finanzminister, der angeblich nicht nur arm, sondern auch sexy ist. Und warum? Weil er auf einem Motorrad posiert, bei Staatsbesuchen eine schwarze Lederjacke trägt und auch schon einmal den Stinkefinger zeigt. Anschließend beklagt sie sich darüber, dass "die meisten anderen europäischen Volksvertreter seltsam entkörperlicht wirken", was ich bei Sigmar Gabriel irgendwie nicht bestätigen kann. Bestätigen kann ich dagegen Christine Eichels Schlussfeststellung, dass man sich Angela Merkel besser nicht als "libidinöse Femme fatal" vorstellen sollte.

"Femme fatal" steht bekanntermaßen für "verhängnisvolle Frau", für eine Frau, die etwas Dämonisches hat. Aber: Dämonen gibt es zwar für die katholische Kirche, sonst aber nicht. Erfunden worden sind sie, um die Lust in eine dunkle Ecke zu verbannen. Sonst würde die katholische Kirche noch weniger leuchten als sie es auch so schon nicht tut.

Spannend könnte dagegen eine Titelstory sein, in der erklärt wird, warum Männer nur lustlos in einer Frau herumstochern, während sich so manche Frau einen Liebhaber wünscht, der auf ihren Körper eine Gänsehaut zaubert, um sie im Sturm zu erobern und nicht schon nach fünf Minuten als laues Lüftchen über das Kopfkissen streicht, wo er sich schnarchend abwendet. Bis zum nächsten Mal. Würde es nächsten Freitag passen?

Laut "Cicero" kann Sex auch dem Stressabbau dienen. Vielen Dank für das Gespräch!












Mittwoch, 27. Mai 2015

Die Homo-Ehe

Und die (katholische) Menschheit

"Ich bin sehr traurig über dieses Ergebnis", sagt Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin zur Volksabstimmung in Irland über die Homo-Ehe. Muss ich deswegen ebenfalls traurig sein? Die Bevölkerung des Landes ist überwiegend katholisch und sei mit der Entscheidung vom "wahren Glauben" abgefallen. Muss ich das ebenfalls für wahr halten und auch noch glauben? Wenn Pietro Parolin dann auch noch von einer "Niederlage für die Menschheit" spricht, reagiert er so ähnlich wie Fans von Borussia Dortmund auf einen Sieg von Schalke 04.

Auch die daraus resultierende Ankündigung klingt so ähnlich. Während Fans von Borussia Dortmund stets versuchen, aus Schalke-Fans BVB-Fans zu machen (und umgekehrt), will der Kardinal-Staatssekretär mit einer stärkeren Verpflichtung der katholischen Kirche zur Evangelisierung reagieren. Was im katholischen Sinne in Irland nicht mehr klappt, soll zukünftig woanders klappen - und was soll eine stärkere Evangelisierung bewirken? Weltweites Pauken "Homosexualität ist Sünde"?

In Irland hat die katholische Kirche ihre Glaubwürdigkeit verloren, weltweite Verluste wären alles - nur nicht traurig. Trauriges spielt sich dagegen hierzulande ab. Auf den Vorschlag, im Bundestag die Abstimmung über die Homo-Ehe freizugeben, reagieren konservative Kreise sogar mit der Warnung vor einem Chaos im Parlament. Der Bundestag müsse verlässlich bleiben. Dieses Plädoyer für den Fraktionszwang ist zweifellos verfassungswidrig, laut Grundgesetz sind die Parlamentarierinnen und Parlamentarier nur ihrem Gewissen verpflichtet.  

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Mittwoch, 20. Mai 2015

Das Gebüsch-Gerücht (XXI)

Wollen Gerichte unsere Gedanken in andere Richtung lenken?

4. Mai 2015. Die Klage des Wilhelmshavener Unternehmer-Ehepaares Karin und Tom Nietiedt gegen mich wegen meiner Beiträge über das "Gebüsch-Gerücht" schlummert immer noch in einer Akte des Oldenburger Landgerichtes. Prozesskostenhilfe soll mir nicht gewährt werden, hat das Landgericht entschieden. Dagegen legte mein Anwalt Beschwerde beim Oldenburger Oberlandesgericht ein. Mit Beschluss vom 24. April 2015 wurde unsere Beschwerde abgelehnt.

In der Begründung schrieben die drei Richter: "Zwar hat der Beklagte die Formulierungen ´Ehebruch´ und ´krankenhausreif geschlagen´ nicht wörtlich benutzt...Auch wenn der Beklagte die von ihm verbreiteten Tatsachen als Gerüchte bezeichnet hat, hat das Landgericht zutreffend darauf hingewiesen, dass ein Mindestbestand an Beweistatsachen, die für den Wahrheitsgehalt der Information sprechen und ihr damit ´Öffentlichkeitswert´ verleihen, nicht ersichtlich ist. Der Beklagte hat...diese als eigene Äußerungen ohne nähere Recherche verbreitet..." (Az. 13 W 10/15) Auch "hinreichend distanziert" hätte ich mich von den Gerüchten nicht.

Wer meine Broschüre "Jagdszenen aus Wilhelmshaven" gelesen hat, dürfte zu einem anderen Urteil gekommen sein. Aber wir könnten den Spieß auch umdrehen und in der Verhandlung einen "Mindestbestand an Beweistatsachen" herstellen. So berichtete mir Wolf Hufenbach vom Wilhelmshavener Bürgerportal, dass es eine...gebe...Mehr ist dazu noch nicht zu sagen. Auch andere Zeugen könnten für einen solchen "Mindestbestand an Beweistatsachen" sorgen.

Noch haben wir keinen Termin für die Verhandlung, aber die Beschlüsse von Landgericht und Oberlandesgericht haben schon etwas seltsam Reizvolles, in eine andere Richtung zu denken. Interesse daran habe ich aber nicht. Vielleicht sollten Karin und Tom Nietiedt ihre Klage gegen mich einfach zurückziehen.

Ein Gerücht, das massenhaft verbreitet wird und dem die Betroffenen auch noch auf blödest mögliche Weise begegnen, hat meines Erachtens durchaus "Öffentlichkeitswert", mit meinen Beiträgen habe ich das Gerücht erstickt. Wenn es wieder lebendig werden soll - nun denn...Wer verliert schon gern ein Gerichtsverfahren?

Termin für mündliche Verhandlung

20. Mai 2015. Das Oldenburger Landgericht hat heute mitgeteilt, dass die mündliche Verhandlung am 1. Juli 2015, 11.30 Uhr, stattfindet. Wir werden Zeugen benennen. Pressemitteilung Hier klicken

Der Klick zu meiner Broschüre "Jagdszenen aus Wilhelmshaven"

Zum Beginn der Serie

Das Gebüsch-Gerücht (XXII): Ratsfrau verurteilt

Samstag, 16. Mai 2015

Kraftquellen

Dem Glück nicht auf den Keks gehen

"Woher nimmst du eigentlich die Kraft?", hat mich kürzlich ein Bekannter gefragt. Meine Antwort lautete: "Ich bin ein Stehaufmännchen." Vor längerer Zeit fand eine Bekannte diese Erklärung: "Du bist wie eine Katze mit sieben Leben." Und meine erste Frau schenkte mir nach der Scheidung diesen Spruch: "Die meisten füllen ihr Leben mit Tagen. Du füllst jeden Tag mit Leben."

Eigentlich müsste ich schon lange fix und fertig sein. Meine Sekten-Bücher brachten mir wüste Verleumdungen der Neuapostolischen Kirche ein, fast jedes Sachbuch wurde mit Klagen überhäuft, die Staatsanwaltschaft von Hannover verschleppte erst ein Ermittlungsverfahren und vergaß es dann völlig und hätte es für immer vergessen, wenn ich nicht darauf bestanden hätte, dass man mir den Prozess macht, der mit einem Freispruch endete, bis dahin hatte ich drei Jobs verloren. Doch man konnte mich nicht fertig machen. Und warum nicht?

Weil mich Verleumder, Heuchler, Intriganten, Bedenkenträger und Feiglinge am Arsch lecken können. Dass der nicht sehr schmackhaft ist, stellen die dann schnell fest. Weil ich Freundschaft, Vertrauen, Ehrlichkeit, Offenheit, Zärtlichkeit und Liebe für so wichtig halte, dass ich zu Abstrichen nicht bereit bin. Halbes Vertrauen, halbe Ehrlichkeit, halbe Offenheit und halbe Liebe gibt es so wenig wie ein bisschen Frieden. Mittelmäßigkeit langweilt mich. Ich gebe allen Menschen eine Chance, nutzen sie die nicht, dann gibt es keine zweite. Es sei denn, die Versöhnung fällt sehr wild aus. Schließlich mag ich auch keinen aufgewärmten Kaffee und an der Pinwand einer Frau habe ich vor vielen Jahren den Spruch gelesen: "Aufgewärmte Liebe? Nein danke!" Fehler machen wir alle - aber wiederholte Fehler zeugen nur von Dummheit. Die stirbt nicht einmal nach der Hoffnung.

"Wer bei sich selber nicht zuhause ist, ist nirgendwo zuhause", heißt es in einem sehr klugen Lied und nur wer auch dieses Zuhause hat, kann glücklich werden. Ich helfe gern bei der Suche nach diesem Zuhause, aber wer nicht aufhört, sich selbst zu belügen, der belügt auch andere. Wenn er auch mich belügt, ist Schicht im Schacht, und zwar Nachtschicht.

Als Kind war ich schüchtern, bis meine Oma sagte: "So betrügst du andere um dich und das ist ein schlimmes Verbrechen." Diesen Augenblick in ihrer Küche habe ich nie wieder vergessen. Von da an mochte ich die Frechen, die Mutigen, die ein wenig Verrückten, Menschen, die anderen nicht nach dem Mund reden und nicht nach oben kriechen wollen, bis sie ihr Rückgrat nicht mehr finden.

Mir geht auch all der sozialpädagogische, psychologische und erziehungswissenschaftliche Scheiß mächtig auf die Nerven. Sozialpädagogen, Psychologen und Erziehungswissenschafter bestehen meistens auch nicht die Probe aufs Exempel - man muss sich nur ihre Kinder anschauen, dann weiß man es. Wenn sie dann auch noch mit Tipps für das Sexualleben daherkommen, wird es vollends lächerlich. Ich will einfach nur küssen, streicheln und ficken wie ich vorher noch keine Frau geküsst, gestreichelt und gefickt habe. Wenn ich dafür in der Hölle landen sollte, dann weiß ich wenigstens, dass es im Himmel nur Langweiler geben kann...Oder Leute, die im Fernsehen so viele Wiederholungen gesehen haben, dass sie auch sonst alles nur wiederholen. Solche Leute glauben auch an Glückskekse und gehen so dem Glück auf den Keks.

Freitag, 15. Mai 2015

Liebe Erklärungen

Brauchen keine Ratgeber

Manche legen sich Sprüche zurecht, wenn sie als Mann einer Frau oder als Frau einem Mann etwas sagen wollen, was Aufmerksamkeit erregt. Für Aufmerksamkeitserreger soll es sogar Experten geben. Die schreiben Ratgeber, die den Beratenen ratlos machen. Oder die Befürchtung wecken, jemand könnte antworten: "Nun komm mir nicht mit dem Quatsch aus der XY-Zeitschrift. Also, verpiss dich und versuch es bei Leuten, die weniger belesen sind als ich." Das wäre dann besonders dumm gelaufen.

Spontan ist immer besser - und so mancher Satz aus ersten Begegnungen bleibt deshalb unvergesslich.

Beispiel 1

Eine Frau kommt in die Kneipe, setzt sich neben mich, was ich gar nicht bemerke, weil ich in eine Zeitung vertieft bin. Das wurmt sie so sehr, dass sie mich fragt: "Kannst du eigentlich noch etwas anderes als Zeitung lesen?" Bei meiner Antwort fällt dem Wirt das Bierglas aus der Hand. "Kann ich. Aber nicht hier." "Aber nicht hier" haben wir später in unsere Trauringe gravieren lassen.

Beispiel 2

Sie sitzt auf der Couch, sieht mich an und fragt: "Jeden Abend um 22.40 Uhr warte ich bei Facebook, ob du dich noch meldest. Ist das nicht blöd?" Was für eine Liebeserklärung!

Beispiel 3

Eine Frau steht neben mir in einem Bus. Sie fragt: "Muss ich dir erst die Sicht versperren, damit du mich bemerkst?" Ich antworte: "Nur wenn du dich auf meinen Schoß setzt." Das hat sie sich nicht zweimal sagen lassen.

Merke: Sag, was du denkst!



Sonntag, 3. Mai 2015

Ein lieber Text

Für S.

Wie oft haben wir schon mit anderen am Ufer glitzernder Seen gesessen, haben Steine über die Wasseroberfläche geworfen, die aufsprangen vor Lust, weiterhüpften, um auf den anderen zu warten für eine zärtliche Berührung, die schwerelos wurden, wenn wir an nichts anderes dachten als an uns, bis die Steine müde wurden und versanken auf dem Grund des Alltags. Wir saßen immer noch mit anderen am Ufer glitzernder Seen, doch die Steine fanden wir nicht mehr.

Nun sitzen wir am Ufer eines glitzernden Sees, werfen Steine über die Wasseroberfläche, die noch weiter springen vor Lust, noch weiter hüpfen, um auf den anderen noch länger zu warten für eine noch zärtlichere Berührung, die nicht nur schwerelos werden, wenn wir an nichts anderes denken als an uns. Wir sitzen nicht nur am Ufer eines glitzernden Sees, wir sind Hand in Hand hineingegangen, das Wasser ist warm, die Steine hüpfen im Kreis und tanzen mit uns.