Mittwoch, 30. Oktober 2013

Weitere Idiotin

Aus der gemästeten Klasse

Die von mir gestern kritisierte gemästete Klasse treibt es nun auch in der "Bunten", was "Bild" sofort weiter tratscht. Angela Spelsberg ist Ärztin und hat 13 Jahre lang mit dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zusammengelebt. Ihrem Ex-Mann wünscht sich nun: "Hoffentlich wird er nicht Minister." Dafür zählt die 53-Jährige Gründe auf, die ich hier nicht wiederholen werde. Interessieren würde mich auch nur, warum sie mit diesem Mann die Klamotten zusammen geschmissen hat. Und zwar für 13 Jahre. Hat sie etwa so lange ausgeharrt, weil sie vorher noch nicht um ein Interview über ihr Privatleben gebeten worden ist?

Falls diese Ärztin einen neuen Partner hat, ist der hoffentlich schon mit unbekanntem Ziel auf der Autobahn. Mit solch einer Frau würde ich keine Sekunde mehr verbringen. Bei der weiß man doch nie, wann sie das nächste Mal am Medien-Rad dreht.

Angela Spelsberg leitet ein Tumorzentrum in Aachen. Dort sollte sie schnellstmöglich ihren eigenen Tumor entfernen lassen. "Bild" druckt sicherlich die Genesungs-Geschichte. Ein paar Vertreter der gemästeten Klasse warten möglicherweise schon darauf: Boris Becker, Lothar Matthäus...

Teil I


Dienstag, 29. Oktober 2013

Die Idioten

In den gemästeten Kreisen

Nun hält sie es also nicht mehr aus. Das kann sie ihrer Familie nicht mehr antun. Das geht so nicht. Aber einem Augenarzt eine Millionensumme schenken - das ist gegangen. Die Kieler Oberbürgermeisterin ist geradezu ein Musterbeispiel für die Verkommenheit der gemästeten Kreise. Werden sie nicht mehr gemästet, vergießen sie Krokodilstränen. Susanne Gaschke, halt die Gusche! Für solch eine Sozialdemokratin will man sich nicht einmal mehr fremdschämen.

Das ist doch alles nicht so schlimm gewesen. Das kann doch passieren. Man muss eben etwas vorsichtiger sein, wenn man mit dem Handy telefoniert oder mails verschickt. Nun habt euch doch nicht so. Die Amis, das sind doch eigentlich ganz nette Leute. Ein bisschen neugierig vielleicht. Aber das muss man seit dem 11. September doch verstehen. Das Thema ist für uns erledigt. Bis die Bundeskanzlerin abgehört wird. Werden auch die gemästeten Kreise belauscht, dann vergießen sie Krokodilstränen. Dann ist alles so unglaublich schlimm. Auch für solche Christdemokraten will man sich nicht einmal mehr fremdschämen.

Das geht nun alles sehr fix. Wir tauschen nur einmal kurz die Politiker aus. Schon ist der Berliner Flughafen fertig. Einen neuen Manager haben wir auch. Der hat zwar noch nie etwas gebacken bekommen, aber der nächste Kuchen wird lecker. Das Mehl hat der Hartmut doch schon fast im Namen. Wie bitte? Brandschutztüren gibt es auch und die will niemand bei einem Feuer per Hand öffnen, das soll elektronisch funktionieren? Wie hätten wir denn darauf kommen sollen? Wir haben gedacht, wenn es gefährlich wird, kommt der Hausmeister mit seinem Schlüsselbund. Wenn die gemästeten Kreise erst Geld aus dem Fenster werfen, muss man immer neue Fenster einsetzen. Wowereit und Konsorten haben immer einen Fensterplatz. Für die will man sich ebenfalls nicht fremdschämen.

Für den Mindestlohn sind wir nun aber wirklich ganz eindeutig sicher nicht überall. Sagen jetzt die Zeitungsverleger. Wo kämen wir denn hin, wenn alle, die unsere Zeitungen herumtragen, 8,50 Euro pro Stunde verdienen würden? Dann müssten wir uns doch ganz neue Abrechnungssysteme einfallen lassen. Was das wieder kostet. Ungerecht wäre es auch noch. Wir bezahlen alle pro herum getragenem Exemplar. Das ist doch viel gerechter, und wir sind für Gerechtigkeit. Lassen wir doch täglich in unseren Zeitungen schreiben. O. k., von Haus zu Haus gehen, Zeitungen so in Briefkästen stecken, dass sie nicht gestohlen werden können und dabei auf 8,50 Euro in der Stunde kommen, das schafft niemand. Wenn die gemästeten Kreise tun sollen, was sie schreiben lassen, kann man sie abschreiben. Wer will sich für die schon fremd schämen?







 

Sonntag, 27. Oktober 2013

Wird schon geregelt

Wie eine Kühlschranktür.









Spaß mit Regeln

Der Weisheiten gibt es viele. Besonders im Netz. Diese habe ich heute gefunden und fand die erst einmal gut. Wenn nicht dieses blöde Textverständnis wäre. Und die Realität, die E. T. kennengelernt hat, als die Mutter nach Hause kommt und dem Alien die Kühlschranktür an den Kopf haut, weil Erwachsene das Unfassbare nur noch selten fassen können.

Wie diese Kühlschranktür wirkt die erste Regel. Hab Spaß. Da ist man doch gleich im Tiefkühlfach. Kaum hat der Spaß begonnen, werden die Füße kalt, weil Spaß eine Regel sein soll. Sobald man sich nicht mehr an die Regel hält, hört der Spaß auf? Der Spaß regelt sich dann von ganz allein und macht keinen Spaß mehr.

Gut, man kann dann immer noch sagen: "In der Regel macht mir das Spaß." Anschließend wartet man darauf , dass die Regel stimmt. Der Spaß hat sich inzwischen kaputt gelacht. 




Samstag, 26. Oktober 2013

Sommer-Gastspiel

Wenn es noch einmal mild wird

Immer wieder schaut der Sommer noch einmal kurz vorbei. Bei diesen sommerlichen Gastspielen kommen mir immer verrückte Ideen.

Die Erste: Brust-Hüpfen

Bei einem Waldspaziergang mit der Freundin langsam die obersten Knöpfe ihrer Bluse öffnen. Ihren BH stehlen und dann die Hand auf die linke oder rechte Brust legen. Wie lange der Spaziergang dann noch dauert, kommt auf die Wiesen an.

Die Zweite: Taschentuch-Suche

Bei einem Waldspaziergang die Freundin um Hilfe bei der Suche nach einem Taschentuch in der Hosentasche bitten. Wie lange der Spaziergang dann noch dauert, hängt nicht nur vom Brust-Hüpfen und von den Wiesen ab.

Die Dritte: Protestieren

Wenn Leute vorbeikommen, die strafende Blicke senden, laut sagen: "Hör auf damit, du weißt genau, dass ich das unanständig finde." Wichtig ist dabei, dass die anderen nicht wirklich etwas sehen, sondern nur etwas ahnen...Erstaunlich ist dann immer wieder, wie schnell solche Leute so tun, als hätten sie überhaupt nichts mitbekommen.

Die Vierte: Kellner verwirren

Ein Zimmer mieten und erst einmal eine halbe Stunde auf dem Zimmer verschwinden. Dann ins Hotelrestaurant gehen und die Freundin fragen (während der Kellner die Bestellung aufnimmt): "Du bist ganz sicher, dass dein Mann erst übermorgen wiederkommt?" Wenn der Kellner dann noch bringt, was man bestellt hat, ist er wirklich sehr diskret...

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Sauhaufen

Polizei ohne Arsch in der Hose

Ihr müsst Eier haben. Hat Oliver Kahn mal gesagt. Die weitere Verbreitung von Weicheiern hat er damit nicht verhindert. Wenn die irgendwo aufschlagen, kann man sie nur noch in die Pfanne hauen. Eigentlich. Statt dessen hauen diese Weicheier andere in die Pfanne. Alles Angstbeißer, die laut kläffen, wenn die Dogge nicht mehr da ist.

Gefällt mir etwas nicht, dann sage ich es. Dann verstecke ich mich nicht hinter irgend jemanden oder hinter irgend etwas. Wie jetzt ein paar Polizeibeamte aus Oldenburg, die ihren Vize-Chef Dieter Buskohl anonym angezeigt haben. Vorgeworfen wird ihm Machtmissbrauch, Korruption und Mobbing. Polizeipräsident Johann Kühme hat deswegen bereits ein Disziplinarverfahren gegen seinen Stellvertreter eingeleitet. Das sei so üblich, sagt er. Dieter Buskohl meldet sich derweil aus dem Urlaub und behauptet, dass alle Vorwürfe "erstunken und erlogen" seien: "Ich werde mir auch rechtliche Schritte vorbehalten. Ich habe da eine gewisse Verdachtslage."

Da ist man als Leserin oder als Leser doch in der Verdachtslage, dass auch mit dem Polizeipräsidenten etwas nicht stimmen kann. Warum ist der von Feiglingen umgeben, die sich in die Anonymität flüchten? Will er das so - oder soll man an einen Zufall glauben? Und wie muss man sich ein Disziplinarverfahren bei der Oldenburger Polizei vorstellen? Wenn jetzt jeder jeden verdächtigt und überall getuschelt wird, reicht ein Staatsanwalt nicht. Dann sollte man ein paar gute Ärzte kommen lassen.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Kesse SMS

Missverständnisse am Handy

Klug ist sie. Aber dass sie sich für so viele Dinge interessiert, war mir unbekannt. Zuerst simst sie WWF? Ich antworte nach einer kurzen Phase des Nachdenkens: World Wide Fund Nature. Damit habe ich ihr hoffentlich geholfen. Mein Handy bleibt jedoch nicht lange stumm. Das mein ich nicht. IWF, simst sie. Was für ein Sprung. Vom Natur- und Tierschutz zur Geldpolitik. Internationaler Währungsfond, tippe ich zurück. 

Meine erste SMS ist nicht angekommen, denke ich, als sie zum zweiten Mal fragt: WWF? Also simse ich: Ist eine weltweite Tier- und Naturschutzorganisation. Damit ist sie nicht zufrieden: Ich frage mal deinen Freund Kai. Dass Kai mehr weiß als ich, ist mir zwar neu, aber soll sie es doch versuchen.

Dann bleibt mein Handy stumm. Bis heute Morgen. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und lese: KWT! Die Abkürzung kenne ich nicht. Ich google sie. Eine Antwortmöglichkeit lautet: Dachorganisation für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsexperten in Österreich. Was will sie denn mit der?  Deswegen frage ich sie: Du bist unterwegs? Nun verwirrt sich mich vollends: Ich bin bei Kai. Kai war toll. 

Dass Kai toll sein soll, ist mir in zehn Jahren nicht aufgefallen. Sie weiß mehr als ich? Ich habe bei WWF das for vergessen... 




Montag, 21. Oktober 2013

Wilder Sex

Ist auch nicht die "Welt"

Frauen haben Sex mit dem eigenen Mann und darum selten.
Frauen haben Sex mit dem eigenen Mann aus Höflichkeit.
Frauen haben Sex mit einem fremden Mann und darum wilden.
Frauen haben Sex mit einem geträumten Mann. Fantastischen.

Das musste endlich einmal geschrieben werden. Die "Welt"-Redakteurin Kathrin Spoerr hat es getan - in ihrem Buch "Das Leben mit mir ist die Hölle für mich". Und ich bin wohl wieder im falschen Artikel. Diese Autorin malt sich nicht nur aus, wie eine Bekannte und ein Bekannter übereinander "herfallen" (ihre Wortwahl), sie erlebt auch noch eine Enttäuschung. Denn im Bett (bevorzugter Ort von Kathrin Spoerr für Sex) der beiden ist so viel los wie in der Wüste Gobi. Ihre Freundin hat alles mögliche, wenn sie an ihren Mann denkt, aber keine erotischen Fantasien. Im Zweifelsfalle ist sie lediglich höflich und liegt unten, während er sich oben an die Arbeit macht.

Es könnte aber auch alles ganz anders sein. Vielleicht sollte ich ein Buch mit dem Titel "Spoerrlicher Sex" schreiben. Dann würden meine Thesen lauten:

Frauen haben Sex mit einem fremden Mann und darum selten.
Frauen haben Sex mit einem geträumten Mann aus Höflichkeit.
Frauen haben Sex mit dem eigenen Mann, so lange er ihnen noch fremd ist.

Dass für Kathrin Spoerr ihr eigenes Leben die Hölle ist, glaube ich ihr ungelesen. Ungelesen bleibt hoffentlich auch ihr Buch. Der "Welt"-Artikel ist schon langweilig genug...







Samstag, 12. Oktober 2013

Schwere Kette

Neue Presse Hannover, 12. Oktober 2013


















Über ehemalige Piraten schreibt man nicht

Die niedersächsische Landeshauptstadt gilt als graue Maus unter den Landeshauptstädten. Dieses Vorurteil pflegen viele Kabarettisten. Mehr als die Bahnhofsgegend und den Veranstaltungsort haben die wohl nie gesehen.

Wie in fast allen Städten hat auch in Hannover ein Verlag das Meinungsmonopol. Im Madsack-Verlag erscheinen die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und die "Neue Presse". Die Ideen kleinerer Verlage hat sich der Medienriese einverleibt, und zwar so: Erst mit Klagen drohen, dann das Scheckbuch zücken.

Dennoch behauptet sogar der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, in Deutschland existiere ein Qualitätsjournalismus. Der Mann heißt Michael Konken und hat als Pressesprecher der Stadt Wilhelmshaven gelernt, dass Flunkern zum Handwerk gehört. Das verrät er in seinen Vorträgen über die Zukunft des Journalismus aber nicht.

Als Hannoveraner habe ich mit den beiden Zeitungen aus dem Madsack-Konzern einiges erlebt. 1986 verbot die Verlagsleitung eine Rezension meines Romans "Streichelnde Worte", ein paar Jahre später behauptete eine Redakteurin nach einer Lesung, ich sei Naturlyriker, obwohl ich Prosa vorgetragen hatte, ein gemeinsames Projekt mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Partnerstadt Leipzig wurde in den Wendejahren mit keinem einzigen Wort gewürdigt. Ich könnte die Liste fortsetzen. Sie endet mit der Oberbürgermeisterwahl in Hannover.

Vorgestellt worden sind vor der Wahl lediglich die Kandidatin der Linken und die Kandidaten von SPD, CDU und Grünen. Dass es auch zwei parteilose Kandidaten gab, erfuhr kein Zeitungsleser. Nun ist die Stichwahl gelaufen. Die Wahlbeteiligung betrug 38,2 Prozent. Dem neuen Oberbürgermeister Stefan Schostok wurde also ein Armutszeugnis ausgestellt. Ein ehemaliges Mitglied der Piratenpartei hat die Wahl am Donnerstag angefochten. Auch diese Anfechtung nimmt der Madsack-Konzern nicht zur Kenntnis.

Die Oberbürgermeisterkette wiegt fast zwei Kilogramm, Stefan Schostok wird die Skandalproduzenten aus Hannover nicht an die Kette nehmen.

Weitere Informationen

Freitag, 11. Oktober 2013

Sex in der Schweiz

Wird endlich Schulpflicht

Die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" hat 30 Koffer in Basel entdeckt. Die werden in diesen Tagen an Kindergärten und Schulen verschickt. In diesen Koffern geht es laut "Blick" um "ein heikles Thema: Sex". Warum Sex ein heikles Thema ist, verrät die Boulevardzeitung nicht. Worum geht es also?

Sexualkunde soll in Kindergärten und Schulen Pflicht werden. Für Kindergartenkinder gibt es einen Koffer mit Bildern von Geschlechtsorganen und Puppen, die Puppenkinder zeugen. Wie man das macht, sollen die Kleinen mit diesen Puppen üben. In den Koffern für Schulkinder befinden sich Filme, Holzpenisse aller Art und eine künstliche Vagina.

Fehlen eigentlich nur noch Hausaufgaben für alle ab 14. Dann könnten 14-Jährige mit pädagogischer Begleitung Streicheln üben, 16-Jährige Zungenküsse und alles, was man sonst noch mit Mund und Zunge machen kann, 18-Jährige dürften sich in mehreren Modellversuchen davon überzeugen, dass man jeden Schwanz in jede Möse schieben kann. Für die Abiturprüfung könnten Klassenfahrten organisiert werden. Nur über die Benotung müsste man sich noch einigen. Möglich wären diese Abstufungen "sehr gut, die Schülerin hat gestöhnt und ist immer wilder geworden, er hat lange durchgehalten", "gut, die Schülerin hat gestöhnt, ist aber nur kurze Zeit wild gewesen, er hat es in der vorgegebenen Zeit geschafft", "befriedigend, beide sind nach wenigen Minuten eingeschlafen", "ausreichend, sie ist mit einem künstlichen Schwanz doch noch zum Höhepunkt gekommen" und "ungenügend, sie fand den Jungen davor besser/er hat andere Mädchen wilder gemacht".

Sex ist keineswegs ein heikles Thema. Es ist lediglich ein Thema, das man in Kindergärten und Schulen nicht zwanghaft vermitteln kann. Wenn ein Kind fragt, ist es immer noch früh genug. Diese Fragen gehören ins Elternhaus und in den privaten Bereich. Zärtlichkeit und Lust entziehen sich auch jeder Theorie. Sexualkunde hat etwas Mechanisches. Schlechte Sex-Mechanikerinnen und Sex-Mechaniker gibt es aber schon genug. Wissen, was man hat, bedeutet noch lange nicht, dass man damit umgehen kann...Und die Suche nach dem G-Punkt hat sich längst als vergeblich erwiesen. Den gibt es nicht.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Sexueller Missbrauch

Und kein Mittel gegen diese Seuche?

Ein Büroleiter eines grünen Bundestagsabgeordneten soll Kinder sexuell missbraucht haben. Berichten heute die Medien. Die Reaktionen sind immer die gleichen: Die einen sind schockiert, die anderen sprachlos - und es scheint kein Mittel gegen diese Seuche zu geben. Die Täter sind krank, die Opfer werden es - für ein Leben lang. Die Kinderschänder könnte man für immer wegsperren, nichts würde diese Verbrechen auslöschen. Die Unbefangenheit ist weg. Und keiner will etwas gemerkt haben?

Das kann ich einfach nicht glauben. Verhaftet worden ist dieser Büroleiter nach einem anonymen Hinweis. Der Hinweisgeber will also nicht erkannt werden. Warum? Wer solche Verbrechen aufdeckt, muss sich doch nicht verstecken. Das gilt aber nur, wenn er sofort reagiert hätte. Hätte er eine Zeitlang geschwiegen, wäre er auch nicht viel besser als dieser Büroleiter. Dann hätte er als Mitwisser weitere Verbrechen riskiert.

Wie jahrzehntelang die Kirchen. Jetzt ist wieder ein Missbrauchsskandal aus den 50er und 60er Jahren bekannt geworden. Der heute Verantwortliche entschuldigt sich bei den Opfern. Geht es vielleicht noch ein wenig höhnischer? Für diese Verbrechen gibt es keine Entschuldigung, sie sind lange Bestandteil des Systems gewesen. Der Missbrauch von Sex als Mittel der Gewalt war Methode. Was man für schmutzig hielt, sollte nur noch schmutziger werden. Man wollte es den Kindern zeigen. Alles andere ist Lüge.

Kinder in Heimen und andere Themen












Hier kommt Alex

Und das Blut spritzt

Auf Radio 21 haben sie gerade das Lied über Alex gespielt. Die Moderatorin findet den Song der "Ärzte" gut. Ich allerdings bekomme jedes Mal einen Schrecken. Solche Lieder mag ich nicht. Ich sehe sofort schreckliche Bilder vor mir - und an Ausweglosigkeit glaube ich nicht. Man muss den Weg allerdings suchen oder einen Weg gezeigt bekommen. Daran fehlt es gelegentlich.

Dabei darf man nicht auf die Mächtigen setzen. Die muss man wuschig machen. Wie schnell die Angst bekommen, beweisen sie immer wieder. Da werden Journalisten überwacht, die Linke wird beobachtet - und irgendwo sitzt ein Verfassungsschützer vor Gericht, der allen Ernstes behauptet, er habe nicht mitbekommen, dass in dem Lokal, in dem er gewesen ist, jemand ermordet wurde. Für dumm verkaufen kann man sich allein...

Die Mächtigen haben schon immer Angst um ihre Macht gehabt. Das Neue, das Unerwartete, das Spontane und das Einfallsreiche sind ihre Feinde. Dann labern sie von Werten, die in Gefahr geraten und schielen auf den Dax. Diese Werte meinen sie.

Wie wenig wert ihre Behauptungen sind, ist mir gestern wieder einmal beim Blättern in alten Zeitungen klar geworden. 1974 behauptete Ludwig Erhard von der CDU, Deutschland schaffe sich selbst ab, die größte Gefahr ginge von aufmüpfigen jungen Leuten aus. Die konnte er offenbar in keine Schublade stecken, die hätten jede Schublade gleich wieder geöffnet. Wie bei einer Diskussion über Gleichberechtigung, als sich eine Frau in Rage redete, bis ihr ein Zuhörer versicherte, er habe nichts gegen Frauenbewegungen, sie müssten nur schön rhythmisch sein. Da blieb ihr der nächste Wutanfall im Munde stecken. Gelacht hat sie leider nicht. Wahrscheinlich verstarb sie inzwischen an Humorlosigkeit.

Besondere Vorsicht ist immer geboten, wenn jemand behauptet, ein Thema sei viel zu ernst. Dann will er die anderen klein reden. Alles andere meint er nicht ernst. Und wenn jemand den Untergang predigt, hat er einen Geist, der zu krank ist für Höhenflüge. Wohl auch deshalb ist Angst vorm Fliegen ein Synonym für Angst vor Sex geworden. Denn Sex lässt sich nur schwer zügeln. Was sich nur schwer zügeln lässt, wird pauschal für gefährlich erklärt. Das ist aber auch nur ein Ablenkungsmanöver. Abgelenkt werden soll von der Gefährlichkeit von zügelloser Gier, zügellosem Neid und zügellosem Hass.

Hätten die "Ärzte" ihr Alex-Lied vor 40 Jahren geschrieben, hätten sie wahrscheinlich nicht lange auf eine Parodie mit dem Titel "Wann kommt Eva?" warten müssen.







 

Montag, 7. Oktober 2013

Union kriecht

Der SPD immer weiter entgegen

Öffentlich ist es schon sehr beträchtlich: ARD und ZDF zerren alle paar Tage Politiker der SPD und der CSU vor die Kamera und setzen einen Journalisten dazu - und irgendwo verschränkt Bundesumweltminister Peter Altmaier die Arme vor seinem Bauch und bekommt beim Liebeswerben um die SPD ganz glasige Augen.

Das Spiel beginnt: Peter Altmaier weist darauf hin, dass Deutschland als stärkste wirtschaftliche Kraft in Europa eine stabile Regierung braucht, die Sozialdemokratin oder der Sozialdemokrat erinnert sich mit Grausen an die erste Große Koalition mit Merkel, was Altmaier nicht verstehen kann, weil es auch schon eine Große Koalition gegeben hat, aus der Willy Brandt als Bundeskanzler hervorgegangen ist.

Noch weiter der SPD entgegen kriecht die CSU - gestern bei Günther Jauch der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel, der aus dem Schwärmen über die großartigen Leistungen der SPD in ihrer 150-jährigen Geschichte gar nicht mehr herausgekommen ist. Leider hatte die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft keine Beitrittsformulare dabei. Waigel hätte sofort unterschrieben. Wichtig scheint der Union nur eins zu sein: Merkel muss Bundeskanzlerin bleiben.

Rätselhaft ist aber nicht nur das Talkshow-Verhalten der Union, rätselhaft ist auch, warum diese Talkshows überhaupt ausgestrahlt werden. Weder SPD noch Union dürfen derzeit etwas Wichtiges sagen und was sich Journalisten zurzeit zusammen fantasieren, ist die Sendezeit auch nicht wert Die Grünen fallen als Koalitionspartnerin aus, denn die stehen nicht einmal mehr zu ihrem Wahlprogramm und CDU/Linke hätte zwar eine Mehrheit, ist aber undenkbar, während SPD/Linke denkbar ist, aber keine Mehrheit hat.

Bleiben also: Eine Merkel-Minderheits-Regierung, die Große Koalition oder Neuwahlen. Minderheitsregierung geht nicht, weil die Bundeskanzlerin gar nicht regieren könnte, Neuwahlen wären gefährlich für die Union, weil die Alternative für Deutschland dann in den Bundestag einziehen würde. Was also bleibt?

Samstag, 5. Oktober 2013

Ein Fußball-Krimi

Die Nummer 7 hat ein Messer im Rücken

Sonst wäre dieses Spiel schnell wieder in Vergessenheit geraten. Wenn die 70. Minute nicht gewesen wäre. Der Ball saust durch den Strafraum, vorbei an Freund und Feind, trifft den Fuß eines Spielers mit der Nummer 7 und zischt zurück in den Strafraum, wo Freund und Feind nicht mehr auf das Geschoss achten, denn der Spieler mit der Nummer 7 ist umgefallen und liegt auf dem Rasen. Später wird man sich darüber streiten, ob er tot im passiven Abseits gelegen oder für Sekunden noch lebend im aktiven Abseits gestanden hat. Lebte er noch, als sein Fuß den Ball traf, wird der Schiedsrichter sagen, dann war die Nummer 7 im aktiven Abseits, war er schon tot, dann steht darüber nichts in den Regeln. Doch erst einmal wird das Spiel fortgesetzt, denn am grünen Tisch will keine der beiden Mannschaften die Punkte verlieren. Die Nummer 7 wird derweil von zwei Sanitätern am Spielfeldrand abgelegt. Bis zum Abpfiff lassen sie den Toten nicht aus den Augen. In seinem Rücken steckt ein Messer, das offenbar aus dem Fan-Shop des Gegners stammt.

So beginnt also mein Fußball-Krimi "Mord und andere Fouls". Eingefallen ist mir diese Szene gestern Abend. Wieder einmal bei einem Hundespaziergang. Seit ein paar Tagen schreibe ich an dieser Geschichte, die hauptsächlich in Hannover spielt, wo ein Liebespaar eine August-Nacht auf dem Abenteuerspielplatz in der Eilenriede verbringt. Kennengelernt haben sie sich bei einem Spiel von Hannover 96 gegen Arminia Hannover. Solche Begegnungen hat es in Hannover gegeben - und als auch noch die Sportfreunde aus Ricklingen in der gleichen Liga waren, sangen wir nicht "Ihr könnt nach Hause fahrn", sondern "Ihr könnt nach Hause gehn". Danach trennten sich die Wege dieser Clubs wieder, die "Roten" kehrten nach langer Zeit in die Erste Liga zurück, die "Blauen" und die Sportfreunde stürzten ab.

Wer sich in die Arbeit an einem Roman stürzt, erschafft eine eigene Welt. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind fließend - und wenn ich derzeit in Wilhelmshaven mit meinem Hund unterwegs bin, fließt auch der Alltag manchmal an mir vorbei, weil ich gedanklich das nächste Kapitel schreibe.

Irgendwann wird diese Geschichte zu Ende sein. Dieses Ende wird für mich überraschend kommen. Wahrscheinlich ebenfalls bei einem Hundespaziergang.

Weitere Szenen aus meinem Roman lesen Sie hier