Sonntag, 29. April 2012

Beschissene Rolex

Das ist die beschissene Rolex.















Von meiner geisteskranken Ex

Eine "Beschissene Rolex von meiner geisteskranken Ex" spült einem scheinbar von seiner Liebsten Enttäuschten derzeit 2760 Euro in die Kasse. So hoch ist das 112. Gebot. Die Versteigerung bei ebay dauert noch knapp vier Stunden.

Auffällig ist: Das Foto zeigt eine Rolex, die auf 16.41 Uhr gestellt worden ist. Diese Uhrzeit könnte Verkaufspsychologie sein. Sie erinnert an














In Schaufenstern von Fachgeschäften stehen die Uhren auf 10.10 Uhr. Erinnert an



Möglich ist also: Bei der nächsten ebay-Versteigerung geht es um eine "Wunderschöne Rolex meiner bezaubernden Ex". Ob die noch mehr bringen würde als die "beschissene"?

Freitag, 27. April 2012

Seltsam

Betr. Psychologen-Ehepaar Nienstedt und Westermann aus Münster
Stadt Burgdorf macht windige Werbung

Wer auf psychologischem Gebiet mit einer Trefferquote von 100 Prozent wirbt, ist ein Betrüger. Die gibt es nicht. Auch nicht bei der Diagnose und Heilung kindlicher Probleme. Dennoch tauchen jetzt auf den offiziellen Seiten der Stadt Burgdorf  (Region Hannover) die Namen eines Psychologen-Ehepaares aus Münster auf, die so etwas behaupten.

Sie heißen Nienstedt und Westermann, stellen sich im Internet so vor: "Das Psychologen-Ehepaar gilt in Fachkreisen als erste Adresse für die Diagnostik von fremdplatzierten Kindern, Adoptiv- oder Pflegekinder. Insgesamt haben sie über 1000 Fälle bearbeitet. Dadurch haben ihre Erfahrungen statistischen Charakter. Wegen ihrer Geradlinigkeit von den Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen oft kritisiert aber auch sehr unterschätzt, ist die Trefferquote bei der Diagnostik mit 100 % anzunehmen. Die neueren Forschungen der Neurobiologen im Hirnbereich bestätigten im nachhinein die Diagnostikansätze. Dadurch waren andere Kinderpsychologen und -psychiater gezwungen, sich der Denkweise von Nienstedt/Westermann anzunähern. Ihr Buch "Pflegekinder" ist daher als Standard anzusehen."

Verwechselt werden in diesem Werbetext Ignoranz mit Gradlinigkeit, Unterschätzung mit berechtigter Kritik - und die Annäherung anderer an die eigene Denkweise, die unter Zwang erfolgt, klingt nicht nach vernunftbegabter Auseinandersetzung.

Im Grundgesetz wird die Familie unter besonderen Schutz gestellt, Nienstedt und Westermann dagegen vertreten ein "Ersatzfamilienkonzept" und wollen, dass Kinder dauerhaft von ihren leiblichen Eltern getrennt werden, leibliche Eltern sollen sich von ihrer Rolle als Eltern verabschieden. Jugendämter, die diesem Konzept folgen, schreiben täglich neue Dramen, traumatisieren Kinder - und handeln gegen europäisches Recht, was ihnen regelmäßig ins Stammbuch geschrieben wird.

Darüber steht nichts in dem Text, der jetzt auf den Burgdorf-Seiten erschienen ist, da klingt alles nach Friede, Freude und das Trauma eines Kindes bekommen wir auch weg: "Am Samstag, dem 21.04.2012 wurde von den Pflegekinderdiensten der Städte Lehrte und Burgdorf gemeinsam ein Seminar für alle Pflegeeltern zum Thema "Beziehungs- und Bindungserleben traumatisierter Kinder - helfender Umgang mit Pflegekindern" angeboten.
Zu diesem Thema referierte Frau Dr. Martina Cappenberg, Dipl.-Psychologin und Gerichtsgutachterin. Über 50 Teilnehmer/-innen hörten ihren praxisbezogenen Ausführungen zu. Frau Dr. Cappenberg gelang es sehr gut, den Spagat zwischen einem sehr ernsten und bedrückendem Thema, Respekt zu zollen und doch humorvoll und anschaulich zum Thema zu berichten."

Dr. Martina Cappenberg kommt ebenfalls aus Münster, gelegentlich verfasst sie auch Stellungnahmen nach Aktenlage.

Außerdem sind in der Bundesrepublik Deutschland Zwangsgutachten verboten, werden von Familiengerichten aber immer wieder in Auftrag gegeben. Machen Eltern nicht mit, bekommen sie vom Jugendamt den Stempel "nicht kooperativ" und schon sind die Kinder weg - manchmal sogar mit unbekannter Adresse. Stellt sich jemand als Beistand auf die Seite der Eltern, kommt ein solcher Beistand auch nicht immer ohne Stempel davon. Steht "querulatorisch" drauf.

Wie sehr diese Referentin das "Beziehungs- und Bindungserleben" aus den Augen verloren haben muss, kann man nur erahnen, wenn sie darüber hinweggeht. Außerdem wird das bereits erwähnte Psychologen-Ehepaar zumindest im Raum Münster für fast schon staatlich organisierten Kinderklau mitverantwortlich gemacht. Das sagt ein Professor der Bielefelder Universität...






Donnerstag, 26. April 2012

Lüneburger Landgericht

Seite 1 der eidesstattlichen Versicherung.
Lehnt ab - lehnt ab...

Gisela van der Heijden, seit dem 1. Januar 2011 Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe, bestätigt mir am 2. November 2011, dass Ruthard Stachowske, bis zum 4. Juli 2011 Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, mich als pädophil verleumdet hat. Das mache der bei fast allen Männern so, die sich mit dem Schicksal seiner Ex-Klientinnen beschäftigen. Unverzüglich beantragen wir beim Lüneburger Landgericht eine Einstweilige Verfügung, die aber abgelehnt wird. Kostet mich 432 Euro.

Also klagen wir gegen Ruthard Stachowske. Ebenfalls vor dem Lüneburger Landgericht. Außerdem stelle ich einen Antrag auf Prozesskostenhilfe. Der wird abgelehnt. Angeblich habe ich in der Rubrik, in der ich mein Vermögen auflisten muss, falsche Angaben gemacht. Messerscharf schließt das Gericht aus der Tatsache, dass sich kein Vermögen auf meinem Girokonto anhäuft, dass ich gar kein Girokonto habe. Bis zum 8. Februar 2012 soll ich dazu Stellung nehmen. Mache ich. Ich schicke dem Gericht einen aktuellen Kontoauszug. Umgehend entscheidet das Landgericht von Lüneburg, dass meine Angaben nicht glaubhaft seien. Zudem sollen wir eine Frist versäumt haben. Was nicht stimmt. Kostet mich 50 Euro, obwohl die Ablehnung von Prozesskostenhilfe-Anträgen eigentlich kostenlos ist.

Bei einem Telefongespräch rät mir eine Mitarbeiterin des Lüneburger Landgerichts zu einem Protest gegen die Rechnung über 50 Euro. Ich gebe zu bedenken, dass sich damit wieder jene Richter beschäftigen werden, die alles andere abgelehnt haben. Da lacht sie.

Verwunderlich ist auch, dass Ruthard Stachowske gegen die Behauptungen von Gisela van der Heijden nicht klagt. In der Vergangenheit hat dieser Honorarprofessor an der Evangelischen Hochschule Dresden viele vor Gericht gezerrt, die sich kritisch über ihn äußerten. Stachowske kennt die Eidesstattliche Versicherung. Verlässt der sich nun auf mich und darauf, dass er bei einem Prozess Gisela van der Heijden als Lügnerin erscheinen lassen kann?

Bei weiterem Interesse: Ein Mitwirkender in dieser Sache (er ist danach gefragt worden und bestritt nicht, dass er zu den Mitwirkenden gehört)

Dienstag, 24. April 2012

Begeisterte Mutti

Jeder Tag ist spannend
Mutti ist begeistert.  Gestern sind die kleinen Lümmel noch durch ihre  Laufställe gekrabbelt,  heute haben sie die kleinen Fingerchen um das oberste  Holz gekrallt.  Dann zogen sie sich hoch, zogen sich, stemmten sich, zogen sich – bis sie standen.  Ein wenig wackelig noch.

Nun ist Mutti gespannt darauf,  was morgen oder  übermorgen geschieht.  Ob die dann etwas größer gewordenen Lümmel ihre Kinderzimmer aufräumen werden,  weiß sie noch nicht.  Was sie jedoch weiß: Ihre gute Stube soll demnächst so aussehen wie die Zimmer der wachsenden Kleinen,  damit sie ihnen gewachsen bleibt.  Dafür will sie die gesamte Länge und die gesamte Breite des Raumes nutzen – und so ihre Möglichkeiten ausschöpfen.

Mutti  hat irgendwann einmal aus Liebe geheiratet, doch aus der Ehe sind weder Kinder noch Ideen hervorgegangen.  Immer ist sie ein wenig zu spät dran gewesen, ihr Mann quengelte,  wo er nur konnte, bis seine Bewegungsfreiheit auf 4 Prozent der Wohnfläche beschränkt war.  Nach draußen lassen durfte man den schon lange  nicht mehr,  weil er stets seine Möglichkeiten überschätzte.

Deswegen ist Mutti der Mann vom Herzen  weggewachsen, während  ihr die kleinen Lümmel mehr und mehr ans Herz wachsen.  Die könnte sie täglich herzen. Die haben eine so erfrischende Art. Spielen sogar mit dem Braunen, das andere ausscheiden. Dass dieses Braune nur so aussieht wie Schokolade werden die Kleinen irgendwann begreifen.  Hofft Mutti.

Montag, 23. April 2012

Piraten-NSDAP

Versunken in Müll und Dreck

PC aus- und Gehirn einschalten: Gelegentlich kommen politische Hohlköpfe auf die Idee: "Nun vergleiche ich einmal jemanden mit Hitler oder Goebbels." Schon ist das Geschrei groß, die Empörung berechtigt. Doch mit den Piraten ändert sich das. Die warten gar nicht darauf, dass sie mit Massenmördern oder mit der verbrecherischen Organisation NSDAP verglichen werden. Das erledigen sie selbst - und damit die Piratenpartei. Wie jetzt der Berliner Ober-Pirat Martin Delius, der dem "Spiegel" gesagt hat: "Der Aufstieg der Piratenpartei verläuft so rasant wie der der NSDAP zwischen 1928 und 1933." Der Hinweis, dass man das auch ohne SA, SS und Gestapo schafft, hätte da gerade noch gefehlt. 

Wenn so ein Hirnloser wie Martin Delius in Berlin Fraktionsgeschäftsführer der Piratenpartei werden kann, muss man sich die Frage stellen: Was haben denn die anderen außer Notebook. Laptop oder iphone drauf? Für einige kann man sogar schon die Antwort geben: Die wollen, dass man den Holocaust leugnen darf, die reden von Weltjudentum, als hätten sie Hitlers "Mein Kampf" auswendig gelernt.

Martin Delius, der behauptet hat, er habe als Abgeordneter schon eine Menge gelernt (!), verzichtet inzwischen auf die Kandidatur für höhere Ämter, darf aber Pirat bleiben? "Unsere Ideen versinken in lauter Müll und Dreck", resigniert Marina Weisband, politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, die schon vorher angekündigt hat, dass sie eine "Politik-Pause" einlegen werde.

Die Piraten wollen sich mehr Transparenz auf die Fahnen schreiben, wenn die aber nicht schnell aufräumen, versinken die mit einer anderen Fahne. Steht "Ignoranz" drauf.

Sonntag, 22. April 2012

Tatsächlich ein Junge!

Veröffentlicht vor rund 30
Jahren.

Tag der Erde

Rückkehr aus einer Parallelwelt - erschaffen von Ruthard Stachowske

Jeder Tag ist irgendein Gedenktag. Der heutige ist "Tag der Erde". Auf die ich vorgestern zurückgekehrt bin. Drei Jahre lang hielt ich mich oft in einer Parallelwelt auf, die sich in Lüneburg den Namen "Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch" gegeben hat. Die ist von einem Sozialpädagogen geschaffen worden. Der heißt Ruthard Stachowske, führt einen Doktortitel, bei dem er das "phil" verschweigt, belügt Gerichte und veröffentlicht im Internet Texte, die mit der Wahrheit nur wenige Berührungspunkte haben. Ist einer seiner Titel obsolet geworden, wird er von Stachowske gestrichen. Verliert er vor Gericht, behauptet er, dass Dinge juristisch so geklärt worden seien wie er sich das erhofft habe. Gelegentlich erfindet Stachowske auch juristische Auseinandersetzungen, die er ebenfalls gewonnen haben will.

Bei öffentlichen Vorträgen kommt dieser Sozialpädagoge mit salbungsvoller Stimme daher, gibt in Interviews den Biedermann, der alle anderen für Brandstifter hält und kann sich stets sicher sein, dass die von ihm hinters Licht Geführten lieber das Licht ausmachen als den Scheinwerfer auf das zu richten, was tatsächlich geschehen ist. Diese Krähen hacken sich gegenseitig nicht die Augen aus, die haben gar keine.

Dann schien der Spuk zu Ende zu sein. Ruthard Stachowske wurde am 4. Juli 2011 als Leiter der "Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch" fristlos entlassen. Seine Arbeitgeberin, die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg, warf ihm Unterschlagung und Untreue vor. Die Staatsanwaltschaft jedoch wurde nicht eingeschaltet. Also zog Ruthard Stachowske nach diesem ersten Punktgewinn vor das Arbeitsgericht in Lüneburg, irgend jemand stahl Dokumente aus der Einrichtung, stellte sie anonym ins Netz - und sogar Kinder an den Pranger. Das fand die Sucht- und Jugendhilfe furchtbar, die neue Geschäftsführerin trug sich mit Fluchtgedanken, die sie aber wieder verwarf. Angeblich hatte Gisela van der Heijden bereits zwei Tickets für das Ausland.  Fand das Ausland aber wohl nicht.

Vor dem Arbeitsgericht forderte Ruthard Stachowske seine Parallelwelt zurück und siegte beim zweiten Termin, weil zwei ehemalige Verbündete für ihn aussagten, während die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg weder den Betrugs- noch den Untreue-Vorwurf  eindeutig belegen konnte. Vielleicht wollte man auch nicht...Denn die Fragen, die anschließend gestellt worden wären, hätten peinlich sein können. Eine hätte lauten müssen: Wie seid ihr eigentlich mit öffentlichen Geldern umgegangen? Von denen Stachowske jetzt noch einmal 100 000 Euro als Abfindung haben will.

Die bekommt er, denn die neue Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg ist längst mitschuldig geworden. Die Dokumente, die nicht gestohlen worden sind, hat sie weggeschlossen, als sei damit die Vergangenheit erledigt. Die Mitarbeiterin, die schon Stachowske treu zu Diensten war, bleibt sich mit unsäglichen Behauptungen über Familien treu. Kinder verschwinden aus der Einrichtung, bevor sich Familienmitglieder von ihnen verabschieden können. Business as usual...

Vorgestern habe ich meine beiden blogs über diese Parallelwelt gelöscht. Derweil postete ein Mädchen, das zum Glück nur wenige Monate in der "Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch" verbracht hat, sie werde erst ihr Zimmer aufräumen und dann "glückliche Paare vergiften". Sogar das ist besser als diese Einrichtung in Lüneburg...

P. S. Sollte jemand in dem hier verlinkten NDR-Beitrag darüber stolpern, dass dort über ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen Stachowske berichtet wird: Dieser Strafantrag ist ein Jahr alt, stammt von mir, das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Außerdem stammt die in diesem Bericht erwähnte Danksagungs-Anzeige nicht von ehemaligen Klientinnen und Klienten...

Freitag, 20. April 2012

Bester Abflug

Aller FDP-Zeiten

Die "Welt" zeigt sich erstaunt über das jüngste liberale Umfrageergebnis in Nordrhein-Westfalen. Die FPD fliegt demnach nicht mehr mit 2 Prozent aus dem Landtag, sondern mit 4 Prozent. Der politische Höhepunkt wäre so betrachtet ein Abflug mit 4,9 Prozent. Wichtig ist und bleibt schließlich: Wie die FDP nicht mehr in den Landtag kommt, ist unerheblich, erheblich ist, dass sie nicht mehr reinkommt.

Auf den Oppositionsbänken Platz nehmen müssen dieser Umfrage zufolge die CDU und die Piraten. Über diese Zusammenarbeit wird sich Norbert Röttgen in Berlin informieren und eines Tages bedauern, dass er nicht an Rhein und Ruhr geblieben ist? Wohl kaum. Die Piraten neigen zu Gezwitscher, während Angela Merkel immer dann ein Machtwort spricht, wenn jemand als Ministerin oder Minister eine Idee hat, auf die sie nie gekommen wäre. So kann sich auch Norbert Röttgen immer wieder profilieren, ohne etwas tun zu müssen. Landtagsarbeit in Nordrhein-Westfalen dagegen wäre anstrengend. Und "Muttis Klügster" wäre er auch nicht mehr lange.

Wie Philipp Rösler FDP-Parteichef. Der hat heute in einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung einen Koalitionserfolg gefeiert, der von Gesetzes wegen gar nicht zu vermeiden war: "In dieser Woche haben wir zum Beispiel im Kabinett beschlossen, die Renten zu erhöhen." Beim Betreuungsgeld allerdings streiten sie sich noch. Weil Rösler noch keinen Betreuer gefunden hat?

Donnerstag, 19. April 2012

Kleine Künstlerin

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Lübecker Nachrichten, 15./16. April 2012
Mit linker Maustaste vergrößern

Kinder-Zeitung

Ein gelungenes Fußballfoto.















Hannover 96 verliert in München den Kopf

Als Kind habe ich in DIN-A4-Heften aus Familie, Schule und Stadt berichtet. Das waren Tagebücher mit Schlagzeilen, Fotos aus Zeitungen, Kommentaren und Serien. Auch Bundesliga-Berichte schrieb ich. Diese Hefte sind mir gestern beim Frühjahrsputz aus einem Schrank entgegen gepurzelt.

Also machte ich mir einen kurzweiligen Leseabend, startete eine Reise in meine Schulzeit, staunte darüber, wer in der Saison 1965/1966 in der Bundesliga gespielt hat: Eintracht Brauschweig setzte sich am 1. Spieltag mit einem 4 : 0-Sieg an die Tabellenspitze, Erfolge feierten  außerdem Eintracht Frankfurt, Tasmania 1900 Berlin, Hannover 96, München 1860 und der VfB Stuttgart, das Mittelfeld bildeten Borussia Neunkirchen, Borussia Mönchengladbach, der Meidericher SV und der 1. FC Kaiserslautern.

"Kölns Hemmschuh Overath" wurde am 1. Spieltag für die 1 : 0-Niederlage im Niedersachsenstadion verantwortlich gemacht, bei 1860 München verlor Hannover 96 am 3. Spieltag den Kopf. Das Foto und die Bildunterschrift dazu fand  ich so originell, dass ich es eingescannt habe. Schmunzeln Sie mit!

Montag, 16. April 2012

Alle Macht

Geht vom Internet aus

Das weiß auch der amerikanische Präsident Barack Obama, der dieses Medium im Wahlkampf geschickt eingesetzt hat. Nun schicken sich die Piraten nach dem Einzug in zwei Länderparlamente zu weiteren Sprüngen über die 5-Prozent-Hürde an. Umfragen zufolge enterten sie auch schon den zweistelligen Bereich, 30 Prozent der Wählerinnen und Wähler halten es für möglich, dass sie ihr Kreuz bei dieser Partei machen. Fragt man diese Leute, ob sie wissen, was die Piraten wollen, lautet die vorwiegende Antwort: "Keine Ahnung."

Dabei ist die Antwort einfach: Die wollen, dass vom Internet noch mehr Macht ausgeht. Außerdem wollen sie mehr Transparenz. Union, SPD und FDP dagegen wollen weniger Inkompetenz, ändern deswegen die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages und lassen nur noch jene Abgeordnete zu Wort kommen, die von den Fraktionsspitzen für kompetent gehalten werden. So gleicht sich das Parlament den Talkshows an. Dort reden auch immer die gleichen Leute. Schon steigt die Nachfrage nach einem Medium, in dem auch mal andere was sagen dürfen - und die Piraten verbessern wöchentlich ihre Umfragewerte, weil sie als Internet-Partei gelten.

Das geht aber nicht mehr lange so weiter, sagen Vertreter von Union, SPD und FPD. Sobald sich die Piraten an die parlamentarische Arbeit machen müssen, entzaubern die sich selbst, heißt es aus dem politischen Lager der schon lange Entzauberten. Denen könnte man posten, was man wollte, die würden die Botschaft nicht verstehen, die sich hinter den Umfragewerten der Piraten-Partei verbirgt. Dabei ist die auch ganz einfach: Je ernster man die Piraten und ihre Erfolge nehmen muss, desto weniger ernst werden CDU, CSU, SPD, Linke, Grüne und FDP genommen. Das kann zumindest vorübergehend nur gut sein.

Donnerstag, 12. April 2012

"Bild" beleidigt

Kämpferinnen und Kämpfer für die Freiheit

Die Alpen müssen auch noch weg, damit wir endlich freie Sicht auf das Mittelmeer haben: Leider jedoch ist Axel "Cäsar" Springer schon 1985 gestorben. Dieser Verleger wird jetzt mit einer Sonderbriefmarke geehrt. Dazu heißt es heute auf  Seite 2 der "Bild"-Zeitung: "In 20 Tagen, am 2. Mai, wäre Axel Springer 100 Jahre alt geworden. Jetzt ehrt das Bundesfinanzministerium den Verleger und Freiheitskämpfer..."

Ob Wolfgang Schäuble, der aus diesem Anlass ins Berliner Axel-Springer-Haus gerollt ist, um sich dort mit Frieda Springer ablichten zu lassen, das so gemeint hat, darf zumindest bezweifelt werden. Auf der Briefmarke steht auch nichts von "Freiheitskämpfer". Denn wer Axel Springer so nennte, beleidigte alle Kämpferinnen und Kämpfer für die Freiheit.

Axel Springer ist ein cleverer Geschäftsmann gewesen, der schnell begriff, dass sich mit dem Fernsehen das Medienverhalten ändern würde. Bilder wurden immer wichtiger. Wichtig war Springer aber auch immer die Hetze gegen alles, was er für links hielt. Aus jedem Demonstranten wurde ein langhaariger Chaot, aus Willy Brandt ein uneheliches Kind, das als Herbert Frahm Deutschland verriet und mit den Ostverträgen die kommunistische Gefahr verstärkte, die er in der "Bild"-Zeitung mühsam mit DDR in Gänsefüßchen und mit Stacheldraht um jeden Artikel über die "Ostzone" in Schach hielt. Gedankenfreiheit gab es in seinem Medienimperium nicht. Mit dem Wort als Waffe wurde jede und jeder niedergestreckt, der sich seinem Feldzug gegen gesellschafts-, wirtschafts- und sozialpolitische Veränderungen nicht anschloss.

Sonderbriefmarken haben schon ganz andere Köpfe ausgehalten - dieser ist 5,8 Millionen gedruckt worden.

Wenn Zahlen

























Einen Kopfstand machen

Die Zeichnungen stammen von Sarah Kodritzki, siebenjährige Schülerin aus Lübeck, der Text von Heinz-Peter Tjaden, Redakteur und Schriftsteller aus Wilhelmshaven, das Mathe-Buch für kleine Kinder heißt "Wenn Zahlen einen Kopfstand machen" und ist jetzt bei Lulu erschienen.

Zustande gekommen ist dieses lustige Projekt über den Umweg Wichernstift in Ganderkesee. Dort lebt seit zwei Monaten der zwölfjährige Bruder von Sarah. Weggenommen wurde er der Mutter vor fast zwölf Jahren in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, in einer Einrichtung, die auch damals schon mit "familienorientierter Arbeit" warb, in Wirklichkeit aber willkürlich Familien zerstörte. Sarahs Bruder kam in eine Pflegefamilie, die in Langwedel wohnt, dort machte der Kleine im Januar 2012 eine Spritztour mit dem Auto seiner Pflegeeltern. Zuständig für den Fall ist das Jugendamt von Verden, das bis heute keinen einzigen Hilfeplan aufgestellt hat, der den Gesetzen entspricht. Heinz-Peter Tjaden kämpft mit der Mutter um eine Rückkehr des Jungen in die Familie.

Sarah Kodritzki aus Lübeck hat für "Wenn die Zahlen Kopfstand machen" die Zahlen von 1 bis 10 gezeichnet, jede Zahl ein kleines Kunstwerk. Diese Zahlen streiten sich in dem Mathe-Buch für kleine Kinder. Der beginnt so: Die 1 ist einfach zu dürr, um die Spitze zu bilden. Doch passt die 8 nach vorn? Was ist mit der 9, wenn sie einen Kopfstand macht? Dann ist sie eine 6. Schließlich stellen die Zahlen auch noch fest: Die 1 und die 7 sehen sich irgendwie ähnlich, dürften also nicht getrennt sein, sondern müssten nebeneinander stehen.

Wie die Siebenjährige neben ihrem Bruder, denn laut Gesetz haben Kinder ein Recht auf ihre Geschwister. Dieses Recht wird seit nahezu zwölf Jahren vom Verdener Jugendamt und vom dortigen Familiengericht mit Füßen getreten. Bei einer gerichtlichen Anhörung hat die Richterin Ende Februar 2012 der Mutter sogar vorgeworfen, sie sei schuld daran, dass ihr Junge, der aus ihrer ersten Ehe stammt, auf die "schiefe Bahn" geraten sei. Die letzte Begegnung zwischen Mutter und Kind gab es vor sechs Jahren...

Erschienen ist "Wenn Zahlen einen Kopfstand machen" bei Lulu. Der Link zum Mathe-Buch. Sei noch erwähnt: Das Honorar teilt Heinz-Peter Tjaden mit der kleinen Künstlerin aus Lübeck. Erhältlich auch als e-book.

Die Geschichte des Jungen im Wichernstift

Nächstes Bilderbuch geplant
Die Struwwelpetra
Statt ADS und ADHS

Sonntag, 8. April 2012

Wahrlich

Nes Ammim will Zeichen für
Versöhnung setzen.





















Ihr seid die Rechten.

Nun hat Eli Jischai, Innenminister von Israel, Günter Grass ein Einreiseverbot erteilt. Was nach Jischais Meinung unbedingt gesagt werden musste, war: "Ich sehe es als Ehre an, ihm die Einreise ins Heilige Land zu verbieten." Der Mann ist Mitglied der strengreligiösen Schas-Partei. In Oslo sind sie weniger streng religiös. Deshalb wird Eli Jischai mit seiner Forderung, Grass nun auch noch den Literaturnobelpreis abzuerkennen, nicht bis nach Norwegen durchdringen.

Eins haben Israel und Norwegen eigentlich gemeinsam: Es handelt sich um moderne Staaten. Vielleicht sollte man sich im "Heiligen Land" einmal an den Jordan setzen und überlegen, ob man die Verquickung von Staat und Religion nicht denselben heruntergehen lassen sollte. Dann kämen gewisse isrealische Politiker auch endlich einmal im Alltag der Bürgerinnen und Bürger dieses Staates an.

Die große Mehrheit hat dort mit Religion so viel am Hut wie die große Mehrheit hier zu Lande, aber die Schas-Partei schafft es immer wieder bis in die Regierung. Mal mit Friedens- und Sozialpolitik, dann mit Wahlversprechen wie "Jeder, der uns wählt, kommt ins Paradies!" Also in den Garten Eden, wo die ersten Menschen gelebt haben sollen, die allerdings nach der Vertreibung aus diesem Paradies feststellen mussten, dass sie gar nicht allein in Afrika waren. Deshalb bekam Kain nach dem Mord an seinem Bruder Abel ein Mal, damit er nicht von irgendeinem Mob umgebracht werden konnte.

Ein Mörder hat also unter dem besonderen Schutz des Gottes der Juden gestanden - und nun haben die wenigen strengreligiösen Juden, die es in Israel noch gibt, und politisch Rechte ein Einreise-Problem mit einem Dichter, der ein schlechtes Gedicht geschrieben hat? Sollte man mal die bildhübschen Badenixen in Tiberias fragen, ob sie fluchtartig den See Genezareth verlassen würden, wenn Grass dort auftauchen würde...

Samstag, 7. April 2012

Endlich Weltkrieg!

Schulheft aus Israel (1985) - Jeder Krieg
ist ein Krieg gegen die Kinder.






















Israel lässt es krachen

Wer bei Springer als Redakteur einen Arbeitsvertrag abschließt, muss einen schriftlichen Treueschwur auf Israel leisten. Würde Israel den Iran angreifen und so mit Feind und Feindesfeinden an der Gewaltschraube drehen, bis die Welt auseinanderfliegt, stünde in der letzten "Bild"-Zeitung "Endlich Weltkrieg! Israel lässt es krachen!"

Erst einmal aber führt Springer Krieg gegen Günter Grass, der einen Fließtext als Gedicht ausgegeben hat und ausblendete, welche irrsinnigen Drohungen immer wieder von  Irans Präsident Ahmadinedschad ausgestoßen werden, der ganz nebenbei den Holocaust leugnet.

Blindwütig fallen Springer-Redakteure über einen Schriftsteller her, der einen schlechten Text verfasst hat - nicht im Feuilleton, sondern auf den Politik-Seiten. Nach jedem Satz schlimmer als der andere werfen diese Redakteure wohl einen Blick auf ihren Arbeitsvertrag - gibt es auch schon die Drohung mit fristloser Kündigung, falls jemand sagt: "Nun ist aber gut"?

Angeblich will Grass den Isrealis die Religion stehlen, angeblich hat sich Grass an der Lyrik vergangen, angeblich ist Grass schon immer ein Rechthaber und Revisionist gewesen. Der Dramatiker Rolf Hochhuth geht auf Günter Grass los: „Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: der SS-Mann.” Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nennt den Text "ein ekelhaftes Gedicht".

Bei Facebook gibt es es als Gegenbewegung bereits eine Inititiative, die sich mit Grass solidarisiert und behauptet, er müsse vor einer "gleichgeschalteten Kriegs-Presse" geschützt werden. So ist das mit dem Irrsinn. Er schaukelt sich gegenseitig hoch - kann man im Nahen Osten immer wieder beobachten - und jetzt hier zu Lande.

Jugendämter

Gauck-Behörde für die Akten schaffen
Ich habe das Bundespräsidialamt um eine Stellungnahme gebeten

Werden von einer Behörde Daten gesammelt, hat man das Recht, diese Daten anzufordern. Scheint aber bei einigen Jugendämtern nicht bekannt zu sein. Deswegen sollte eine Erfassungsstelle für alle Akten deutscher Jugendämter eingerichtet werden, sozusagen eine Gauck-Behörde, an die man sich wenden kann, wenn man wissen will, was so alles in den Akten steht. Denn viele Eltern erfahren das nie oder sie schlagen sich damit herum, dass Jugendämter die Akteneinsicht verschleppen und nach einer langen Zeit Informationen liefern, die unvollständig sind. Jedes Jugendamt müsste also dieser Gauck-Behörde versichern, dass vollständiges Material geliefert worden ist. Zuwiderhandlungen müssen zu Strafen führen.

Mir passiert gerade dies: Das Jugendamt von Münster hat zwar jedes Gespräch mit mir abgelehnt, als ich einer Mutter helfen wollte, vom Familiengericht wurde ich ohne nähere Begründung als Beistand abgelehnt, als ich trotzdem erschien, flog ich aus dem Gerichtssaal.  Das ist eineinhalb Jahre her. Jetzt erfuhr ich, dass dieses Jugendamt Wichtiges aus diesem Fall in einem 17-seitigen Schritstück zusammenfassen ließ. Auch ich bin dort erwähnt worden.

Also forderte ich das Jugendamt von Münster auf, mir die mich betreffenden Passagen zuzuschicken. Keine Antwort. Ich wendete mich an den Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe. Keine Antwort. Dagegen müsste ich nun vorgehen. Könnte aber gar nicht sicher sein, dass ich damit Erfolg habe, denn Jugendämter sind immer noch ein Staat im Staate, der sich auch sonst nicht immer an die Gesetze - Beispiel SGB VIII - hält.

Mir ist vor einigen Monaten dies bekannt geworden: Einer Mutter aus Lübeck hat man vor nahezu zwölf Jahren den Jungen weggenommen. Der lebte seither in einer Pflegefamilie, die dem Kind erzählte, die Mutter sei tot, vor sechs Jahren gab es ein Treffen, Hilfepläne, die den gesetzlichen Anforderungen genügen, wurden nie aufgestellt. Ein Anwalt forderte vor Wochen vom Jugendamt in Verden die Akte an. Und hat sie bis heute nicht. Der Junge lebt inzwischen in einer Einrichtung - und alle spielen auf Zeit?

Würden Jugendamts-Akten in einer Gauck-Behörde lagern, könnten sie auch nicht mehr gefälscht werden...

Die Geschichte aus Münster

Die Geschichte der Mutter, deren Junge inzwischen in einer Einrichtung lebt

Freitag, 6. April 2012

Die Piraten

Machen auch Frank Walter Steinmeier nervös

Einen Studenten hatten sie schon ermordet, als sich im Deutschen Bundestag am 9. Februar 1968 die damals vorhandenen Parteien trafen und an der Protestbewegung vorbeiredeten. Damals sagte ein CDU-Bundestagsabgeordneter: "Vielleicht gibt es auch viele, die noch dem alten deutschen Irrglauben anhängen, die Macht sei böse, obwohl die Macht weder gut noch böse ist, sondern ihr Charakter allein nach einem bestimmt wird, nämlich nach dem Zweck und nach der Methode." Dieser Politiker war also böse, weil erst über 40 Jahre später herausgekommen ist, wieviel Böses geschah, als der Schah von Persien in Berlin war.

Diese Bundestagsdebatte kann man in meiner Broschüre "Blumen im Haar, Philishave am Kinn, Polizeiknüppel im Nacken" nachlesen.

Lesenswert könnte auch sein.

Nun sind sie wieder fast so nervös wie damals. In einem Interview mit "Welt online" spricht der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walter Steinmeier von "gewachsenen Parteien", die sich ohne Angst mit der Piraten-Partei auseinandersetzen sollten. Regierungsfähig sei die keinesfalls, wolle es vielleicht auch gar nicht sein. Ist schon erstaunlich, mit welchem Thema sich Steinmeier bei einer jungen Bewegung beschäftigt, die ähnlich bunt ist wie seinerzeit die 68-er. Was schreckt ihn denn auf? Die Umfragewerte oder der Einzug in zwei kleine Parlamente?

Spätestens bei der Vermutung, dass die Piraten wohl ihren Charme daraus beziehen, dass sie "Störfaktor im System" sein wollen, müsste sich Steinmeier fragen, was an einem System nicht stimmt, wenn eine Störung desselben als charmant gilt. Stört jemand in der Schule einen guten Unterricht, findet das nur selten jemand charmant, wenn jemand  in einem Betrieb, in dem viele gern arbeiten, den Produktionsablauf stört, dürfte das Gleiche gelten.

Wenn aber der SPD-Fraktionsvorsitzende die Systemfrage stellen will, darf er sich nicht allzu lange mit den Piraten aufhalten, sondern muss ganz andere Auseinandersetzungen führen - und einige beenden. Die Macht ist zwar nicht böse, aber es geht viel zu oft böse zu, wenn jemand nach der Macht greift. Dann wird keine Rücksicht mehr genommen, dann geht es in den Parteien zu, als hätten alle den Verstand verloren. Dass vielleicht auch deshalb viele ihr Kreuz bei der Piratenpartei machen statt gar nicht zur Wahl zu gehen, dürfte verständlich sein.

Die Piraten werden gewählt, obwohl sie sagen, dass sie eigentlich gar nicht wissen, was sie zu wichtigen Themen sagen sollen. Die "gewachsenen Parteien" dagegen sagen immer wieder zu wichtigen Themen, was sie nach der Wahl nicht gesagt haben wollen. Nichts sagen oder angeblich nichts gesagt haben, unterscheidet sich nur in einem: Die "gewachsenen Parteien" werden oft der Lüge überführt - die Piraten (noch) nicht. Sobald sich das geändert hat - sind sie regierungsfähig?

Donnerstag, 5. April 2012

Schweiz verklagt

Schweiz und Deutschland haben eine Steuer-Schraube locker

So lange sie nicht die Bank verklagen, auf der ich Antoinette aus Luzern gevögelt habe, ist es mir eigentlich egal, aber ein wenig übertreiben sie schon. Erst droht die Schweiz drei deutschen Steuerfahndern mit der Verhaftung, sobald sie die Grenze überschreiten, die diese nach Auffassung der Eidgenossen mit dem Kauf einer Steuer-CD auch schon auf andere Weise überschritten haben und dann setzt sich der "Bild"-Redakteur Matthias Kluckert hin und schreibt eine Strafanzeige gegen die Finanzministerin der Schweiz, Simonetta Sommaruga, die sich deshalb nicht mehr nach Deutschland traut?

Derweil haben Deutschland und die Schweiz ein neues Abkommen unterschrieben - und kommen nun hoffentlich wieder ohne Albernheiten aus, die beispielsweise zu einer Schlagzeile der Schweizer Boulevardzeitung "Blick" geführt haben, die da lautete "Die spinnen, die Deutschen". Als Asterix-Leser ging ich bislang davon aus, dass dies für die Römer gilt. Im neuen Abkommen steht, dass Deutschland 331 mehr Gesuche als bisher an die Schweiz richten darf, wenn es um Schwarzgeld auf  Nummernkonten geht.

Erinnert mich an das Nummernkonto von Antoinette und mir. Das ist fast täglich gewachsen - und niemand hat´s herausgefunden. In Luzern gibt es eben mehr als eine Parkbank. Ein wenig bergig ist es auch in Goslar. Dort kommt Sigmar Gabriel her, der "Ermittlungen gegen Banken" fordert. Auch der hat das System nicht verstanden. Wollte man wirklich allen Steuer-Schwindlern an den Kragen gehen, dürfte man auch Regierungen nicht verschonen, die Abgaben für einen bestimmten Zweck erfinden und das eingenommene Geld anschließend aus einem anderen Fenster werfen.

Dienstag, 3. April 2012

Der Juniorpartner

Der sich nur für Merkel entscheiden kann?

"Erfolge der Piraten und Wählerabwanderung zur Links-Partei schwächen die SPD. Auf eine Kanzlerschaft kann sie kaum hoffen. Es bleibt nur die Aussicht auf eine große Koalition – als kleinerer Partner." Schreibt heute Daniel Friedrich Sturm auf  "Welt online". Denn dort ist der Hase im Pfeffer verbuddelt. Die Springer-Presse will die Große Koalition. Hauptsache, Angela Merkel bleibt Bundeskanzlerin. Die politische Wunschheirat gibt es für Merkel kein zweites Mal, denn für die FDP mag zwar im Wald ein Rösler stehen, aber auch inmitten von Bäumen ist für diese Partei stets und auch sonst überall die Fünf-Prozent-Hürde zu hoch.

Außerdem bekäme die Union gar nicht die meisten Stimmen, wenn die SPD endlich auf solche Spitzenpolitiker wie das ewige Talent zu aufgeblasenen Sprüchen Sigmar Gabriel, wie den ewigen Verzählmeister Peer Steinbrück und wie die personifizierte Langeweile Frank Walter Steinmeier verzichtete und sich nicht immer von einer Partei, die von einer ehemaligen FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda vor eine Zerreißprobe nach der anderen gestellt wird, ins Bockshorn jagen ließe, mit dem Merkel gerade der FDP die letzten Flötentöne beibringt und die CSU in den Hörsturz treibt.

Die SPD braucht etwas Frisches - die Troika ist so vertrocknet, da sprießt nichts mehr. Wenn dieser Tage über Betreuungsgeld diskutiert wird, beschleicht einen das Gefühl, das sei ein geplanter Zuschuss für Gabriel, Steinbrück und Steinmeier und nicht für Mütter, die ihre Kinder zuhause betreuen und erziehen wollen. Diese drei sind so schwach, die müssen von der Piratenpartei, von den Grünen und von der Linkspartei gar nicht mehr geschwächt werden.

Wo sind denn die großen gestalterischen Ideen für die Bändigung des Finanzmarktes, für den Kampf gegen den europäischen Kollaps und für die Beantwortung immer drängender werdender weltweiter sozialer Fragen? Wenn jetzt durch die Nachrichten geht, dass im EU-Durchschnitt die Arbeitslosigkeit bei über 10 Prozent liegt, Deutschland aber relativ gut abschneide, dann sollte man sich doch erstens fragen, wie gesund ein Kontinent bleiben kann, wenn immer mehr krank werden - und zweitens könnte man auch mal nachschauen, wie viele Frauen und Männer in Deutschland ohne Job trotzdem nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen, weil man sie irgendwo untertauchen lässt.

Das kann man doch schon nicht mehr hören: Bei jeder Gelegenheit wirft die Troika Merkel vor, sie komme zu früh oder zu spät oder gar nicht, das sei Deutschland nicht länger zuzumuten, während uns Gabriel, Steinmeier und Steinbrück im Unklaren darüber lassen, was denn nach ihrer Meinung wann richtig gewesen wäre. Und zwar nicht nur für Deutschland...