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Es werden Posts vom Juli, 2014 angezeigt.

Mit den Frauen

Kamen die Pornos

Sie sitzt in der Badewanne, blättert in einem Büchlein mit grünlichem Umschlag und scheint von der Erzählung fasziniert zu sein. Dann steigt sie aus der Wanne, hüllt sich ein in ein gelbes Badetuch und geht an mir vorbei ins Schlafzimmer. Das Büchlein liegt auf dem Badewannenrand. Ich schlage das Büchlein auf. Ein Mann erzählt in einem Porno, wie er in einer Nacht eine Mutter und ihre beiden Töchter vernascht. Wer wann zu ihm kommt, weiß er nicht. Im Zimmer ist es stockdunkel. Stockdunkel ist es auch, als sie mich fragt, ob ich sie bei absoluter Dunkelheit von einer anderen Frau unterscheiden könnte, wenn sie mit mir schläft. Ich bin ganz sicher. Sie bestreitet das.

Pornos können also durchaus zu Diskussionen im Schlafzimmer führen. Irgendwann versichert sie mir sogar noch, dass Pornos aus dem Beate-Uhse-Verlag besser seien als andere. Was sie so alles weiß! Ich dagegen weiß noch nicht einmal, was ich von den immer wieder aufflammenden Diskussionen halten soll. Erneut…

Der Ehemalige

Will allerdings nicht mehr der richtige Bundespräsident sein

Wulff hat bei Illner bewiesen, dass einer der größten im deutschen Journalismus früh Recht hatte: Frank Schirrmacher, der kürzlich verstorbene Herausgeber der „FAZ“. Schirrmacher hatte vor 953 Tagen geschrieben, was sich an diesem Abend wieder gezeigt hat: „...dass Christian Wulff nicht verstanden hat, dass es ausschließlich darauf ankommt, wie er mit der Affäre umgeht, also: wie er redet, ist bizarr.“

Dieses Fazit zieht "Bild online"

Das begann schon mit dem Satz "Ich wäre auch heute der richtige im Amt“, den er bei Maybrit Illner ob seines fragwürdigen Inhalts gleich anfangs zurücknehmen musste. „Das hätte ich nicht sagen sollen“ gestand er der Moderatorin. Aber warum hat er es denn gesagt? Dieser Fehler wie sein Auftreten insgesamt deuteten an, wie verbittert und verwundet Christian Wulff sein muss. Immer wieder verwies er auf das, was er in seinem Buch geschrieben habe, immer wieder versuchte er an Details na…

25 Jahre Fall der Mauer

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Wie wird dieses große Ereignis gefeiert?

24. Juni 2014. Nach der Neuauflage meiner Broschüre "Ein anderer deutscher Herbst" habe ich die Bundesregierung, die Partnerstädte Leipzig und Hannover gefragt, wie "25 Jahre Fall der Mauer" gefeiert werden.

Die erste Antwort habe ich am 24. Juni 2014 aus Leipzig bekommen. Sie lautet:

Anlässlich des 25. Jahrestages der Friedlichen Revolution werden in Leipzig große Feierlichkeiten stattfinden. Zentrale Veranstaltungshöhepunkte sind in diesem Jahr der Festakt mit der Rede zur Demokratie im Gewandhaus, das Friedensgebet in der Nikolaikirche sowie das Lichtfest welches sich 2014 erstmalig – entlang der historischen Demonstrationsroute – über den gesamten Innenstadtring erstreckt. Bundespräsident Joachim Gauck und die vier Staatspräsidenten der Republik Tschechien, der Republik Slowakei, der Republik Ungarn und der Republik Polen reisen an. Zudem werden erwartet: Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Landtagspräsident Dr. …

Liebes 1 und 1

Sperrt meinen Anschluss bitte nicht

Stimmt, was Sie mir heute schreiben. Sie haben mich vor einigen Tagen auf einen Zahlungsverzug hingewiesen. Nun berechnen Sie mir auch noch Mahngebühren. In Ordnung. Aber sperren Sie bitte meinen Internet-Zugang nicht. Haben Sie bitte noch ein paar Tage Geduld. Ich muss diese Geduld auch haben.

Denn auch bei mir sind einige in Zahlungsverzug. Dazu gehört die Staatsanwaltschaft von Oldenburg, die mich nach Strafanträgen von zwei Wilhelmshavener Ratsherren verurteilen lassen wollte. Doch das Landgericht von Oldenburg hat mich am 3. Juni 2014 frei gesprochen. In dem rechtskräftigen Urteil steht, dass ich meine Auslagen ersetzt bekomme. Doch das Geld ist trotz mehrfacher Erinnerung immer noch nicht auf meinem Konto. Deshalb krebse ich finanziell seit einigen Wochen nur noch vor mich hin.

Dann gibt es noch eine Frau, der ich Geld geliehen habe. Das ist über ein Jahr her. Auf meine Bitte, ihre Schuld doch endlich zu begleichen - auch mit Raten wäre ich ei…

Memoiren

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Eines aufmüpfigen Schülers

"Alle Macht geht vom Volke aus", hat der inzwischen verstorbene hannoversche Kabarettist Dietrich Kittner in einem seiner Bühnenprogramme gesagt und schloss diese Frage an: "Aber wo geht sie hin?" Gute Frage. Oft geht sie einfach nur ein. Ein Beispiel: Bildungspolitik ist ein wichtiger Baustein der Politik von Bundeskanzler Willy Brandt gewesen. Dass nur wenige Arbeiterkinder Abitur machen und studieren konnten, lag ihm schwer im Magen. Seine Reformpolitik brachte neue Schulformen mit, geöffnet wurde ein zweiter Bildungsweg. Dazu gehörte das Wirtschaftsgymnasium, an dem man das Abitur nachholen konnte. Das war auch in Wilhelmshaven so. Doch viele Lehrerinnen und Lehrer waren nicht so, wie man sich Lehrerinnen und Lehrer eigentlich wünscht.

Das fing beim Oberstudiendirektor an, der Geschichte nur unterrichten konnte, wenn er vom Text des Schulbuches nicht abwich. Nebenher wollte er auch noch Karriere in der Wilhelmshavener SPD machen. Unse…

Ältester Verein

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Science Fiction Club Deutschland: Fast 1 000 Freunde bei Facebook

15. Mai 2012. Den gibt es auch noch, er hat bei Facebook nahezu 1 000 Freunde, gegründet worden ist der Science Fiction Club Deutschland am 5. August 1955 in Hannover und berühmt sich auf den eigenen Seiten, der älteste und der größte Literaturverein dieses Genres zu sein, was stimmen dürfte, denn wahrscheinlich ist er auch der einzige.

Zur Blütezeit dieser Literaturgattung gehören George Orwells "1984", Perry-Rhodan-Hefte, die auch Stanley Kubrick gelesen haben soll, bevor er mit "2001 - Odyssee im Weltraum" Kiffer in die Kinos gelockt hat, weil die meinten, dass die Farben im Rausch noch intensiver seien als im nüchternen Zustand, Stanislaw Lem mit den wahrscheinlich intelligentesten und witzigsten Zukunftsgeschichten.

In Diktaturen flüchteten sich Schriftsteller in dieses Genre, damit Diktatoren nicht mitbekamen, dass sie gemeint waren, wenn überall der "große Bruder" lauerte. Hitzig di…

Bella rät die

Spielzüge auch bei der WM in Brasilien

Schon bei der Europameisterschaft vor sechs Jahren ist der ZDF-Reporter Béla Réthy laut "Spiegel online" "kommentatorisch nicht ganz auf Ballhöhe" gewesen. Doch beim Spiel Deutschland gegen die Türkei hatte er Glück. Minutenlang gab es keine Bilder von der Begegnung. Dann kamen die Bilder wieder. Das war leider auch bei Spielen so, die er danach kommentierte, als sei er in einem anderen Stadion.

Eine typische Reportage von Bella rät die Spielzüge hört sich so an: "Der Schiedsrichter pfeift das Spiel an, die deutsche Mannschaft spielt ganz in Weiß, Algerien ganz in Grün. Der Rasen ist ebenfalls in einem hervorragenden Zustand, wo schlägt Schweinsteiger denn den Ball hin, Müller erläuft diesen genialen Pass und flankt in den Strafraum, doch dort steht kein deutscher Spieler, Kopfball Özil, da war mehr drin, das hätte doch Elfmeter geben müssen, ein algerischer Spieler war mit der Hand am Ball, jetzt sehe ich, das war der To…