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Es werden Posts vom Mai, 2015 angezeigt.

Erotischer Zwischenruf

"Die treibende Kraft - Was Sex und Macht verbindet" im Magazin "Cicero"

Ich kann mir nicht helfen: Wenn sich Medien mit Sex beschäftigen, kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Erheiternd finde ich deswegen auch die Juni-Ausgabe des Magazins "Cicero". Titelthema: "Die treibende Kraft-Was Sex und Macht verbindet". Chefredakteur Christoph Schwennicke versichert auf Seite 3, dass "Christine Eichel, Buchautorin und lange Jahre Ressortleiterin bei Cicero" sofort "Feuer und Flamme" gewesen sei, als man sie fragte, "ob sie das Thema reizen" könne. Von dieser Redakteurin möchte ich keinen Artikel über ein Thema lesen, das sie nicht reizt...

Ihre lustlosen Betrachtungen beginnt sie mit dem griechischen Finanzminister, der angeblich nicht nur arm, sondern auch sexy ist. Und warum? Weil er auf einem Motorrad posiert, bei Staatsbesuchen eine schwarze Lederjacke trägt und auch schon einmal den Stinkefinger zeigt. Anschließe…

Die Homo-Ehe

Und die (katholische) Menschheit

"Ich bin sehr traurig über dieses Ergebnis", sagt Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin zur Volksabstimmung in Irland über die Homo-Ehe. Muss ich deswegen ebenfalls traurig sein? Die Bevölkerung des Landes ist überwiegend katholisch und sei mit der Entscheidung vom "wahren Glauben" abgefallen. Muss ich das ebenfalls für wahr halten und auch noch glauben? Wenn Pietro Parolin dann auch noch von einer "Niederlage für die Menschheit" spricht, reagiert er so ähnlich wie Fans von Borussia Dortmund auf einen Sieg von Schalke 04.

Auch die daraus resultierende Ankündigung klingt so ähnlich. Während Fans von Borussia Dortmund stets versuchen, aus Schalke-Fans BVB-Fans zu machen (und umgekehrt), will der Kardinal-Staatssekretär mit einer stärkeren Verpflichtung der katholischen Kirche zur Evangelisierung reagieren. Was im katholischen Sinne in Irland nicht mehr klappt, soll zukünftig woanders klappen - und was soll eine stärkere Evang…

Das Gebüsch-Gerücht (XXI)

Wollen Gerichte unsere Gedanken in andere Richtung lenken?

4. Mai 2015. Die Klage des Wilhelmshavener Unternehmer-Ehepaares Karin und Tom Nietiedt gegen mich wegen meiner Beiträge über das "Gebüsch-Gerücht" schlummert immer noch in einer Akte des Oldenburger Landgerichtes. Prozesskostenhilfe soll mir nicht gewährt werden, hat das Landgericht entschieden. Dagegen legte mein Anwalt Beschwerde beim Oldenburger Oberlandesgericht ein. Mit Beschluss vom 24. April 2015 wurde unsere Beschwerde abgelehnt.

In der Begründung schrieben die drei Richter: "Zwar hat der Beklagte die Formulierungen ´Ehebruch´ und ´krankenhausreif geschlagen´ nicht wörtlich benutzt...Auch wenn der Beklagte die von ihm verbreiteten Tatsachen als Gerüchte bezeichnet hat, hat das Landgericht zutreffend darauf hingewiesen, dass ein Mindestbestand an Beweistatsachen, die für den Wahrheitsgehalt der Information sprechen und ihr damit ´Öffentlichkeitswert´ verleihen, nicht ersichtlich ist. Der Beklagte hat...die…

Kraftquellen

Dem Glück nicht auf den Keks gehen

"Woher nimmst du eigentlich die Kraft?", hat mich kürzlich ein Bekannter gefragt. Meine Antwort lautete: "Ich bin ein Stehaufmännchen." Vor längerer Zeit fand eine Bekannte diese Erklärung: "Du bist wie eine Katze mit sieben Leben." Und meine erste Frau schenkte mir nach der Scheidung diesen Spruch: "Die meisten füllen ihr Leben mit Tagen. Du füllst jeden Tag mit Leben."

Eigentlich müsste ich schon lange fix und fertig sein. Meine Sekten-Bücher brachten mir wüste Verleumdungen der Neuapostolischen Kirche ein, fast jedes Sachbuch wurde mit Klagen überhäuft, die Staatsanwaltschaft von Hannover verschleppte erst ein Ermittlungsverfahren und vergaß es dann völlig und hätte es für immer vergessen, wenn ich nicht darauf bestanden hätte, dass man mir den Prozess macht, der mit einem Freispruch endete, bis dahin hatte ich drei Jobs verloren. Doch man konnte mich nicht fertig machen. Und warum nicht?

Weil mich Verleumder, …

Liebe Erklärungen

Brauchen keine Ratgeber

Manche legen sich Sprüche zurecht, wenn sie als Mann einer Frau oder als Frau einem Mann etwas sagen wollen, was Aufmerksamkeit erregt. Für Aufmerksamkeitserreger soll es sogar Experten geben. Die schreiben Ratgeber, die den Beratenen ratlos machen. Oder die Befürchtung wecken, jemand könnte antworten: "Nun komm mir nicht mit dem Quatsch aus der XY-Zeitschrift. Also, verpiss dich und versuch es bei Leuten, die weniger belesen sind als ich." Das wäre dann besonders dumm gelaufen.

Spontan ist immer besser - und so mancher Satz aus ersten Begegnungen bleibt deshalb unvergesslich.

Beispiel 1

Eine Frau kommt in die Kneipe, setzt sich neben mich, was ich gar nicht bemerke, weil ich in eine Zeitung vertieft bin. Das wurmt sie so sehr, dass sie mich fragt: "Kannst du eigentlich noch etwas anderes als Zeitung lesen?" Bei meiner Antwort fällt dem Wirt das Bierglas aus der Hand. "Kann ich. Aber nicht hier." "Aber nicht hier" haben w…

Ein lieber Text

Für S.

Wie oft haben wir schon mit anderen am Ufer glitzernder Seen gesessen, haben Steine über die Wasseroberfläche geworfen, die aufsprangen vor Lust, weiterhüpften, um auf den anderen zu warten für eine zärtliche Berührung, die schwerelos wurden, wenn wir an nichts anderes dachten als an uns, bis die Steine müde wurden und versanken auf dem Grund des Alltags. Wir saßen immer noch mit anderen am Ufer glitzernder Seen, doch die Steine fanden wir nicht mehr.

Nun sitzen wir am Ufer eines glitzernden Sees, werfen Steine über die Wasseroberfläche, die noch weiter springen vor Lust, noch weiter hüpfen, um auf den anderen noch länger zu warten für eine noch zärtlichere Berührung, die nicht nur schwerelos werden, wenn wir an nichts anderes denken als an uns. Wir sitzen nicht nur am Ufer eines glitzernden Sees, wir sind Hand in Hand hineingegangen, das Wasser ist warm, die Steine hüpfen im Kreis und tanzen mit uns.