Samstag, 31. März 2012

Die Schweiz

Hat die Schwarzgeld-Konten erfunden

Wer hat´s erfunden? Die Schweizer haben die Schwarzgeld-Konten erfunden. Die werden gut versteckt hinter den dicken Mauern der eidgenössischen Banken. Mit einer gekauften CD sind drei deutsche Steuerfahnder dennoch Steuerflüchtlingen auf die Schliche gekommen. Nun kommen sie aber in die Schweiz nicht mehr hinein, es sei denn, sie wollen gesiebte Luft atmen. Bei Einreise droht die Verhaftung. Die Schweiz hat Haftbefehl erlassen wegen Wirtschaftsspionage.

Recht haben die Schweizer! Die Wirtschaft der Schweiz ruht auf  Säulen, die denen der Mafia gleichen, wenn jemand einbetoniert worden ist. Solche Leichen sollen für immer verschwunden bleiben. Die Schweiz kennt weder den Euro noch Auslieferungsabkommen für Einnahmen, die dem deutschen Staat entgangen sind.

Darüber regt sich nun Hannelore aus Nordrhein-Westfalen kraft ihres Amtes, das sie behalten möchte, so sehr auf, dass sich niemand wundern müsste, wenn die Schweiz nun auch noch gegen sie wegen Beihilfe zur Wirtschaftsspionage Haftbefehl erlassen würde. Ein Wahlplakat mit dem Spruch "Ich bin dann mal für fünf Jahre weg" würde sich in Düsseldorf zwar gut machen, aber wer sitzt schon gern in einem Gefängnis der Schweiz, wenn er statt dessen am Vierwaldstätter See sitzen könnte? Hannelore Kraft sicherlich auch nicht.

Die Schweiz verkauft sich gern als vorbildliche Demokratie. Auch dafür gibt es sicherlich irgendwo zwischen Basel  und Genf ein Schwarzgeld-Konto für Sponsoren dieses Werbespruches.

 

Donnerstag, 29. März 2012

Böse und gut

Ganz früher mal symbolisiert mit Gott und Teufel

Vor langer, langer Zeit haben das Gute und das Böse Namen gehabt. Das Gute war Gott, das Schlechte war der Teufel.

Vor langer Zeit ist dann die katholische Kirche dazugekommen. Denn ein Kaiser fand nicht gut, dass ihm unzählige Sekten vor der Nase herumtanzten. Also erzwang er ein Konzil, bei dem sich die Streithähne darauf einigten, dass Gott das Gute ist, der Teufel das Schlechte und die katholische Kirche erzählt das herum.

Vor nicht allzu langer Zeit übertrug man dieses Schema auf den Kapitalismus, der war das Gute, und den Kommunismus, der war das Schlechte. Bis gestern. Da hat der Papst den kommunistischen Kuba-Diktator Fidel Castro empfangen. Ab morgen wird also Benedikt XVI. nicht immer nur aus der Bibel zitieren, er wird seine Reden auch noch mit Zitaten aus dem Kommunistischen Manifest anreichern. Denn die katholische Kirche hat nichts mehr zu verlieren, außer einen älteren Herrn im Rock.

Montag, 26. März 2012

Karl May (II)

Soll in die Schule

Seinen Gegnern präsentierte sich Karl May als Jugendschriftsteller wider Willen. Hören wir ihn selbst: "Wie man bei einem geistig und seelisch so bedeutsamen, ja schweren Inhalt meine Bücher als ´Jugendschriften´ und mich als ´Jugendschriftsteller´ bezeichnen kann, würde unbegreiflich sein, wenn man nicht wüsste, dass alle, die diesen Fehler begehen, sie entweder nicht begriffen oder überhaupt nicht gelesen haben."

Genau das aber hat der Karl-May-Verlag geschafft: Er präsentierte Karl May als Jugendautor. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben, droht aber zu erblassen. Deshalb warb Bernhard Schmid, Geschäftsführer des Karl-May-Verlages, dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse dafür, dass Werke von May in die Schulliteratur aufgenommen werden. Gegründet wurde außerdem eine Arbeitsgemeinschaft "Karl May in die Schule".

Dieser Schriftsteller kann als Meister des inszenierten Abenteuers gelten, seine Helden geraten nie wirklich in Gefahr, auch daher rührte sein Erfolg, dem er mit gekonnten Public-Relations-Tourneen auf die Sprünge zu helfen wusste. Aber auch seine Anhänger verstanden etwas davon, wie ein Autor verkauft werden muss. So wurde in den Jahren 1926 bis 1928 im Garten der Villa von Karl May das Karl-May-Museum errichtet - eine seinerzeit überladene Gedenkstätte, die genauso aussieht wie die Blockhütte des Bärenjägers Baumann in der Erzählung "Unter Geiern". Deshalb auch der Name "Villa Bärenfett". Nebenan entsteht ein museumspädagogisches Blockhaus und ein Erlebnispfad.

Die offizielle DDR hat sich nicht so recht mit Karl May angefreundet. Verlegerische Pflege erfuhr er nicht. Als der Karl-May-Verlag 1960 nach Bamberg umzog, erwarb er auch einen großen Teil von Mays Nachlass.

Im nächsten Jahr gibt es übrigens wieder einen Grund zum Feiern: 120 Jahre "Winnetou". Auch dann besteht diese Gefahr, die Karl May gewittert hat, nicht mehr: "...die ganze psychologische und erzieherische Inkompetenz und die ganze jugendliterarische Neidhammelherde wird über sie herstürzen, falls sie es wagen, sich meiner, wenn auch nur in zwei Zeilen, anzunehmen. Wehe Ihnen!!!"

Sonntag, 25. März 2012

Karl May















Den wahren Autor gibt es nicht mehr

"...halte ich die Seele fest. Ich beschäftige mich nur mit ihr, mit weiter nichts." Dieses Zitat stammt von einem Schriftsteller, dessen Bücher auch heute noch, 170 Jahre nach seiner Geburt und 100 Jahre nach seinem Tod, jährlich 100 000 Mal verkauft werden. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt inzwischen bei 200 Millionen. Aber wohl kaum ein Leser würde ihm diese Aussage zuordnen. Sie alle begeistern sich für einen Autor, den sie gar nicht kennen, gar nicht kennen können, denn den wahren Karl May gibt es nicht mehr. Das ist das eigentliche Geheimnis seines Erfolges.

In Bamberg gibt es einen Verlag, dessen Firmenzweck fast ausschließlich die Herausgabe der Bücher dieses Bestsellerautors ist: der Karl-May-Verlag. Er wurde 1913 in Radebeul bei Dresden gegründet und siedelte 1960 ins Badische über. Diesem Verlag ist es zu verdanken, dass Karl May nicht zu den vergessenen Autoren gehört. Dazu musste allerdings der den "Menschheitsfragen" verhaftete Karl May verschwinden, dazu mussten seine Werke gestrafft, seine Bücher von "jugendgefährdenden" Stellen befreit und die Skandale, in der er verwickelt war, vergessen gemacht werden.

"Waldröschen oder die Verfolgung rund um die Erde" heißt der Roman, der Karl May einstmals den Ruf einbrachte, ein Schundautor zu sein. Dieser Roman ist um 1883 in 109 Heften beim Verlag H. G. Münchmeyer in Dresden erschienen. 1902 gab Adalbert Fischer, der die Firma Münchmeyer nur wegen der fünf in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts für diesen Verlag verfassten Kolportageromane Karl Mays gekauft hatte, eine bearbeitete Fassung in sechs illustrierten Bänden heraus.

Sofort fiel die Kritik über Karl May her, weil sie Unmoralisches in diesem Roman entdeckt hatte. Langwierige, von May angestrengte Prozesse folgten, die der Autor in insgesamt fünf Instanzen gewann. Aber erst nach Adalbert Fischers Tod kam es zu einem abschließenden Vergleich. Im Oktober 1907 unterschrieben die Erben des Verlegers folgende Erklärung: "...die im Verlag der Firma H. G. Münchmeyer erschienenen Romane des Schriftstellers Karl May (haben) im Laufe der Zeit durch Einschiebungen und Abänderungen von dritter Hand eine derartige Veränderung erfahren..., dass sie in ihrer jetzigen Form nicht mehr als von Karl May verfasst gelten können." 1924/25 erschien eine weitere sehr einschneidende Bearbeitung im Karl-May-Verlag.

Wird fortgesetzt

Freitag, 23. März 2012

Wenn Wörterbücher...

...meine Schuhe wären...

Der Spruch ist bekannt: Ein Mann - ein Wort, eine Frau - ein Wörterbuch. Was aber geschähe, wenn in der Musikszene eine Tina Bendzko auftauchte, die das Lied "Wenn Worte meine Sprache wären" umtextete?

Könnte eine Liedzeile lauten: "Wenn Wörterbücher meine Schuhe wären." Eine andere könnte so benotet werden: "Ich füll den Schuhschrank nicht."

Chorus:

Mir fehlen die Schuhe, ich
Hab' die Schuhe nicht,
Dir zu klagen was ich fühl'.
Ich bin ohne Schuhe, ich
Finde die Schuhe nicht.
Ich hab keine Worte für mich.
Wenn Wörterbücher meine Schuhe wär´n,
Ich hätt' dir schon gesagt,
Wie ich an deiner Seite shoppen wär',
Denn das ist alles, alles, was ich hab'.
Ich kann verstehen, dass es dir nicht leicht fällt,
Du kannst nicht hinter Schuhschränke sehen.
Aber ich begreife nicht, dass es dich so kalt lässt.
Dir könnt' das Schnäppchen der Woche entgehen.

Chorus (2x):

Mir fehlen die Schuhe, ich
Hab' die Schuhe nicht,
Dir zu sagen, was ich fühl'.
Ich bin ohne Schuhe, ich
Füll den Schuhschrank nicht.
Ich hab keine Worte für mich.

Und schon wäre Tina Bendzko beste Newcomerin bei der Echo-Preisverleihung wegen des großen Echos, das sie beim weiblichen Publikum mit diesem Klagelied auslöst...

Mittwoch, 14. März 2012

Pfeilgenau

Den Blick auf Wichtiges lenken

"Verstecken zählt nicht, erst recht nicht bei «Das perfekte Model». Das hat gestern Abend auch Casting-Kandidatin Jennifer (19) erfahren. Um das Laufen ihrer Mädchen zu optimieren, schickte Model-Mami Eva Padberg (32) die Teilnehmerinnen im knappen Zweiteiler über den Küchenflur der Modelvilla."

Meldet heute die Schweizer Boulevardzeitung "Blick". Und veröffentlicht ein Beweisfoto mit Pfeil auf die Gründe für das Weiterkommen von Jennifer.

Pfeil muss sein, scheint inzwischen das Motto vieler Boulevardblätter zu sein. Steht in der "Bild"-Zeitung "Da darf er nicht mehr rein" schwingt sich ein Pfeil zu einem Foto des Hauses, in das irgend jemand nicht mehr hinein darf.

Die Zahl der Sensationsblätter, die einen Bogen um den Pfeil machen, ist im Sinken begriffen. Vielleicht hat der Springer-Konzern eine Studie in Auftrag gegeben, bei der herausgekommen ist, dass Fotos immer häufiger übersehen werden, weil zu viele den Text lesen. Da aber niemand "Bild" in "Text" umtaufen wollte, ist man auf die Pfeil-Idee gekommen. Kann nur so sein. Denn wenn sich zu viele nur die Fotos anschauen würden, gäbe es in immer mehr Zeitungen einen Pfeil, der zum Text führt mit Hinweisen wie "Das Schwarze sind die Buchstaben zu diesem Foto" oder "Schauen Sie sich bitte nicht nur das Bild an".

Ich verzichte auf einen Pfeil auf den abschließenden Hinweis, dass "Bild" der Vorpfeiler für alle Zeitungen gewesen ist, die ihre Leserinnen und Leser ebenfalls für dämlich halten...

Dienstag, 13. März 2012

Mutiger Journalismus

Mit "Bild" in die Krisengebiete der Welt

Gibt es eine gewisse Verwandtschaft von Themen, greifen Zeitungen zu graphischen Stilmitteln, die diese Verwandtschaft deutlich machen. Wie heute die "Bild"-Zeitung auf Seite 2. Dort stehen zwei Kästen nebeneinander, die Überschriften schwarz negativ, die Namen der Politiker in Rot. Links berichtet Nikolaus Blome über den Truppenbesuch von Angela Merkel in Afghanistan, rechts Ralf Schuler über Joachim Gauck bei der CSU in Bayern. Die Sichtverbindung zwischen diesen beiden Berichten aus Krisenregionen der Welt wird mit Fotos verstärkt: Angela Merkel steht in der Bundeswehrkantine und wartet auf eine Putenroulade, wer auf dem Flughafen von München auf Gauck gewartet hat, hielt der Fotograf nicht im Bild fest. Puten werden´s nicht gewesen sein.

Die Seite 2-Sache noch runder macht Franz Josef Wagner. Auch "Wetten, dass...?" ist monatelang Krisengebiet gewesen. Thomas Gottschalk ging und niemand kam. Dann aber doch Markus Lanz aus Südtirol. An den schreibt Wagner deshalb einen seiner Briefe, die nie geschrieben werden sollten. Wagner teilt Lanz mit: "´Wetten, dass...?´ ist eine Sendung, bei der Kinder kichern und Omas schmunzeln." Eltern müssen also leider draußen bleiben.

Auch das Schloss Bellevue soll nicht länger Krisengebiet sein. Dafür bekommt Hugo Müller-Vogg die ganz rechte Spalte und stellt die Frage: "Wer zieht mit dem neuen Präsidenten ins Schloss Bellevue?" Angela Merkel kann´s nicht sein. Die soll laut Nikolaus Blome in Afghanistan gesagt haben: "Wir könnten nicht heute hier abziehen." Merkel bleibt also am Hindukusch.

Montag, 12. März 2012

Hannover rätselt

Über blog eines Oberbürgermeisterkandidaten


19461956Wilhelm Weber (SPD)
19561972August Holweg (SPD)
19721996Herbert Schmalstieg (SPD)

Hannover rätselt. Vier Namen stehen bislang in der Oberbürgermeister-Liste von Hannover: Wilhelm Weber (1946 bis 1956), August Holweg (1956 bis 1972), Herbert Schmalstieg (1972 bis 2006) und Stephan Weil (seit 2006). Alle mit SPD-Parteibuch. CDU-Kandidaten haben an der Leine keine Chance.

Nächstes Jahr scheidet Stephan Weil aus dem Amt, weil er entweder Ministerpräsident von Niedersachsen wird oder Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag. Als sei die Wahl im Jahre 2013 bereits gelaufen, wird auch in den Medien der SPD-Kandidat für das Oberbürgermeisteramt als "Weil-Nachfolger" bezeichnet. Stephan Weil kündigt derweil an, er werde sich um diejenigen kümmern, die arbeiten oder Leistungen erbringen. Hätte er gleich sagen können: Um Arbeitslose, Kinder und Senioren schere ich mich weder als Ministerpräsident noch als Oppositionsführer.

Doch nun rätselt Hannover. Ich habe ein blog ins Netz gestellt. Kündige meine Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt in Hannover an. In diesem Augenblick sind 39 Besucherinnen und Besucher auf meinen Seiten. Die Werbe-mails für mein blog zeigen also schon nach kurzer Zeit Wirkung, denn verschickt habe ich sie erst vor einer Stunde. Das blog ist seit gestern Abend im Netz.

Hannover rätselt also. Soll es...




19461956Wilhelm Weber (SPD)
19561972August Holweg (SPD)
19721996Herbert Schmalstieg (SPD)

Freitag, 9. März 2012

Bild-Girl auf Seite 1

Zieht sich nicht an - aber um

Wollen einige wenige Männer ab morgen weiterhin nackte Tatsachen auf den ersten Blick, müssen ihre Freundinnen und Ehefrauen nackt schlafen und so lange im Bett bleiben, bis der Stiläugige an ihrer Seite aufwacht.  Denn "Bild" schafft zwei Tage nach dem Weltfrauentag das "Girl von Seite 1" zwar nicht ab, es zieht sich auch nicht an - es zieht um, ins Blattinnere. Das sei ein großer Schritt, meldet Springer.

Die Zahl der Männer, die im Gehen lesen, dürfte zwar klein sein - und die Zahl der Männer, denen das Fehlen der Barbusigen auf der Titelseite auffällt, noch kleiner, denn Männer lesen die "Bild"-Zeitung bekanntermaßen wegen des Sportteils, aber irgendwas muss hinter diesem Umzug stecken. Haben die Blattmacher etwa herausfinden lassen, dass Männer diese Boulevardzeitung nach dem Kauf sofort umdrehen, weil sie dann schneller auf den Sportseiten sind? Ist der neue Platz des "Girls von Seite 1" also die vorletzte Seite? Und was verspricht sich "Bild" davon? Dass diese Zeitung von Männern gar nicht mehr gelesen wird, weil sie den Sportteil nicht mehr finden?

Will "Bild" eine Entwicklung beschleunigen, die Springer seit Jahren Sorgen machen dürfte: Die Auflage sinkt? Mit einem halbnackten Girl auf Seite 1 lockt man kaum noch einen Mann an den Kiosk - und an den Redaktionscomputer bei Springer auch nicht. Die Texte werden von Frauen geschrieben. Die Texterinnen ziehen also mit um. Dass die Arbeit von Frauen nach hinten rückt, hat wenig mit dem Weltfrauentag zu tun...

Donnerstag, 8. März 2012

We love Barca

We love Football

Dieses Motto führt auf den Internet-Seiten des FC Barcelona zum Ticket-Shop. Dani Alves hat auch einen Spruch drauf: "Wir haben einen sensationellen Job gemacht." Mussten auch Rudi Völler und Franz Beckenbauer nach dem Spiel  anerkennen. Bedauerlich fanden die beiden, dass Lionel Messi zu selten gefoult worden sei. Beim Foulspiel hätten sich die Spieler von Bayer Leverkusen abwechseln können, meinte der Kaiser, damit niemand vom Platz fliegt.

Schwachsinn hat Konjunktur nicht nur im Privatfernsehen. Stellte ich fest, als ich mich zu Markus Lanz zappte. Wetten, dass ihm niemand folgen konnte, als er dafür plädierte, Christian Wulff zu vergeben? Will auch Anne nicht. Die hatte zur gleichen Zeit ebenfalls das bislang völlig vernachlässigte Thema: "Was machen wir nur mit Wulff?" Da weder Markus Lanz noch Anne Will einen sensationellen Job machten, schaltete ich den Fernseher aus.

Warum legt man die Talkshow-Studios der öffentlich-rechtlichen und der privaten Laberanstalten nicht einfach zusammen? Immer die gleichen Gäste, die über immer gleiche Themen diskutieren, müssten dann nicht mehr ins Dschungelcamp, wenn sie aufeinander hocken wollen.

Auch da macht der FC Barcelona den Unterschied. Jeder Spielzug ist beste Unterhaltung und die Gegner lernen eine Menge über Fußball. Franz Beckenbauer und Rudi Völler möchten diesen Unterricht mit Fouls stören lassen - fehlen nur noch Talkshows mit dem Thema "Was machen wir nur mit Messi?" Markus Lanz könnte dann diesem Fußballer vergeben, dass er gegen Leverkusen fünf  Tore erzielt hat, Anne Will könnte Leute einladen, die noch nie Fußball gespielt haben...

Dienstag, 6. März 2012

Großer Zapfenstreich

Ein Titel mehr für Christian Wulff

Die anderen Alt-Bundespräsidenten kommen nicht, der niedersächsische Ministerpräsident  David McAllister und der neue Bundespräsident Joachim Gauck täuschen wahrscheinlich Migräne vor - und Bundeskanzlerin Angela Merkel? Nach derzeitigem Informationsstand wird Christian Wulff am Donnerstag mit einem Großen Zapfenstreich von sich selbst verabschiedet. Vier Titel stehen auf seinem Musikprogramm. Beispielsweise "Ode an die Freude", gewidmet all seinen Freundinnen und Freunden, die sich vielleicht auch die Teilnahme schenken. Dazu wird der Alt-Bundespräsident möglicherweise sagen: "Für mich war ebenfalls stets nehmen seliger denn geben."

Gewünscht haben soll sich Christian Wulff auch einen Titel von den Beatles. Kann das Stabsmusikkorps der Bundeswehr aber nicht spielen. Die Instrumente geben das nicht her. Schade eigentlich. Wer würde bei "Yellow Submarine" nicht an die FDP-Umfrageergebnisse denken und bei  "All together now" an alle, die nicht da sind?

Der Alt-Bundespräsident gönnt sich übrigens einen Titel mehr als üblich. Vier statt drei. "I´ ll ever walk alone" ist nicht darunter. Den gibt es auch nicht. Schon gar nicht für Christian Wulff...

Sonntag, 4. März 2012

Peter Hahne spinnt

4. März 2012
Für Sudoku-Schäuble

Die Tür geht auf, wir betreten das Unternehmen, in den Fluren gehen Angestellte auf und ab, in den Büros schnattern sie durcheinander, dass man sein eigenes Wort nicht versteht, die meisten sind in der Kantine und starren auf ihr Notebook. Undenkbar.

Nicht für Peter Hahne als Kolumnist der "Bild am Sonntag" (BamS), wenn es um den Deutschen Bundestag geht. Ein Foto ist diese Woche durch die Medien gereicht worden: Finanzminister Wolfgang Schäuble hat während der Bundestagsdebatte über die Griechenland-Hilfe sein Notebook leicht aufgeklappt, vertreibt sich die Zeit mit Sudoku.

Findet Peter Hahne gut: "Ein Finanzminister, der rechnen und denken kann, ist mir allemal lieber als die parlamentarischen Plaudertaschen, die sich jetzt empören. Das ist kleinkarierter als das Karo auf Schäubles Sudoku."

Zu dieser großkarierten Einschätzung gelangt dieser BamS-Kolumnist so: "Andere lesen Zeitung während einer Plenardebatte, spielen mit Handys, machen ein Nickerchen oder unterhalten sich so laut, dass der Präsident dazwischen gehen muss." Wer bis dahin noch geglaubt hat, dass Abgeordnete im Bundestag Politik machen, erfährt außerdem, dass die Politikerinnen und Politiker, die nicht lesen, spielen oder quatschen im Saal auf- und abgehen.

Deswegen drückt Peter Hahne noch ein wenig auf die Tränendrüse: Schäuble mache Denksport, obwohl er "bestimmt lieber auch anderen Sport treiben würde". Wie das seine Bundestagskollegen machen. Dürfen sie. In allen möglichen Sportvereinen. Die gibt es auch für Rollstuhlfahrer. Aber im so genannten "Hohen Haus" sollten sie sich auf den Hosenboden setzen für eine gute Politik. Oder man ändert den Spruch am Reichstagsgebäude von "Dem deutschen Volke" in "Deutschland bewegt sich".

Freitag, 2. März 2012

Aus 9 wird 6

2. März 2012
Wenn Zahlen einen Kopfstand machen

Bis 10 und irgendwann weiter zählen, macht allen Kindern ab sofort Spaß. Verordne ich den Kleinen in meiner Broschüre "Wenn Zahlen einen Kopfstand machen", die seit gestern Abend von der Internetbuchhandlung Lulu angeboten wird. Die Idee kam mir bei einer Radtour mit meinem Jagdterrier Mike Tjaden, der mir als Schriftsteller unbedingt den Rang abpfoten will. Kann ihm nun nicht mehr gelingen.

Machen Zahlen einen Kopfstand, wird aus der 6 eine 9, die 8 bleibt eine 8. Die 1 soll nicht länger an der ersten Stelle stehen, weil sie ein Hungerhaken ist. Darüber und über anderes diskutieren 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10.

Ein Auszug:

Die 9 hat wirklich nur einen Bauch. Aber wenn sie auf dem Kopf steht, ist sie eine 6. Deshalb ist die 2 nur dann mit der neuen Reihenfolge einverstanden, wenn die 9 keinen Kopfstand macht. Das verspricht die 9 der 2 und die Zahlen stellen sich so auf:
1, 9, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10.
Mit dieser neuen Reihenfolge sind die Zahlen jedoch nicht lange zufrieden, denn nun fällt der 7 auf: „Ich habe eine gewisse Ähnlichkeit mit der 1. Warum stehe ich nicht bei ihr?“
Schauen wir uns doch einmal die 7 an:
7
Sie hat Recht. Sie hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der 1.
1 – 7
Heinz-Peter Tjaden, Wenn Zahlen einen Kopfstand machen, Verlag Momentaufnahme, Wilhelmshaven, 6,96 Euro

Donnerstag, 1. März 2012

Jagdterrier schreibt

1. März 2012
An die Grashüpfer von Jogi Löw

Liebe National-Jungs,
sehr geehrter Joachim Löw,

in Bremen auf einem Rasen spielen und eine Wiese ins Tor stellen, das reicht nicht. Auch grüne Trikots als Tarnbekleidung auf dem Stadiongrün sind nicht genug. Die Franzosen erkannten trotzdem immer früh genug, was ihr vorhattet, wenn ihr nicht gerade damit beschäftigt ward, die Viererkette aufzulösen, damit sich eure Gegenspieler auf dem Weg zum Tor von euch lösen konnten.

Wer Fußball spielt, der sollte - wie ich auf diesem Video beweise - bissig sein  und den Ball nie aus den Augen und den Pfoten verlieren. Auch Überraschungsmomente gehören zu diesem Spiel, wenn man es erfolgreich gestalten will, wie gestern die Franzosen. Habe ich den Ball, dann habe ich ihn. Siehe das zweite Video.

Der Bundestrainer der Grashüpfer, die gestern Abend 1 : 2 verloren haben, sollte nun zusehen, dass er möglichst schnell sein Büro erreicht und mich anruft. Niemand ist schneller und trickreicher als ich. Ich bin zwar kleiner als sogar die Italiener, dafür aber länger - munter...Und zwar bis zum Titelgewinn!

Pfote drauf, ich mache euch bei der Europameisterschaft mehr als den Schweinsteiger...