Sonntag, 29. Dezember 2013

Verleumdungen

Wenn man in Wilhelmshaven eine Wochenzeitung gründet
Über 150 000 Mal sind in diesem Jahr meine Internet-Seiten über Wilhelmshaven und Friesland aufgerufen worden, jede Woche verteile ich ein 2sechs3acht4-Flugblatt in der Stadt, das von vielen Leserinnen und Lesern bereits für Freunde und Bekannte kopiert wird, doch die Frage, ob ich einen zweiten Versuch starten wolle, in Wilhelmshaven eine Wochenzeitung herauszugeben, habe ich  jüngst verneint. Was ich beim ersten Versuch erlebt habe, reicht mir.
Frühjahr 2004: Die Wochenzeitung 2sechs3acht4 befindet sich in der Gründungsphase. Aus dem Bundesgebiet bekommen wir Anrufe, berichtet wird uns, dass überall Erkundigungen über uns eingezogen werden. Die Konkurrenz sei wohl sehr neugierig. Eine Woche vor dem Erscheinen der ersten 2sechs3acht4-Ausgabe macht sich der Brune-Mettcker-Verlag auf die Suche nach einem Redakteur für eine neue Wochenzeitung, die “Szene Wilhelmshaven” heißen soll. Mit der wird später der Anzeigenmarkt abgegrast, Inserate werden zu Schleuderpreisen angeboten oder sogar verschenkt. 

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Flunkern die Frauen -

Oder übertreiben die Männer?

Wenn ein Fernsehsender meint, er müsse einen Spielfilm unterbrechen, damit mir drei Autofirmen erklären können, was für tolle Fahrzeuge sie herstellen, verlasse ich entweder die Wohnung und gehe noch einmal mit meinem Hund um die Häuser oder ich lese Videotexte. Spannend finde ich stets Umfrageergebnisse. Hätten die Zuschauerinnen und Zuschauer eines gewissen Privatsenders Recht behalten, dann wäre Gregor Gysi jetzt Bundeskanzler. Stets ist die Linke auf über 50 Prozent gekommen.

Gestern hat mich ein anderes Umfrageergebnis ins Grübeln gebracht. 42 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen sagten, sie hätten mit einer oder einem "Ex" Sex gehabt. Da müssen entweder einige Männer übertrieben oder einige Frauen geflunkert haben. Denn wenn ich Paare fragen würde, ob sie sich schon einmal gemeinsam in einem Stadion ein Fußballspiel angesehen haben und es käme solch ein Ergebnis dabei heraus, wäre das auch verwunderlich.

Mir geht es hier um Mathematik, nicht um Moral...Die von dieser Geschichte wäre: Spielfilme sollten von Fernsehsendern nicht unterbrochen werden.


Mittwoch, 25. Dezember 2013

Weihnachten

Aus dem Netz gefischt.


















Hätten deutsche Jugendämter verhindert?

Im Internet kursiert seit Jahren eine Weihnachtsgeschichte, die in der heutigen Zeit angesiedelt ist. Die Geburt von Jesus in einem Stall ruft die Behörden auf den Plan. Auch eine fiktive "Bild"-Schlagzeile wird im Netz verbreitet.

Die biblische Weihnachtsgeschichte beginnt in Nazaret, die schwangere Maria und Josef begeben sich nach Bethlehem. Zwischen diesen beiden Orten liegen über 100 Kilometer Luftlinie. Auf Deutschland übertragen würden sich die beiden also auf den Weg von Hannover nach Nordrhein-Westfalen machen.

Der Überlieferung nach ist Maria 14 Jahre alt gewesen. Sie würde also in Hannover das Gymnasium besuchen. Dass sie schwanger ist, könnte sie irgendwann nicht mehr verheimlichen. Würde sie nun den Lehrern erzählen, dass sie mit einem wesentlich älteren Mann zusammenlebt, der aber nicht der Vater des Kindes ist, würde die Schule das Jugendamt einschalten. Die Behörde würde Maria in einer Mutter-Kind-Einrichtung unterbringen, um sie von diesem Mann zu trennen, der möglicherweise eine Minderjährige missbraucht hat. Würde Maria weiter den Namen des Vaters verheimlichen, müsste sie mit Kindesentzug sofort nach der Geburt rechnen. Für das Jugendamt würde sie sich nicht kooperativ verhalten, das wäre Grund genug. Alt genug, um das Kind allein zu erziehen, wäre sie nach Behördenansicht sicherlich nicht.

Maria und Josef flüchten also nach Bielefeld. Das Kind kommt in einer kargen Behausung zur Welt, Nachbarn bekommen das mit und informieren die Behörden. Josef stünde schon bald vor Gericht wegen Beihilfe zu einer Kindesentführung, auch Maria müsste mit einer Anklage rechnen. Für Jesus würde das Jugendamt eine vorübergehende Pflegestelle einrichten. Bliebe Maria dabei, dass Josef nicht der Vater des Kindes ist, müsste er vor Gericht beweisen, dass er im Leben des Jungen eine wichtige Rolle spielt. Damit würde er scheitern, weil Jesus gleich nach der Geburt Maria weggenommen worden ist.

Entscheidend für die Zuständigkeit eines Jugendamtes ist erst einmal der Ort, wo das Kind lebt. Ein Familiengericht würde Maria das Sorgerecht entziehen und auf eine Amtsperson übertragen. Würde Maria nun behaupten, dass Jesus eine wichtige Rolle für die Menschheit spielen solle, käme sie in eine psychiatrische Klinik. Bliebe sie bei ihrer Darstellung, bekäme sie das Sorgerecht nie wieder, Jesus würde bei Pflegeeltern aufwachsen. Könnte sie Umgangsrecht erstreiten, fände der nur in Begleitung einer Amtsperson statt. Würde sie Jesus bei einem dieser Treffen erzählen, dass er sich auf die ihm zugedachte Rolle vorbereiten müsse, würde Maria auch ihr Umgangsrecht riskieren. Das Jugendamt würde sicherlich anordnen: "Wenn Sie das nicht lassen, sehen Sie Ihren Jungen nie wieder."

Ja. Jedes Jugendamt würde Weihnachten verhindern...Nun stelle man sich noch vor, Jesus würde als 30-Jähriger in ein Jugendamt gehen und dort Mitarbeiter als "Ottern- und Natterngezücht" bezeichnen.

Die im Netz kursierende Weihnachtsgeschichte

Montag, 16. Dezember 2013

Das Röschen

Kann alles und noch viel mehr

Das gilt als größte GroKo-Überraschung: Ursula von der Leyen wird Bundesverteidigungsministerin. Sie gibt nun die Kommandos. Wie 1980 einem Lokalredakteur aus Burgdorf bei Hannover, der fast schon alle fünf Minuten telefonische Anweisungen von ihr bekommen hat, bis er im "Burgdorfer Kreisblatt" über eine angebliche Belästigung berichtete, die Polizei und Staatsanwaltschaft nicht an die große Glocke hängen wollten. Die Behörden wollten einen Jungen schützen, Ursula von der Leyen, die damals noch den Spitznamen "Röschen" hatte, dagegen nicht. Sie informierte seinerzeit die Presse früher als ihren Vater Ernst Albrecht, den damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, dem man eine Autobahn, die so genannte "Moor-Autobahn", fast bis vor die Haustür in Burgdorf-Beinhorn gebaut hatte.

Dann verschwand sie für lange Zeit von der Burgdorfer Lokal-Fläche, bis sie im Rat einer Nachbargemeinde wieder auftauchte. Den Landtags-Wahlkreis hatte die CDU inzwischen an die SPD verloren. Ursula von der Leyen sollte ihn zurück erobern. Das gelang ihr auf Anhieb, ihr SPD-Gegenkandidat, ein Öko-Landwirt aus Uetze, der bis dahin im Landtag gesessen hatte, war in privater Runde ein Zeitlang zerknirscht: "Ich habe diese Frau völlig unterschätzt."

Das ist offenbar vielen so gegangen. Sie rechneten nicht mit den Macht-Genen dieser siebenfachen Mutter und Ärztin, für die es nun politisch nur noch bergauf ging. Schon bald gehörte sie zur niedersächsischen Landesregierung, doch Hannover war nur eine Zwischenstation auf ihrem Weg nach Berlin. Merkel rief - sie kam. Haare auf den Zähnen hatte Ursula von der Leyen immer. Als bei einer Diskussion über Jugendämter Kritik an diesen Behörden geübt wurde, bügelte sie den Fragesteller mit dem Hinweis ab, dass sie als Mutter die Wirklichkeit ganz genau kenne und gleich bei einem Elternabend sein müsse. Ihre Antwort hatte mit dem Problem zwar nichts zu tun, aber die Diskussion beendet hatte sie.

Kommandieren ist ihr also nicht fremd. Ursula von der Leyen ist sicherlich keine Frau, die sich abends Kuschelrock anhört. Schon als Kind hat sie ihren eigenen Angaben zufolge lieber unter dem Tisch gesessen, wenn ihr Vater Leute empfing, die sie auch heute noch für wichtig hält, als draußen zu spielen. In ihrer Kindheit habe sie bereits viel über Politik gelernt. Hinzu kommt eine große Einsatzbereitschaft, die sie wahrscheinlich von ihrer Mutter gelernt hat, die in Burgdorf viele Ehrenämter hatte und auf sozialem Gebiet Tolles leistete. Widerspruch ließ auch ihre Mutter nur selten zu. Das weiß ich als ehemaliger Lokalredakteur in Burgdorf bei Hannover aus eigener Erfahrung.

Nun ist Ursula von der Leyen also Bundesverteidigungsministerin. Dass sie 2017 Kanzlerkandidatin werden will, streitet sie gar nicht ab. Warum auch...

Die Geschichte von der angeblichen Belästigung lesen Sie hier.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Sagt doch endlich








Die Wahrheit!

"Mein Willy" sülzt heute ein gewisser Helmut Böger in der "Bild am Sonntag" herum. Brandt sei ein "Jahrhundertmensch" gewesen. Das stimmt zwar, aber in der Springer-Presse möchte ich so was nicht lesen. Zum 100. Geburtstag sollten "Bild" und "Bild am Sonntag" sich endlich entschuldigen für die Schmutzkampagnen gegen diesen Politiker. Da ist doch von der Springer-Presse und von der CDU mit jedem Dreck geworfen worden, um diesen Sozialdemokraten zu beschmutzen. Sogar nach dem Kniefall vor dem jüdischen Ehrenmal in Warschau haben sie ihn so madig gemacht, dass Brandt wütend gefragt haben soll: "Woher wollen diese Schweine eigentlich wissen, was ich fühle?"

Alle wollen inzwischen in Ehrfucht erstarrt sein, wenn sie Brandt begegnet sind. Niemand will ihn mehr als "Vaterlandsverräter" und als uneheliches Kind verleumdet haben. Sogar als Vater soll er zumindest zeitweise ungeeignet gewesen sein. Oder hat auch das nie in der "Bild"-Zeitung gestanden?

Ich bin als Schüler in Wilhelmshaven wegen Willy Brandt in die SPD eingetreten. Seine Ostpolitik faszinierte mich. Im Herbst 1972 zog ich als Student nach Mainz um und trug wie viele andere die "Willy wählen"-Plakette. Vor dem Hauptbahnhof hielt mich deswegen ein älterer Herr an, der sich als Vorsitzender der DKP vorstellte. Schon bald gesellten sich andere zu uns. Wir diskutierten so eifrig über Politik, wie man sich das heute gar nicht mehr vorstellen kann. Dann kam Brandt. 30 000 Menschen wollten ihn hören. Mit seiner Rede erreichte er jeden in der Menge. Die Ausstrahlung dieses Mannes reichte bis zum Letzten bei dieser Wahlkampfveranstaltung. Brandt entfaltete seine Visionen von einer anderen Bundesrepublik, in der er auch Großunternehmer in die Schranken weisen würde.

Ein Jahr zuvor waren wir als Schüler eines Wilhelmshavener Gymnasiums in Prag. Brandt bekam während unserer Klassenfahrt den Friedensnobelpreis. Das erfuhren wir auf der Straße von einem Prager, der uns zu diesem Nobelpreis gratulierte. Immer wieder kamen Leute zu uns, die sich mit uns freuten. Auch in Prag wurde viel Positives von Brandt erwartet. Als wir wieder zuhause waren, holte uns der deutsche Alltag schnell wieder ein. Konservative Kreise nörgelten an der Preisverleihung herum.

Wiederum ein Jahr zuvor war Willy Brandt in Erfurt und traf sich dort mit dem DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph. Die "Willy, Willy"-Rufe der begeisterten Menge deutete das Staatsfernsehen später in "Willi, Willi"-Rufe um.

1974 hatten sie ihn zermürbt. Brandt stürzte wegen der Guillaume-Affäre, doch sein Rücktritt war eher ein Befreiungsschlag. Seine Rücktrittserklärung klang so, als sei er froh darüber, endlich auch den Intriganten in seiner eigenen Partei entkommen zu können. Wehner hatte ihn in Moskau beleidigt, Helmut Schmidt begnügte sich mit Lippenbekenntnissen.

1989 wurde Willy Brandt wieder gefeiert. Einen Tag nach dem Fall der Mauer war er in Berlin. Erneut gab es "Willy, Willy"-Rufe. Die Berliner hatten nicht vergessen, was sie diesem Bundeskanzler verdankten.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Karl Dall (II)

Wer nimmt eine Stalkerin mit aufs Hotelzimmer?

Zu meiner Schweizer Zeit habe ich mir hin und wieder den "Blick" gekauft. Für mich war diese Zeitung stets eine harmlosere "Bild"-Zeitung, die bei der Sensationsmache lediglich übte. Doch inzwischen ist dieses Boulevardblatt zumindest für die Journalistin A. S. gefährlich geworden. Denn sie wird als "Karl Dalls Stalkerin" bezeichnet. Dieser Komiker aber hat diese Frau mit in sein Hotelzimmer genommen. Wer macht denn so was mit einer Stalkerin?

In der Schweiz meldet sich nun ein Mann nach dem anderen zu Wort, der von A. S. belästigt worden sein will. Selbst wenn all diese Geschichten stimmen sollten, bliebe doch der Vergewaltigungsvorwurf, mit dem sich die Ermittlungsbehörden beschäftigen. Der muss geklärt werden - und zwar offenbar sehr schnell. Sonst machen der "Blick" und andere Zeitungen so weiter.

Bei Vergewaltigung handelt es sich um ein Verbrechen. Soll diese Tatsache im Medienrummel untergehen? A. S. hat sich heute in der "Bild am Sonntag" zu Wort gemeldet. Sie ist also auch nicht klüger als Karl Dall, der "Bild" in der vorigen Woche vorgeheult hat, wie schlimm es im Gefängnis war. Aber die Wärter waren nett - und bei der täglichen Zigaretten-Ration hatte er nach eigenen Angaben einen "Dall-Bonus". Dieser Komiker hat wohl noch nicht begriffen, was ihm vorgeworfen wird.

Wer würde sich schon so ins Scheinwerferlicht stellen, wenn es um Mord ginge? Eine Vergewaltigung ist Mord an einer Seele, die vielleicht nie wieder gesund wird. Da man die Seele nicht sehen kann, darf man nun über ein vermeintliches Opfer herziehen, weil man dann endlich wieder in der Zeitung steht? Wer Karl Dall auf diese Weise entlasten will, leistet ihm einen Bärendienst. Wenn sich dieser Komiker schon laufend öffentlich zu Wort melden muss, dann sollte er es mit einer Distanzierung von solchen Leuten tun.

Zur Achtung vor dem Leben gehört auch die Achtung vor der Sexualität. Die ist von Spießern lange genug in den Dreck gezogen worden - und es gibt immer noch genügend Leute, die Sex nur als Mittel zum Zweck des Kinderkriegens akzeptieren wollen. Was dieser Tage ein Bischof - ebenfalls aus der Schweiz - in einem Hirtenbrief gegen die Homo-Ehe wieder deutlich gemacht hat.

Blick in den "Blick"

Sonntag, 1. Dezember 2013

Karl Dall

Hat einen Knall

"Falls diese Frau Herrn Dall tatsächlich nachgestellt hat, die beiden also wirklich Kontakt hatten, dann spricht das eigentlich eher für ihre Version der Geschichte", kommentiert heute Marion Horn, Chefredakteurin der "Bild am Sonntag", den Fall "Knall-Komiker". Der "Blick" reichert die Geschichte derweil mit weiteren Vermutungen an. Karl Dall soll sich schon vor der Talkshow "Aeschbacher" mit der freien Journalistin getroffen haben, die ihn nun der Vergewaltigung bezichtigt.

Marion Horn ist mit ihrer Schlussfolgerung zwar ein wenig voreilig, aber den Preis "Lust-Idiot des Jahres" hat sich der 72-Jährige verdient. Denn Karl Dall hat bereits zugegeben, dass er bei einem Interview per e-mail gegenüber dieser Journalistin auch "schlüpfrige Bemerkungen" gemacht hat. Als Karl Dall in Untersuchungshaft saß, hätte man seinen Geisteszustand untersuchen sollen, dann bräuchte er sich bei einem eventuellen Prozess wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit gar keine Gedanken mehr zu machen.

An der darf übrigens schon länger gezweifelt werden. Auf seinen eigenen Seiten wirbt Karl Dall auch mit Rollen, die er vor 30 Jahren in von ihm so genannten "Erotik-Komödien" gespielt hat. Einer der Titel: "Dirndl-Jagd am Kilimandscharo". Auch den "Preis des beleidigten Zuschauers" für "frauenfeindliche Sprüche" führt er dort als "Auszeichnung" auf. Diesen "Preis" hat Karl Dall 1994 bekommen.

Wer Billig-Streifen mit dummen Sprüchen und armseliger Handlung für erotisch hält, nur weil die Mädels alle fünf Minuten nackt sind, muss schon sehr abgestumpft sein. Der nimmt doch keine freie Journalistin mit aufs Hotelzimmer, um sich mit ihr über Rotwein zu unterhalten, wie Karl Dall jetzt behauptet. Der beherrscht doch die Kunst der gepflegten Unterhaltung gar nicht mehr. Wenn man dann auch noch hört, was dieser Frau inzwischen so alles nachgesagt wird, dann ist das doch nur ein weiterer Grund für Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit von Karl Dall. Mit einer Stalkerin ziehe ich mich doch nicht zurück, die stelle ich in aller Öffentlichkeit zur Rede. Was diesem "Lust-Idioten" wohl nicht mehr möglich gewesen ist, weil er schon wegen seiner "schlüpfrigen Bemerkungen" erpressbar war. Die er nun zugegeben hat, um von weiteren Dummheiten abzulenken?

Laut "Bild am Sonntag" gibt es in dieser Geschichte nun zwei Opfer, Karl Dall und die freie Journalistin. Das Leben beider sei ruiniert. Das glaube ich bei Karl Dall eher nicht. Seine Fans werden zu ihm halten. Armseligkeit ist ein Kitt, der auch für die nächste Armseligkeit reicht. Wer 1993 vor laufenden Kameras zu Norbert Blüm gesagt hat, "wir beide können ja noch die jungen Weiber abknallen", und trotzdem weiter machen durfte, wird auch zukünftig sein Publikum finden, das spätestens nach dem zweiten Bier auf Dirndl-Jagd geht, die Frage "Und was ist der Kilimandscharo?" aber nicht beantworten kann.








Donnerstag, 28. November 2013

Hebamme in Afrika

Tagebuch über ein Geburtshaus in Uganda

Sie hat ihre Habseligkeiten von Koblenz nach Münster zu ihrer Familie gebracht, nun sitzt Julia Hagedorn auf gepackten Koffern. Samstag steigt sie in einen Flieger nach Afrika, eine Freundin begleitet sie so lange, bis sie mit ihrer Arbeit als Hebamme in einem Geburtshaus in Uganda beginnt. Warum sie das macht? "Ich will mein Leben nicht nur erträumen", sagt sie, gelegentlich brauche sie einen Tapetenwechsel.

Das Dorf, in dem Julia Hagedorn arbeiten wird, findet man auf keiner Landkarte. Doch das Geburtshaus hat einen Internet-Auftritt. Julia Hagedorn ebenfalls. Sie will regelmäßig aus Uganda und über ihre Arbeit berichten. Das wird sicherlich ein spannendes Tagebuch. Angst hat Julia Hagedorn nicht. Uganda sei inzwischen ein relativ sicheres Land - und dass sie nach ihrer Rückkehr in Deutschland wieder als Hebamme arbeiten kann, daran zweifelt sie nicht. In Uganda arbeitet sie ehrenamtlich.

Der Klick zu Julia Hagedorns Tagebuch

Mittwoch, 27. November 2013

Ich als Nikolaus

Bin mit dem Programm nicht zufrieden

In irgendeiner Kirche soll ich am 8. Dezember 2013 den Nikolaus spielen. Dazu bin ich heute eingeladen worden. Die Einladungs-mail landete in meinem AOL-Briefkasten. Auf dem steht Peter Wilmers. Das ist ein Pseudonym von mir aus meinen Hamburger Zeiten als Redakteur einer Nachrichtenagentur. Bei der mail, die mich erreicht hat, kann es sich durchaus auch um einen Irrläufer handeln. Nun der Text:

Hallo!
Nachdem ich noch einmal mit Marie-Luise Rücksprache gehalten habe, sende ich euch jetzt den Ablauf zu. Die Tür am Plakat soll mit den Kindern gemeinsam geöffnet werden, es soll aber keine große Sache daraus gemacht werden. Außerdem wird für den Nikolaus noch ein großer roter Sessel bereitgestellt, in dem er während des Adventssingens sitzen darf.
Liebe Grüße

Heike Niebiossa

Auf den großen roten Sessel freue ich mich schon. Das der mail angehängte Programm allerdings gefällt mir nicht. Das sieht bisher so aus:

Thema: Nikolaus
Geistliche Vertretung: Pastor Beese
Organisatorinnen: Anika Leuthardt
Anita Black
Kristin Hoffmeier
Heike Niebiossa

Nikolaus: Peter Wilmers
Musik: Jessica Bergmann (Gitarre)
Nathalie Bergmann (Altflöte)


Ablauf
  1. Lied Nr.1: Wir sagen euch an… (Strophe 1 und 2)
Die Kerzen werden von Moritz und Lukas angezündet.

  1. Begrüßung/Kreuzzeichen durch Pastor Beese
Der Pastor erklärt den Kindern, dass wir mit dem nächsten Lied den Nikolaus hereinbitten möchten.

  1. Lied Nr. 7: Sei gegrüßt lieber Nikolaus (Strophe 1 und 2)
Der Nikolaus schreitet während des Liedes durch den Mittelgang nach vorne.


  1. Erzählung des Nikolauses
Der Nikolaus erklärt, dass für das nächste Lied Instrumente an die Kinder verteilt werden. Diese Instrumente werden nach dem Lied wieder eingesammelt.

  1. Lied Nr. 3: Dicke rote Kerzen (Strophe 1 und 2)
Die Instrumente werden wieder eingesammelt.

  1. Gebet:
Guter Gott, heute denken wir an den heiligen Nikolaus. Er hatte mit den hungrigen Menschen großes Mitleid, er betete für sie um das tägliche Brot und konnte ihnen geben, was sie brauchten. Darum ist seine Liebe bis heute nicht vergessen. Amen

Die Kinder werden darum gebeten, durch den Mittelgang nach vorne zu gehen. Am Plakat wird das 2. Türchen geöffnet. Alle Kinder gehen gemeinsam zur Krippe.
  1. Krippendarstellung durch Pastor Beese

  1. Gebet und Schlusssegen durch Pastor Beese an der Krippe


  1. Lied Nr. 6: Lasst uns froh und munter sein (Strophen 1-5)


Der Nikolaus verteilt die Stutenkerle am Ausgang an die Kinder.

Inzwischen habe ich Heike Niebiossa in einer mail die folgenden Änderungen vorgeschlagen:

Erst einmal bedanke ich mich dafür, dass ich den Nikolaus spielen darf. Da der Papst sich in diesen Tagen eine Kirche gewünscht hat, die sich nicht mehr bei der Jagd nach noch mehr Reichtum Beulen holt, sondern beim Kampf für die Rechte der Armen und Geschundenen, halte ich das vorgeschlagene Programm für überholt. Die Kirche sollte sich nicht mehr mit der Verehrung von Heiligen beschäftigen, sondern mit aktuellen Themen, die durchaus auch auf fröhliche Weise angepackt werden dürfen. Deshalb schlage ich diesen teils fröhlichen, teils sehr kritischen Programmablauf vor:

Fröhlicher Teil mit religiösem Bezug:

Lied Nr. 1: Mein Gott Walter von Mike Krüger

Der Nikolaus erzählt anschließend die Geschichte von Mike Krüger, aus dem nie ein großer Sänger geworden ist. Außerdem erklärt der Nikolaus den Kindern, dass Gott keinesfalls Walter heißt. Möglicherweise ist Gott nicht einmal ein Mann. 

Innerkirchlich kritischer Teil:

Lied Nr. 2: Die Kinderlein missbrauchten/missbrauchten wir doch all. 

Den vollständigen Text stelle ich als Nikolaus rechtzeitig zur Verfügung.

Außerkirchlich zutreffender Teil:

Gebet: Vater unser, der du nie warst in der Kirche.

Den vollständigen Text stelle ich als Nikolaus rechtzeitig zur Verfügung.

Die Kinder schreiten durch den Mittelgang und verlassen die Kirche. 

Abschließender karitativer Teil:

Pastor Beese versteigert den großen roten Sessel, auf dem der Nikolaus gesessen hat. Vor der Versteigerung zündet er die Kerzen an, damit man den Sessel besser sieht.

Der Nikolaus schreitet durch den Mittelgang, schnappt sich die Stutenkerle, die Gemeinde singt

Lied Nr. 3: Lasst ihn satt und zufrieden sein. 

Die von mir vorgeschlagenen Programmänderungen werden bei Heike Niebiossa sicherlich auf Wohlgefallen stoßen. Dann plane ich sie für einen weiteren Programmpunkt als Weihnachtsengel ein... 

Montag, 25. November 2013

Hirnforscher

Können etwas damit anfangen?

Vielleicht können Hirnforscher etwas damit anfangen - ich auch. Heute habe ich im Internetcafé eine Tasse Kaffee mit einem Riegel "Yogurette" bekommen. Ein Blick genügte und schon stieg ich mit einem Jungen auf den Schultern die Stufen zur Domplatte in Köln hoch. Neben mir lief wieder die Mutter des Jungen. Es war ein wunderschöner August-Abend, wie man ihn vor einer so großartigen Kulisse nur in wenigen Städten verbringen kann. Ein Clown stand in einem Kreis von Menschen, die auf der Domplatte saßen. Der Junge setzte sich zu ihnen. Ich setzte mich neben ihn. Irgendwann beugte sich die Mutter des Jungen zu mir herunter, gab mir einen Kuss und sagte: "Du tust dem Jungen gut." "Yogurette" war ihre Lieblings-Schokolade.

Ein paar Jahre später nervte ich in Köln einen Hotelangestellten. Weit nach Mitternacht waren wir von einem Stadtbummel zurückgekehrt, wir ließen uns den Schlüssel geben und als wir auf dem Bett lagen, fiel mir auf, dass die Decke nur halb neu gestrichen worden war. Ich griff zum Telefon und beschwerte mich bei der Rezeption: "In Ihrem Hotel werde ich nicht schlafen können." Der Hotelangestellte erkundigte sich nach dem Grund. Meine Antwort brachte ihn völlig durcheinander: "Die Decke ist nur halb gestrichen. Da kriege ich kein Auge zu." Der Hotelangestellte erklärte mir, dass er um diese Zeit keinen Maler in unser Zimmer schicken könne. Aber er werde dafür sorgen, dass die Decke am nächsten Tag fertig gestrichen werde.

Wieder ein paar Jahre später hatte ich einen Termin in Köln, weil Kinder einen Internet-Auftritt ihrer Schule der Öffentlichkeit vorstellen wollten. Als ich das bereits erwähnte Hotel betrat, huschte ein Lächeln über das Gesicht des Hotelangestellten: "Sind Sie nicht der Gast mit der Decke?" Vielleicht können Hirnforscher etwas damit anfangen - ich auch...



 

Sonntag, 24. November 2013

Marion Horn

Chefredakteurin der "Bild am Sonntag" hat Karl May gelesen

"Bild am Sonntag" (BamS) hat Angst vor der Schweiz. Denn dort wird heute über die Höhe der Managergehälter abgestimmt. Das stimmt die Chefredakteurin Marion Horn ängstlich: "Keiner weiß, wie die Schweizer heute entscheiden. Ob sie ihre Managergehälter beim 12-Fachen des niedrigsten Angestelltenlohnes deckeln wollen."

Wie eine Volksabstimmung in Deutschland verlaufen würde, weiß die BamS-Chefredakteurin aber schon. Hier zu Lande käme ein Deckel drauf, meint sie und hat Karl May gelesen, den sie in ihrem Kommentar mit Karl Marx verwechselt: "Die marxistische Arbeitswerttheorie ist Unfug. Also, dass der Wert davon abhängt, wie viel Arbeit man reingesteckt hat." Frau Horn, in den Romanen von Karl May wimmelt es von Roten, in Deutschland aber nicht. Das Ergebnis einer Volksabstimmung wäre also keinesfalls darauf zurückzuführen, dass alle Karl Marx gelesen haben. Sie doch auch nicht.

Die "marxistische Arbeitswerttheorie" ist ein Erklärungsversuch für Ausbeutung. Karl Marx hat darauf hingewiesen, dass gegenseitiger Betrug nicht zu mehr Reichtum führt, sondern lediglich zu einer Umverteilung. Es müsse also einen Faktor geben, der die Einen immer reicher und die Anderen immer ärmer mache. Dafür entwickelte er zwei Wertbegriffe: den Gebrauchswert und den Tauschwert. Damit auch Marion Horn diese Theorie versteht, machen wir es ihr ganz einfach, ich schreibe auch ganz langsam, weil sie offenbar nicht schnell lesen kann: Haben zwei Produkte oder Dienstleistungen den gleichen Gebrauchswert, aber nicht den gleichen Tauschwert, beginnt die Ausbeutung. Die Einen müssen länger arbeiten als die Anderen, um beispielsweise 1 000 Euro zu verdienen.

Das wird auch die BamS-Chefredakteurin nicht bestreiten wollen. Macht sie im nächsten Satz ihres Kommentars auch gar nicht: "In unserem System bemisst sich der Wert einer Ware oder eines Angestellten daran, was ein anderer dafür freiwillig bezahlen will." Womit sie Karl Marx Recht gibt. Allerdings müsste Marion Horn noch die Gewerkschaften abschaffen, die manchmal mehr für die Arbeiter und Angestellten herausholen als Unternehmer bezahlen wollen. Dann würde auch die Verelendungstheorie von Karl Marx in allen Punkten zutreffen. Daran arbeitet die BamS-Chefredakteurin noch - erst einmal macht sie sich für die Manager krumm: "Was Unternehmer ihren Managern zahlen, geht den Staat nichts an. Gar nichts."

Gegen Dummheit ist fürwahr kein Kraut gewachsen. Was Unternehmer Managern gezahlt haben, geht uns alle doch schon heute immer dann etwas an, wenn sich ein Manager als unfähig erwiesen hat. Dann blecht der Staat. Wir blechen nämlich immer dann, wenn Manager versagen.

Da auch Marion Horn zu ahnen scheint, dass ihr Kommentar eher ein Rohrkrepierer ist als eine fundierte Meinungsäußerung, verabschiedet sie sich mit diesen Sätzen: "Wenn die Politik Entlohnungen regeln will, sollte sie bei den eigenen Pensionen anfangen. Das ist seit Jahren überfällig." Schon ist der Beifall aller fällig, die genauso dumm sind wie die BamS-Chefredakteurin. Was haben denn die Pensionen deutscher Politikerinnen und Politiker mit einer Volksabstimmung über Managergehälter in der Schweiz zu tun?

Warum drückt sich Marion Horn nicht klar und deutlich aus? Sie hat etwas gegen Volksabstimmungen in Deutschland, sie ist gegen den Mindestlohn und Manager sollen sich dumm und dusselig verdienen. Sie hat sich doch auch schon dumm und dusselig verdient...

Mittwoch, 20. November 2013

Die Gedanken

Sind frei...

Dieses Lied kennen wir alle. Die meisten von uns sind von Lehrerinnen und Lehrern mit den Strophen bekannt gemacht worden - und ich als Schüler habe gedacht: "Da haben Sie Recht. Wenn Sie wüssten..."

Was aber geschieht, wenn die Gedanken nicht nur frei sind, sondern man auch noch so frei ist, sie jemandem mitzuteilen? Richtig, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Will jemand die Freiheit der Gedanken verbieten, isoliert er den Gedankenträger und meidet ihn. Will aber jemand die Freiheit des Gedanken nicht verbieten, kann sich ein weites Feld öffnen - das Feld der Gedankenspiele.

Die Rede ist hier nicht von Gedanken an Gewalt und andere Niedertracht, sondern von Gedanken der Solidarität, der Zärtlichkeit und der Ermutigung. Meine Großmutter hat mein weiteres Leben mit einem Gedanken geprägt. Sie ärgerte sich darüber, wie schüchtern ich als 14-Jähriger war und gab mir diese Sätze mit auf den Weg: "Wenn du dich immer versteckst, betrügst du die anderen um dich. Das ist ein schlimmer Betrug." Danach machte ich zwar viele Fehler, aber den Fehler, mich zu verstecken, machte ich nicht mehr. Auf die Wiederholung von Fehlern verzichtete ich. Wenn ich feststellte, dass ich ein Spiel nicht gewinnen konnte, begann ich ein neues. Plötzlich mochte ich alle Menschen, die frei, ungezwungen und neugierig sind, die anderen langweilten mich nur noch.

Ich begriff, dass der Satz "Das macht man nicht" ein Satz für Untertanen war. Die Frage, woher jemand wisse, dass man etwas nicht tun dürfe, wenn er es noch nie jemand gemacht hat, konnte auch niemand beantworten. So öffnete sich das Tor zum Unerwarteten und zum Unerhörten. Je weiter sich dieses Tor öffnete, desto aggressiver reagierten die Bedenkenträger. Sie versanken in Neid und Missgunst. Sie hatten leider keine Großmutter wie meine.

Kurz vor ihrem Tod führten meine Großmutter und ich noch einmal eines unserer intensiven Gespräche, bei denen sie mich immer wieder verblüffte. Sie sagte: "Was ich mir gewünscht und nicht getan habe, bereue ich viel mehr als alles, was ich getan habe, weil andere sich das so wünschten." Denn die gemeinsamen Wünsche sind sicherlich immer noch die schönsten. Manchmal muss man den Anfang machen, damit solche Wünsche wahr werden.

 

Samstag, 16. November 2013

Glück ist

Wenn man diese Psychologin nicht zum Bahnhof schickt

"Positiv denken, sich etwa mit einem Glücks-Tagebuch auf die schönen Dinge im Leben zu besinnen, Dankbarkeit üben - diese Dinge können zu mehr Zufriedenheit beitragen. Dabei stimmt es aber nur zum Teil, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Zwar ist ein einzelnes Glücks-Gen noch nicht identifiziert, dennoch ist die Glücks-Fähigkeit auch genetisch bedingt. Die amerikanische Psychologin Sonja Lyubomirsky meint: 50 Prozent unseres Glücks hängen vom Erbgut ab, zehn Prozent vom Zufall, und 40 Prozent von unserem bewussten Handeln."

Das ist nun öffentlich-rechtlich gesichert. Denn zum Glück gibt es die ARD-Themenwoche? Ich bin da anderer Meinung. Die da ist: Glück ist zu 100 Prozent vom Glück abhängig. Sonst kann Folgendes passieren: Man kann sein Glück nicht fassen. Weg ist es wieder. Man will das Glück festhalten. Dann ist es weg, bevor es da ist.  Man will sein Glück nicht dem Zufall überlassen. Dann kommt es nie. Man wartet auf sein Glück. Genauso gut kann man einen ICE nach Wolfsburg nehmen, der fährt bekanntermaßen immer dran vorbei.

Auch sonst möchte ich nicht in der Haut dieser Psychologin stecken, die per zufälliger Handlung erblich bedingt Tagebuch führt über die schönen Dinge im Leben, damit das Erbgut dem Zufall nur 10 Prozent überlässt. Man stelle sich einmal vor: Sonja Lyubomirsky kommt auf einen zu und sagt, was für ein Glück, dass ich Sie zu 50 Prozent wegen meines Erbgutes, zu 10 Prozent aus Zufall und zu 40 Prozent wegen meiner bewussten Handlung hier treffe, können Sie mir mal sagen, wie ich zum Bahnhof komme? Die würden wir doch überall hinschicken, nur nicht zum Bahnhof.

Wenn man neben der auch noch aufwachen würde, wäre an Glück doch nur noch zu denken, wenn man in ihrer Wohnung ist und nicht in der eigenen. Aus ihrer Wohnung könnte man so schnell wie möglich abhauen - aber die brächte es fertig und würde so lange nach einem suchen, bis sie vor der Wohnungstür stünde und sagte: "Das ich dich finden werde, steht seit gestern schon in meinem Tagebuch."

Montag, 11. November 2013

Schuhe und Sex

"Bild"-Ratgeber nicht vollständig

Immer wieder widmet sich die "Bild"-Zeitung wichtigen Themen. Dieses Mal geht es auf der Ratgeber-Seite um die Schuhe, die Frauen tragen. Mit ihnen signalisieren Frauen angeblich, was sie beim Sex besonders gern mögen. Barfuß sei jedoch am besten, dann könne mit entspanntem Sex gerechnet werden. Leider aber ist dieser Ratgeber wieder einmal unvollständig und soll deswegen hier erweitert werden.

Lesen Sie aber bitte vorher erst einmal die Tipps der "Bild"-Zeitung.

Danke für Ihre Geduld! Nun die dringend erforderlichen Erweiterungen. Trägt die Frau

Reiterstiefel: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass sie nicht immer nur unten liegen will.

Gummistiefel: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass er ein Wasserbett kaufen sollte.

Gummistiefel mit Sauerstoffmaske: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass sie Nichtschwimmerin ist und Angst davor hat, im Wasserbett zu ertrinken.

Porsche Schuhe: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass ihr die Sitze in einem teureren Auto besser gefallen würden.

Stoffschuhe: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass er ihr zu langsam ist.

Laufschuhe: Dann gibt sie dem Mann zu verstehen, dass sie vom Jogging nicht zurückkehren wird.

Noch mehr über Schuhe und Frauen erfahren Sie aus diesem Lied.










Sonntag, 10. November 2013

Petition

Auf Change.org zu einem Justizskandal
Meine Computer werden unzulässig gelagert und sind nach der Rückgabe nicht mehr brauchbar, eine Verfassungsbeschwerde verschwindet auf drei Wegen (als Internet-Fax, als mail und auf dem Postweg), ich informiere darüber den Bundespräsidenten Joachim Gauck – der reagiert überhaupt nicht. Bis das Verfahren eingestellt wird, verliere ich drei Jobs. Der Anwalt der "Wilhelmshavener Zeitung" behauptet auf einem Gerichtsflur sogar, ich sei "wohl vorbestraft". 
Wer unterschreibt diese Petition, veröffentlicht bei Change.org?
Hier anklicken (zweimal)

Donnerstag, 7. November 2013

Medienkompetenz

Wie sehen diese Meilensteine aus?

Das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung und die Niedersächsische Medienanstalt setzen nach eigenem Bekunden Meilensteine für die Medienkompetenz. Heute findet in Hannover eine landesweite Fachtagung statt. Motto "Lernen ohne Zeit und Raum". Das sei wichtig, weil man sich bei häufigeren Ortswechseln in der Welt sonst gar nicht mehr zurechtfinden würde.

Die Medienkompetenz hat mehrere Seiten. Kinder und Erwachsene müssten nicht nur lernen, wie sie Informationen finden und gewichten können. Die Medien müssten auch verraten, woher ihre angeblichen Weisheiten stammen und für wen sie verbreitet werden.

Der Präsident des Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung drückt das vor der Fachtagung so aus: „Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, ihr eigenes Leben selbstständig und verantwortungsbewusst zu gestalten und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört auch, dass sie fähig werden, sich umfassend zu informieren und die Information kritisch zu nutzen. Die schulische Realität entspricht diesem Anspruch noch nicht." Das hat Wulf Homeier zweifellos schön gesagt.

Die Medien jedoch werden immer inkompetenter. Verleger wechseln gute Redakteure gegen billige Hilfskräfte aus, die ins Rathaus marschieren, dort eine Pressemitteilung abholen und diese anschließend nicht nur abschreiben, sondern auch noch den Eindruck erwecken, was sie zu Papier bringen, sei ihnen selbst eingefallen. Auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten erwischt man immer häufiger dabei, dass bei ihnen Gutgläubigkeit vor Recherche geht. Den Rest regeln Interessenverbände in den Aufsichtsgremien.

Informationen werden gewaschen. Wenn ein Großunternehmen seine Meinung wirkungsvoll verbreiten will, schaltet es eine Agentur ein, die das von der Firma Gewollte als objektiv erforderlich verkauft, die Medien kaufen das diesen Agenturen ab. Das durchschaut niemand sofort. Solche Meldungen müssten also mit einem Warnhinweis versehen werden, der da lauten könnte: "Die Agentur Y hat von der Firma X 10 000 Euro für diese Nachricht bekommen, damit wir sie veröffentlichen." Die Öffentlichkeit irritieren kann man als Unternehmen oder als Lobbyist auch mit Untersuchungen und Studien, die so ausfallen, wie sie ausfallen sollen. Bei der Verbreitung der Ergebnisse muss nur verschwiegen werden, wer dafür bezahlt hat.

Wie in diese Medienwelt Schulen passen sollen, die Kinder nicht nur stark, sondern auch noch kritisch machen, sollte Wulf Homeier uns erklären. Für die meisten Medien arbeiten könnten die doch gar nicht mehr. Wo gibt es denn noch Verleger, die mehr wollen als Geld machen? Und wenn es solche Verleger gibt, wie weit kommen die noch? Da werden doch lieber Säue durchs Dorf gejagt, damit sich die Leserinnen und Leser unterhalten fühlen. Deshalb sind die Schulen nicht nur noch nicht so weit, wie Homeier das möglicherweise gern hätte, sie sollen gar nicht so weit kommen.

Als der Student Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 während einer Demonstration gegen den Schah in West-Berlin von der Polizei ermordet worden ist, forderten wir als Schüler eine sofortige Aufklärung. Schon wurden wir als Lügner abgestempelt. Diesen Stempel behielten wir über 30 Jahre lang. Bis man endlich zugab: Es war Mord. Die Wahrheit ist oft eben auch eine Zeitfrage. Sagt man sie zu früh, gilt man als Störenfried.

Das Gleiche dürfte für die Ermordung von John F. Kennedy gelten. Wer sich diese tolldreiste Geschichte von einem Einzeltäter in einem Schulbuchlager ausgedacht hat, muss uns schon für sehr blöd halten. Wäre Lee Harvey Oswald wirklich der Kennedy-Mörder gewesen, hätte er nicht kurz nach der Verhaftung ermordet werden können. Ein Nachtclubbesitzer sollte die Geschichte beenden, bevor man den Märchenerzählern auf die Schliche gekommen wäre. Die fast schon entlarvt worden waren. Die "Berliner Illustrierte" meldete damals nämlich, dass die Route, die der Konvoi von Kennedy in Dallas nahm, kurzfristig geändert worden war, in der ersten Meldung über das Attentat war von Schüssen die Rede, die von vorne abgegeben worden seien. Was wirklich geschehen ist, erfahren wir auch noch. Bis dahin wissen wir möglicherweise auch, wer Arafat ermordet hat.









Mittwoch, 30. Oktober 2013

Weitere Idiotin

Aus der gemästeten Klasse

Die von mir gestern kritisierte gemästete Klasse treibt es nun auch in der "Bunten", was "Bild" sofort weiter tratscht. Angela Spelsberg ist Ärztin und hat 13 Jahre lang mit dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zusammengelebt. Ihrem Ex-Mann wünscht sich nun: "Hoffentlich wird er nicht Minister." Dafür zählt die 53-Jährige Gründe auf, die ich hier nicht wiederholen werde. Interessieren würde mich auch nur, warum sie mit diesem Mann die Klamotten zusammen geschmissen hat. Und zwar für 13 Jahre. Hat sie etwa so lange ausgeharrt, weil sie vorher noch nicht um ein Interview über ihr Privatleben gebeten worden ist?

Falls diese Ärztin einen neuen Partner hat, ist der hoffentlich schon mit unbekanntem Ziel auf der Autobahn. Mit solch einer Frau würde ich keine Sekunde mehr verbringen. Bei der weiß man doch nie, wann sie das nächste Mal am Medien-Rad dreht.

Angela Spelsberg leitet ein Tumorzentrum in Aachen. Dort sollte sie schnellstmöglich ihren eigenen Tumor entfernen lassen. "Bild" druckt sicherlich die Genesungs-Geschichte. Ein paar Vertreter der gemästeten Klasse warten möglicherweise schon darauf: Boris Becker, Lothar Matthäus...

Teil I


Dienstag, 29. Oktober 2013

Die Idioten

In den gemästeten Kreisen

Nun hält sie es also nicht mehr aus. Das kann sie ihrer Familie nicht mehr antun. Das geht so nicht. Aber einem Augenarzt eine Millionensumme schenken - das ist gegangen. Die Kieler Oberbürgermeisterin ist geradezu ein Musterbeispiel für die Verkommenheit der gemästeten Kreise. Werden sie nicht mehr gemästet, vergießen sie Krokodilstränen. Susanne Gaschke, halt die Gusche! Für solch eine Sozialdemokratin will man sich nicht einmal mehr fremdschämen.

Das ist doch alles nicht so schlimm gewesen. Das kann doch passieren. Man muss eben etwas vorsichtiger sein, wenn man mit dem Handy telefoniert oder mails verschickt. Nun habt euch doch nicht so. Die Amis, das sind doch eigentlich ganz nette Leute. Ein bisschen neugierig vielleicht. Aber das muss man seit dem 11. September doch verstehen. Das Thema ist für uns erledigt. Bis die Bundeskanzlerin abgehört wird. Werden auch die gemästeten Kreise belauscht, dann vergießen sie Krokodilstränen. Dann ist alles so unglaublich schlimm. Auch für solche Christdemokraten will man sich nicht einmal mehr fremdschämen.

Das geht nun alles sehr fix. Wir tauschen nur einmal kurz die Politiker aus. Schon ist der Berliner Flughafen fertig. Einen neuen Manager haben wir auch. Der hat zwar noch nie etwas gebacken bekommen, aber der nächste Kuchen wird lecker. Das Mehl hat der Hartmut doch schon fast im Namen. Wie bitte? Brandschutztüren gibt es auch und die will niemand bei einem Feuer per Hand öffnen, das soll elektronisch funktionieren? Wie hätten wir denn darauf kommen sollen? Wir haben gedacht, wenn es gefährlich wird, kommt der Hausmeister mit seinem Schlüsselbund. Wenn die gemästeten Kreise erst Geld aus dem Fenster werfen, muss man immer neue Fenster einsetzen. Wowereit und Konsorten haben immer einen Fensterplatz. Für die will man sich ebenfalls nicht fremdschämen.

Für den Mindestlohn sind wir nun aber wirklich ganz eindeutig sicher nicht überall. Sagen jetzt die Zeitungsverleger. Wo kämen wir denn hin, wenn alle, die unsere Zeitungen herumtragen, 8,50 Euro pro Stunde verdienen würden? Dann müssten wir uns doch ganz neue Abrechnungssysteme einfallen lassen. Was das wieder kostet. Ungerecht wäre es auch noch. Wir bezahlen alle pro herum getragenem Exemplar. Das ist doch viel gerechter, und wir sind für Gerechtigkeit. Lassen wir doch täglich in unseren Zeitungen schreiben. O. k., von Haus zu Haus gehen, Zeitungen so in Briefkästen stecken, dass sie nicht gestohlen werden können und dabei auf 8,50 Euro in der Stunde kommen, das schafft niemand. Wenn die gemästeten Kreise tun sollen, was sie schreiben lassen, kann man sie abschreiben. Wer will sich für die schon fremd schämen?







 

Sonntag, 27. Oktober 2013

Wird schon geregelt

Wie eine Kühlschranktür.









Spaß mit Regeln

Der Weisheiten gibt es viele. Besonders im Netz. Diese habe ich heute gefunden und fand die erst einmal gut. Wenn nicht dieses blöde Textverständnis wäre. Und die Realität, die E. T. kennengelernt hat, als die Mutter nach Hause kommt und dem Alien die Kühlschranktür an den Kopf haut, weil Erwachsene das Unfassbare nur noch selten fassen können.

Wie diese Kühlschranktür wirkt die erste Regel. Hab Spaß. Da ist man doch gleich im Tiefkühlfach. Kaum hat der Spaß begonnen, werden die Füße kalt, weil Spaß eine Regel sein soll. Sobald man sich nicht mehr an die Regel hält, hört der Spaß auf? Der Spaß regelt sich dann von ganz allein und macht keinen Spaß mehr.

Gut, man kann dann immer noch sagen: "In der Regel macht mir das Spaß." Anschließend wartet man darauf , dass die Regel stimmt. Der Spaß hat sich inzwischen kaputt gelacht. 




Samstag, 26. Oktober 2013

Sommer-Gastspiel

Wenn es noch einmal mild wird

Immer wieder schaut der Sommer noch einmal kurz vorbei. Bei diesen sommerlichen Gastspielen kommen mir immer verrückte Ideen.

Die Erste: Brust-Hüpfen

Bei einem Waldspaziergang mit der Freundin langsam die obersten Knöpfe ihrer Bluse öffnen. Ihren BH stehlen und dann die Hand auf die linke oder rechte Brust legen. Wie lange der Spaziergang dann noch dauert, kommt auf die Wiesen an.

Die Zweite: Taschentuch-Suche

Bei einem Waldspaziergang die Freundin um Hilfe bei der Suche nach einem Taschentuch in der Hosentasche bitten. Wie lange der Spaziergang dann noch dauert, hängt nicht nur vom Brust-Hüpfen und von den Wiesen ab.

Die Dritte: Protestieren

Wenn Leute vorbeikommen, die strafende Blicke senden, laut sagen: "Hör auf damit, du weißt genau, dass ich das unanständig finde." Wichtig ist dabei, dass die anderen nicht wirklich etwas sehen, sondern nur etwas ahnen...Erstaunlich ist dann immer wieder, wie schnell solche Leute so tun, als hätten sie überhaupt nichts mitbekommen.

Die Vierte: Kellner verwirren

Ein Zimmer mieten und erst einmal eine halbe Stunde auf dem Zimmer verschwinden. Dann ins Hotelrestaurant gehen und die Freundin fragen (während der Kellner die Bestellung aufnimmt): "Du bist ganz sicher, dass dein Mann erst übermorgen wiederkommt?" Wenn der Kellner dann noch bringt, was man bestellt hat, ist er wirklich sehr diskret...

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Sauhaufen

Polizei ohne Arsch in der Hose

Ihr müsst Eier haben. Hat Oliver Kahn mal gesagt. Die weitere Verbreitung von Weicheiern hat er damit nicht verhindert. Wenn die irgendwo aufschlagen, kann man sie nur noch in die Pfanne hauen. Eigentlich. Statt dessen hauen diese Weicheier andere in die Pfanne. Alles Angstbeißer, die laut kläffen, wenn die Dogge nicht mehr da ist.

Gefällt mir etwas nicht, dann sage ich es. Dann verstecke ich mich nicht hinter irgend jemanden oder hinter irgend etwas. Wie jetzt ein paar Polizeibeamte aus Oldenburg, die ihren Vize-Chef Dieter Buskohl anonym angezeigt haben. Vorgeworfen wird ihm Machtmissbrauch, Korruption und Mobbing. Polizeipräsident Johann Kühme hat deswegen bereits ein Disziplinarverfahren gegen seinen Stellvertreter eingeleitet. Das sei so üblich, sagt er. Dieter Buskohl meldet sich derweil aus dem Urlaub und behauptet, dass alle Vorwürfe "erstunken und erlogen" seien: "Ich werde mir auch rechtliche Schritte vorbehalten. Ich habe da eine gewisse Verdachtslage."

Da ist man als Leserin oder als Leser doch in der Verdachtslage, dass auch mit dem Polizeipräsidenten etwas nicht stimmen kann. Warum ist der von Feiglingen umgeben, die sich in die Anonymität flüchten? Will er das so - oder soll man an einen Zufall glauben? Und wie muss man sich ein Disziplinarverfahren bei der Oldenburger Polizei vorstellen? Wenn jetzt jeder jeden verdächtigt und überall getuschelt wird, reicht ein Staatsanwalt nicht. Dann sollte man ein paar gute Ärzte kommen lassen.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Kesse SMS

Missverständnisse am Handy

Klug ist sie. Aber dass sie sich für so viele Dinge interessiert, war mir unbekannt. Zuerst simst sie WWF? Ich antworte nach einer kurzen Phase des Nachdenkens: World Wide Fund Nature. Damit habe ich ihr hoffentlich geholfen. Mein Handy bleibt jedoch nicht lange stumm. Das mein ich nicht. IWF, simst sie. Was für ein Sprung. Vom Natur- und Tierschutz zur Geldpolitik. Internationaler Währungsfond, tippe ich zurück. 

Meine erste SMS ist nicht angekommen, denke ich, als sie zum zweiten Mal fragt: WWF? Also simse ich: Ist eine weltweite Tier- und Naturschutzorganisation. Damit ist sie nicht zufrieden: Ich frage mal deinen Freund Kai. Dass Kai mehr weiß als ich, ist mir zwar neu, aber soll sie es doch versuchen.

Dann bleibt mein Handy stumm. Bis heute Morgen. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und lese: KWT! Die Abkürzung kenne ich nicht. Ich google sie. Eine Antwortmöglichkeit lautet: Dachorganisation für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsexperten in Österreich. Was will sie denn mit der?  Deswegen frage ich sie: Du bist unterwegs? Nun verwirrt sich mich vollends: Ich bin bei Kai. Kai war toll. 

Dass Kai toll sein soll, ist mir in zehn Jahren nicht aufgefallen. Sie weiß mehr als ich? Ich habe bei WWF das for vergessen... 




Montag, 21. Oktober 2013

Wilder Sex

Ist auch nicht die "Welt"

Frauen haben Sex mit dem eigenen Mann und darum selten.
Frauen haben Sex mit dem eigenen Mann aus Höflichkeit.
Frauen haben Sex mit einem fremden Mann und darum wilden.
Frauen haben Sex mit einem geträumten Mann. Fantastischen.

Das musste endlich einmal geschrieben werden. Die "Welt"-Redakteurin Kathrin Spoerr hat es getan - in ihrem Buch "Das Leben mit mir ist die Hölle für mich". Und ich bin wohl wieder im falschen Artikel. Diese Autorin malt sich nicht nur aus, wie eine Bekannte und ein Bekannter übereinander "herfallen" (ihre Wortwahl), sie erlebt auch noch eine Enttäuschung. Denn im Bett (bevorzugter Ort von Kathrin Spoerr für Sex) der beiden ist so viel los wie in der Wüste Gobi. Ihre Freundin hat alles mögliche, wenn sie an ihren Mann denkt, aber keine erotischen Fantasien. Im Zweifelsfalle ist sie lediglich höflich und liegt unten, während er sich oben an die Arbeit macht.

Es könnte aber auch alles ganz anders sein. Vielleicht sollte ich ein Buch mit dem Titel "Spoerrlicher Sex" schreiben. Dann würden meine Thesen lauten:

Frauen haben Sex mit einem fremden Mann und darum selten.
Frauen haben Sex mit einem geträumten Mann aus Höflichkeit.
Frauen haben Sex mit dem eigenen Mann, so lange er ihnen noch fremd ist.

Dass für Kathrin Spoerr ihr eigenes Leben die Hölle ist, glaube ich ihr ungelesen. Ungelesen bleibt hoffentlich auch ihr Buch. Der "Welt"-Artikel ist schon langweilig genug...







Samstag, 12. Oktober 2013

Schwere Kette

Neue Presse Hannover, 12. Oktober 2013


















Über ehemalige Piraten schreibt man nicht

Die niedersächsische Landeshauptstadt gilt als graue Maus unter den Landeshauptstädten. Dieses Vorurteil pflegen viele Kabarettisten. Mehr als die Bahnhofsgegend und den Veranstaltungsort haben die wohl nie gesehen.

Wie in fast allen Städten hat auch in Hannover ein Verlag das Meinungsmonopol. Im Madsack-Verlag erscheinen die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und die "Neue Presse". Die Ideen kleinerer Verlage hat sich der Medienriese einverleibt, und zwar so: Erst mit Klagen drohen, dann das Scheckbuch zücken.

Dennoch behauptet sogar der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, in Deutschland existiere ein Qualitätsjournalismus. Der Mann heißt Michael Konken und hat als Pressesprecher der Stadt Wilhelmshaven gelernt, dass Flunkern zum Handwerk gehört. Das verrät er in seinen Vorträgen über die Zukunft des Journalismus aber nicht.

Als Hannoveraner habe ich mit den beiden Zeitungen aus dem Madsack-Konzern einiges erlebt. 1986 verbot die Verlagsleitung eine Rezension meines Romans "Streichelnde Worte", ein paar Jahre später behauptete eine Redakteurin nach einer Lesung, ich sei Naturlyriker, obwohl ich Prosa vorgetragen hatte, ein gemeinsames Projekt mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Partnerstadt Leipzig wurde in den Wendejahren mit keinem einzigen Wort gewürdigt. Ich könnte die Liste fortsetzen. Sie endet mit der Oberbürgermeisterwahl in Hannover.

Vorgestellt worden sind vor der Wahl lediglich die Kandidatin der Linken und die Kandidaten von SPD, CDU und Grünen. Dass es auch zwei parteilose Kandidaten gab, erfuhr kein Zeitungsleser. Nun ist die Stichwahl gelaufen. Die Wahlbeteiligung betrug 38,2 Prozent. Dem neuen Oberbürgermeister Stefan Schostok wurde also ein Armutszeugnis ausgestellt. Ein ehemaliges Mitglied der Piratenpartei hat die Wahl am Donnerstag angefochten. Auch diese Anfechtung nimmt der Madsack-Konzern nicht zur Kenntnis.

Die Oberbürgermeisterkette wiegt fast zwei Kilogramm, Stefan Schostok wird die Skandalproduzenten aus Hannover nicht an die Kette nehmen.

Weitere Informationen

Freitag, 11. Oktober 2013

Sex in der Schweiz

Wird endlich Schulpflicht

Die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" hat 30 Koffer in Basel entdeckt. Die werden in diesen Tagen an Kindergärten und Schulen verschickt. In diesen Koffern geht es laut "Blick" um "ein heikles Thema: Sex". Warum Sex ein heikles Thema ist, verrät die Boulevardzeitung nicht. Worum geht es also?

Sexualkunde soll in Kindergärten und Schulen Pflicht werden. Für Kindergartenkinder gibt es einen Koffer mit Bildern von Geschlechtsorganen und Puppen, die Puppenkinder zeugen. Wie man das macht, sollen die Kleinen mit diesen Puppen üben. In den Koffern für Schulkinder befinden sich Filme, Holzpenisse aller Art und eine künstliche Vagina.

Fehlen eigentlich nur noch Hausaufgaben für alle ab 14. Dann könnten 14-Jährige mit pädagogischer Begleitung Streicheln üben, 16-Jährige Zungenküsse und alles, was man sonst noch mit Mund und Zunge machen kann, 18-Jährige dürften sich in mehreren Modellversuchen davon überzeugen, dass man jeden Schwanz in jede Möse schieben kann. Für die Abiturprüfung könnten Klassenfahrten organisiert werden. Nur über die Benotung müsste man sich noch einigen. Möglich wären diese Abstufungen "sehr gut, die Schülerin hat gestöhnt und ist immer wilder geworden, er hat lange durchgehalten", "gut, die Schülerin hat gestöhnt, ist aber nur kurze Zeit wild gewesen, er hat es in der vorgegebenen Zeit geschafft", "befriedigend, beide sind nach wenigen Minuten eingeschlafen", "ausreichend, sie ist mit einem künstlichen Schwanz doch noch zum Höhepunkt gekommen" und "ungenügend, sie fand den Jungen davor besser/er hat andere Mädchen wilder gemacht".

Sex ist keineswegs ein heikles Thema. Es ist lediglich ein Thema, das man in Kindergärten und Schulen nicht zwanghaft vermitteln kann. Wenn ein Kind fragt, ist es immer noch früh genug. Diese Fragen gehören ins Elternhaus und in den privaten Bereich. Zärtlichkeit und Lust entziehen sich auch jeder Theorie. Sexualkunde hat etwas Mechanisches. Schlechte Sex-Mechanikerinnen und Sex-Mechaniker gibt es aber schon genug. Wissen, was man hat, bedeutet noch lange nicht, dass man damit umgehen kann...Und die Suche nach dem G-Punkt hat sich längst als vergeblich erwiesen. Den gibt es nicht.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Sexueller Missbrauch

Und kein Mittel gegen diese Seuche?

Ein Büroleiter eines grünen Bundestagsabgeordneten soll Kinder sexuell missbraucht haben. Berichten heute die Medien. Die Reaktionen sind immer die gleichen: Die einen sind schockiert, die anderen sprachlos - und es scheint kein Mittel gegen diese Seuche zu geben. Die Täter sind krank, die Opfer werden es - für ein Leben lang. Die Kinderschänder könnte man für immer wegsperren, nichts würde diese Verbrechen auslöschen. Die Unbefangenheit ist weg. Und keiner will etwas gemerkt haben?

Das kann ich einfach nicht glauben. Verhaftet worden ist dieser Büroleiter nach einem anonymen Hinweis. Der Hinweisgeber will also nicht erkannt werden. Warum? Wer solche Verbrechen aufdeckt, muss sich doch nicht verstecken. Das gilt aber nur, wenn er sofort reagiert hätte. Hätte er eine Zeitlang geschwiegen, wäre er auch nicht viel besser als dieser Büroleiter. Dann hätte er als Mitwisser weitere Verbrechen riskiert.

Wie jahrzehntelang die Kirchen. Jetzt ist wieder ein Missbrauchsskandal aus den 50er und 60er Jahren bekannt geworden. Der heute Verantwortliche entschuldigt sich bei den Opfern. Geht es vielleicht noch ein wenig höhnischer? Für diese Verbrechen gibt es keine Entschuldigung, sie sind lange Bestandteil des Systems gewesen. Der Missbrauch von Sex als Mittel der Gewalt war Methode. Was man für schmutzig hielt, sollte nur noch schmutziger werden. Man wollte es den Kindern zeigen. Alles andere ist Lüge.

Kinder in Heimen und andere Themen












Hier kommt Alex

Und das Blut spritzt

Auf Radio 21 haben sie gerade das Lied über Alex gespielt. Die Moderatorin findet den Song der "Ärzte" gut. Ich allerdings bekomme jedes Mal einen Schrecken. Solche Lieder mag ich nicht. Ich sehe sofort schreckliche Bilder vor mir - und an Ausweglosigkeit glaube ich nicht. Man muss den Weg allerdings suchen oder einen Weg gezeigt bekommen. Daran fehlt es gelegentlich.

Dabei darf man nicht auf die Mächtigen setzen. Die muss man wuschig machen. Wie schnell die Angst bekommen, beweisen sie immer wieder. Da werden Journalisten überwacht, die Linke wird beobachtet - und irgendwo sitzt ein Verfassungsschützer vor Gericht, der allen Ernstes behauptet, er habe nicht mitbekommen, dass in dem Lokal, in dem er gewesen ist, jemand ermordet wurde. Für dumm verkaufen kann man sich allein...

Die Mächtigen haben schon immer Angst um ihre Macht gehabt. Das Neue, das Unerwartete, das Spontane und das Einfallsreiche sind ihre Feinde. Dann labern sie von Werten, die in Gefahr geraten und schielen auf den Dax. Diese Werte meinen sie.

Wie wenig wert ihre Behauptungen sind, ist mir gestern wieder einmal beim Blättern in alten Zeitungen klar geworden. 1974 behauptete Ludwig Erhard von der CDU, Deutschland schaffe sich selbst ab, die größte Gefahr ginge von aufmüpfigen jungen Leuten aus. Die konnte er offenbar in keine Schublade stecken, die hätten jede Schublade gleich wieder geöffnet. Wie bei einer Diskussion über Gleichberechtigung, als sich eine Frau in Rage redete, bis ihr ein Zuhörer versicherte, er habe nichts gegen Frauenbewegungen, sie müssten nur schön rhythmisch sein. Da blieb ihr der nächste Wutanfall im Munde stecken. Gelacht hat sie leider nicht. Wahrscheinlich verstarb sie inzwischen an Humorlosigkeit.

Besondere Vorsicht ist immer geboten, wenn jemand behauptet, ein Thema sei viel zu ernst. Dann will er die anderen klein reden. Alles andere meint er nicht ernst. Und wenn jemand den Untergang predigt, hat er einen Geist, der zu krank ist für Höhenflüge. Wohl auch deshalb ist Angst vorm Fliegen ein Synonym für Angst vor Sex geworden. Denn Sex lässt sich nur schwer zügeln. Was sich nur schwer zügeln lässt, wird pauschal für gefährlich erklärt. Das ist aber auch nur ein Ablenkungsmanöver. Abgelenkt werden soll von der Gefährlichkeit von zügelloser Gier, zügellosem Neid und zügellosem Hass.

Hätten die "Ärzte" ihr Alex-Lied vor 40 Jahren geschrieben, hätten sie wahrscheinlich nicht lange auf eine Parodie mit dem Titel "Wann kommt Eva?" warten müssen.







 

Montag, 7. Oktober 2013

Union kriecht

Der SPD immer weiter entgegen

Öffentlich ist es schon sehr beträchtlich: ARD und ZDF zerren alle paar Tage Politiker der SPD und der CSU vor die Kamera und setzen einen Journalisten dazu - und irgendwo verschränkt Bundesumweltminister Peter Altmaier die Arme vor seinem Bauch und bekommt beim Liebeswerben um die SPD ganz glasige Augen.

Das Spiel beginnt: Peter Altmaier weist darauf hin, dass Deutschland als stärkste wirtschaftliche Kraft in Europa eine stabile Regierung braucht, die Sozialdemokratin oder der Sozialdemokrat erinnert sich mit Grausen an die erste Große Koalition mit Merkel, was Altmaier nicht verstehen kann, weil es auch schon eine Große Koalition gegeben hat, aus der Willy Brandt als Bundeskanzler hervorgegangen ist.

Noch weiter der SPD entgegen kriecht die CSU - gestern bei Günther Jauch der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel, der aus dem Schwärmen über die großartigen Leistungen der SPD in ihrer 150-jährigen Geschichte gar nicht mehr herausgekommen ist. Leider hatte die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft keine Beitrittsformulare dabei. Waigel hätte sofort unterschrieben. Wichtig scheint der Union nur eins zu sein: Merkel muss Bundeskanzlerin bleiben.

Rätselhaft ist aber nicht nur das Talkshow-Verhalten der Union, rätselhaft ist auch, warum diese Talkshows überhaupt ausgestrahlt werden. Weder SPD noch Union dürfen derzeit etwas Wichtiges sagen und was sich Journalisten zurzeit zusammen fantasieren, ist die Sendezeit auch nicht wert Die Grünen fallen als Koalitionspartnerin aus, denn die stehen nicht einmal mehr zu ihrem Wahlprogramm und CDU/Linke hätte zwar eine Mehrheit, ist aber undenkbar, während SPD/Linke denkbar ist, aber keine Mehrheit hat.

Bleiben also: Eine Merkel-Minderheits-Regierung, die Große Koalition oder Neuwahlen. Minderheitsregierung geht nicht, weil die Bundeskanzlerin gar nicht regieren könnte, Neuwahlen wären gefährlich für die Union, weil die Alternative für Deutschland dann in den Bundestag einziehen würde. Was also bleibt?

Samstag, 5. Oktober 2013

Ein Fußball-Krimi

Die Nummer 7 hat ein Messer im Rücken

Sonst wäre dieses Spiel schnell wieder in Vergessenheit geraten. Wenn die 70. Minute nicht gewesen wäre. Der Ball saust durch den Strafraum, vorbei an Freund und Feind, trifft den Fuß eines Spielers mit der Nummer 7 und zischt zurück in den Strafraum, wo Freund und Feind nicht mehr auf das Geschoss achten, denn der Spieler mit der Nummer 7 ist umgefallen und liegt auf dem Rasen. Später wird man sich darüber streiten, ob er tot im passiven Abseits gelegen oder für Sekunden noch lebend im aktiven Abseits gestanden hat. Lebte er noch, als sein Fuß den Ball traf, wird der Schiedsrichter sagen, dann war die Nummer 7 im aktiven Abseits, war er schon tot, dann steht darüber nichts in den Regeln. Doch erst einmal wird das Spiel fortgesetzt, denn am grünen Tisch will keine der beiden Mannschaften die Punkte verlieren. Die Nummer 7 wird derweil von zwei Sanitätern am Spielfeldrand abgelegt. Bis zum Abpfiff lassen sie den Toten nicht aus den Augen. In seinem Rücken steckt ein Messer, das offenbar aus dem Fan-Shop des Gegners stammt.

So beginnt also mein Fußball-Krimi "Mord und andere Fouls". Eingefallen ist mir diese Szene gestern Abend. Wieder einmal bei einem Hundespaziergang. Seit ein paar Tagen schreibe ich an dieser Geschichte, die hauptsächlich in Hannover spielt, wo ein Liebespaar eine August-Nacht auf dem Abenteuerspielplatz in der Eilenriede verbringt. Kennengelernt haben sie sich bei einem Spiel von Hannover 96 gegen Arminia Hannover. Solche Begegnungen hat es in Hannover gegeben - und als auch noch die Sportfreunde aus Ricklingen in der gleichen Liga waren, sangen wir nicht "Ihr könnt nach Hause fahrn", sondern "Ihr könnt nach Hause gehn". Danach trennten sich die Wege dieser Clubs wieder, die "Roten" kehrten nach langer Zeit in die Erste Liga zurück, die "Blauen" und die Sportfreunde stürzten ab.

Wer sich in die Arbeit an einem Roman stürzt, erschafft eine eigene Welt. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind fließend - und wenn ich derzeit in Wilhelmshaven mit meinem Hund unterwegs bin, fließt auch der Alltag manchmal an mir vorbei, weil ich gedanklich das nächste Kapitel schreibe.

Irgendwann wird diese Geschichte zu Ende sein. Dieses Ende wird für mich überraschend kommen. Wahrscheinlich ebenfalls bei einem Hundespaziergang.

Weitere Szenen aus meinem Roman lesen Sie hier

Freitag, 20. September 2013

Jürgen Rück-Tritt-in

Was macht eigentlich der Spitzenkandidat der Grünen?

Soeben habe ich eine Mail von der CDU bekommen. Angela Merkel bittet mich um meine Erst- und meine Zweitstimme. Die könnte von mir allenfalls eine Tritt-Stimme bekommen. Und wo ist eigentlich Jürgen Rück-Tritt-in geblieben? Den Umfragen-Niedergang der Grünen muss zurzeit immer Katrin Göring-Eckardt erklären. Der selbstverständlich nichts damit zu tun hat, dass Rück-Tritt-in die Öffentlichkeit getäuscht hat. Erst erinnert er sich nicht, was er 1981 presserechtlich in Göttingen verantwortet hat, nun schweigt er zu 1989. Gewählt wird der doch nur noch von der Grünen Jugend (weiblich, ledig, jung), die ihre Vagina vor dem Spiegel betrachtet, bis wieder einmal alle Discos geschlossen sind.

Die FDP ist derweil völlig verklebt. Auf jedem Plakat heftet sie ihre Direktkandidaten ab und fleht um Zweitstimmen. Wenn aber schon die Kandidaten, die in den Wahlkreisen um Stimmen werben, nichts mehr taugen, warum sollte man dann glauben, dass die Liste etwas hergibt?

Was Umfragen hergeben, weiß man auch schon seit einigen Jahren. Nichts mehr. Früher hat Allensbach noch eine Woche vor der Wahl das vorläufige amtliche Endergebnis ermittelt, heute forschen sich sechs Institute in die Demoskopen-Irre und verdienen damit viel Geld, das von den Notenbanken immer schneller gedruckt wird. Die derzeitge Inflationsrate für die schwarz-gelbe Koalition liegt bei 45 Prozent, die von Rot-Rot-Grün ebenfalls. Für die Meinungsforschungsinstitute ist mittlerweile überall Griechenland.

Aus Russland meldet sich derweil Gerhard Schröder und gibt Gas: "Wer nicht wählt, lässt andere entscheiden" und der lupenreine Demokrat Helmut Kohl stimmt zu. Zum Nachtisch gibt es Putin in Syrien...

Montag, 16. September 2013

Almleuchter

Packen die Koffer

Die Seenplatten sind wieder geputzt, die Berge stehen wieder gerade und Deutschland atmet auf: Bayern hat gewählt! Die Almleuchter von der FDP packen ihre Koffer und verlassen den Freistaat, der nicht wählerisch ist. Ein Bayern - eine CSU - ein Horst Seehofer.

Aber wie wählt Deutschland? Bei der Bundestagswahl will sich die FDP mit Zweitstimmen begnügen, was der CDU allerdings nicht gefällt. Die CDU will die Zweitstimmen für Merkel haben, weil es die in der DDR nicht gegeben hat. Dort hieß es eine DDR - eine SED - ein Staatsratsvorsitzender. War also so ähnlich wie in Bayern.

Nun rätseln die Wahlforscher, was die Wahl in Bayern zu bedeuten hat. Die Antwort ist einfach. Nichts. Wer dort die SPD wählt, kommt in die Hölle, wer die CSU wählt, kommt überall hin, so lange er Bayern nicht verlässt.

"Die Menschen, die kommen, und die Menschen, die schon immer in Bayern leben – sie leben in einem anderen Land", hat die CSU schon vor der Wahl in ihrem "Bayern-Kurier" erkannt. Nun erkennen wir wieder einmal: Das stimmt.

Donnerstag, 12. September 2013

Ein Verfassungsfeind?

Peer Steinbrück in der "Wahlarena"

Artikel 21 Grundgesetz

(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist gestern Abend ziemlich befreit durch die ARD-Wahlarena gehüpft. In den jüngsten Umfragen wurde er von den Grünen als Koalitionspartner befreit, so dass sich auch Fragen nach einer rot-rot-grünen Koalition erübrigen. Auf fast jede Zuschauerfrage hatte Steinbrück eine Antwort - ich kenne das Problem - das hat man mir auch schon erzählt - ich stecke da zwar nicht drin, aber... - es gibt durchaus Unterschiede zwischen SPD und CDU - das ist aber meine Idee gewesen. Doch dann fiel Peer Steinbrück doch noch die Kinnlade herunter.  

Als ein Zuschauer angekündigt hatte, dass er zum ersten Mal nicht zur Wahl gehen werde, bekam er vom SPD-Kanzlerkandidaten eine verfassungswidrige Antwort - und zwar diese: "Da Sie ein Wahlrecht haben, haben Sie auch eine Wahlpflicht." Das ist falsch. Richtig ist: Jede und jeder darf selbst entscheiden, ob er ein Grundrecht in Anspruch nimmt oder nicht. Aus dem Recht ergibt sich keine Pflicht. 

Weiter unten war die Kinnlade von Peer Steinbrück, als er darüber nachdachte, ob Parteien sich für die Bürgerinnen und Bürger weiter öffnen müssten, um auch Nichtmitgliedern ein Mitspracherecht und Mitwirkungsmöglichkeiten zu gewähren. Wo war der SPD-Kanzlerkandidat denn da angelangt? In einer Parteiendiktatur, die etwas demokratischer werden könnte?
  Welche Rolle die Parteien in der Bundesrepublik Deutschland spielen, steht ebenfalls im Grundgesetz. Parteien wirken mit, wenn sich das Volk Gedanken über die Politik macht. Sie sind also nur ein Element im Meinungsbildungsprozess. Das zudem - schaut man sich die Wahlbeteiligung an - an Bedeutung verliert. Nachgedacht werden muss also über neue Elemente für eine Demokratie, die wieder zu Leben erwacht. 

Wichtige Entscheidungen muss das Volk direkt treffen können, Parteien und Wählergemeinschaften müssen sich selbst finanzieren, der Verdummungsprozess muss gestoppt werden. Weitere Fragen, die auf eine Antwort warten: Wie viele Bundesländer brauchen wir wirklich? Wie groß sollten Parlamente sein, damit sie effektiv arbeiten können? Wie viel Geld dürfen Ministerien für externe Berater ausgeben? Sollten Nebenbeschäftigungen für Abgeordnete verboten werden? Was haben Parteien und andere Interessenverbände in den Gremien öffentlich-rechtlicher Rundfunk- und Fernsehanstalten zu suchen? Und. Und. Und.

Mittwoch, 11. September 2013

Milchpolitikerrechnung

Stell dir vor, es sind Wahlen...

...und es geht sogar noch jemand hin. Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 werden es wohl unter 70 Prozent sein. Was für eine Klatsche für die Parteien! Bei Landtagswahlen lässt die Beteiligung schon lange zu wünschen übrig. Bei Kommunalwahlen ist sie katastrophal.

Diese Katastrophe trägt die Namen der Parteien. Die von diesen Parteien aufgestellten Kandidaten haben auf kommunaler Ebene inzwischen die Strahlkraft einer Sonnenfinsternis. Doch es soll so finster bleiben. Hat jetzt das Verwaltungsgericht von Hannover vor der Oberbürgermeisterwahl entschieden. Für Einzelbewerber werden deswegen weiterhin Hürden aufgestellt. Sie müssen Unterschriften sammeln. Wie viele das sind, hängt vom Wohnort ab. In Erfurt werden mehr Unterschriften verlangt als in Hannover. Aber das ist in Ordnung, sagt das Verwaltungsgericht von Hannover.

Ansonsten gilt: Rein in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln. 1996 hat Niedersachsen als letztes Bundesland die Eingleisigkeit eingeführt. Heißt: An der Spitze einer Kommune steht seither nur noch eine oder einer. Diese Eine oder dieser Eine wird direkt gewählt. Für diese Wahl hat bis 2010 gegolten: Bekommt niemand im ersten Wahlgang die Mehrheit der gültigen Stimmen, gibt es eine Stichwahl für die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Da jedoch die Beteiligung an solchen Stichwahlen noch katastrophaler gewesen ist als sonst schon, schaffte die CDU diese Stichwahl ab. Gewählt war nun, wer die meisten Stimmen bekam. Rechnete man diese Stimmenzahl auf die Zahl der Wahlberechtigten um, stellte man fest: Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte mit Rückhalt in der Bevölkerung gab es weiterhin kaum.

Daraus zog die SPD 2013 nach der Landtagswahl den merkwürdigen Schluss: Wir führen die Stichwahl wieder ein. Einer der Gründe: Angst. Da Stephan Weil niedersächsischer Ministerpräsident geworden war, trat er als Oberbürgermeister von Hannover zurück. Die niedersächsische Landeshauptstadt brauchte also einen neuen Oberbürgermeister. Das sollte wieder ein Sozialdemokrat sein. Hat in Hannover Tradition. Dort sagt man: "Die SPD kann einen Sack Reis aufstellen, der wird auch gewählt." Ins Rennen  haben die Sozialdemokraten jedoch Stefan Schostok geschickt. Dafür verzichtete Schostok schon vor der Landtagswahl auf den Fraktionsvorsitz.

Dann sorgte die CDU für einen Paukenschlag. Sie nominierte mit Matthias Waldraff einen berühmten Anwalt.  Ohne Stichwahl hätte der durchaus Oberbürgermeister von Hannover werden können. Also griff die Landes-SPD zum Filzstift. Die sozialdemokratische Milchpolitikerrechnung sieht so aus: Im ersten Wahlgang scheitern der Kandidat der Grünen und die Kandidatin der Linken bei einer relativ hohen Wahlbeteiligung wegen der gleichzeitig stattfindenden Bundestagswahl. 14 Tage später schleppen sich noch ein paar Restwählerinnen und Restwähler zur Stichwahlurne. Deren Stimmen reichen für Stefan Schostok. Rückhalt in der Bevölkerung hat der zwar ebenfalls nicht - dafür aber einen neuen Posten als Ersatz für den Fraktionsvorsitz im niedersächsischen Landtag.

Dass Einzelbewerber draußen bleiben müssen, ist nur folgerichtig. Auch der neue Oberbürgermeister von Hannover soll schließlich auf dem Posten sein, wo er die Hannover-Connection nicht stört...Aus "Der Staat bin ich" ist "Der Staat gehört den Parteien bis zur Konterrevolution von Banken und Großkonzernen" geworden.

Der Beschluss des Verwaltungsgerichtes von Hannover

Dienstag, 10. September 2013

Grüne Jugend

Startet mösenverwirrten Wahlkampf

Die Grüne Jugend (ledig, weiblich, jung) sorgt mit einem Filmchen für Aufregung in sozialen Netzwerken und bei youtube. Der Filmtitel lautet "I love my vagina". Ein Mädel nach dem anderen schnattert seine Sätze im Eiltempo herunter. Der Teleprompter ist wohl zu schnell gewesen. Kein Wunder also, dass die Mädels ziemlich lustlos hinter der Schrift auf dem Monitor herhecheln.

Besser gepasst hätte der Filmtitel "Ich mache Stress mit meiner Vagina - und das auch noch blitzschnell". Kaum hat das eine Mädel einen Sexualkundeunterricht gefordert, der Spaß macht, will sich das nächste nicht vorschreiben lassen, wie sich Frauen und Männer verhalten sollen, wozu einem anderen Mädel bereits eingefallen ist, dass die Pornos, die es bislang sah, mit der Realität nichts zu tun hatten und schon ist da das vierte Mädel, dem Sex Spaß, aber keine Kinder machen soll.

Mit diesem mösenverwirrten Wahlkampf will die Grüne Jugend (ledig, weiblich, jung) den Freiheitlichen in Österreich sogar die Schwänze abjagen, in Deutschland bekommen es einige Schlappschwänze schon mit der Angst zu tun. Diese Mädels seien schlimmer als Alice Schwarzer, behauptet jemand. In dieser Welt möchte ich nicht leben, bricht bei einem anderen Kommentator sogar schon Panik aus.

Dazu besteht kein Grund. Die Grüne Jugend (ledig, weiblich, jung) will sich mit diesem Filmchen eine hohe Qualbeteiligung erschnattern, für die Vagina bleibt da gar keine Zeit. Was allerdings noch geändert werden könnte. Die Grüne Jugend (ledig, weiblich, jung) sollte in die heiße Wahlkampfphase und den Teleprompter wechseln. Möglicher Titel für das nächste Filmchen: "Jürgen Trittin - do you love my vagina?"