Montag, 28. April 2014

Wie Zeugen Jehovas (II)

Nun kleben sie wohl alles

Mit der "politischen Sekte Schweiz" habe ich mich vor geraumer Zeit beschäftigt. Hier klicken. Mit der "politischen Sekte" Alternative für Deutschland (AfD) kürzlich. Hier klicken. Nun kleben sie von der AfD wohl alles, was ihnen am Stammtisch nach dem dritten Bier so einfällt. Also auch dieses Plakat

Europa-Wahlplakat













Allerdings ist die Schweiz nicht nur für Volksentscheide, es gibt sie dort auch. Was jedoch nicht heißt, dass alles besser wird. Die Bezahlung von Frauen beispielsweise wird immer schlechter. Die haben inzwischen jeden Monat 677 Franken weniger auf dem Gehaltskonto als Männer. Das soll wohl auch so weiter gehen. Die meisten Unternehmen lehnen eine Ursachenforschung ab - und der Arbeitgeberpräsident Roland Müller gibt jetzt auch noch den Macho. Frauen seien eben zu anspruchsvoll, wenn es um ihren Arbeitsplatz gehe. Die machen laut Müller nicht immer, was man ihnen sagt. Die Männer aus der Schweiz seien da anders. So erkläre sich der Gehaltsunterschied. Das alles sagt Müller ohne Volksentscheid. Außerdem verstößt sein Macho-Gehabe gegen Gesetz und Verfassung.

Die Schweiz ist eher selten ein gutes europäisches Beispiel - aber das gilt ja auch für die AfD, die - wie viele Eidgenossinnen und Eidgenossen - gar nicht europäisch denken will. Das Motto lautet meistens "Ich mach mein Ding." Müller macht in der Schweiz sein Ding...



Freitag, 25. April 2014

Darf man Heino

Heinz Georg Kramm nennen?

Wir nähern uns dem Redaktionsschluss. Doch in diesen Stunden brennt uns noch eine Frage unter den Nägeln. Darf man Heino Heinz Georg Kramm nennen? Oder gehen da gleich die Lichter aus - und die Grübeleien an?

Jüngsten Veröffentlichungen zufolge ist Heino ein Volksmusiker. Jan Delay hat dazu allerdings eine andere Meinung. In einem Interview mit einem österreichischen Medium schwang er den Hammer und schockierte den Michel. Was Heino singe, sei schrecklich, noch schrecklicher sei es, wenn Heino ein Lied von Jan Delay singe. Von Rammstein wahrscheinlich ganz zu schweigen.

Wer aber ist Heinz Georg Kramm? "Das ist mein weißer Bruder", sagt kurz vor Redaktionsschluss Roberto Blanco. Wenn das so ist, darf man Heino sicherlich Heinz Georg Kramm nennen. Das hätte Jan Delay bedenken sollen. Heinz Georg Kramm kennen nämlich weder Hammer noch Michel. Und nun ist Redaktionsschluss.

Mittwoch, 23. April 2014

Gegenleistung muss sein

Der Ärmste schafft es bis nach ganz oben

Sie sind ein tägliches Ärgernis: Menschen, die eine Geschichte aus dem Zusammenhang reißen und ihr so eine neue Bedeutung geben, Zeitgenossen, die den Anfang weglassen und so ihre Zuhörer manipulieren, Geschichtenerzähler also, die ihre Zuhörer beeinflussen, bis sie wie ein pawlowscher Hund reagieren. Wenn solche Menschen schon ein tägliches Ärgernis sind, dann werden sie zu einer gesellschaftlichen Gefahr, sobald sie sich organisieren und abgekapselte Systeme bilden. Irgendwann dreht sich das fremd gesteuerte Denken nur noch um den eigenen Vorteil und den eigenen Besitz, den man scheinbar nur  in und mit der Sekte erreichen kann. Hinter den Stäben keine Welt. Im Käfig nur noch eine betäubte Mitte, die sich von geistiger Armut nicht mehr befreien kann.

Ein Beispiel dieser geistigen Armut ist die Neuapostolische Kirche. Der Ärmste schafft es bis ganz nach oben und darf überall auf der Sekten-Welt Reden halten, die sich als Karussell um die eigene Rede drehen. Wie in diesen Tagen der Chef in den Niederlanden. Dort sagte er laut offizieller Verlautbarung: "Weil Jesus auferstanden ist, ist er Sohn Gottes." Nun sind Behauptungen, die eine andere Behauptung als Stütze brauchen, nie überzeugende Behauptungen - wie die sinngemäße Entsprechung: "Weil Robben am Samstag ein Tor geschossen und ein Tor vorbereitet hat, ist er Spieler von Bayern München", die geradezu absurd wird, wenn Lars Stindl von Hannover 96 ebenfalls ein Tor schießt und eins vorbereitet.

Aber dieser Chef will gar nichts erklären, er will das Karussell in Schwung halten, bis die Menge vor Vergnügen jauchzt, statt sich zu erbrechen. Das Folgende ist nur noch ein Appell an niedere Gefühle. Damit sich niemand über den Fahrpreis beschwert? Der Chef sagte laut offizieller Verlautbarung: "Weil er Sohn Gottes ist, kann er die Sünde tilgen. Und weil er sie wahrhaftig tilgen kann, lohnt es sich, dem Nächsten zu vergeben."

Jemandem vergeben, weil es sich lohnt - das ist pawlowscher Hund, dem man nur noch die Wörter "Auferstehung" und "Sohn Gottes" ins Ohr flüstern muss. Schon verzeiht er? Das hat mit Liebe, Freundschaft und Solidarität nichts mehr zu tun. Das ist geistige Armut. Davon scheint dieser Chef sehr viel zu haben. Als Ärmster unter den Armen...

Die Liebe jedenfalls rechnet nicht nach, sie rechnet auch nicht auf, sie rechnet gar nicht - deswegen hat sie etwas so überraschend - Schönes. Wer geliebt wird, muss auch nicht um Vergebung bitten.


Montag, 21. April 2014

Wie Zeugen Jehovas

Die Alternative für Deutschland

Irgendwie erinnert mich die Alternative für Deutschland (AfD) immer an die Zeugen Jehovas. Mit bunten Heftchen in der Fußgängerzone mittendrin, aber nie dabei. Während es aber für den Himmel laut Wachtturmgesellschaft eine Zugangsbeschränkung gibt, existiert die bei den Europa-Wahlen nicht. Das Bundesverfassungsgericht hat jüngst das Europaparlament für derart unbedeutend erklärt, dass eine Drei-Prozent-Hürde als Zugangsbeschränkung keinen Sinn mache. Also haben am 25. Mai 2014 auch Beschränkte eine Chance. Die kleben jetzt "Mut zu Deutschland".

Da könnte man doch gleich dieses "Wachtturm"-Cover drunter kleben:

...von Europa?



















Freitag, 18. April 2014

Hannover verlässt man nicht

Mein Jagdterrier raschelt durch die Eilenriede.












Die Frau aus der Eilenriede hat Recht

Er ist der Vater eines ziemlich bekannten Handballtrainers aus Burgdorf. Ich stehe bei Aldi an der Kasse. Er kommt in den Supermarkt, schaut mich kurz an und läuft weiter. Dann kehrt er zurück, gibt mir die Hand. “Du bist wieder da?” “Ja”, antworte ich, “seit zwei Monaten.” Weg ist er wieder.

Ich war nie wirklich weg