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Es werden Posts vom Januar, 2013 angezeigt.

Milchmädchen

Rechnen wie der Verteidigungsminister

So rechnet der Verteidigungsminister: Je mehr deutsche Soldaten in einen Kampfeinsatz geschickt werden, desto weniger deutsche Soldaten können die Gegner totschießen. Die meisten deutschen Soldaten werden in Afghanistan zwar gar nicht von anderen totgeschossen, sondern von sich selbst - aber das ist geheim. Wenn das nicht so wäre, würde dann die Rechnung des Verteidigungsministers stimmen?

Rechnen wir doch einmal so: Je mehr Geld wir haben, desto weniger kann uns an der Supermarktkasse abgeknöpft werden. Stimmt das?

Oder rechnen wir doch einmal so: Je mehr Kilometer wir mit immer mehr Autos fahren, desto seltener fährt uns jemand von hinten drauf. Stimmt das etwa?

Wir können natürlich auch so rechnen: Je mehr Kampfhunde wir halten, desto seltener werden wir von einem fremden Kampfhund gebissen. Wird doch wohl niemand behaupten wollen.

Die Moral von der Geschicht: Als Verteidigungsminister kommst du überall hin - nur nicht in eine geschlossene psyc…

Wanted

Ein wenig Christentum in der katholischen Kirche

In der "heute-show" ist vorigen Freitag ein katholischer Merkwürdenträger zu Wort gekommen, der auf die Frage, ob auch Jesus ein Vergewaltigungsopfer aus einer Klinik geworfen hätte, antwortete: "Jesus war kein Mediziner." Gründer der katholischen Kirche war Jesus aber auch nicht, was allerdings keinen Merkwürdenträger daran hindert, sich der Öffentlichkeit in Kleidern zu zeigen und Kinder zu zeugen, die er anschließend nicht mehr kennt. Motto (bei Paulus angelehnt): "Zeugen ist gut, nicht erziehen ist besser."

Doch manchmal finden katholische Merkwürdenträger auch Zeugen nicht gut. Wenn Nazi-Mörder nach Südamerika geschmuggelt werden, wenn schmutziges Geld gewaschen wird, wenn Heimkinder verprügelt und missbraucht werden, wenn...Wenn das trotzdem herauskommt, vergibt der höchste Merkwürdenträger von Rom aus allen alle Sünden. Motto (bei Jesus angelehnt): "Nun sündige munter fort. Bis zur nächsten Gene…

Nineeleven

1973 in Chile

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für ein paar Stunden nach Chile gejettet. Dieser südamerikanische Staat ist reich an wichtigen Bodenschätzen. Die sollen nicht nur für China ausgebuddelt werden, sondern auch für Deutschland. Deshalb war die Kanzlerin dort.

Ein paar Tage zuvor sind in Chile Generäle verhaftet worden, die bei dem Putsch im Jahre 1973 eine unrühmliche Rolle gespielt haben sollen. Auch damals ging es um die Bodenschätze von Chile. Die gehörten nicht dem chilenischen Volk, sondern größtenteils amerikanischen Firmen. Bis der Sozialist Salvador Allende Präsident wurde. Das war 1970. Die Wahl war demokratisch, die Aufregung in den USA, aber auch in Deutschland groß. Besonders wütend machte die CDU, dass die Christdemokraten aus Chile diesen sozialistischen Präsidenten bei einigen Vorhaben unterstützten. Sie hatten ihm im Parlament sogar ihre Stimmen gegeben.

Doch die Macht hatten andere. Der "Krieg der Mumien" begann. Dokumentiert wurde dieser Krieg 1…

Der Enkel-Tick

Der Enkel-Tick von Rainer Brüderle

Vor dem Enkel-Trick warnt immer wieder die Polizei, vor dem Enkel-Tick des FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle warnt jetzt der "stern". Der soll sich vor einem Jahr einer 28-jährigen Redakteurin genähert haben, bis er von einer Aufpasserin ins Bett geschickt wurde. Dort weinte er so lange in sein Kissen, bis der Wein aus seinem Körper wieder raus war.

Ein bisschen schuld an dieser peinlichen Geschichte ist aber auch der "stern". Gesteht das Magazin. Das schickt nach eigenem Bekunden schon einmal eine Redakteurin leicht geschürzt an eine Hotelbar, weil Leichtbekleidete von Politikern mehr erfahren als Schwerbewaffnete.

Aber nur wenige Frauen schreiben darüber, bedauert der "stern". Die von Brüderle Angegaffte hat man zwölf Monate lang zappeln lassen, bevor sie endlich der Öffentlichkeit kundtun durfte, worunter sie so lange gelitten hatte. Sie würde immer noch ungehört leiden, wenn Brüderle nicht FDP-Spitzenkandidat gew…

Flegel

Bei Maischberger

"Rot-Grün zieht vorbei - Albtraum für Merkel?" Diese Frage hat gestern Abend Sandra Maischberger in den TV-Raum geworfen. Zurückgeworfen wurden von Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister von Berlin), Peter Altmaier (Umweltminister), Katrin Göring-Eckardt (Spitzenkandidatin der Grünen) und Patrick Döring (FDP-Generalsekretär) Satzfetzen. Weiter kam niemand. Jeweils drei oder vier Wörter reichten für die nächste Fetzerei der männlichen Polit-Flegel, die niemanden ausreden ließen.

Wowereit, Altmaier und Döring bewarben sich für ein Fernseh-Verbot, das unverzüglich ausgesprochen werden sollte, damit sich Kinder kein übles Beispiel an ihnen nehmen können. Nervosität bei SPD, CDU und FDP ist keine Entschuldigung für ein derartiges Verhalten. Dass Politiker gar nicht mehr auf die Argumente der anderen eingehen, ist schon schlimm genug. Niemand beantwortet beispielsweise überzeugend die Frage, ob nun ein Mindestlohn oder eine Lohnuntergrenze die bessere Lösung is…

Hart - aber fair?

Rote Pappnase für Frank Plasberg

ARDaus: “Ist der nicht cool?” So hat Frank Plasberg “hart, aber fair” gestern einen Fernsehauftritt des FDP-Parteivorsitzenden Philipp Rösler am Wahlsonntag kommentiert, bei dem sich der Vorhang mit “Morgen informiere ich die Gremien” öffnete und mit “Morgen werde ich dazu Stellung nehmen” wieder schloss. Rösler habe bei diesem Interview offenbar schon gewusst, was er am nächsten Tag tun werde, jubelte der Moderator. Wäre ich im Studio gewesen, hätte ich Plasberg eine Tröte in die Hand gedrückt. Dann hätte er seine Begeisterung musikalisch untermalen können. Eine rote Pappnase hätte ihm sicher auch gut gestanden.

Reporter verfolgt Passantinnen und Passanten

Zwangsmittel

Deutsche Nationalbibliothek setzt mich unter Kostendruck

Die Deutsche Nationalbibliothek droht mir jetzt per Einschreiben mit Zwangsmitteln. Innerhalb von einer Woche soll ich dort meine Bücher "Wenn Zahlen einen Kopfstand machen", "Zerstreutes Wohnen - Ratgeber für alle ab 70", "Auf dem Weg zur Disco lauern Mörder - So warnt die Neuapostolische Kirche vor der Freiheit", "Menschen rinnen wie Sand durch die Finger - Psychologie der Neuapostolischen Kirche" und "Wahl spezial in Wilhelmshaven - Gelebte Demokratie an der Jade" abliefern. Sollte ich das nicht tun, bestellt "ein anderer" diese Bücher. Die Kosten hätte ich zu tragen. Gegen diesen Bescheid kann ich innerhalb eines Monates Widerspruch einlegen. Ein Widerspruch hätte keine "aufschiebende Wirkung". Bedeutet: Bekäme ich Recht, müsste die Deutsche Nationalbibliothek die Kosten übernehmen.

Alles, was in Deutschland gedruckt wird, muss bei der Deutschen Nationalbi…

SPD wird APO

Der Peer ist auf einem guten Weg

Wenn die SPD weiterhin jede Woche 2 Prozent verliert, haben wir nach der Bundestagswahl endlich wieder das, was sich vor gut 40 Jahren viele gewünscht haben: eine außerparlamentarische Opposition (APO). Dann geht Peer Steinbrück als Ap-Opa in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein. Auf jeden Fall ist er auf einem guten Weg. Die SPD bekommt noch 23 Prozent. 

Wie weiland Gerd kann der Peer ab Oktober 2013 als parlamentarischer Oppositioneller an so manchem schmiedeeisernen Tor rütteln. Allerdings wird er nicht "Ich will hier rein" rufen, sondern so manchem Manager entgegen: "Ich will dein Gehalt." Die SPD wird ihn sicherlich nicht festhalten.

Sollte dem Peer wider Erwarten kein Tor geöffnet werden, kann er sich immer noch für viel Geld als Talkshow-Gast verdingen, der immer wieder erklärt, wie er eine 150 Jahre alte Partei daran gehindert hat, noch älter zu werden. Zumindest parlamentarisch hätte er erfolgreich etwas gegen …

Das Niveau sinkt

Politik in Niedersachsen: Einschläfern oder belügen?

Als Schüler habe ich gelegentlich die Ohren auf Durchzug gestellt, weil ich mich gefragt habe, warum ich meinem Lehrer länger zuhören und mich ständig unterfordern lassen soll. So ging es mir gestern auch ab 21 Uhr. Der NDR übertrug vor den niedersächsischen Landtagswahlen das "einzige TV-Duell" zwischen dem niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister und seinem Herausforderer Stephan Weil (noch Oberbürgermeister von Hannover).

Aus dem Halbschlaf gerissen wurde ich erst wieder, als über den Bildschirm Aufnahmen von weinenden Familien flimmerten. Dabei handelte es sich um Vietnamesen, die während einer Nacht- und Nebel-Aktion aus dem Land geworfen worden waren. Man schickte Kinder dort hin, wo sie nie gelebt hatten. Die waren bis dahin in Niedersachsen zuhause. Und wie kommentierte der niedersächsische Ministerpräsident diese Bilder von einer Menschen verachtenden Aktion? Erster Satz: "Niedersachsen ist ein …

Missbrauch in Kinderheimen

Die katholische Kirche verliert nicht gern die Kontrolle

"Hiermit möchte ich Ihnen umgehend mitteilen, dass ich Ihre Zuschrift gelesen habe und Sie bitten, alles was Sie für die Arbeit des Ausschusses aus Ihrer eigenen Erfahrung wichtig finden, mir zuzusenden."

Das hat mir Antje Vollmer, ehemals Bundestagsvizepräsidentin und ab 2009 Vorsitzende eines Bundestagsausschusses zur Aufklärung von Missständen in Kinderheimen, am 15. Dezember 2008 geschrieben. Zuvor hatte sich der Petitionsausschuss zwei Jahre lang mit dem Thema beschäftigt. Der Ausschuss beschränkte sich auf die 50er-, 60er- und 70-er Jahre. Das war der erste Fehler, denn auch später hatte es Missbrauchsfälle in Heimen gegeben.

Jetzt hat die katholische Kirche Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Institut Niedersachsen den Aufklärungsstuhl vor die Wissenschaftstür gestellt - und fast alle Printmedien (die sich gern als Qualitätserzeugnisse sehen) drucken dazu eine Meldung ab, die von der Deutschen Presseagentur…

Die Schweizer - oder:

Wer hat die vorzeitige Fertigstellung von Großprojekten erfunden?

Zwei Jahre Verspätung bei der Fertigstellung eines Großprojektes in Deutschland sind seit Freitag ein McAllister. Der niedersächsische Ministerpräsident sagte nämlich am 4. Januar 2013 in Wilhelmshaven, dass er stolz sei, weil der JadeWeserPort, "pünktlich fertig wurde". Der Containerhafen ist zwar immer noch nicht ganz fertig, aber auf solche Nebensächlichkeiten legen deutsche Politikerinnen und Politiker schon lange keinen McAllister mehr. Die peilen lieber über den Daumen. Verpeilt hat sich auch Berlin - und zwar beim Willy-Brandt-Flughafen. Der kommt bei der Verspätung wahrscheinlich auf zwei McAllister. Wie viele McAllisters es bei Stuttgart 21 werden, weiß noch nicht einmal der Bahn-Chef.

Darüber machen sich jetzt sogar die Schweizer lustig. Das will schon etwas heißen. Denn bis die Eidgenossinnen und Eidgenossen merken, dass es jenseits der Alpen überhaupt noch etwas anderes gibt, vergeht gewöhnlicherwe…

Sah die FDP...

...einen Rösler flehn

Die FDP bereitet sich schon einmal auf die Wahlniederlage am 20. Januar 2013 in Niedersachsen vor. Genscher und Lindner lauern auf die erste Hochrechnung und schon heißt es: "Sah die FDP einen Rösler flehn."  Der Verfall des Koalitionspartners ist der CDU Freude und Ansporn, wenn nur die CSU nicht immer wieder auf die Spaßbremse treten würde. Seehofer will die Mautgebühr, weil er ein Alter erreicht hat, in dem man nicht mehr so oft Auto fährt. Derweil ist die Kanzlerin nach Wilhelmshaven gereist. Dort traf sich der CDU-Bundesvorstand im teuersten Hotel der Stadt, die so pleite ist, wie ein Hartz-IV-Empfänger am 15. jeden Monats.

Von dort aus betrachtet sieht es in Deutschland fast überall so rosig aus, dass die CDU-Spitze aus dem Schwärmen nicht mehr heraus kam. Heraus kam dabei die  "Wilhelmshavener Erklärung", in der eigentlich nur noch die Heiligsprechung der Kanzlerin fehlte. Aber so was ist bekanntermaßen Sache des Papstes, der derzeit al…