Montag, 28. Juli 2014

Mit den Frauen

Kamen die Pornos

Sie sitzt in der Badewanne, blättert in einem Büchlein mit grünlichem Umschlag und scheint von der Erzählung fasziniert zu sein. Dann steigt sie aus der Wanne, hüllt sich ein in ein gelbes Badetuch und geht an mir vorbei ins Schlafzimmer. Das Büchlein liegt auf dem Badewannenrand. Ich schlage das Büchlein auf. Ein Mann erzählt in einem Porno, wie er in einer Nacht eine Mutter und ihre beiden Töchter vernascht. Wer wann zu ihm kommt, weiß er nicht. Im Zimmer ist es stockdunkel. Stockdunkel ist es auch, als sie mich fragt, ob ich sie bei absoluter Dunkelheit von einer anderen Frau unterscheiden könnte, wenn sie mit mir schläft. Ich bin ganz sicher. Sie bestreitet das.

Pornos können also durchaus zu Diskussionen im Schlafzimmer führen. Irgendwann versichert sie mir sogar noch, dass Pornos aus dem Beate-Uhse-Verlag besser seien als andere. Was sie so alles weiß! Ich dagegen weiß noch nicht einmal, was ich von den immer wieder aufflammenden Diskussionen halten soll. Erneut diskutieren Feministinnen mit Studentinnen, die ihr Studium als Pornodarstellerinnen finanzieren. Dieses Geschäft sei brutal, sagen die Feministinnen, deshalb sei ein Lotterbett kein akzeptabler Arbeitsplatz. Da es auch woanders durchaus brutal zugehen kann, gibt es dieser Logik zufolge kaum einen akzeptablen Arbeitsplatz. Die Porno-Studentinnen entgegnen, dass ihnen der Job Spaß mache. Das sei ehrliche Arbeit. Man kann offenbar alles übertreiben.

Eine andere Frau hat beim Auszug bei mir ihre Porno-Sammlung vergessen. Den Film "Waldemar, der Kuckuckskleber" hätte ich beinahe Gästen gezeigt. Der Titel klang nach Komödie. Als dieser Waldemar aber an einer Wohnungstür klingelte und von einer Frau nackt empfangen wurde, schlugen meine Gäste Videorecorder ausschalten und ein Gesellschaftsspiel machen vor. Als meine Gäste wieder weg waren, vernichtete ich diese Porno-Sammlung.

Eine dritte Frau klingelte eines Abends bei mir. Sie wurde von einer Freundin begleitet. Sie wollten mir mir in ein Porno-Kino gehen. Kaum hatte ich zugestimmt, nahmen sie von diesem Vorhaben wieder Abstand. Wir sahen uns in einem Kino einen Katastrophenfilm an, der - wenn ich mich recht erinnere - "Das Erdbeben" hieß. Laut Kinowerbung wurde der Kinosaal während der Vorführung so durchgeschüttelt, als bebe die Erde wirklich. Ein Pornofilm hätte auch nicht langweiliger sein können.

Pornos können durchaus Spaß machen. Wenn beispielsweise ein Arbeitskollege in einem Lokal so lange nervt, bis man mit ihm endlich in eine Peepshow geht. Ich habe ihn nach zehn Minuten namentlich ausrufen lassen. Rot ist nicht nur an Kabinenwänden, sondern auch im Gesicht eines Arbeitskollegen eine attraktive Farbe.

Berichtet habe ich von vier Frauen und von einem Mann. Wenn es um Pornos lesen oder gucken geht, scheint dieses Verhältnis der Realität zu entsprechen. Außerdem kenne ich keinen Mann, der sich über die Handlung eines Pornofilms beschwert, Frauen jedoch machen das.





Freitag, 25. Juli 2014

Der Ehemalige

Will allerdings nicht mehr der richtige Bundespräsident sein

Wulff hat bei Illner bewiesen, dass einer der größten im deutschen Journalismus früh Recht hatte: Frank Schirrmacher, der kürzlich verstorbene Herausgeber der „FAZ“. Schirrmacher hatte vor 953 Tagen geschrieben, was sich an diesem Abend wieder gezeigt hat: „...dass Christian Wulff nicht verstanden hat, dass es ausschließlich darauf ankommt, wie er mit der Affäre umgeht, also: wie er redet, ist bizarr.“

Dieses Fazit zieht "Bild online"

Das begann schon mit dem Satz "Ich wäre auch heute der richtige im Amt“, den er bei Maybrit Illner ob seines fragwürdigen Inhalts gleich anfangs zurücknehmen musste. „Das hätte ich nicht sagen sollen“ gestand er der Moderatorin. Aber warum hat er es denn gesagt? Dieser Fehler wie sein Auftreten insgesamt deuteten an, wie verbittert und verwundet Christian Wulff sein muss. Immer wieder verwies er auf das, was er in seinem Buch geschrieben habe, immer wieder versuchte er an Details nachzuweisen, wie sehr ihm Unrecht geschehen sei. „Wenn alle über mich schreiben, dann möchte ich mich als Mensch darstellen.“

Meint die "Frankfurter Rundschau" online

"Saudumm" sei vor allem seine ominöse Mailbox-Ansage an BILD-Chef Diekmann (Stichwort "Krieg") gewesen. Aber sein zuvor so harmonisches Verhältnis zu diesem, dokumentiert durch sehr nette Briefwechsel, müsse man eben auch verstehen, schon wegen der "supertollen" Fotos, die er von ihm bekommen habe.
Es war eine von ein paar kleinen, aber aufschlussreichen Szenen, die erahnen ließen, dass es nicht nur nicht leicht ist, Christian Wulff zu sein, sondern auch, ihm durchgängig mit solch kaum gebremstem Wohlwollen zu assistieren, wie es hier seitens Prantls und Vollmers geschah. Ob man denn unbedingt "supertoll" sagen müsse, fragte Letztere mit sanftem Tadel, während Prantl die Kriegsrhetorik monierte.

Schreibt Spiegel online

Doch bei seinem ersten Fernsehauftritt nach seinem Rücktritt Anfang 2012 wurde deutlich, was (bei aller berechtigter Medienkritik) in der Affäre aus Wulffs Sicht so gründlich schief gelaufen war: Ihm fehlte damals schon die Fähigkeit, auch mit Vorwürfen souverän umzugehen. Und so ist es auch jetzt noch.

Steht online in der Huffington Post

Und 2,6 Millionen haben gestern Abend zugeschaut. Schon nach wenigen Minuten schrumpfte Christian Wulff die Bühne, die ihm vom ZDF geboten wurde. Die Behauptung, dass er immer noch der richtige Bundespräsident wäre, wollte er nicht wiederholen. Dieser Satz sei ein Fehler gewesen. Was Antje Vollmers als ehemalige Grünen-Politikerin allerdings nicht fand, die Gelegenheit, dem ehemaligen Bundespräsidenten einen mitzugeben, fand sie allerdings günstig: "Gerhard Schröder war ein ganz anderes Alpha-Tier. Dem haben die vielen Frauen nicht geschadet." Dann rückten die grüne Spießerin und der CDU-Spießer allerdings wieder zusammen. Sonst wäre wohl auch noch die Wulff-These, mit Patchwork-Familie, Islam-These und bunter Republik habe er einige Medien provoziert, ins Wanken geraten. Diese These ist von ihm bis heute auch nicht stichhaltig untermauert worden.

Wenn man diesem ehemaligen Bundes- und ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten zuhört, dann beschleicht zumindest mich immer das Gefühl, dass dieser Mann gewisse Leute für Lichtgestalten gehalten hat, die auch ihm Glanz verleihen. Selber funkeln kann er wohl nicht. Als Profi hätte er eigentlich wissen müssen, dass in der Politik und in den Medien die Zahl der Zyniker und Machtbesessenen groß ist. Aber auch die stören sich schon längst nicht mehr öffentlich an Homosexuellen in Führungspositionen - aber an Patchworkfamilien, an jungen Leuten im Schloss Bellevue, an einem Tattoo? Überträgt Wulff da etwa eigene Vorurteile und schiebt sie anderen in die Schuhe?

Die seltsame Freude vieler Medien daran, im Fall Wulff jeden Stein umzukehren, könnte damit etwas zu tun haben, dass man ihm unbedingt die Maske des toleranten Weltbürgers vom Gesicht reißen wollte. Wäre das so, würde das niemand zugeben. Obwohl die Vermutung ziemlich nahe liegt, denn eine solche Hetzjagd sucht ihresgleichen. Spielt gegenseitige Enttäuschung eine Rolle?

Wulff und die anderen müssen auf der Suche nach irgend etwas gewesen sein. Was sie nicht gefunden haben. Sonst hätte die Frage nach einem Hauskauf nicht solche Folgen haben können. Schon als niedersächsischer Ministerpräsident hätte es für ihn ein Leichtes sein müssen, die Fakten auf den Tisch zu legen. Schämte er sich etwa dafür, dass er sich von einer Frau Geld geliehen hatte, weil für ihn eine andere Frau sehr teuer geworden ist? 

Zu kurz gekommen ist gestern Abend die Tollwütigkeit der Staatsanwaltschaft von Hannover. Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung" sprach von einem "Justizskandal" und zollte Wulff Respekt dafür, dass er sich auf einen Deal nicht eingelassen hatte. Das hätte auch schief gehen können, deutete Prantl an. Da wüsste man gern mehr...

Ich habe inzwischen Heribert Prantl auf mein blog staatsanwaltschafthannover.blogspot.com hingewiesen.  




Donnerstag, 24. Juli 2014

25 Jahre Fall der Mauer

Wie wird dieses große Ereignis gefeiert?

24. Juni 2014. Nach der Neuauflage meiner Broschüre "Ein anderer deutscher Herbst" habe ich die Bundesregierung, die Partnerstädte Leipzig und Hannover gefragt, wie "25 Jahre Fall der Mauer" gefeiert werden.

Die erste Antwort habe ich am 24. Juni 2014 aus Leipzig bekommen. Sie lautet:

Anlässlich des 25. Jahrestages der Friedlichen Revolution werden in Leipzig große Feierlichkeiten stattfinden. Zentrale Veranstaltungshöhepunkte sind in diesem Jahr der Festakt mit der Rede zur Demokratie im Gewandhaus, das Friedensgebet in der Nikolaikirche sowie das Lichtfest welches sich 2014 erstmalig – entlang der historischen Demonstrationsroute – über den gesamten Innenstadtring erstreckt. Bundespräsident Joachim Gauck und die vier Staatspräsidenten der Republik Tschechien, der Republik Slowakei, der Republik Ungarn und der Republik Polen reisen an. Zudem werden erwartet: Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler sowie viele weitere hochrangige Repräsentanten des gesellschaftlichen Lebens, Zeitzeugen und Bürgerrechtler.
Anbei sende ich Ihnen einige Links. Diese führen zu vielen weiteren Informationen und veranschaulichen die Dimensionen der diesjährigen Feierlichkeiten ganz wunderbar.

•        http://www.lichtfest.leipziger-freiheit.de
•        www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/unsere-stadt/herbst-89/ (hier finden Sie in Kürze auch das vollständige Programmheft zum Herbst '89 zum Download)
•        www.herbst89.de
•        http://www.lvz-online.de/leipzig/citynews/25-jahre-friedliche-revolution--leipzig-feiert-lichtfest-mit-bundespraesident/r-citynews-a-243704.html

Herzliche Grüße
Im Auftrag
Kathleen Fritsch
PR-Referentin


14. Juli 2014. Der Kultusminister Sachsen-Anhalts, Stephan Dorgerloh, und die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt haben die Schulen in den beiden Ländern ermuntert, sich intensiv mit der friedlichen Revolution und dem Mauerfall zu beschäftigen. Dass sich Schulen aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zu einem gemeinsamen Projekttag an der einstigen Grenzübergangsstelle in Marienborn treffen, sei ein sichtbares und wichtiges Zeichen, sagten sie am 14. Juli bei der Eröffnung des Projekttages in der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn.

Die Beschäftigung mit dem Leben in den beiden deutschen Staaten sei auch kein ostdeutsches Spezialthema: „Das geht uns alle an. Deshalb bleibt es auch nicht nur im 25. Jubiläumsjahr des Mauerfalls wichtig, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler jetzt und in Zukunft damit befassen und wissen, was in dieser Zeit vor sich ging." „Der Mauerfall ist eines der größten friedlichen europäischen und weltpolitischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts gewesen, dessen Bedeutung nicht aus dem Bewusstsein schwinden darf", sagte Frauke Heiligenstadt. „Das, was die friedlichen Revolutionäre in der DDR und anderen Ländern des Ostblocks damals wollten, wofür sie auf die Straßen gingen, wofür sie kämpften, ist heute Wirklichkeit. Der Ruf des Jahres 1989 ‚Wir sind ein Volk', hatte Erfolg! Heute ist unser Land wiedervereinigt, die Menschen leben in Sicherheit und Wohlstand. Oder um es mit den Worten von Willy Brandt zu sagen: Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört."

„Mit ihrem Mut haben die Menschen in der DDR bewiesen, dass sich eine Gesellschaft verändern lässt und sich der Einsatz für Demokratie lohnt", erklärte Stephan Dorgerloh. Diese Lehre gelte es auch für die Zukunft zu bewahren. „Ich habe am eigenen Leib erfahren, was die Teilung bedeutete", so der Kultusminister weiter. Denn in der DDR fehlte nicht nur die Reisefreiheit, es mangelte auch an Entwicklungsmöglichkeiten, um etwa die Studienrichtung und Berufswahl selbst bestimmen zu können. „Als Mitglied der evangelischen Kirche habe ich selbst erlebt, was es bedeutete, wenn man in einer Diktatur lebt und zu denen gehört, die nicht ins Idealbild des herrschenden Regimes passen." Gerade weil die heutigen Schülerinnen und Schüler das nur noch aus Erzählungen und den Geschichtsbüchern kennten, müsse die Erinnerung daran wach gehalten werden. Der Besuch an einem der authentischen Orte der Teilung biete den jungen Menschen dazu einen Einblick in die deutsche Vergangenheit.

An dem Projekttag nahmen insgesamt mehr als 200 Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen teil. Die Jugendlichen setzten sich in kleineren Gruppen und an verschiedenen Stationen mit der Bedeutung des Jahres 1989 auseinander. Begleitet wurden sie dabei von Schülerlotsen. Zudem gab es eine Diskussionsrunde zum Thema „Was bedeutet das Jahr 1989 und der Mauerfall für mich heute?".

Hintergrund: Gedenkstätte "Deutsche Teilung Marienborn"

Der Grenzübergang Marienborn ist am 1. Juli 1945 als Alliierte Kontrollstelle eröffnet worden. Er entwickelte sich im Verlauf des Kalten Krieges zur größten Grenzübergangsstelle an der innerdeutschen Grenze. Seit Oktober 1990 stehen die ehemaligen Grenzabfertigungsanlagen der DDR zwischen Marienborn und Helmstedt unter Denkmalschutz. Am 13. August 1996 wurde auf einem Teil des Geländes der ehemaligen Grenzübergangsstelle die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn mit den alten Kontrollanlagen und dem Stabsgebäude vom Land Sachsen-Anhalt eröffnet. Im Besucherzentrum informieren eine Dauerausstellung unter dem Titel „Die Grenzübergangsstelle Marienborn: Bollwerk, Nadelöhr, Seismograph" sowie zwei Filme über die historischen Zusammenhänge. Seit Dezember 2011 trägt die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn das Europäische Kulturerbe-Siegel der Europäischen Union.

Bundeskanzleramt: "Abwanderung aus dem Osten gestoppt"

Berlin - 15. Juli 2014 (tj). "Die Lebenszufriedenheit der Menschen in Ost- und Westdeutschland hat sich - soweit statistisch messbar - stark angeglichen, die Abwanderung aus dem Osten konnte im letzten Jahr gestoppt werden", antwortet Dr. Frank Scharr, im Bundeskanzleramt Referatsleiter "Koordinierung in Angelegenheiten neue Länder; Demografischer Wandel", im Namen der Bundeskanzlerin. Die "innere Einheit Deutschlands" sei "erfreulich weit vorangekommen, auch wenn es immer noch regionale Unterschiede  und Besonderheiten" gebe: "Diese sind aber auch zwischen den Bundesländern im Norden, Süden und Westen vorhanden und prägen im positiven Sinne die Vielfalt unseres Landes."

Und wie feiert die Bundesregierung "25 Jahre Mauerfall"? "In verschiedenen Formen", schreibt das Bundeskanzleramt, so werde sich die Bundesregierung am 9. November an einer zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin beteiligen.









Bejahende Antwort

Hannover - 24. Juli 2014 (tj). Die Antwort aus dem Rathaus von Hannover - ich erspare mir jeden Kommentar: "Gerne beantworte ich auf diesem Wege Ihr Schreiben. Mit dem 25. Jahrestag finden in Hannover in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit statt. Veranstalter ist die Staatskanzlei des Landes Niedersachsen. Ein wesentlicher Teil dieser Feierlichkeiten wird auch die Demokratievermittlung im historischen Kontext ausmachen. Auch der inhaltliche Beitrag der Landeshauptstadt Hannover wird soweit möglich dem 25. Jahrestag des Mauerfalls Rechnung tragen.

Darüber hinaus wird der Oberbürgermeister mit einer kleinen Delegation an den Feierlichkeiten zum Mauerfall in Leipzig teilnehmen und somit die enge Partnerschaft zwischen Hannover und Leipzig unterstreichen.Was letztlich auch Ihre Frage, ob zusammengewachsen ist, was zusammen gehört, an dieser Stelle bejahend beantwortet.

Für die Übersendung Ihrer aktuellen Broschüre bedanke ich mich. Ich werde diese an den für die Planungen rund um den Tag der deutschen Einheit verantwortlichen Mitarbeiter weiterleiten, so dass hier ggf. Anregungen aufgenommen werden können."

Mittwoch, 23. Juli 2014

Liebes 1 und 1

Sperrt meinen Anschluss bitte nicht

Stimmt, was Sie mir heute schreiben. Sie haben mich vor einigen Tagen auf einen Zahlungsverzug hingewiesen. Nun berechnen Sie mir auch noch Mahngebühren. In Ordnung. Aber sperren Sie bitte meinen Internet-Zugang nicht. Haben Sie bitte noch ein paar Tage Geduld. Ich muss diese Geduld auch haben.

Denn auch bei mir sind einige in Zahlungsverzug. Dazu gehört die Staatsanwaltschaft von Oldenburg, die mich nach Strafanträgen von zwei Wilhelmshavener Ratsherren verurteilen lassen wollte. Doch das Landgericht von Oldenburg hat mich am 3. Juni 2014 frei gesprochen. In dem rechtskräftigen Urteil steht, dass ich meine Auslagen ersetzt bekomme. Doch das Geld ist trotz mehrfacher Erinnerung immer noch nicht auf meinem Konto. Deshalb krebse ich finanziell seit einigen Wochen nur noch vor mich hin.

Dann gibt es noch eine Frau, der ich Geld geliehen habe. Das ist über ein Jahr her. Auf meine Bitte, ihre Schuld doch endlich zu begleichen - auch mit Raten wäre ich einverstanden gewesen - reagiert sie einfach nicht. Gelernt habe ich daraus: Ich leihe nie wieder jemandem Geld.

Seit Jahren berate ich ehrenamtlich Opfer von Jugendämtern und von Familiengerichten, ich habe mich um die Sorgen von ehemaligen Heimkindern gekümmert, die Auseinandersetzung mit einer Schwindel-Therapieeinrichtung aus Lüneburg dauerte mehrere Jahre, bis sie endlich geschlossen wurde, die Broschüren, die ich über diese Themen geschrieben habe, werden von den Betroffenen aber kaum gelesen. Dabei könnte das Buch-Honorar eine Einnahmequelle für mich sein, mit der ich so manche Finanzlücke, die bei solchen ehrenamtlichen Arbeiten entstehen, wieder schließen könnte.

Manchmal überlege ich kurz, was ich tun würde, wenn mir jemand helfen würde. Ich würde ihn bei jeder Gelegenheit ebenfalls unterstützen, sobald ich erfahren würde, dass es von ihm etwas Neues als Schriftsteller gibt, wäre ich in einer Buchhandlung. Doch die meisten gehen nicht einmal dann in eine Buchhandlung, wenn ich sie auf eine Neuerscheinung hinweise.

Ich mache diese Arbeit keinesfalls, um damit reich zu werden. Sie soll mich nur nicht finanziell völlig aus der Bahn werfen, wie das die Staatsanwaltschaft von Hannover vor über zehn Jahren gemacht hat. Sie leitete ein Ermittlungsverfahren gegen mich ein, das sie nach einem Jahr wieder vergessen hatte. Dann dauerte es noch zwei Jahre, bis das Verfahren endlich eingestellt wurde. Immer wieder hatte ich mich bei der Staatsanwaltschaft und beim niedersächsischen Justizministerium in Erinnerung gebracht. Sonst hätten die mich völlig vergessen. In dieser Zeit verlor ich drei Jobs, seither lag mein monatliches Einkommen nie über 1000 Euro. Dafür entschädigt werde ich von niemandem.

Ich habe jetzt eine Broschüre darüber veröffentlicht, die von meinen Freunden gelesen wird und von Menschen, die meine Arbeit so schätzen wie ich ihre. Nur die werden mir in Zukunft noch wichtig sein...Wie ich ihnen.

Wenn Sie meinen Zugang sperren würden, würde das auch für www.altkreiskurier.de gelten. Das wäre besonders schade. Denn diese Seiten finden immer mehr Leserinnen und Leser.





Samstag, 19. Juli 2014

Memoiren

Geschrieben im Dezember 1971.









Eines aufmüpfigen Schülers

"Alle Macht geht vom Volke aus", hat der inzwischen verstorbene hannoversche Kabarettist Dietrich Kittner in einem seiner Bühnenprogramme gesagt und schloss diese Frage an: "Aber wo geht sie hin?" Gute Frage. Oft geht sie einfach nur ein. Ein Beispiel: Bildungspolitik ist ein wichtiger Baustein der Politik von Bundeskanzler Willy Brandt gewesen. Dass nur wenige Arbeiterkinder Abitur machen und studieren konnten, lag ihm schwer im Magen. Seine Reformpolitik brachte neue Schulformen mit, geöffnet wurde ein zweiter Bildungsweg. Dazu gehörte das Wirtschaftsgymnasium, an dem man das Abitur nachholen konnte. Das war auch in Wilhelmshaven so. Doch viele Lehrerinnen und Lehrer waren nicht so, wie man sich Lehrerinnen und Lehrer eigentlich wünscht.

Das fing beim Oberstudiendirektor an, der Geschichte nur unterrichten konnte, wenn er vom Text des Schulbuches nicht abwich. Nebenher wollte er auch noch Karriere in der Wilhelmshavener SPD machen. Unsere Mathematiklehrerin stand meistens hilflos an der Tafel, weil sie von diesem Fach weniger verstand als so mancher Schüler, der ihr irgendwann zu Hilfe eilte, was sie nicht froh stimmte, sondern sauer machte, bis sie von einem Kollegen abgelöst wurde, der als Begleit-Dackel des Oberstudiendirektors besser geeignet gewesen wäre.

Erschwerend für Oberstudiendirektor, Lehrerinnen und Lehrer kam hinzu, dass wir mehr lernen wollten als sich das Kultusministerium ausgedacht hatte. Wir wollten nicht nur die Klassiker lesen, sondern auch Literatur aus der Gegenwart, Erzählungen und Romane aus der DDR eingeschlossen. Wir wollten nicht nur Schulbücher aufschlagen, sondern auch Zeitungen und Zeitschriften aus West und Ost, weswegen einige von uns eines Tages sogar vom Verfassungsschutz beobachtet wurden. Die Wilhelmshavener SPD beobachtete uns schon länger. Ratsherren verlangten von uns mehr Dankbarkeit für die Möglichkeit, Abitur machen zu dürfen. Für Hinweise, dass mit dem Schreibmaschinenwerk Olympia ein großer Arbeitgeber von den Managern vor die Wand gefahren wird, war dagegen niemand in der SPD dankbar. Bei Olympia hatte ich Industriekaufmann gelernt. Ich wusste, was dort falsch lief.

Daraufhin spielte der Oberstudiendirektor falsch. Im Geschichtsunterricht verglich er mich mit Hitler und trug das sogar noch ins Klassenbuch ein. Sein Begleit-Dackel, der Mathematik-Lehrer, verpasste mir kurz darauf den zweiten Eintrag. Mein Abitur geriet in Gefahr, ein Klassenkamerad beschwerte sich in einem Leserbrief an die Lokalzeitung über dieses Mobbing. Darauf reagierten der Oberstudiendirektor und seine Gefolgschaft noch wütender. Also schrieb auch ich an die Lokalzeitung. Das irritierte die Mobber. Sie hofften vergeblich darauf, dass ich irgendwann den Verfasser des ersten Briefes verraten würde. Klar war ihnen nur: Es gab mindestens zwei Schüler, die sich nicht alles gefallen lassen wollten. Hätte man mich von der Schule geworfen, wäre also mindestens ein Kritiker übrig geblieben. So schaffte ich das Abitur doch noch, obwohl ich in der mündlichen Mathe-Prüfung hereingelegt wurde. Die Prüfungskommission erklärte die falsche Lösung unseres Mathematik-Lehrers für richtig. Aber ich war auch mit der 3 zufrieden, die ich mir mit der schriftlichen Arbeit bereits gesichert hatte.

Für mich blieben diese Erlebnisse aus meiner Schulzeit stets ein Musterbeispiel dafür, wie sich Herrschaftsverhältnisse entwickeln, wenn die Herrscher nichts weiter haben als willfährige Strippenzieher. Die Olympia-Werke gibt es schon lange nicht mehr, die Einwohnerzahl von Wilhelmshaven ist von 103 000 auf 78 000 gesunken. Die Strippenzieher haben heute andere Namen - aber immer noch die gleichen Methoden. Der durchschnittliche Wilhelmshavener geht derweil seiner Wege und ist froh, wenn sich seine Wege möglichst selten mit den Wegen derjenigen kreuzen, die alles wegmetzeln, was noch selbst denken kann.

Weiteres Beispiel: Verleumder in Wilhelmshaven Hier klicken







 

Montag, 7. Juli 2014

Ältester Verein

Diese Forderung gegenüber Uwe Draber hat das
Landgericht Hannover am 23. Dezember 1987 als rechtens
anerkannt...Diese Summe verdoppelt sich alle 6, 7 Jahre.
Auf Vergleichsvorschläge ist er nie eingegangen. 









Science Fiction Club Deutschland: Fast 1 000 Freunde bei Facebook

15. Mai 2012. Den gibt es auch noch, er hat bei Facebook nahezu 1 000 Freunde, gegründet worden ist der Science Fiction Club Deutschland am 5. August 1955 in Hannover und berühmt sich auf den eigenen Seiten, der älteste und der größte Literaturverein dieses Genres zu sein, was stimmen dürfte, denn wahrscheinlich ist er auch der einzige.

Zur Blütezeit dieser Literaturgattung gehören George Orwells "1984", Perry-Rhodan-Hefte, die auch Stanley Kubrick gelesen haben soll, bevor er mit "2001 - Odyssee im Weltraum" Kiffer in die Kinos gelockt hat, weil die meinten, dass die Farben im Rausch noch intensiver seien als im nüchternen Zustand, Stanislaw Lem mit den wahrscheinlich intelligentesten und witzigsten Zukunftsgeschichten.

In Diktaturen flüchteten sich Schriftsteller in dieses Genre, damit Diktatoren nicht mitbekamen, dass sie gemeint waren, wenn überall der "große Bruder" lauerte. Hitzig diskutiert wurde im Freizeitheim von Hannover-Ricklingen bei Versammlungen des Science Fiction Clubs, was wohl das Jahr 1984 bringen möge, während der Verfassungsschutz bei jeder Demonstration in Daten-Sammelwut verfiel.

Auch der Herausgeber des Deutschen Science Fiction Magazins wohnte in Hannover. Da er sich aber nicht an die Erscheinungstermine seiner Zeitschrift hielt, vergraulte er die Abonnenten, bis es keine mehr gab. 1983 gab Uwe Draber "Expedition zum Zahn der Zeit" heraus, das man Buchhandlungen nicht anbieten konnte, weil man den Text auf dem Buchumschlag per Fingernagel mühelos entfernen konnte.

Also gaben wir das zweite Buch gemeinsam heraus. Das hieß "Diesseits von 1984", für dieses Werk fand Uwe Draber eine noch schlechtere Druckerei. Als ich ein Exemplar angefasst hatte, waren meine Hände schwarz. Wir sprühten die gesamte Lieferung mit einer Schutzschicht ein. Mit dieser Panne endete unsere Zusammenarbeit wieder, die mich noch teuer zu stehen kam, weil ein weiterer Geschäftspartner und ich für einen Leasingvertrag von Uwe Draber gebürgt hatten. Da Draber die Ratenzahlungen irgendwann einstellte, mussten wir für die Restschuld aufkommen. Deshalb verklagten wir ihn. Zur Verhandlung erschien Uwe Draber nicht. Wir bekamen für die nächsten 30 Jahre einen Titel gegen ihn.

Ein wenig chaotisch ging es in dieser Szene immer zu. Bei einem Science-fiction-Kongress in Erlangen hatten wir Hotelzimmer bekommen, in denen die Kakerlaken schneller waren als wir wieder draußen. Das animierte mich zu einer Kurzgeschichte mit dem Titel "Invasion der Tausendfüßler", die aber von kaum jemandem gelesen wurde, weil sie in dem "Expedition zum Zahn der Zeit"-Band erschienen war, der wegen drohenden Umschlag-Verfalls nur wenige Abnehmer fand.

Drei Exemplare von "Expedition zum Zahn der Zeit" und ein Exemplar von "Diesseits von 1984" habe ich jedoch noch. Die fasse ich nicht an...

Siehe auch: "Ein durchaus geschäftstüchtiger Mann"

Die Hebelchen

22. Juni 2014. Über zwei Jahre später erfreut sich dieser Bericht wieder größerer Beliebtheit. Ich setze nun ein paar Hebelchen in Bewegung, um doch noch an mein Geld zu kommen. Ein Foto im Netz scheint mich auf die richtige Spur geführt zu haben. Ich werde nie den Augenblick vergessen, als ich als Bürge für die Schulden von Uwe Draber ohne jede Vorwarnung aus meinem Briefkasten einen Mahnbescheid fischte. Ich traute meinen Augen nicht. Uwe Draber hatte mich nie darüber informiert, dass er Zahlungsprobleme hatte. Er ließ mich einfach im Regen stehen - für die Folgen der Bürgschaft interessierte er sich nicht die Bohne.

Landgericht: Anwalt einschalten

27. Juni 2014. Heute habe ich Post vom Landgericht in Hannover bekommen. Die Richterin schreibt mir, dass sich Klage und Urteil im Archiv befänden (Az. 6 O 378/87). Die Richterin regt die Einschaltung eines Anwaltes ein. Der wird erst einmal den Wohnort von Uwe Draber ermitteln müssen. Dazu habe ich meinem Anwalt einen Tipp gegeben: Uwe Draber ist 1990 Tischtennis-Vereinsmeister eines hannoverschen Vereins gewesen...

Quer zur Straße

6. Juli 2014. Das Haus, in dem Uwe Draber 1987 gewohnt hat, steht quer zur Straße, denke ich, während ich in die L...straße abbiege. Stimmt. Neben einem Klingelknopf steht der Name "Draber". Wie damals, als Uwe Draber noch bei seinem Vater wohnte.



Dienstag, 1. Juli 2014

Bella rät die

Spielzüge auch bei der WM in Brasilien

Schon bei der Europameisterschaft vor sechs Jahren ist der ZDF-Reporter Béla Réthy laut "Spiegel online" "kommentatorisch nicht ganz auf Ballhöhe" gewesen. Doch beim Spiel Deutschland gegen die Türkei hatte er Glück. Minutenlang gab es keine Bilder von der Begegnung. Dann kamen die Bilder wieder. Das war leider auch bei Spielen so, die er danach kommentierte, als sei er in einem anderen Stadion.

Eine typische Reportage von Bella rät die Spielzüge hört sich so an: "Der Schiedsrichter pfeift das Spiel an, die deutsche Mannschaft spielt ganz in Weiß, Algerien ganz in Grün. Der Rasen ist ebenfalls in einem hervorragenden Zustand, wo schlägt Schweinsteiger denn den Ball hin, Müller erläuft diesen genialen Pass und flankt in den Strafraum, doch dort steht kein deutscher Spieler, Kopfball Özil, da war mehr drin, das hätte doch Elfmeter geben müssen, ein algerischer Spieler war mit der Hand am Ball, jetzt sehe ich, das war der Torwart, der darf das, deswegen müsste es eigentlich Ecke geben, der Schiedsrichter entscheidet auf Einwurf, das möchte ich noch einmal in der Wiederholung sehen, was für ein brutales Foul, der algerische Spieler kommt von vorn, nimmt Lahm den Ball ab, dafür kann man auch schon einmal Gelb zeigen, der Schiedsrichter ist übrigens mit der Torlinientechnik sehr zufrieden, der Ball ist noch kein einziges Mal im deutschen Strafraum gewesen, puh, das war knapp, der Schuss aus neun Metern Entfernung verfehlt knapp das Tor von Manuel Neuer, der schlägt den Ball weit nach vorn, einfach Weltklasse, wie schnell der die Situation erkennt und immer genau weiß, was er tun muss, um die deutsche Elf zurück ins Spiel zu bringen, die algerische Mannschaft hat weiter keine Probleme mit den deutschen Angriffsbemühungen, die Algerier machen schon im Mittelfeld die Räume dicht, sie spielen in der Defensive ein 5-3-2-1-System, wie Portugal, als sie nur noch zehn Spieler auf dem Platz hatten und mit 4 : 0 verloren, eine deutsche Elf hat auch noch nie gegen Algerien gewonnen, bis auf die DDR, die deutsche Mannschaft spielt viel zu selten diagonal vertikal, man ist der schnell, da kommt Mertesacker nicht mit, jedenfalls nicht beim Tempo, sonst schon, die deutsche Elf spielt heute mit vier Innenverteidigern, die wissen nie so genau, was von außen kommt. Halbzeit. 15 Minuten kein Fußball, wir schalten um zu den "heute"-Nachrichten."

Warten auf den Bildausfall...