Dienstag, 4. Februar 2014

Schülerfriedenspreis

Kultusministerin zeichnet tolle Projekte aus

Hannover - Ein KZ-Außenlager in einer Schule, Weltethos, ein Volk dankt seinem Verführer, eine Patenschaft für einen jüdischen Friedhof und ein Musical gegen Vorurteile: Die Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Niedersächsischen Schülerfriedenspreises kommen aus Osnabrück, dem Landkreis Hameln-Pyrmont, Steinhude, Wildeshausen und Berenbostel. Im Rahmen einer Feierstunde im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung hat Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am (heutigen) Dienstag die Siegerurkunden und Preise überreicht. Der Schülerfriedenspreis wird in Niedersachsen seit 1993 jedes Jahr für besondere Leistungen an Schulen vergeben.

„Er soll der Förderung der Menschenrechte und der Menschenwürde dienen, der Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern, der Vertiefung der Völkerverständigung, der Gewalt- und Extremismusprävention und dem Abbau von Vorurteilen", so Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. „Damit trägt der Schülerfriedenspreis dazu bei, in den Köpfen und Herzen der jungen Menschen eine Haltung der Nachdenklichkeit, der Mitmenschlichkeit und Verantwortlichkeit zu kultivieren." Auch in diesem Jahr seien erneut zahlreiche wertvolle Beiträge zum Schülerfriedenspreis eingereicht worden, so die Ministerin. Sie zeigten, wie eingehend und ernsthaft sich die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte mit dieser Aufgabe beschäftigten.

Der 1. Preis geht in diesem Jahr an die Overbergschule Osnabrück:

Die Schule überzeugte die Jury mit einem mehrjährigen Projekt: Sie feierte im Jahr 2010 ihr 100-jähriges Bestehen mit dem Friedensprojekt „Aufarbeitung der Schulgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Entwertung des Menschen im Nationalsozialismus im Außenlager des KZ Neuengamme, untergebracht in der Overbergschule".Gemeinsam mit einem Künstler und unter Mithilfe der Lehrkräfte und Eltern erstellten Schülerinnen und Schüler dabei das Kunstwerk „Courage", das an die 86 Toten im Außenlager in den Jahren 1942/43 und an drei couragierte Kinder aus Osnabrück erinnern soll, die den Häftlingen heimlich halfen.

Außerdem veranstaltete die Schule eine Gedenkfeier für die Toten, sie organisierte Ausstellungen und widmete weitere Projekttage dem Judentum und dem Osnabrücker Künstler Felix Nussbaum. „Das Osnabrücker Projekt hat die Jury vor allem deshalb nachdrücklich beeindruckt, weil es kontinuierlich über Jahre hinweg weitergeführt wurde", so Ministerin Heiligenstadt. „Die Schülerinnen und Schüler haben es mit viel Liebe zum Detail, sehr viel Aufwand und Sorgfalt umgesetzt - eine außergewöhnliche Leistung." Die Schule erhält als Preisgeld eine Summe von 800 Euro.

Der 2. Preis wurde gleich zweimal vergeben: Zum einen an das Schulzentrum Steinhude, die Graf Wilhelm-Schule Steinhude und das Gymnasium Steinhude. Und zum anderen an die Handelslehranstalt Hameln.

Die Steinhuder Schulen werden ausgezeichnet für das gemeinsame Projekt "Weltethos in sechs Kapiteln".Die Weltethos-Idee möchte die Völkerverständigung, das Zusammenleben mit Fremden und den Austausch der Kulturen und Religionen fördern. Als „Weltethos-Schulen" haben beide Schulen diese Idee in ihre Lehrpläne integriert und wollen die Ideen im Schulalltag leben. Entsprechend stellen die sechs Kapitel den Weg ab dem Jahr 2008 zum Titel „Weltethos-Schule" dar. Ein Kapitel stellt die unterrichtsbegleitenden Maßnahmen vor, weitere Kapitel berichten von den Projekttagen „Zusammenleben" am 4. und 5. April 2013, von der Titelverleihung am 23. Mai 2013 als erste Schulen bundesweit, vom Besuch des Dalai Lama am 19. September 2013 und bieten einen Ausblick auf weitere Vorhaben. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich intensiv mit den Weltreligionen auseinander gesetzt und viele Impulse für ein tolerantes und friedvolles Miteinander über die Grenzen der Religionen und Kulturen hinweg erhalten", so die Ministerin.

Ein weiterer 2. Preis geht an die Handelslehranstalt Hameln für das Projekt „Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg bei Hameln 1933 - 1937. Ein Volk dankt seinem Verführer":

Nach einjähriger Vorbereitungszeit fand das Projekt im vergangenen Jahr anlässlich des 80. Jahrestages des ersten „Reichserntedankfestes" am 1. Oktober 1933 in Bückeburg statt. Es umfasste u.a. zwei Dokumentarfilmproduktionen, eine Ausstellung plus Begleitprogramm, einen Vortragsabend, Führungen über den historischen Ort, Lesungen und Gespräche mit Zeitzeugen im Unterricht. „Das Hamelner Projekt bearbeitet einen Gegenstand von allgemeinem historischen Interesse. Es hat eine große regionale und lokale Wirkung sowie einen auf unsere Gegenwart und Zukunft bezogenen moralisch-politischen Anspruch", sagte Kultusministerin Heiligenstadt bei der Siegerehrung. Beide Schulen gewinnen mit ihren Projekten jeweils 600 Euro.


Den 3. Preis hat die Realschule Wildeshausen mit dem Projekt „Ausstellung des 9. Jahrgangs anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Wildeshausen" gewonnen:

Etwa 140 Schülerinnen und Schüler haben die Ausstellung in der Aula ihrer Schule mit fünf Schwerpunktthemen im Rahmen des Geschichtsunterrichts und an zwei Projekttagen konzipiert und der Öffentlichkeit gezeigt. Parallel dazu wurden Frage- und Diskussionsrunden veranstaltet, Schüler hielten Vorträge. Wegen des großen Echos wurde die Ausstellung auch im Rathaus der Stadt Wildeshausen gezeigt. Als Projektergebnis ergab sich die Übernahme der Patenschaft seitens der Schule über den jüdischen Friedhof Wildeshausen. „Mit der Patenschaft ist die Schule eine andauernde Verpflichtung eingegangen, die mit dazu beitragen kann, gerade junge Menschen mit dem Thema zu konfrontieren und zur Übernahme von Verantwortung zu motivieren", kommentierte die Ministerin die Entscheidung der Jury. Neben der Siegerurkunde nimmt die Realschule Wildeshausen ein Preisgeld in Höhe von 400 Euro mit nach Hause.

Den Zivilcouragepreis, der seit 2011 als Sonderpreis in Niedersachsen vergeben wird, erhielt das Geschwister-Scholl-Gymnasium Berenbostel in Garbsen für das Musical-Projekt „Linie 1".

Im Zentrum des Stücks, das 1986 erstmals am Berliner GRIPS-Theater aufgeführt wurde, stehen das Thema Vorurteile sowie der Mut, diese zu bekämpfen. „Die Schülerinnen und Schüler haben das Musical in die sozialen Brennpunkte im Garbsener Raum verlegt, es sehr aufwändig inszeniert und es über eine Ausstellung in den Abiturjahrgang in den Kursen ‚Werte und Normen' eingebunden", so Ministerin Heiligenstadt. „Ein gelungenes Projekt, das zeigt, wie Zivilcourage im Alltag ungesetzt werden kann." Der Zivilcouragepreis ist mit 600 Euro dotiert.

Sonntag, 2. Februar 2014

Peter Hahne

Kräht wieder dummes Zeug

Wenn ich dummes Zeug finden will, suche ich in der "Bild am Sonntag" die Kolumne von Peter Hahne. Heute kommt dieser Ostwestfale zu der Erkenntnis "Pazifisten sind keine besseren Menschen!" Ich kenne zwar niemanden, der das behauptet, aber wenn der Hahne das kräht, muss es auch irgendwo Pazifisten geben, die das von sich behaupten? Pazifisten unterscheiden sich allerdings von Militaristen. Sie verdienen kein Geld mit der staatlich sanktionierten Ermordung Unschuldiger.

"Frieden schaffen ohne Waffen, dieser Illusion geben sich friedensbewegte Pfarrer selbst dann hin, wenn in Krisenstaaten Bürgerkrieg oder Tyrannei herrschen", schreibt Peter Hahne, der ganz nebenbei auch noch Theologe ist. Nun schreiben wir diesen Satz um: "Frieden schaffen ohne Waffen, dieser Illusion geben sich friedensbewegte Pfarrer hin, wenn es nirgendwo mehr Bürgerkrieg oder Tyrannei gibt." Wie dumm ist dieser Kolumnist eigentlich? Frieden schaffen ohne Waffen ist immer nur eine Illusion?

Anschließend behauptet Peter Hahne auch noch: "Ex-Pfarrer Gauck weiß genau, dass es die Wiedervereinigung Deutschlands ohne den Doppelbeschluss der Nato gegen die Aufrüstung der damaligen Sowjetunion nicht gegeben hätte." Dieses atomare Muskelspiel der beiden Blöcke ist doch 1987 wieder beendet worden, weil immer mehr Waffen in Europa eine Gefahr darstellten. In jenem Jahr standen auch zum ersten Mal DDR-Bürgerinnen und DDR-Bürger an der Mauer und riefen: "Die Mauer muss weg." Zwei Jahre später begann mit den Montagsdemonstrationen eine friedliche Revolution. Ohne Waffen.

Nun stelle man sich einmal einen Bürger vor, der zuhause 24 Maschinengewehre lagert, weil er sich von einem Nachbarn mit ebenfalls 24 Maschinengewehren bedroht fühlt. Wenn sich dieser Nachbar das 25. Gewehr besorgt, muss sich dieser Bürger auch das 25. Gewehr kaufen? Und Peter Hahne würde diese beiden Irren auch noch loben? Schon vor dem Nato-Doppelbeschluss hätten die beiden Supermächte mit ihren Waffen jedes Leben auf dieser Erde mehrfach auslöschen können. Wenn das nicht schon irre genug war...Dann mussten auch noch Peter Hahne und Joachim Gauck kommen?

Dieser Bundespräsident wird immer gefährlicher

Der Tod



Schleicht im Badezimmer herum

18. September 2013. Viele Badezimmer gleichen einer Sondermülldeponie. Diese gewagte These vertritt Marion Schimmelpfennig in ihrem Buch "Giftcocktail Körperpflege", das im nächsten Monat im J-K-Fischer-Verlag erscheint. Auf 400 Seiten beantwortet sie die Frage "Körperpflegeprodukte sollen giftig sein?" und rät allen, die diese Behauptung für Panikmache halten: "Glauben Sie? Dann träumen Sie ruhig weiter." Diesen Träumerinnen und Träumern sagt sie: "Putzen Sie Ihre Zähne weiter mit einem Umweltgift, dem Experten nachsagen, dass es häufiger und schneller Krebs verursacht als jede andere Substanz."

Belogen werden wir schon lange, schreibt die Neunkirchnerin und räumt mit den Mythen und Lügen der Körperpflege- und Kosmetikbranche auf. Sogar "Bio" und "Natur" sei lediglich Etikettenschwindel und schütze keinesfalls vor dem bösen Erwachen im Krankenbett. Wenn man sich trotzdem gut fühle, habe das so lange nichts zu bedeuten, bis der Körper die von den Herstellern verarbeiteten Abfälle aus Tuben und Töpfchen nicht mehr verkraften könne. Empfehlenswert sei nur wenig von dem, was wir uns täglich auf die Haut schmieren oder sprühen. Das meiste bedeute höchste Gefahr für die Gesundheit.

Der Tod kann auch aus der Deo-Spraydose kommen. Weiß ich nach monatelangen Recherchen. 2009 hat sich bei mir eine Mutter gemeldet, die sich für ein Deo-Verbot an Schulen einsetzte. Deo-Schnuppern forderte in Großbritannien mehr als 100 Tote, in Deutschland fielen Schulkinder um, weil jemand den Doseninhalt in geschlossenen Räumen versprüht hatte. Die "Rheinische Post" berichtete am 25. November 2008 über eine Deo-Party an einem Gymnasium in Mönchengladbach. Zehn Schülerinnen und zwei Schüler mussten anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Deo-Hersteller beantwortete meine Fragen nicht.

Die vielleicht bald wieder aktuell sind. Denn Marion Schimmelpfennig will meinen Recherchen ein Kapitel in ihrem Buch widmen.


Marion Schimmelpfennig, Giftcocktail Körperpflege. Der schleichende Tod aus dem Badezimmer.
Gebundene Ausgabe: ca. 400 Seiten, Preis 21,95 €
ISBN-10: 3941956019
ISBN-13: 978-3941956018


2, Dezember 2013. Das Buch ist nun auf dem Markt.

Und kann hier bestellt werden.

Marion Schimmelpfennig am 4. 12. 2013 bei Facebook

Bin sprachlos:

Mein Buch 'Giftcocktail Körperpflege' war bei Amazon direkt nach Erscheinen innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Damit hat man wohl nicht gerechnet. Jetzt muss Amazon nachbestellen - in der Zwischenzeit verkaufen mittlerweile 23(!) andere Buchhändler mein Buch. Unglaublich ...

Weiter empfohlen

5. Dezember 2013. Das Buch von Marion Schimmelpfennig sollten alle lesen.

Eine Rezension

Kinder sterben bei Deo-Partys

8. Dezember 2013. Mit straffer Haut und weißen Zähnen kürzer leben.

Hier lesen

Erste Auflage fast ausverkauft

15. Dezember 2013 (tj). Das Interesse ist ungebrochen.

Ein Plusminus-Beitrag zum Thema
Sendung vom 8. Januar 2014

Die größten Kosmetik-Lügen
NDR berichtet am 3. Februar 2014