Montag, 31. Dezember 2012

Stein-Brückentage

Für die Bundeskanzlerin

Das weiß doch auch kaum jemand: David McAllister, der am 20. Januar 2013 aus dem Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten scheidet, hat nicht nur zwei Staatsbürgerschaften, sondern auch zwei Vornamen. Der zweite lautet James. Also kann er sich selbst in knapp drei Wochen nach seinem letzten Interview anrufen und sagen: "James, wir nehmen noch einmal den Dienstwagen." Ist sicherlich ein VW, also ein Verliererwagen.  Damit düst er zum Flughafen in Hannover-Langenhagen, nimmt sich einen Düsenflieger und verschwindet mit Dudelsack im schottischen Hochland. - Was aber bringt uns das Jahr 2013 sonst noch?


Der Bundeskanzlerin wird alles in den Schoß fallen. Die kann ihre Beine hoch legen. Die Krise kehrt auch ohne sie zurück. Sobald der Bundestagswahlkampf beginnt, kann sie sich auch noch Stein-Brückentage nehmen. Die SPD tritt nämlich versehentlich mit einem dann 66-jährigen Hamburger an, der sich seit seiner Nominierung am 9. Dezember 2012 mit sozialen Themen beschäftigt, die ihn persönlich betreffen.  Den Kanzlerjob hat er bereits abgelehnt, weil er dann zu wenig verdienen würde, nächstes Jahr will er sich am eigenen Beispiel der Kinderarmut widmen. Stets habe er von seinen Eltern zu wenig Taschengeld bekommen.  Das habe ihn auf der Elbchaussee derart aus dem Tritt gebracht, dass er Unter den Linden nie Fuß fassen werde. Die Bundeskanzlerin muss Steinbrück also nur so oft wie möglich reden lassen - der macht auch noch ohne Kopf und Kragen Wahlkampf für die Union. 

Derweil ticken in Bayern die Uhren weiter anders. Horst Seehofer macht auch 2013 alle seine Minister nieder, damit die CSU endlich wieder die absolute Mehrheit holt. Denn das mögen die an Donau und Isar: Der Wahlabend als Polterabend, obwohl schon alles Porzellan zerschlagen worden ist. Dort wäre auch Peer Steinbrück gut aufgehoben. Nur die Nähe zur Schweiz könnte ihn nach der Bundestagswahl noch von einem Umzug abhalten.

Wann der dann 66-Jährige aus Hamburg die SPD auf Verdienstausfall verklagt, weil er nächstes Jahr keine hoch dotierten Vorträge halten darf, erfahren wir noch früh genug. Guten Rutsch!

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Das hätte...

...man mir sagen müssen!

Da beschäftige ich mich seit fünf Jahren mit Jugendämtern, Familiengerichten und Gutachtern, berate Eltern, helfe ihnen, so gut ich kann, obwohl ich mir gelegentlich auf nichts mehr einen Reim machen kann, weil sich sogar Scharlatane als Experten aufspielen dürfen - wenn man mir aber schon im Dezember 2007 verraten hätte, was ich jetzt weiß, hätte ich mich auch nie gewundert. Was ich jetzt weiß, ist: Bekommt man eine Richterstelle am Familiengericht von Münster, muss man nicht einmal lesen können. Man macht, was das Jugendamt sagt - und gut ist.

An dieser Stelle gestehe ich aber auch: Mir ist auch schon von einer Familienrichterin aus Münster berichtet worden, die sich ihr eigenes Urteil bildet (sie besucht beispielsweise die Eltern). Ob ich das hier aber verraten darf, müsste noch geklärt werden. Wäre doch schade, wenn diese Familienrichterin, die lesen kann, einer Kollegin, die diese Fähigkeit nicht besitzt, vorlesen müsste, was ich sogleich berichte.

Im August 2012 schickt mir eine Mutter aus Münster einen Beschluss des Familiengerichtes. Darin wird ein Gutachter zitiert, der berichtet habe, der Tochter, die bei Pflegeeltern lebt, gehe es schlecht. Die Kleine habe sich aus dem Hier und Jetzt verabschiedet, das Verhalten der Dreieinhalbjährigen sei von Anfang an von großer Ablehnung geprägt gewesen.

Gestern Abend habe ich das Gutachten bekommen, aus dem diese Familienrichterin zitiert. Gelesen habe ich es heute Vormittag. Über das Mädchen schreibt der Gutachter, dass er die Kleine am 3. Februar 2012 in einer Beratungsstelle getroffen habe. Sie sei von den Pflegeeltern dorthin gebracht worden. Anfangs sei das Kind vorsichtig gewesen, habe sich an die Pflegemutter geschmiegt, zu der das Mädchen ein besseres Verhältnis habe als zum Pflegevater. "Sie machte einen insgesamt zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck. Sie nahm mit dem Unterzeichner schnell Blickkontakt auf, hielt ihn auch. Die Scheu, die sie anfangs nur kurze Zeit gezeigt hatte, legte sich schnell. Fragen des Unterzeichners beantwortete sie angemessen. Im weiteren Verlauf lachte N. viel und scherzte mir ihrer Pflegemutter", schreibt dieser Gutachter. Dann habe das Mädchen gespielt.

Nun befasst sich der Gutachter mit den Pflegeeltern, die seinen Angaben zufolge bereits seit zehn Jahren ein zweites Pflegekind haben, das als Zweijährige traumatisiert gewesen sei. Doch dieses Problem habe man in den Griff bekommen. Dann zitiert der Gutachter seine Begleiterin, die für den Jugendhilfedienst in Münster arbeitet. Deren zeitliche Angaben stimmen nicht mit den Angaben des Jugendamtes überein. Aber sie soll auch gesagt haben: "N. hat sich von Anfang an gut auf die Pflegeeltern eingelassen."

Dann folgen noch Schilderungen der Pflegeeltern über merkwürdiges Verhalten der Kleinen beim Essen, auch Laufen habe sie nicht so schnell gelernt wie andere Kinder. So weit - so Gutachten.

Jetzt zitiere ich aus dem Beschluss jener Familienrichterin, die des Lesens nicht mächtig ist: "Der Sachverständige Dr. T. hat in seinem Gutachten ausgeführt,...N. habe zwar eine Bindung zu den Pflegeeltern aufgebaut, zeige jedoch noch keine Bindungssicherheit in ihrem Interaktionsverhalten. Hierbei führt der Sachverständige Distanzlosigkeit und eine schnelle Verunsicherung von N. an. Zudem sei von einem Wegdriften von N. berichtet worden, als sei sie nicht im Hier und Jetzt. Die ersten Versuche der Kontaktanbahnung seien von heftiger Abwehr und Weinen N´s begleitet gewesen."

Das soll der Gutachter auch während der mündlichen Verhandlung gesagt haben, die Familienrichterin zitiert aber ausdrücklich aus dem Gutachten. Außerdem kann niemand überprüfen, was vor Familiengerichten gesagt oder nicht gesagt worden ist, denn solche Verhandlungen sind nichtöffentlich.

Zu schlechter Letzt beschleicht mich das Gefühl, dass diese Familienrichterin sehr wohl lesen kann und sich eines Tricks bedient. Geht etwas schief, präsentiert sie ihren Beschluss, läuft alles prima, präsentiert sie das Gutachten. Wichtig scheint ihr nur zu sein, dass sie gegen die Mutter entscheiden kann. Der hat sie ein Umgangsverbot mit ihrer Tochter aufgebrummt...

22. Dezember 2012

Analyse des Gutachtens
Serie beginnt am 26. Dezember 2012
Hier lesen





Freitag, 21. Dezember 2012

Zugenagelt


Der Hinterausgang der Staatsanwaltschaft von Hannover

Da meine Behauptung nicht dementiert worden ist, scheint nun Tatsache zu sein: Anfang November 2006 rief mich der Chef der Staatsanwaltschaft Hannover, Manfred Wendt, an und versprach mir eine Entschädigung. Darauf habe ich bis heute gewartet, wen ich auch einschaltete, irgendwie wurde ich stets abgewimmelt.

Heute bekam ich vom Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes bei der Polizeiinspektion Garbsen die versprochene Bescheinigung für die geführten Gespräche und den Gesprächsinhalt: “In diesem Telefonat haben Sie mir u. a. mitgeteilt, dass Sie von der Staatsanwaltschaft Hannover eine Entschädigung für die offensichtlich beschädigt ausgehändigten Computer erwarten.”

Hinterausgang zugenagelt

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Weltuntergang

Hab ich keine Lust drauf

Also, ich habe keine Lust auf den Weltuntergang. Wer so was überlebt, muss anschließend alles aufräumen. Das kann Jahre dauern. Sogar, wenn man den Zeugen Jehovas die Arbeit überlässt. Aber die lassen einen nicht mehr rein, wenn erst wieder alles steht. Die wollen dann alles für sich alleine haben. Das kündigen die schon seit fast 100 Jahren an. Wer so was so lange ankündigt, macht es auch.

Außerdem haben die Mayas drei Kalender, die Zeugen Jehovas aber nur zwei Zeitschriften: "Erwachet!" und "Wachtturm". Die Maya-Kalender verändern sich nicht, die Zeitschriften der Zeugen Jehovas aber alle paar Jahre. Wer so unzuverlässig ist, dem sollte man auch nicht die Arbeit nach dem Weltuntergang überlassen.

Außerdem wirkt so ein Weltuntergang auch aus anderen Gründen störend. Ist man mit dem Rad unterwegs, endet plötzlich der Radweg. Man steigt aus dem Bett und fragt sich, warum man überhaupt aufgestanden ist. Denn so ein Weltuntergang hat es nicht nur in sich, man steht auch irgendwie neben sich. Einen passenden Moment für einen Weltuntergang gibt es nicht. Er kommt entweder zu früh oder er kommt zu spät. Zu früh kommt er, wenn man seinen Lottogewinn noch nicht abgeholt hat, zu spät, wenn die Schwiegermutter doch noch anruft.

Bettler vor Postbank

Die Postbank in Hamburg. Foto: Postbank






Die kursive Geschichte ist unwahr.
Die andere Geschichte ist wahr.

Seit einigen Tagen treffen sich Bettlerinnen und Bettler vor der Postbank in Hamburg, sprechen Angestellte an, die hier alles lernen können. Die Bettler fragen nicht: "Haste mal´n Euro?" Sie fragen: "Haste mal´n Sparbuch?" Denn immer mehr Postbankkunden schicken Sparbücher nach Hamburg, die sie angeblich verloren haben. Sind die erst bei der Postbank in Hamburg, sind sie wirklich weg.

Ich habe am 18. November 2012 in einer Tasche, die seit über acht Jahren im Stubenschrank lag, ein auf mich ausgestelltes Sparbuch der Postbank Hamburg gefunden. Die letzte Buchung stammte vom 28. November 2003, das Guthaben betrug 650 Euro. Mit diesem Sparbuch ging ich am 19. November 2012 zu einer Postfiliale. Die Angestellte fand das Konto im Computer nicht, rief deswegen in Hamburg an, machte Kopien von meinem Sparbuch und schickte diese nach Hamburg. Sie notierte sich auch meine neue Adresse und meine Telefonnummer, denn Ende 2003 bin ich nach Wilhelmshaven umgezogen.

Da Sparbücher, die wirklich weg sind, auch irgendwie verschwinden müssen, verlosen die Postbankangestellten ab morgen täglich zehn verloren gegangene Sparbücher. Die Ziehung der Gewinnerinnen und Gewinner findet immer um 16 Uhr statt. Abgehoben werden muss das Guthaben noch am gleichen Tag bis 17 Uhr. Nach dieser letzten Buchung wird das Sparbuch entwertet. Für die Entwertung der Sparbücher berechnet die Postbank von Hamburg immer genau die Gebühr, die dem Guthaben entspricht. So geht für die Postbank kein Euro verloren, die Gewinnerinnen und Gewinner werden mit einer warmen Suppe getröstet.

Am 23. November 2012 gehe ich wieder zu der Postfiliale. Das Sparkonto ist immer noch verschwunden. Die Angestellte schickt mich zur Hauptpost von Wilhelmshaven. Dort hat die Postbank von Hamburg eine Beratungsstelle. Die suche ich am 26. November 2012 auf. Helfen kann man mir aber nicht. Auch aus Hamburg habe ich noch nichts gehört. Kein Brief. Kein Anruf.

Die Bettlerinnen und Bettler, die sich täglich vor der Postbank in Hamburg ein Stelldichein geben, wollen nächste Woche eine Kommission bilden, die mit der Postbank über eine Gebührensenkung verhandeln soll. Mit einer warmen Suppe abgespeist zu werden, halten auch die Grünen für unsozial, die sich bereits solidarisch erklärt haben.

Am 27. und 28. November 2012 geht nichts bei meiner Postfiliale, der Computer ist abgestürzt. Ich radele zu einer Postfiliale im Stadtnorden. Die Angestellte gibt die Kontonummer meines Sparbuches ein, auf dem Computer flammt ein Code auf. Sie ruft die Postbank in Hamburg an. Dann teilt sie mir mit: "Sie haben Ihr Sparbuch verloren." Wann und wo das gewesen sein soll, verrät sie mir nicht. Meine Frage, warum sich in meinem Besitz ein Sparbuch befindet, das ich angeblich verloren habe, kann sie nicht beantworten. Auch sie verweist mich auf die Beratungsstelle in der Hauptpost von Wilhelmshaven. Die werde mein Sparbuch einschicken. Ich nehme mein Sparbuch und stecke es wieder ein. Unterwegs achte ich darauf, dass ich mein Sparbuch nicht verliere.

Die Caritas will noch vor Weihnachten eine Aktion unter dem Motto "Postbank-Sparbücher verlieren in Briefkästen der Caritas" starten. Die Postbank Hamburg soll 20 Prozent der Guthaben spenden, 80 Prozent werden ausgebucht. Aus dem Bundesfinanzministerium verlautet bereits, dass mit einer Aktion "Alle Sparbücher aller Banken verlieren" die Euro-Krise bewältigt werden könnte. Gerettet seien dann auch alle Banken in Europa. 

Mein Sparbuch habe ich vorsichtshalber an einer Stubenwand festgenagelt. Sonst kommt es noch wirklich weg...Die Kopien müssen der Postbank in Hamburg reichen.

13. Dezember 2012
Mail an die Postbank AG (Eingang bestätigt)

Sparkonto 27......

Da die Postbank Hamburg in den vergangenen dreieinhalb Wochen Anfragen der Postfiliale Wilhelmshaven-Heppens und der Hauptpost Wilhelmshaven ignoriert hat, fordere ich die Postbank Hamburg hiermit auf:

Mir entweder bis 14. Dezember 2012, 12 Uhr, eine Abschlussbuchung vorzulegen, mit der mein Sparkonto auf Null gesetzt wird.

Oder mir das Guthaben in Höhe von 650,69 Euro (Stand 28. 11. 2003) plus Zinsen per Barscheck oder per Überweisung auf mein Konto ... bei der Sparkasse Wilhelmshaven (BLZ 28250110) zukommen zu lassen.

Sollte die Postbank Hamburg weiter nicht reagieren, schalte ich einen Anwalt ein.

Die Postbank hat meiner Beschwerde die Bearbeitungsnummer 7276631 zugeteilt.

15. Dezember 2012
Endlich einmal eine Antwort

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre E-Mail mit der Bearbeitungsnummer 7276631.

Ich habe veranlasst, dass Ihr Anliegen umgehend bearbeitet wird.

Bei Rückfragen setzt sich der Fachbereich mit Ihnen in Verbindung. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir personenbezogene Daten ausschließlich per Post oder über Ihre persönliche Nachrichtenbox im Online-Banking übermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Postbank E-Mail Team
Annemarie Barth

20. Dezember 2012
Schreiben an die Deutsche Postbank


Sehr geehrter Herr Bauer,

vielen Dank für Ihr Schreiben, das Sie mit 22. 11. 2012 datieren, laut Poststempel am 18. 12. 2012 abgeschickt haben und das mich heute, also am 20. Dezember 2012, erreichte.

Ihrem Brief zufolge habe ich im Laufe der Zeit drei Sparbücher gehabt. Eins, das ich am 1. Dezember 2003 mit einem Guthaben von 650,70 Euro verlor, eins, das am 14. 12. 2005 mit einem Restguthaben von 0,50 Euro aufgelöst wurde, und ein drittes, das ich am 28. März 2006 mit einem Restguthaben von 3,36 Euro zurückgeben sollte.

Wenn Sie weiter recherchieren, habe ich eines Tages möglicherweise sogar zwölf Sparbücher gehabt. Neben mir auf dem Schreibtisch liegt aber nur ein Sparbuch mit einer letzten Einzahlung von 650 Euro am 28. November 2003. Die Postfiliale von Wilhelmshaven-Heppens und die Hauptpost von Wilhelmshaven haben Ihnen davon Kopien geschickt. Das geschah am 19. November 2012 und am 4. Dezember 2012.
Warum belegen Sie Ihre Behauptungen nicht mit Buchungsbelegen? Warum präsentieren Sie mir keine Abschlussbuchung für das angeblich verlorene Sparbuch? Warum nennen Sie in Ihrem Schreiben zudem Kontonummern, die mir unbekannt sind?

Nun wollen Sie mir 3,36 Euro überweisen. Woher haben Sie diese Summe?








Sonntag, 16. Dezember 2012

Betr. OB von Münster

Ein satirischer Brief an Markus Lewe

Dringender Hinweis: Diesen Brief keinesfalls als Vorlage für Schreiben nutzen. Sonst droht Verheerendes.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wir sind kürzlich nach Münster gezogen, weil wir auch schon vorher in einer eher hässlichen Stadt gewohnt haben und uns nicht umstellen mussten. Ende des Jahres erwarten wir zum ersten Mal Nachwuchs. Es wird ein Junge! Müssen wir die Geburt unseres Kindes schon jetzt dem Jugendamt anzeigen - oder können wir uns darauf verlassen, dass diese Meldung vom Krankenhaus übernommen wird? Uns ist inzwischen bekannt, dass man in Ihrer Stadt Pflegeeltern für die besseren Eltern hält. Dabei wollen wir keinesfalls stören. Wir sind also bereit, unser Kind sofort nach der Geburt einem Jugendamtsmitarbeiter auszuhändigen, damit unser Junge von Anfang an die Erziehung bekommt, die er verdient und nicht erst von uns vernachlässigt werden muss, damit das Jugendamt mit seiner sicherlich segensreichen Arbeit beginnen kann. Sollte das Jugendamt am Tag der Geburt verhindert sein, bringen wir das Kind selbstverständlich ohne schuldhaften Verzug ins Sankt-Mauritz-Kinderheim.

Aus gegebenem Anlass verzichten wir darauf, dass uns vom Jugendamt mitgeteilt wird, welche Mitarbeiterin oder welcher Mitarbeiter sich unseres Knaben annimmt. Uns ist bekannt, dass in dieser Behörde hin und wieder Mitarbeiterinnen abhanden kommen, die niemand wieder findet. Im Internet ist dafür der Begriff UJAMA geprägt worden. Der UJAMA-Vermehrung wollen wir uns keinesfalls in den Weg stellen. Wir haben uns schon mit der eigenen Vermehrung schuldig genug gemacht. Wir bitten dafür um Verzeihung.

Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, werden unseren Jungen sicherlich nicht in Ihre Familie aufnehmen können, was wir sehr bedauern. Sie haben schon fünf Kinder. Deswegen sind wir uns dessen bewusst, dass auch das Jugendamt nicht dafür verantwortlich gemacht werden darf, falls bei der Erziehung unseres Jungen etwas schief gehen sollte. Wir denken da an Fans von Preußen Münster, die in fremden Stadien Bengalos zünden und die Anhänger anderer Mannschaften verprügeln. So was kann auch bei einem perfekten System passieren. Nachdenklich stimmt uns zwar, dass die meisten Szenen des "Tatortes", der angeblich in Münster spielt, in Köln gedreht werden, weil man wohl hier zu Stadt nicht über längere Zeit für die Sicherheit der Schauspielerinnen und Schauspieler sorgen kann, aber das nehmen wir sehr ergeben als gegeben hin.

Falls wir noch einmal umziehen sollten, werden wir dem Jugendamt unverzüglich unsere neue Adresse mitteilen. Uns ist klar, dass wir mit der Geburt unseres Jungen so schwere Schuld auf uns geladen haben, dass wir auch für alle zukünftigen Fehlentwicklungen gerade stehen müssen.

Gerade kommt meine Frau herein und sagt, dass es nun wohl so weit ist. Wir freuen uns schon auf den Jugendamtsmitarbeiter. Sonst sehen wir uns im Sankt-Mauritz-Kinderheim...

Keine Satire: Analyse eines Gutachtens

Montag, 10. Dezember 2012

Inklusion

Was wären wir nur ohne Politiker und Pädagogen?

"Inklusion bedeutet, dass alle Menschen in die Gesellschaft eingebunden werden, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Einstellungen oder Einschränkungen, wie beispielsweise körperlichen und geistigen Behinderungen. Für die Bildung in Deutschland bedeutet dies, dass auch die Schulen Menschen mit Behinderungen berücksichtigen, integrieren und gleichstellen müssen. Seit dem 26. März 2009 ist die UN-Konvention, welche schon 2006 verabschiedet wurde, in Deutschland eingeführt. Da die Inklusion eine große Herausforderung sowohl für Schulen als auch für die Behinderten darstellt, bietet der Deutsche Bildungsserver umfassende Informationen zu dem Begriff und der Definition von Inklusion sowie der inklusiven Bildung."

Heißt es im deutschen Bildungsserver

Und ist für mich wieder einmal ein Beispiel dafür, dass wir ohne Politiker, Pädagogen und Soziologen gar nicht so recht wüssten, was wir unser Leben lang so tun. Schon  fällt mir der Fußballer "Ente" Lippens ein, der bei einer Talkshow in Burgdorf bei Hannover einmal erzählt hat, dass er sich vor der Ausführung von Eckbällen einen Hut von einem Rollstuhlfahrer geliehen hat, den er sich aufsetzte, bevor er die Pille vor das gegnerische Tor zirkelte. Das war also Inklusion auf dem Fußballplatz. "Ente" Lippens war sich übrigens sicher, dass heutzutage ein Schiedsrichter explodieren würde, wenn es ihm ein Spieler gleich täte. Das wäre also eine Explosion auf dem Fußballplatz.

Die Frage ist: Sind eigentlich Menschen mit "körperlichen und geistigen Behinderungen" mit dieser Definition von Inklusion einverstanden? Oder sollten wir uns gleich darauf einigen, dass alle, die Waffen herstellen, mit ihnen handeln, sie besitzen und/oder einsetzen, so was von einen an der Waffel haben, dass für sie die UN-Konvention aus dem Jahre 2006 gleich wieder außer Kraft gesetzt werden sollte?

Ich erinnere mich noch gut an blinde Schülerinnen und Schüler aus Hannover, die wir am Wochenende nach Hause begleitet haben, mit denen wir Flohmärkte besuchten, die in unserer Wohnung waren und die mir schon vor der ersten Fahrt mit der Straßenbahn sagten: "Wenn wir Hilfe brauchen, dann sagen wir das." Vorher hatten sie mein Gesicht abgetastet, weil sie mich "erst einmal sehen wollten". Als sie zum ersten Mal unsere Wohnung betreten hatten, stellten sie schnell fest: "Bei euch hängen viele Bilder an den Wänden."

Als diese blinden Schülerinnen und Schüler auf dem Flohmarkt am Hohen Ufer von einem Marktbeschicker angegiftet wurden, weil sie "immer alles angrabbeln müssen", fragten die: "Sind Sie blind?" Darüber, dass der Marktbeschicker die Doppeldeutigkeit dieser Frage nicht begriffen hatte, amüsierten sie sich noch lange.

Deshalb bin ich sicher: Diesen blinden Schülerinnen und Schüler wären auch doppeldeutige Fragen zu der oben zitierten Definition von Inklusion eingefallen. Die hatten nämlich etwas gegen Herablassung...Zu Recht. Diese Schülerinnen und Schüler sahen nämlich gelegentlich Dinge, die ich ohne sie glatt übersehen hätte!








Samstag, 8. Dezember 2012

Frage nicht beantwortet


Fax an Staatsanwalt Türkay aus Hannover

Vielen Dank für Ihr Schreiben vom 30. November 2012, dass mich und wohl auch die Kripo von Garbsen gestern erreicht hat. Meine zweimal gestellte Frage, ob es sich bei dem Anrufer, der mir Anfang November 2006 telefonisch eine Entschädigung versprochen hat, tatsächlich um einen Rechtspfleger der Staatsanwaltschaft Hannover mit Namen Wendt oder vielmehr um den Chef der Staatsanwaltschaft Hannover handelte, wurde von Ihnen leider nicht beantwortet.

Mir liegt seit einigen Wochen die Akte der Staatsanwaltschaft Hannover mit allen Vorgängen aus November und Dezember 2003, außerdem aus dem Jahre 2004 vor. Darin enthalten sind eine Hausmitteilung der Kripo Garbsen vom 8. März 2004 und ein Schreiben der Kripo Garbsen, das am 1. September 2004 bei der Staatsanwaltschaft Hannover eingegangen ist. Beide Male wurde auf die Lagerprobleme in Garbsen hingewiesen, die Staatsanwaltschaft Hannover wurde “dringend” um eine Entscheidung über die weitere Lagerung meiner beiden Computer gebeten, zumal die Polizei dafür nur vorübergehend zuständig sei.

Hinweise missachtet

Freitag, 7. Dezember 2012

Die schönsten Liebeserklärungen


















Die ich in meinem Leben gehört habe

"Peter, darf ich dich was fragen? Sind wir jetzt der Mittelpunkt des Alls?"
Einer meiner Neffen bei einer Radtour

"Ich sage jetzt nie wieder Herr Tjaden zu dir. Auch Peter nicht. Ab heute bist du mein Papi."
Der Sohn meiner späteren Ehefrau kurz vor dem Schlafengehen

"Du tust dem Jungen gut."
Eine Mutter auf dem Weg zur Domplatte in Köln

"Kannst du eigentlich noch mehr als Zeitung lesen?"
Eine Frau in einer Kneipe

"Du musst mir nichts zu Weihnachten schenken. Du musst nur da sein."
Einer meiner Neffen kurz vor dem Fest

"Ich habe dich seit 3 Wochen, 2 Tagen und 23 Stunden nicht mehr gesehen."
Ein Sechsjähriger bei einem Fußballspiel

"Komm, wir verstecken uns. Dann findet uns niemand."
Ein Pflegekind, das nie wieder nach Hause wollte

"Kannst du mir den Weg zu meinem Bett zeigen? Allein finde ich das nicht mehr."
Eine Frau in der Altstadt von Hannover

"Mir ist heute Morgen nur deine Telefonnummer eingefallen. Alle anderen habe ich vergessen."
Eine Frau morgens um 5.30 Uhr

"Ich habe geträumt, dass wir in einem Boot sitzen. Ich fühlte mich so geborgen wie noch nie."
Eine Frau, für die ich mich sofort ins Auto gesetzt habe, damit ihr Traum wahr wird

"Füll du das Formular aus. Ich kann nicht mehr schreiben."
Eine Frau vor der ersten Nacht in einem Hotel




Mittwoch, 5. Dezember 2012

Merkels Einheitspartei

...und die sozialdemokratische Antwort

Der Mann kann Kanzler? Peer Steinbrück hat jetzt einen Vortrag bei der Sarasin-Bank abgesagt. Diese Privatbank soll einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge des Steuerbetrugs verdächtig sein. Die Staatsanwaltschaft war etwas schneller als der SPD-Kanzlerkandidat. Rudolf Scharping ist als Gräfinnen-Versenker schon peinlich genug gewesen, aber genug ist Steinbrück offenbar nicht mehr genug.

Die CDU dagegen ist sich wieder einmal selbst genug. In Hannover präsentiert sie sich als Merkels Einheitspartei - und die Bundesbildungsministerin soll sich während der Rede der Parteivorsitzenden gefragt haben, wo die Kanzlerin eigentlich so unauffällig abschreibt, dass es niemandem auffällt.  "Wir alle sind CDU", sagt Merkel. Im Saal sitzen angeblich 1 000 Freundinnen  und Freunde. Für die FDP soll sich Gott zuständig erklären. Ansonsten jedoch kämpft Merkel für die "Chancengesellschaft". Denn Ochs und Esel in ihrem Lauf halten Merkels Einheitspartei nicht auf...

Die von der Parteivorsitzenden servierten Allgemeinplätzchen haben den Delegierten so gut geschmeckt, dass 97,94 Prozent der 1000 Freundinnen und Freunde entschieden: "Die soll weiter kleckern..." Während sich Peer Steinbrück nicht mit Ruhm bekleckert. Was Merkels Einheitspartei, für die sich Gott verständlicherweise nicht zuständig erklärt, davon hält, wenn sich jemand aus ihren ansonsten scheinbar fest geschlossenen Reihen der Wahrheit annähert, hat Ursula van der Leyen erfahren: Sie bekam 69,0 Prozent der Stimmen.

Der Bundesfinanzminister ist nicht nach Hannover gekommen. Der fährt nach eigenem Bekunden schon lange nur noch auf Sicht, während sich Merkel einbildet: "Wir haben Deutschland aus der Krise geführt. Mit einer Erfolgsbilanz ohne Gleichen." Und ohne Gleichungen, die aufgehen. Doch immer wieder geht die Sonne auf. Wie jetzt für die niedersächsische CDU. Die hat sich dieser Tage mit einer eigenen Umfrage belohnt, die überraschenderweise so positiv ausfällt, dass David McAllister sich auch schon in Galgenhumor üben muss. Was Merkel für Deutschland reklamiert, reklamiert der niedersächsische Ministerpräsident für Niedersachsen. Eine Erfolgsbilanz ohne Gleichen. Nun muss Gott der FDP nur noch über die Fünf-Prozent-Hürde helfen.

Der SPD dagegen kann nicht einmal mehr Gott helfen. Sollte Steinbrück Steuerbetrügern noch einmal mit der Kavallerie drohen, sollte er aufpassen, dass er nicht gerade dort einen Vortrag hält, wo die Berittenen blank ziehen.


Montag, 3. Dezember 2012

Alice im Geburtstagsland

Männer rasieren sich morgens nicht

Die achtjährige Virginia O´ Hanlon aus New York hat sich 1897 beim Chefredakteur der "Sun" nach der Existenz des Weihnachtsmanns erkundigt. Den gibt es, versicherte die Zeitung immer zum Fest, bis das Blatt eingestellt wurde. 110 Jahre später nahm ich in der Broschüre "Briefe im Auftrag der kleinen Virginia" diesen Faden wieder auf und verfasste Schreiben an das Bundesfamilienministerium, an die Bundeskanzlerin und an Alice Schwarzer, die heute 70 Jahre alt wird. Antworten ließ ich das emanzipierte Geburtstagskind u. a.: "Seit Jahrhunderten reden Väter ihren Kindern ein und das Schlimme ist auch Mädchen - dass ein Mann die Geschenke bringt, ein Mann mit Bart und in rotem Mantel. Das hätten die Männer gern: Wir Frauen sollen dazu schweigen, dass sich Männer morgens nicht rasieren..."

Laut "Titel, Thesen, Temperamente" (TTT) von gestern hat sich jeder irgendwann einmal mit der "Emma"-Herausgeberin angelegt. Da lag der Moderator dieser ARD-Kultursendung sicherlich falsch. Was Alice Schwarzer so vor sich hin schrieb, hat mich nie sonderlich interessiert. Sie war schließlich nicht meine Schwiegermutter - ich hatte diesen Drachen also nicht alle paar Tage zuhaus. Dann hätte es bestimmt immer wieder gekracht. Diese Frau war mir einfach immer viel zu verbissen und stets zu einseitig.

Dass ich damit nicht ganz falsch lag, bewies Alice Schwarzer als "Bild"-Kolumnistin während des Kachelmann-Prozesses. Sie stöhnte jedes Mal mit der Ex-Geliebten des Wetterfrosches, der irgendwann einmal sehr heftig von der Leiter gefallen sein muss. So was passiert aber nicht nur Männern, das geschieht auch Frauen. Dazu hat mein Deutschlehrer einmal gesagt: "Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit."

Mit der angeblichen gesellschaftspolitischen Relevanz des "Falls Kachelmann" beschäftigt sich Alice Schwarzer immer noch, als sei es völlig unmöglich, dass es hier lediglich um eine Krankengeschichte geht, an der eine Zeitlang auch Juristen und Medien mit geschrieben haben, die mit den Wölfen heulten. Kachelmann wurde schließlich vom Vorwurf der Vergewaltigung frei gesprochen.

Nun haben der Wetterfrosch und seine Frau ein Buch über den Fall geschrieben. Daran verdienen auch Anwälte. Kachelmann will nämlich keinesfalls nur berichten, welchen Einfluss Medien und Juristen auf Gerichtsverfahren nehmen können, er will sich offenbar auch an seiner Ex-Geliebten rächen. Oder warum muss er unbedingt ihren Namen nennen wollen? Das ist doch nur noch peinlich.

Ironisch ist dagegen meine Broschüre "Briefe im Auftrag der kleinen Virginia", die bei Lulu erschienen ist. Auch Alice Schwarzer bekam von mir ein Exemplar. Dafür bedankt hat sie sich nicht. Mit Ironie kann sie möglicherweise nichts anfangen...

Der Link zur Broschüre






Sonntag, 2. Dezember 2012

Die Bundeskanzlerin


Trägt Glockenrock

Ältere Mütter sollen höhere Renten bekommen. Für Kinder, die vor 1992 geboren sind, bekommen Mütter bislang 28 Euro monatlich, für Kinder, die später auf die Welt kamen, gibt es 84 Euro. Mit der so genannten "Mütterrente" beschäftigt sich die CDU im Dezember bei ihrem Parteitag in Hannover. Der Kompromiss könnte lauten: Ältere Mütter bekommen mehr, jüngere Mütter weniger Rente.

Klingt wie eine Meldung aus Schillers Zeiten: "Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau, die Mutter der Kinder, und herrschet weise im häuslichen Kreise und lehret die Mädchen und wehret den Knaben und reget ohn' Ende die fleißigen Hände." ("Das Lied von der Glocke")

Dass inzwischen viele Mütter nicht mehr nur "drinnen walten", scheinen CDU-Frauen noch nicht mitbekommen zu haben - oder warum bedienen die sich veralteter Begriffe? Warum diskutieren die nicht über eine Elternrente? Sollen Väter, die sich ebenfalls um die Kinder kümmern, draußen vor der Renten-Tür bleiben? Wie wäre es mit einem fiktiven Mindestlohn für Kindererziehung mit entsprechenden realen Rentenansprüchen? Und zwar für Mütter und Väter - ob verheiratet oder nicht.

Als Familienpolitikerin trägt auch Angela Merkel einen Glockenrock. Heute wird sie in der "Bild am Sonntag" so zitiert: "...unser Grundgesetz (sieht) die Ehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Familie und (stellt) beide unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung..." Dabei beruft sich die Bundeskanzlerin auf Artikel 6 des Grundgesetzes: "(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. (3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen. (4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. (5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern."

Dieser Grundgesetzartikel passt in die heutige Zeit wie die FDP. Also kaum noch. Satz 1 sollte schon längst lauten: "Die Familie steht unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung." Satz 4 müsste lauten: "Jede Mutter, jeder Vater und jedes Kind hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft." Die besondere Erwähnung unehelicher Kinder ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Liest man den fünften Satz des sechsten Grundgesetzartikels genau, dann fällt auf,  dass nichteheliche Kinder auch nicht per Verfassung ehelichen Kindern gleichgestellt werden, sondern per Gesetzgebung. Das ist Zwei-Klassen-Recht und gehört abgeschafft.

Für Altkanzler Gerhard Schröder ist Familienpolitik nur "Gedöns" gewesen - und für die heutigen Parteien? Beim Elterngeld treten nächstes Jahr Änderungen in Kraft, die nur von Steuerexperten durchschaut werden können, bei der Schaffung von Kindergartenplätzen wird das Ziel klar verfehlt, an den Schulen fehlen 80 000 Lehrerinnen und Lehrer, die Mehrheit der Kinder von Eltern, die Hartz IV beziehen, hat sich bereits mit einem Leben im finanziellen Abseits abgefunden.

Flickschusterei hilft da nicht weiter, sondern nur klare Kante. Besonderer Schutz hilft nicht weiter, wenn die Verhältnisse nicht besonders sind. Zu besonderen Verhältnissen gehören aber auch neue Begriffe, denn nur der, der etwas begreift, kann auch Veränderungen gestalten. Sonst rennt er den Veränderungen nur hinterher, bis ihm die Luft ausgeht.

Für die Kinder etwas tun, sollte der größte Spaß werden, den wir uns vorstellen können. Auf diesem Fundament könnte eine neue Welt entstehen.