Donnerstag, 28. November 2013

Hebamme in Afrika

Tagebuch über ein Geburtshaus in Uganda

Sie hat ihre Habseligkeiten von Koblenz nach Münster zu ihrer Familie gebracht, nun sitzt Julia Hagedorn auf gepackten Koffern. Samstag steigt sie in einen Flieger nach Afrika, eine Freundin begleitet sie so lange, bis sie mit ihrer Arbeit als Hebamme in einem Geburtshaus in Uganda beginnt. Warum sie das macht? "Ich will mein Leben nicht nur erträumen", sagt sie, gelegentlich brauche sie einen Tapetenwechsel.

Das Dorf, in dem Julia Hagedorn arbeiten wird, findet man auf keiner Landkarte. Doch das Geburtshaus hat einen Internet-Auftritt. Julia Hagedorn ebenfalls. Sie will regelmäßig aus Uganda und über ihre Arbeit berichten. Das wird sicherlich ein spannendes Tagebuch. Angst hat Julia Hagedorn nicht. Uganda sei inzwischen ein relativ sicheres Land - und dass sie nach ihrer Rückkehr in Deutschland wieder als Hebamme arbeiten kann, daran zweifelt sie nicht. In Uganda arbeitet sie ehrenamtlich.

Der Klick zu Julia Hagedorns Tagebuch

Mittwoch, 27. November 2013

Ich als Nikolaus

Bin mit dem Programm nicht zufrieden

In irgendeiner Kirche soll ich am 8. Dezember 2013 den Nikolaus spielen. Dazu bin ich heute eingeladen worden. Die Einladungs-mail landete in meinem AOL-Briefkasten. Auf dem steht Peter Wilmers. Das ist ein Pseudonym von mir aus meinen Hamburger Zeiten als Redakteur einer Nachrichtenagentur. Bei der mail, die mich erreicht hat, kann es sich durchaus auch um einen Irrläufer handeln. Nun der Text:

Hallo!
Nachdem ich noch einmal mit Marie-Luise Rücksprache gehalten habe, sende ich euch jetzt den Ablauf zu. Die Tür am Plakat soll mit den Kindern gemeinsam geöffnet werden, es soll aber keine große Sache daraus gemacht werden. Außerdem wird für den Nikolaus noch ein großer roter Sessel bereitgestellt, in dem er während des Adventssingens sitzen darf.
Liebe Grüße

Heike Niebiossa

Auf den großen roten Sessel freue ich mich schon. Das der mail angehängte Programm allerdings gefällt mir nicht. Das sieht bisher so aus:

Thema: Nikolaus
Geistliche Vertretung: Pastor Beese
Organisatorinnen: Anika Leuthardt
Anita Black
Kristin Hoffmeier
Heike Niebiossa

Nikolaus: Peter Wilmers
Musik: Jessica Bergmann (Gitarre)
Nathalie Bergmann (Altflöte)


Ablauf
  1. Lied Nr.1: Wir sagen euch an… (Strophe 1 und 2)
Die Kerzen werden von Moritz und Lukas angezündet.

  1. Begrüßung/Kreuzzeichen durch Pastor Beese
Der Pastor erklärt den Kindern, dass wir mit dem nächsten Lied den Nikolaus hereinbitten möchten.

  1. Lied Nr. 7: Sei gegrüßt lieber Nikolaus (Strophe 1 und 2)
Der Nikolaus schreitet während des Liedes durch den Mittelgang nach vorne.


  1. Erzählung des Nikolauses
Der Nikolaus erklärt, dass für das nächste Lied Instrumente an die Kinder verteilt werden. Diese Instrumente werden nach dem Lied wieder eingesammelt.

  1. Lied Nr. 3: Dicke rote Kerzen (Strophe 1 und 2)
Die Instrumente werden wieder eingesammelt.

  1. Gebet:
Guter Gott, heute denken wir an den heiligen Nikolaus. Er hatte mit den hungrigen Menschen großes Mitleid, er betete für sie um das tägliche Brot und konnte ihnen geben, was sie brauchten. Darum ist seine Liebe bis heute nicht vergessen. Amen

Die Kinder werden darum gebeten, durch den Mittelgang nach vorne zu gehen. Am Plakat wird das 2. Türchen geöffnet. Alle Kinder gehen gemeinsam zur Krippe.
  1. Krippendarstellung durch Pastor Beese

  1. Gebet und Schlusssegen durch Pastor Beese an der Krippe


  1. Lied Nr. 6: Lasst uns froh und munter sein (Strophen 1-5)


Der Nikolaus verteilt die Stutenkerle am Ausgang an die Kinder.

Inzwischen habe ich Heike Niebiossa in einer mail die folgenden Änderungen vorgeschlagen:

Erst einmal bedanke ich mich dafür, dass ich den Nikolaus spielen darf. Da der Papst sich in diesen Tagen eine Kirche gewünscht hat, die sich nicht mehr bei der Jagd nach noch mehr Reichtum Beulen holt, sondern beim Kampf für die Rechte der Armen und Geschundenen, halte ich das vorgeschlagene Programm für überholt. Die Kirche sollte sich nicht mehr mit der Verehrung von Heiligen beschäftigen, sondern mit aktuellen Themen, die durchaus auch auf fröhliche Weise angepackt werden dürfen. Deshalb schlage ich diesen teils fröhlichen, teils sehr kritischen Programmablauf vor:

Fröhlicher Teil mit religiösem Bezug:

Lied Nr. 1: Mein Gott Walter von Mike Krüger

Der Nikolaus erzählt anschließend die Geschichte von Mike Krüger, aus dem nie ein großer Sänger geworden ist. Außerdem erklärt der Nikolaus den Kindern, dass Gott keinesfalls Walter heißt. Möglicherweise ist Gott nicht einmal ein Mann. 

Innerkirchlich kritischer Teil:

Lied Nr. 2: Die Kinderlein missbrauchten/missbrauchten wir doch all. 

Den vollständigen Text stelle ich als Nikolaus rechtzeitig zur Verfügung.

Außerkirchlich zutreffender Teil:

Gebet: Vater unser, der du nie warst in der Kirche.

Den vollständigen Text stelle ich als Nikolaus rechtzeitig zur Verfügung.

Die Kinder schreiten durch den Mittelgang und verlassen die Kirche. 

Abschließender karitativer Teil:

Pastor Beese versteigert den großen roten Sessel, auf dem der Nikolaus gesessen hat. Vor der Versteigerung zündet er die Kerzen an, damit man den Sessel besser sieht.

Der Nikolaus schreitet durch den Mittelgang, schnappt sich die Stutenkerle, die Gemeinde singt

Lied Nr. 3: Lasst ihn satt und zufrieden sein. 

Die von mir vorgeschlagenen Programmänderungen werden bei Heike Niebiossa sicherlich auf Wohlgefallen stoßen. Dann plane ich sie für einen weiteren Programmpunkt als Weihnachtsengel ein... 

Montag, 25. November 2013

Hirnforscher

Können etwas damit anfangen?

Vielleicht können Hirnforscher etwas damit anfangen - ich auch. Heute habe ich im Internetcafé eine Tasse Kaffee mit einem Riegel "Yogurette" bekommen. Ein Blick genügte und schon stieg ich mit einem Jungen auf den Schultern die Stufen zur Domplatte in Köln hoch. Neben mir lief wieder die Mutter des Jungen. Es war ein wunderschöner August-Abend, wie man ihn vor einer so großartigen Kulisse nur in wenigen Städten verbringen kann. Ein Clown stand in einem Kreis von Menschen, die auf der Domplatte saßen. Der Junge setzte sich zu ihnen. Ich setzte mich neben ihn. Irgendwann beugte sich die Mutter des Jungen zu mir herunter, gab mir einen Kuss und sagte: "Du tust dem Jungen gut." "Yogurette" war ihre Lieblings-Schokolade.

Ein paar Jahre später nervte ich in Köln einen Hotelangestellten. Weit nach Mitternacht waren wir von einem Stadtbummel zurückgekehrt, wir ließen uns den Schlüssel geben und als wir auf dem Bett lagen, fiel mir auf, dass die Decke nur halb neu gestrichen worden war. Ich griff zum Telefon und beschwerte mich bei der Rezeption: "In Ihrem Hotel werde ich nicht schlafen können." Der Hotelangestellte erkundigte sich nach dem Grund. Meine Antwort brachte ihn völlig durcheinander: "Die Decke ist nur halb gestrichen. Da kriege ich kein Auge zu." Der Hotelangestellte erklärte mir, dass er um diese Zeit keinen Maler in unser Zimmer schicken könne. Aber er werde dafür sorgen, dass die Decke am nächsten Tag fertig gestrichen werde.

Wieder ein paar Jahre später hatte ich einen Termin in Köln, weil Kinder einen Internet-Auftritt ihrer Schule der Öffentlichkeit vorstellen wollten. Als ich das bereits erwähnte Hotel betrat, huschte ein Lächeln über das Gesicht des Hotelangestellten: "Sind Sie nicht der Gast mit der Decke?" Vielleicht können Hirnforscher etwas damit anfangen - ich auch...



 

Sonntag, 24. November 2013

Marion Horn

Chefredakteurin der "Bild am Sonntag" hat Karl May gelesen

"Bild am Sonntag" (BamS) hat Angst vor der Schweiz. Denn dort wird heute über die Höhe der Managergehälter abgestimmt. Das stimmt die Chefredakteurin Marion Horn ängstlich: "Keiner weiß, wie die Schweizer heute entscheiden. Ob sie ihre Managergehälter beim 12-Fachen des niedrigsten Angestelltenlohnes deckeln wollen."

Wie eine Volksabstimmung in Deutschland verlaufen würde, weiß die BamS-Chefredakteurin aber schon. Hier zu Lande käme ein Deckel drauf, meint sie und hat Karl May gelesen, den sie in ihrem Kommentar mit Karl Marx verwechselt: "Die marxistische Arbeitswerttheorie ist Unfug. Also, dass der Wert davon abhängt, wie viel Arbeit man reingesteckt hat." Frau Horn, in den Romanen von Karl May wimmelt es von Roten, in Deutschland aber nicht. Das Ergebnis einer Volksabstimmung wäre also keinesfalls darauf zurückzuführen, dass alle Karl Marx gelesen haben. Sie doch auch nicht.

Die "marxistische Arbeitswerttheorie" ist ein Erklärungsversuch für Ausbeutung. Karl Marx hat darauf hingewiesen, dass gegenseitiger Betrug nicht zu mehr Reichtum führt, sondern lediglich zu einer Umverteilung. Es müsse also einen Faktor geben, der die Einen immer reicher und die Anderen immer ärmer mache. Dafür entwickelte er zwei Wertbegriffe: den Gebrauchswert und den Tauschwert. Damit auch Marion Horn diese Theorie versteht, machen wir es ihr ganz einfach, ich schreibe auch ganz langsam, weil sie offenbar nicht schnell lesen kann: Haben zwei Produkte oder Dienstleistungen den gleichen Gebrauchswert, aber nicht den gleichen Tauschwert, beginnt die Ausbeutung. Die Einen müssen länger arbeiten als die Anderen, um beispielsweise 1 000 Euro zu verdienen.

Das wird auch die BamS-Chefredakteurin nicht bestreiten wollen. Macht sie im nächsten Satz ihres Kommentars auch gar nicht: "In unserem System bemisst sich der Wert einer Ware oder eines Angestellten daran, was ein anderer dafür freiwillig bezahlen will." Womit sie Karl Marx Recht gibt. Allerdings müsste Marion Horn noch die Gewerkschaften abschaffen, die manchmal mehr für die Arbeiter und Angestellten herausholen als Unternehmer bezahlen wollen. Dann würde auch die Verelendungstheorie von Karl Marx in allen Punkten zutreffen. Daran arbeitet die BamS-Chefredakteurin noch - erst einmal macht sie sich für die Manager krumm: "Was Unternehmer ihren Managern zahlen, geht den Staat nichts an. Gar nichts."

Gegen Dummheit ist fürwahr kein Kraut gewachsen. Was Unternehmer Managern gezahlt haben, geht uns alle doch schon heute immer dann etwas an, wenn sich ein Manager als unfähig erwiesen hat. Dann blecht der Staat. Wir blechen nämlich immer dann, wenn Manager versagen.

Da auch Marion Horn zu ahnen scheint, dass ihr Kommentar eher ein Rohrkrepierer ist als eine fundierte Meinungsäußerung, verabschiedet sie sich mit diesen Sätzen: "Wenn die Politik Entlohnungen regeln will, sollte sie bei den eigenen Pensionen anfangen. Das ist seit Jahren überfällig." Schon ist der Beifall aller fällig, die genauso dumm sind wie die BamS-Chefredakteurin. Was haben denn die Pensionen deutscher Politikerinnen und Politiker mit einer Volksabstimmung über Managergehälter in der Schweiz zu tun?

Warum drückt sich Marion Horn nicht klar und deutlich aus? Sie hat etwas gegen Volksabstimmungen in Deutschland, sie ist gegen den Mindestlohn und Manager sollen sich dumm und dusselig verdienen. Sie hat sich doch auch schon dumm und dusselig verdient...

Mittwoch, 20. November 2013

Die Gedanken

Sind frei...

Dieses Lied kennen wir alle. Die meisten von uns sind von Lehrerinnen und Lehrern mit den Strophen bekannt gemacht worden - und ich als Schüler habe gedacht: "Da haben Sie Recht. Wenn Sie wüssten..."

Was aber geschieht, wenn die Gedanken nicht nur frei sind, sondern man auch noch so frei ist, sie jemandem mitzuteilen? Richtig, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Will jemand die Freiheit der Gedanken verbieten, isoliert er den Gedankenträger und meidet ihn. Will aber jemand die Freiheit des Gedanken nicht verbieten, kann sich ein weites Feld öffnen - das Feld der Gedankenspiele.

Die Rede ist hier nicht von Gedanken an Gewalt und andere Niedertracht, sondern von Gedanken der Solidarität, der Zärtlichkeit und der Ermutigung. Meine Großmutter hat mein weiteres Leben mit einem Gedanken geprägt. Sie ärgerte sich darüber, wie schüchtern ich als 14-Jähriger war und gab mir diese Sätze mit auf den Weg: "Wenn du dich immer versteckst, betrügst du die anderen um dich. Das ist ein schlimmer Betrug." Danach machte ich zwar viele Fehler, aber den Fehler, mich zu verstecken, machte ich nicht mehr. Auf die Wiederholung von Fehlern verzichtete ich. Wenn ich feststellte, dass ich ein Spiel nicht gewinnen konnte, begann ich ein neues. Plötzlich mochte ich alle Menschen, die frei, ungezwungen und neugierig sind, die anderen langweilten mich nur noch.

Ich begriff, dass der Satz "Das macht man nicht" ein Satz für Untertanen war. Die Frage, woher jemand wisse, dass man etwas nicht tun dürfe, wenn er es noch nie jemand gemacht hat, konnte auch niemand beantworten. So öffnete sich das Tor zum Unerwarteten und zum Unerhörten. Je weiter sich dieses Tor öffnete, desto aggressiver reagierten die Bedenkenträger. Sie versanken in Neid und Missgunst. Sie hatten leider keine Großmutter wie meine.

Kurz vor ihrem Tod führten meine Großmutter und ich noch einmal eines unserer intensiven Gespräche, bei denen sie mich immer wieder verblüffte. Sie sagte: "Was ich mir gewünscht und nicht getan habe, bereue ich viel mehr als alles, was ich getan habe, weil andere sich das so wünschten." Denn die gemeinsamen Wünsche sind sicherlich immer noch die schönsten. Manchmal muss man den Anfang machen, damit solche Wünsche wahr werden.

 

Samstag, 16. November 2013

Glück ist

Wenn man diese Psychologin nicht zum Bahnhof schickt

"Positiv denken, sich etwa mit einem Glücks-Tagebuch auf die schönen Dinge im Leben zu besinnen, Dankbarkeit üben - diese Dinge können zu mehr Zufriedenheit beitragen. Dabei stimmt es aber nur zum Teil, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Zwar ist ein einzelnes Glücks-Gen noch nicht identifiziert, dennoch ist die Glücks-Fähigkeit auch genetisch bedingt. Die amerikanische Psychologin Sonja Lyubomirsky meint: 50 Prozent unseres Glücks hängen vom Erbgut ab, zehn Prozent vom Zufall, und 40 Prozent von unserem bewussten Handeln."

Das ist nun öffentlich-rechtlich gesichert. Denn zum Glück gibt es die ARD-Themenwoche? Ich bin da anderer Meinung. Die da ist: Glück ist zu 100 Prozent vom Glück abhängig. Sonst kann Folgendes passieren: Man kann sein Glück nicht fassen. Weg ist es wieder. Man will das Glück festhalten. Dann ist es weg, bevor es da ist.  Man will sein Glück nicht dem Zufall überlassen. Dann kommt es nie. Man wartet auf sein Glück. Genauso gut kann man einen ICE nach Wolfsburg nehmen, der fährt bekanntermaßen immer dran vorbei.

Auch sonst möchte ich nicht in der Haut dieser Psychologin stecken, die per zufälliger Handlung erblich bedingt Tagebuch führt über die schönen Dinge im Leben, damit das Erbgut dem Zufall nur 10 Prozent überlässt. Man stelle sich einmal vor: Sonja Lyubomirsky kommt auf einen zu und sagt, was für ein Glück, dass ich Sie zu 50 Prozent wegen meines Erbgutes, zu 10 Prozent aus Zufall und zu 40 Prozent wegen meiner bewussten Handlung hier treffe, können Sie mir mal sagen, wie ich zum Bahnhof komme? Die würden wir doch überall hinschicken, nur nicht zum Bahnhof.

Wenn man neben der auch noch aufwachen würde, wäre an Glück doch nur noch zu denken, wenn man in ihrer Wohnung ist und nicht in der eigenen. Aus ihrer Wohnung könnte man so schnell wie möglich abhauen - aber die brächte es fertig und würde so lange nach einem suchen, bis sie vor der Wohnungstür stünde und sagte: "Das ich dich finden werde, steht seit gestern schon in meinem Tagebuch."

Montag, 11. November 2013

Schuhe und Sex

"Bild"-Ratgeber nicht vollständig

Immer wieder widmet sich die "Bild"-Zeitung wichtigen Themen. Dieses Mal geht es auf der Ratgeber-Seite um die Schuhe, die Frauen tragen. Mit ihnen signalisieren Frauen angeblich, was sie beim Sex besonders gern mögen. Barfuß sei jedoch am besten, dann könne mit entspanntem Sex gerechnet werden. Leider aber ist dieser Ratgeber wieder einmal unvollständig und soll deswegen hier erweitert werden.

Lesen Sie aber bitte vorher erst einmal die Tipps der "Bild"-Zeitung.

Danke für Ihre Geduld! Nun die dringend erforderlichen Erweiterungen. Trägt die Frau

Reiterstiefel: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass sie nicht immer nur unten liegen will.

Gummistiefel: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass er ein Wasserbett kaufen sollte.

Gummistiefel mit Sauerstoffmaske: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass sie Nichtschwimmerin ist und Angst davor hat, im Wasserbett zu ertrinken.

Porsche Schuhe: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass ihr die Sitze in einem teureren Auto besser gefallen würden.

Stoffschuhe: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass er ihr zu langsam ist.

Laufschuhe: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass sie vom Jogging nicht zurückkehren wird.

Noch mehr über Schuhe und Frauen erfahren Sie aus diesem Lied.










Sonntag, 10. November 2013

Petition

Auf Change.org zu einem Justizskandal
Meine Computer werden unzulässig gelagert und sind nach der Rückgabe nicht mehr brauchbar, eine Verfassungsbeschwerde verschwindet auf drei Wegen (als Internet-Fax, als mail und auf dem Postweg), ich informiere darüber den Bundespräsidenten Joachim Gauck – der reagiert überhaupt nicht. Bis das Verfahren eingestellt wird, verliere ich drei Jobs. Der Anwalt der "Wilhelmshavener Zeitung" behauptet auf einem Gerichtsflur sogar, ich sei "wohl vorbestraft". 
Wer unterschreibt diese Petition, veröffentlicht bei Change.org?
Hier anklicken (zweimal)

Donnerstag, 7. November 2013

Medienkompetenz

Wie sehen diese Meilensteine aus?

Das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung und die Niedersächsische Medienanstalt setzen nach eigenem Bekunden Meilensteine für die Medienkompetenz. Heute findet in Hannover eine landesweite Fachtagung statt. Motto "Lernen ohne Zeit und Raum". Das sei wichtig, weil man sich bei häufigeren Ortswechseln in der Welt sonst gar nicht mehr zurechtfinden würde.

Die Medienkompetenz hat mehrere Seiten. Kinder und Erwachsene müssten nicht nur lernen, wie sie Informationen finden und gewichten können. Die Medien müssten auch verraten, woher ihre angeblichen Weisheiten stammen und für wen sie verbreitet werden.

Der Präsident des Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung drückt das vor der Fachtagung so aus: „Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, ihr eigenes Leben selbstständig und verantwortungsbewusst zu gestalten und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört auch, dass sie fähig werden, sich umfassend zu informieren und die Information kritisch zu nutzen. Die schulische Realität entspricht diesem Anspruch noch nicht." Das hat Wulf Homeier zweifellos schön gesagt.

Die Medien jedoch werden immer inkompetenter. Verleger wechseln gute Redakteure gegen billige Hilfskräfte aus, die ins Rathaus marschieren, dort eine Pressemitteilung abholen und diese anschließend nicht nur abschreiben, sondern auch noch den Eindruck erwecken, was sie zu Papier bringen, sei ihnen selbst eingefallen. Auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten erwischt man immer häufiger dabei, dass bei ihnen Gutgläubigkeit vor Recherche geht. Den Rest regeln Interessenverbände in den Aufsichtsgremien.

Informationen werden gewaschen. Wenn ein Großunternehmen seine Meinung wirkungsvoll verbreiten will, schaltet es eine Agentur ein, die das von der Firma Gewollte als objektiv erforderlich verkauft, die Medien kaufen das diesen Agenturen ab. Das durchschaut niemand sofort. Solche Meldungen müssten also mit einem Warnhinweis versehen werden, der da lauten könnte: "Die Agentur Y hat von der Firma X 10 000 Euro für diese Nachricht bekommen, damit wir sie veröffentlichen." Die Öffentlichkeit irritieren kann man als Unternehmen oder als Lobbyist auch mit Untersuchungen und Studien, die so ausfallen, wie sie ausfallen sollen. Bei der Verbreitung der Ergebnisse muss nur verschwiegen werden, wer dafür bezahlt hat.

Wie in diese Medienwelt Schulen passen sollen, die Kinder nicht nur stark, sondern auch noch kritisch machen, sollte Wulf Homeier uns erklären. Für die meisten Medien arbeiten könnten die doch gar nicht mehr. Wo gibt es denn noch Verleger, die mehr wollen als Geld machen? Und wenn es solche Verleger gibt, wie weit kommen die noch? Da werden doch lieber Säue durchs Dorf gejagt, damit sich die Leserinnen und Leser unterhalten fühlen. Deshalb sind die Schulen nicht nur noch nicht so weit, wie Homeier das möglicherweise gern hätte, sie sollen gar nicht so weit kommen.

Als der Student Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 während einer Demonstration gegen den Schah in West-Berlin von der Polizei ermordet worden ist, forderten wir als Schüler eine sofortige Aufklärung. Schon wurden wir als Lügner abgestempelt. Diesen Stempel behielten wir über 30 Jahre lang. Bis man endlich zugab: Es war Mord. Die Wahrheit ist oft eben auch eine Zeitfrage. Sagt man sie zu früh, gilt man als Störenfried.

Das Gleiche dürfte für die Ermordung von John F. Kennedy gelten. Wer sich diese tolldreiste Geschichte von einem Einzeltäter in einem Schulbuchlager ausgedacht hat, muss uns schon für sehr blöd halten. Wäre Lee Harvey Oswald wirklich der Kennedy-Mörder gewesen, hätte er nicht kurz nach der Verhaftung ermordet werden können. Ein Nachtclubbesitzer sollte die Geschichte beenden, bevor man den Märchenerzählern auf die Schliche gekommen wäre. Die fast schon entlarvt worden waren. Die "Berliner Illustrierte" meldete damals nämlich, dass die Route, die der Konvoi von Kennedy in Dallas nahm, kurzfristig geändert worden war, in der ersten Meldung über das Attentat war von Schüssen die Rede, die von vorne abgegeben worden seien. Was wirklich geschehen ist, erfahren wir auch noch. Bis dahin wissen wir möglicherweise auch, wer Arafat ermordet hat.