Mittwoch, 25. Februar 2015

Nazi-Verbrechen

"Die letzten Monate und Wochen des Zweiten Weltkriegs bergen in den Augen von Rechtshistorikern wie Peter Lutz Kalmbach noch viele schreckliche Geheimnisse. Der Lehrbeauftragte der Universität Bremen und Rechtsanwalt beschäftigt sich nach eigenen Angaben intensiv mit Standgerichten, ihrem Vorgehen, ihren Urteilen und ihren Opfern."

Steht heute in der "Wilhelmshavener Zeitung". Hier klicken

Die Geschichte, die ich nun erzähle, hat mein Vater fast 40 Jahre für sich behalten. Er erzählte sie mir, als er bei mir in Hannover zu Besuch war. Der Hauptbahnhof hatte seine Erinnerungen wieder lebendig werden lassen.

Mein Vater wurde am 11. Juni 1925 im Wilhelmshavener Stadtteil Heppens geboren. Seine Mutter war eine entschiedene Gegnerin der Nazis, sie verweigerte den Hitler-Gruß mit der Begründung: "Den könnt ihr allein heilen." Als mein Vater zur Hitler-Jugend sollte, verhinderte sie das mit immer neuen Ausreden, dass mein Vater in jungen Jahren Soldat werden musste, konnte sie dagegen nicht verhindern. Doch in den Niederlanden schien die Front weit weg zu sein.

Im Mai 1944 bekamen mein Vater und ein Freund von ihm für ein paar Tage Heimaturlaub. Sie schlugen sich bis nach Wilhelmshaven durch und kamen zuhause an, als sie schon längst wieder bei ihrer Einheit hätten sein sollen. Das Wiedersehen mit der Familie war also nur kurz. Weiter als bis nach Hannover kamen sie aber erst einmal nicht. Sie verbrachten Tage und Nächte in einem Bunker unter dem Hauptbahnhof von Hannover. Dann fuhr ein Versorgungszug der Wehrmacht in die Niederlande, mein Vater und sein Freund sprangen in den letzten Waggon. Bombenangriffe verzögerten die Fahrt, der Zug musste immer wieder anhalten. Hunger und Durst wurden immer quälender, bis sich die beiden über die Konserven hermachten.

Schließlich waren mein Vater und sein Freund satt, Hunger und Durst wichen der Angst vor den Folgen. Kurzentschlossen koppelten sie den Waggon ab und hofften, dass deswegen niemand hinter ihr Geheimnis käme. Sie täuschten sich. Kaum waren sie bei ihrer Einheit, wurden sie wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Das Urteil sollte am nächsten Morgen vollstreckt werden. In getrennten Zellen bangten mein Vater und sein Freund um ihr Leben.

Die Sonne ging auf. Mein Vater hörte Schritte im Gang. Doch sie kamen nicht zu ihm, sie holten seinen Freund aus der Zelle. Stille. Stundenlang. Die Einheit meines Vaters hatte einen Marschbefehl bekommen. 6. Juni 1944, die Amerikaner waren in der Normandie gelandet. Sie hatten sein Leben gerettet. Mein Vater befreite sich aus seiner Zelle und machte sich auf die Suche nach deutschen Soldaten, in Frankreich erlebte er ein Abenteuer nach dem anderen, das Chaos war groß. Er schloss sich einer versprengten Einheit an und geriet in Gefangenschaft, die für meinen Vater aber nicht lange dauerte.

Kaum war der Krieg zu Ende, wurde sein Name bei einem Appell aufgerufen. Ein jüdischer Kaufmann aus Wilhelmshaven habe sich für seine Freilassung eingesetzt, er dürfe sofort nach Hause.   

Montag, 16. Februar 2015

Gemeine Presse

Gönnt mir keinen Facebook-Spaß

Seit 40 Jahren gibt es in Hannover eine Lokal-Ausgabe der "Bild"-Zeitung. Der Madsack-Konzern hält sich deswegen auch eine Boulevard-Zeitung, die von guten Schlagzeilen allerdings nichts hält. Daher heißt dieses Blatt auch nicht "Gute Presse", sondern "Neue Presse". Der Volksmund nennt sie die "grüne Bild-Zeitung", weil Grün die bevorzugte Farbe dieser Zeitung ist.

Bei Facebook bevorzugt die "Neue Presse" dumme Fragen. Die zu dummen Meldungen passen. Meinen jedenfalls einige Kommentatorinnen und Kommentatoren. Beispielsweise bei der kürzlich verbreiteten Meldung, der Hund von Altkanzler Gerhard Schröder sei in der Südstadt von Hannover gebissen worden. Kaum steht diese Nachricht im Facebook, versieht sie ein Hannoveraner mit einem Foto von einem leeren Bus und versichert: "Das sind die Leute, die sich dafür interessieren."

Ich gestehe: Auch ich habe schon gelästert. Macht man natürlich nicht. Man macht sich über die "Neue Presse" Gedanken, zu denen die Redaktion nicht in der Lage ist. Nach einer Niederlage von Hannover 96, über einen Dieb, der in einem Luxusauto vorfährt, oder über fünf Mieter aus Linden, die sich nach einem Kellerbrand eine Rauchvergiftung teilen, weil es für fünf Rauchvergiftungen wohl nicht gereicht hat.

Da man nicht lästert, kann ich nun auf den Facebook-Seiten der "Neuen Presse" keine Kommentare mehr abgeben. Das erschüttert mich sehr.

Samstag, 7. Februar 2015

Im Namen des Papstes

Wieder Schläge für Kinder?

"Kann man Kinder mit Würde schlagen?", fragt heute die "Bild"-Zeitung auf der Titelseite und auf Seite 8. Angeblich diskutiert Deutschland über diese Begebenheit in der Audienz-Halle des Vatikan. Papst Franziskus berichtet über einen Vater, der seine Kinder schlägt, "aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen". Kommentar des Papstes: "Wie schön! Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter."

Diese Sätze darf man sich nicht auf der Zunge zergehen lassen, der Brechreiz setzt schon vorher ein. Das Oberhaupt einer Kirche, die viele Jahre "Schläge im Namen des Herrn" in ihren Kinderheimen gut gefunden hat, scheint aus dieser Vergangenheit nichts gelernt zu haben und ermutigt alle, die sich um Kinder kümmern, hin und wieder zuzulangen. Aber bitte nicht das Gesicht treffen. Das wäre nicht schön.

Wer Kinder schlägt, trifft nicht nur den Körper der Kleinen, sondern auch ihre Seele. Die Seele wird nie wieder heil. Doch nicht nur das. Die Äußerung des Papstes ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Dort sind die körperliche Unversehrtheit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit verankert. Die Verfassungsväter haben noch gewusst, dass Gewalt und Würde nicht vereinbar sind. Die Würde auch von Kindern steht unter dem Schutz des Staates, zwischen katholischen und nichtkatholischen Kindern wird nicht unterschieden.

Die Gefahr besteht: Der Papst öffnet in einer Welt, die von Kriegen und Krisen geschüttelt wird, weitere Dämme für Gewalt. In der katholischen Kirche gilt er als oberste Autorität, nach der sich viele Katholikinnen und Katholiken richten. Richten sich Erzieherinnen und Erzieher in katholischen Kinderheimen nach den oben zitierten Sätzen, wird die Vergangenheit wieder lebendig. Deshalb fordere ich in einer Petition die Schließung aller katholischen Kinderheime, bis sich die katholische Kirche in Deutschland eindeutig von dieser Äußerung des Papstes distanziert hat.

Kirchliche Einrichtungen werden übrigens nicht nur von den Kirchen finanziert, das meiste Geld kommt aus anderen Quellen.

Der Klick zur Petition

Sonntag, 1. Februar 2015

Herr Richter

Wir wissen wo dein Auto steht?

23. Januar 2015. Deswegen ist ihm sein Juristen-Herz doch noch in die Hose gerutscht? Ein Polizeibeamter aus Wilhelmshaven, der sich bei der Durchsuchung meiner Wohnung einen falschen Namen gegeben hat, klagte vor dem Wilhelmshavener Amtsgericht auch gegen den Inhalt meiner Broschüre "Lügen haben Jugendamts-Beine". Erst erklärte der Richter sein Gericht für nicht zuständig, dann teilte er meinem Anwalt mit, dass er die Klage für unbegründet halte, gewährte mir Prozesskostenhilfe und war doch zuständig, schließlich gewann dieser Polizeibeamte den Prozess, der am 10. Dezember 2014 stattfand.

Der Link zu meiner verbotenen Broschüre

30. Januar 2015 Es kann auch anders laufen
Nichts Strafbares in der Broschüre
Verhandlung dauert fünf Minuten

1. Februar 2015 Verfahren eingestellt
"Lügen haben Jugendamts-Beine" bei Amazon auf dem Weg nach oben
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