Samstag, 28. Juni 2014

Das Jobcenter

Und die verschwundenen Schriftstücke

20. Juni 2014. 2011 verkaufen wir das Haus meiner Mutter. Ich erbe 3 000 Euro, habe mich schon vor dem Verkauf mit dem Jobcenter Wilhelmshaven darüber unterhalten und melde auch die Erbschaft. Irgendwann ist meine Nachricht verschwunden, das Jobcenter behauptet, ich hätte die 3 000 Euro nie angegeben. Gelernt habe ich: Das Jobcenter hat immer Recht!

Ende Januar 2014 stelle ich einen Hartz-IV-Antrag und weise in dem Antrag darauf hin, dass ich ab 1. Juni 2014 Rentner sei. Das Jobcenter Wilhelmshaven schickt mir mit Datum vom 18. Februar 2014 eine Bescheinigung der örtlichen Rentenversicherung vom 12. März 2012. Demnach bin ich ab 1. Mai 2014 Rentner. Außerdem teilt mir das Jobcenter mit, dass man für mich einen Rentenantrag stellen werde. Bis Ende April 2014 - also für zwei Monate - wird mir Hartz IV bewilligt.

Da meine Rente im Mai 2014 auf sich warten lässt, schicke ich am 21. Mai 2014 ein Fax an die örtliche Rentenversicherung. Die reagiert sofort und leitet mein Schreiben an die Rentenversicherung Bund in Berlin weiter, weil: "Wir haben hier keinen laufenden Vorgang, es ist auch kein Rentenantrag in unserer Beratungsstelle aufgenommen worden, wir haben keinen Eingang eines Antrages vom Jobcenter verzeichnet."

Mit Datum vom 22. Mai 2014 bekomme ich die Antragsformulare für meine Rente aus Berlin. Finanziell bin ich fast am Ende, die ersten Lastschriften platzen. Ich fülle die Anträge sofort aus und beantrage am 2. Juni 2014 einen Rentenvorschuss. Der wird mir am 17. Juni 2014 bewilligt. Die nächsten Lastschriften platzen, Geld für die Miete habe ich auch nicht.

Heute rufe ich an: die Rentenversicherung Bund, meine zuständige Rentenversicherung und das Servicetelefon der Jobcenter. Niemand kennt das Schreiben vom 18. Februar 2014. Weder die Rentenversicherung Bund noch meine örtliche Rentenversicherung haben ihren Unterlagen zufolge eine Bescheinigung ausgestellt, dass ich ab 1. Mai 2014 Rentner bin. Die Rentenversicherung Bund bittet mich um weitere Informationen. Rentner sei ich ab 1. Juni 2014.

Zwischenzeitlich fordert mich das Jobcenter Wilhelmshaven zu einer Schlussabrechnung auf. Die fehle noch. Behauptet das Jobcenter Wilhelmshaven am 30. Mai 2014. Ich antworte, dass ich die längst erledigt habe. Die Belege hätte ich am 17. März 2014 auf dem Postweg vom Jobcenter "mit Dank" zurückbekommen. Ist auch dieser Vorgang verschwunden?

28. Juni 2014. Jobcenter reagiert auf Beschwerde mit Lügen. Hier klicken






Mittwoch, 25. Juni 2014

Der Super-Fick (II)

Jeder achte deutsche Klick führt zu einem Porno

Da die Engländer auch bei dieser WM bewiesen haben, dass sie nicht Fußball spielen können oder nicht Fußball spielen wollen, weil am Ende sowieso immer die Deutschen gewinnen (Gary Lineker), beschäftigen sie sich jetzt mit der Frage: "Was für Pornos sehen die Deutschen am liebsten?" Darüber haben sie eine Internet-Studie gemacht, die man hier studieren kann. Ob die Engländer etwas daraus lernen, ist fraglich. Außerdem wollen sie demnächst sowieso die Erotik-Union (EU) verlassen.

Wenn die Deutschen klicken, klicken sie sich angeblich bei jedem achten Klick zu einem Porno. Nur in Bayern dürfte das anders sein. Dieser Freistaat passt besser zur Schweiz als zu Deutschland, hat jetzt die OECD herausgefunden - und in der Schweiz schaut niemand Pornos, weil die Berge schon erhebend genug sind. Enterotisierend kommt hinzu, dass sich die Eidgenossen stets auf den nächsten Krieg vorbereiten, weshalb die Männer jeden Abend ihr Gewehr putzen. Mit jedem achten Wischer verfehlen sie den Abzug.

Dass nun Porno-Stars aber auch noch Tipps für besseren Sex geben, macht England fürwahr zu einer Insel der Einfalts-Pinsel. So gut kann der Sex gar nicht sein, wenn dabei auch Prinz Philipp entstehen kann. Der soll nach der Krönung seine Frau gefragt haben, wo sie denn den Hut her habe. Beim Besuch eines afrikanischen Staatsoberhauptes, das in traditionellen Gewändern erschien, dachte Prinz Philipp dagegen nur an das Eine: "Sie sehen aus, als wären Sie fertig fürs Bett."

Der Super-Fick (I)

Der Super-Fick (III): Hier klicken










Dienstag, 17. Juni 2014

Frau S. und der Klaus

Ist auch nur so eine Art Klaus Wowereit

Norbert Blüm ist neuerdings dafür, dass sich jeder selbst aussuchen darf, wann er in Rente geht. Da kann ich nur feststellen: Jesuiten-Nobby kennt Frau S. und ihre Kollegin von der Rentenversicherung Bund in Berlin nicht. Solche Mitarbeiterinnen kann man sich nämlich nicht aussuchen, wenn man denen Unterlagen für die Rente schickt. Erst öffnen sie den Umschlag nicht. Dann haben sie Urlaub. Haben sie keinen Urlaub, gehen sie auch ans Telefon. Wer keine Umschläge öffnen kann, muss bei der Rentenversicherung Bund wenigstens telefonieren können. Allerdings darf jedes Gespräch neue Versprechen und Ankündigungen enthalten, so lange sich Frau S. und ihre Kollegin nicht darum kümmern müssen, dass sie auch umgesetzt werden.

Gut, könnte Jesuiten-Nobby sagen, die arbeiten in Berlin. Da dauert alles länger - und Klaus Wowereit bleibt immer länger im Amt als alle erwarten, die nicht in Berlin wohnen. Verzögerungs-Klaus hat sich jetzt um die Olympischen Spiele beworben. Das Motto lautet also nicht mehr "Nicht siegen, dabei sein ist wichtig", sondern "Sich bewerben, nicht rechtzeitig fertig werden, ist wichtig". Die Athleten werden sich nur auf neue Wettkampfbedingungen einstellen müssen. Hundert-Meter-Läufe gibt es nicht, weil nur 30 Meter fertig geworden sind, alle Läufe über mehr Meter fallen aus. Beim Hammerwerfen gibt es entweder den Sicherheitskäfig oder den Hammer. Auch mit Stabhochsprüngen ist nicht zu rechnen, ohne Stab ist nur Hochsprung möglich, wobei wegen fehlender Latte die Höhe von zwei geschulten Experten geschätzt wird.




Sonntag, 15. Juni 2014

Das Paulchen

Baut auf Sand

Über diesen Mann müsste man einen Film drehen - über diese Stadt auch. In jungen Jahren erbt er eine Firma und setzt sie in den Sand. Dann arbeitet er als freier Mitarbeiter für die Lokalzeitung "Burgdorfer Kreisblatt". Die setzt der Verleger in den Sand. Zwischendurch liegt er bei einer Frau vor der Wohnungstür. Die reibt sich morgens den Sand aus den Augen. Sogleich gründet er eine Wochenzeitung und setzt seine Ehe in den Sand. Darauf antwortet er mit einem Monatsmagazin und bekommt von seiner Ex-Frau viel Sand. Den meisten Sand muss er beim Finanzamt abgeben. Dem schuldet er nämlich viel Sand. Und immer wieder hat er sich selbst gesandt - als Vereinsgründer und eine Zeitlang sogar als Saubermann, der wilde Plakate von den Wänden kratzt.

Er ist einer von 30 000 Einwohnern der Kleinstadt Burgdorf an der Aue und in der CDU. Von der bekommt er eines Tages Sand. Die CDU plant für Paul von der Aue eine Wanderdüne. Er aber wandert zurück. Die CDU setzt das Ausschlussverfahren in den Sand. Der Mann weiß, dass auch die anderen Sand versteckt haben. Deshalb wird ihm so manches gesandt. Das wird sogleich mit seinem Monatsmagazin versandt. Fast alles wird von ihm auf Sand gebaut. Eines Tages hat der NDR ein Kamerateam und eine Redakteurin gesandt. Die stellen den Bürgermeister auf die Hochbrücke vor den Toren der Stadt. Dann sieht man die Stadt im Hintergrund besser, sagen sie. Das Bild hat der NDR in den Äther gesandt - ein Bürgermeister, ein Kirchturm. "Wir zeigen Ihnen nun ein Beispiel für Kirchturmpolitik", haben sie mitgesandt. Da sind Paul und der Bürgermeister vor Wut entbrannt.

Viele haben sich schon als Kind gekannt. 1986 haben sie sich in meiner Erzählung "Zwischen den Zeilen, Ingrid" wieder erkannt. Die hat schon bald jeder gekannt. Täglich sind sie in die Buchhandlungen gerannt. Kaum jemand hat sich dazu bekannt. Kennst du die Stadt, wo sie Burgen aus Sand bauen - du kennst sie nicht? Du wirst Paul von der Aue hoffentlich nie kennenlernen. Die Gefahr, sie wird geringer. Seine Lebensuhr hat nur noch wenig Sand. Begrabt ihn aber nicht in einer Düne. Sonst wandert er ein zweites Mal zurück. Und meint, er sei von Gott gesandt...

Vorher wird wieder einiges bekannt. Hier klicken







Sonntag, 8. Juni 2014

Der Superfick

Frauen wollen Pornos mit Handlung

Mit großem Vergnügen habe ich mir gestern Abend die Verfilmung des Romans "Das Superweib" angeschaut. Die Geschichte, die Hera Lind erzählt, ist wirklich amüsant. Besonders hellhörig bin ich geworden, als die Bestsellerautorin gefragt wurde, wie sie es denn geschafft habe, dass ein Lektor nicht nur ihr Manuskript las, sondern auch noch druckte. Ihre Antwort: "Ich habe mit ihm geschlafen." Das entsprach der Wahrheit - und wurde ihr deshalb nicht geglaubt.

Viele glauben, dass es eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller gut habe. Dabei würden die meisten verhungern, wenn sie sich nur von den Buchhonoraren ernähren wollten. Noch mehr Autorinnen und Autoren schaffen den Sprung auf den Buchmarkt gar nicht. Verlage drucken lieber, was in den USA oder anderswo bereits ein Erfolg ist, als sich auf das Wagnis einzulassen, einer Unbekannten oder einem Unbekannten aus Deutschland eine Chance zu geben.

Marktlücken gibt es aber weiterhin. So wünschen sich Umfragen zufolge immer mehr Frauen Pornos mit Handlung. Nur ficken reicht ihnen nicht. Außerdem sollen - wenn es nach den Frauen ginge - Pornos realistisch sein. Dann jedoch hätten sie gar keine Handlung.  Männer, deren Schwanz stundenlag steht, sind nämlich so selten wie Eisbären auf einer Südseeinsel und Superficks im Wald gibt es nur so lange, wie die beiden noch keine eigene Wohnung haben. Fortan leben sie von der Erinnerung an wilde Treffen.

Auch ich gehöre zu den Schriftstellern, die zwar oft gelobte Erzählungen geschrieben, aber meistens nur wenige davon verkauft haben. Ein Grund: Sie erschienen in kleinen Verlagen. Druckte ein großer Verlag eine meiner Erzählungen, stieg die Auflage rasant. Sogar eine Übersetzung ins Schwedische gab es.

Zu den viel gelobten Erzählungen aus meiner Feder gehört "Tödliche Wolke", die nach einer Atomkatastrophe auf einem Luxusdampfer für ein paar Auserwählte spielt, die sich in Sicherheit bringen dürfen. Ein Liebespaar ist eher zufällig an Bord, ohne zu ahnen, welchen Sinn die Seereise eigentlich hat. Das finden die beiden erst nach und nach heraus. "Tödliche Wolke" habe ich 2011 als Neuauflage bei Lulu im Internet veröffentlicht. Jetzt gibt es diese Erzählung auch bei Amazon. Das erleichtert die Buchbestellung. Hier klicken Auch andere Bücher von mir kann man inzwischen bei Amazon bestellen. www.amazon.de anklicken und ins Suchfeld "Heinz-Peter Tjaden" tippen.

Geschrieben habe ich die Erzählung, weil ich mich über eine Schnulze im Radio ärgerte. Ärger kann also eine Geschichte zur Folge haben. Warum soll das nicht auch mit Erstaunen möglich sein? Gestaunt habe ich jüngst, als sich bei mir eine ehemalige Freundin meldete. Eine der ersten Erinnerungen, die sie mir schriftlich mitteilte, war: "Wir haben uns am Strand zugedeckt, weil wir gefickt hatten. Du warst wirklich nicht scheu." Sie aber auch nicht. Ein Roman mit dem Titel "Der Superfick" müsste mir also nur so aus der Tastatur fließen. Wenn da nicht gewisse Bedenken wären. Denn ein Roman mit viel Gewalt in einem trostlosen Milieu kommt bei den meisten Leserinnen und Lesern besser an, als eine Geschichte über aufregenden Sex. Außerdem wären Titel wie "Das Nummernkonto" oder "Lachend suchten sie neue Namen für sein Glied" weniger verfänglich...

Ist jemand anderer Meinung? Auf Kommentare wäre ich gespannt.

Der Super-Fick (II): Hier klicken