Freitag, 30. September 2011

Gravebook

30. September 2011
Nicht nur bei Facebook Datenskandale

Politiker reden viel Kauderwelsch. Wie jetzt Kauder, der eine Netzsperre für Datendiebe fordert und dann selbst als Datendieb ertappt wird. Wurmt ihn aber gar nicht. Der sagt einfach: "Seht ihr, Kontrollsystem funktioniert." Soll wohl heißen: Wenn dieser CDU-Politiker und Vorsitzende des Justizausschusses im Bundestag erwischt wird, kriegt man andere auch.

Datenschützer schlagen wieder einmal Alarm. Facebook speichert auch Daten, die von den Nutzern gelöscht worden sind. Macht aber nicht nur dieses soziale Netzwerk zur Steigerung von Umsätzen eines Milliardenunternehmens. Gravebook geht mit Daten auch nicht pfleglich um. Kann man bei jedem Friedhofsbesuch feststellen. Was da alles in Stein gemeißelt wird und deshalb die Jahrhunderte überdauert, ist unglaublich. Jedem mitgeteilt werden nicht nur Geburts- und Todestag, sondern auch die Lieblingssprüche der biologisch schon lange Gelöschten. Schritt für Schritt ermitteln lässt sich an der Größe der Gräber zudem, wie reich jemand zu Lebzeiten geworden ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht eine plan- und hilflose Euro-Rettungsschirm-Politik. Sagt die Opposition, eilt zur Abstimmung und unterstützt das nächste plan- und hilflose Vorgehen der Regierung gegen die drohende Pleite von Griechenland, das längst pleite ist.

Im Harz werden jetzt Ameisen gezählt. Machen Experten, die sich zweifellos einer wichtigen Aufgabe widmen. Damit keine Ameise doppelt gezählt wird, verwenden die Fachleute einen Klebstoff, der jedes Tier dort festhält, wo es sich gerade befindet. So verschlechtert sich zwar das Befinden der Ameisen, aber jede Volkszählung hat ihren Preis.

Dann noch eine gute Nachricht: Der Sommer findet in diesem Jahr im Herbst statt...

Montag, 26. September 2011

Preiswürdig

26. September 2011
Hervorragende Jugendamts-Arbeit für das Kindesunwohl

Bei einem Hundespaziergang ist dem Wilhelmshavener Redakteur und Schriftsteller Heinz-Peter Tjaden eine Idee durch den Kopf geschossen, die wurde sofort Internet-Umfrage. Gesucht wurde 2009 und 2010 per Abstimmung das Jugendamt, das sich den von Tjaden erfundenen Kindesunwohlpreis verdient hat. Erste Preisträger waren die Jugendämter von Lüneburg wegen glänzender Zusammenarbeit mit einer Einrichtung, die Familien zerstört, und Oldenburg i. O. wegen Abneigung gegen Großfamilien.

2010 war die Umfragebeteiligung größer als 2009, 2011 hat sie schon Ende September eine Rekordhöhe erreicht. 892 Stimmen wurden bislang abgegeben. In Führung gegangen ist wieder das Jugendamt von Oldenburg i. O. mit 630 Stimmen. Auf den Plätzen: Münster mit 116 Stimmen, Ratzeburg mit 56 Stimmen, Lüneburg mit 11 Stimmen, Mönchengladbach mit 6 Stimmen, Viersen, Duisburg und Gronau mit jeweils 2 Stimmen, Schleswig mit 1 Stimme.

Erstaunlich: Das Jugendamt von Mönchengladbach hat die Spitzenpositionen aus 2009 und 2010 verloren, kümmert sich der Umfrage zufolge inzwischen eher um das Kindeswohl als um das Kindesunwohl. Auch Lüneburg ist weit zurückgefallen.

Inzwischen hat Heinz-Peter Tjaden per mail und SMS Anregungen für weitere potenzielle Preisträger bekommen. Ins Rennen geschickt werden deswegen heute die Jugendämter von Eutin (Mitarbeiterin zu einer Großmutter: "Wir lassen Sie am langen Arm verhungern."), des Lahn-Dill-Kreises (SMS-Nachricht an Tjaden: "Jugendamt befürwortet alleiniges Sorgerecht.") und von Lehrte bei Hannover (keine Begründung für diesen Vorschlag).

Ob diese Jugendämter noch Umfrage-Boden gut machen können, wird man sehen.

Zur Umfrage

Sonntag, 25. September 2011

Opa Benedikt

25. September 2011
Ist seiner Frau immer treu gewesen

Das gibt ihm wohl das Recht zu Kritik an Paaren, die sich trennen: Der katholische Papst ist seiner Ehefrau stets treu gewesen, als man ihm einen Job in Italien anbot, hat sie keinen Augenblick gezögert: Sie hat ihn zu seiner neuen Wirkungsstätte begleitet, kümmert sich dort liebevoll um ihre beiden Enkel, wenn ihre Tochter mit ihrem Mann aus Deutschland zu Besuch ist.

Das ist nun wirklich keine Selbstverständlichkeit, hat der katholische Papst vor dem Präsidium des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) im Freiburger Priesterseminar betont: "Man findet kaum noch den Mut zu versprechen, ein Leben lang treu zu sein; sich das Herz zu nehmen und zu sagen: Ich gehöre jetzt ganz dir."

Auch nach fast 60 Jahren Ehe könnte dem katholischen Papst und seiner Frau nie geschehen, was nach seinen Worten einer deutschen Durchschnittsfamilie passieren würde, wenn jemand aus einem fernen Land nach dem Rechten schauen würde: "Der könnte vieles bewundern, etwa den Wohlstand, die Ordnung und die Effizenz." Kennen auch wir aus jeder Hartz-IV-Familie. Doch der katholische Papst weiß noch mehr über diesen Jemand aus einem fernen Land: "Er würde mit unvoreingenommenem Blick auch viel Armut feststellen: Armut, was die menschlichen Beziehungen betrifft, und Armut im religiösen Bereich."

Der katholische Papst dagegen geht heute noch so oft wie möglich zur Kirche, pflegt fantastische menschliche Beziehungen, beispielsweise mit katholischen Priestern, die Väter werden, und unter religiöser Armut leidet er auch nicht. Schließlich meint er sogar, dass er einen guten Draht zu Gott hat.

Fast immer allerdings lässt Gott den katholischen Papst im Dunkeln tappen: "Auch das selbstlose Engagement für das Gemeinwohl, im sozialen und kulturellen Bereich oder für Bedürftige, nimmt ab."

Wer jetzt noch den katholischen Papst ernst nimmt, ist selbst schuld. Denn:  Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von immer mehr Menschen läuft in Deutschland kaum noch etwas. Davon hätte sich der katholische Papst bei seinem Besuch durchaus überzeugen können. Statt dessen hat er sich mal 30 Minuten, mal 10 Minuten mit Leuten aus der politischen Führungsetage unterhalten, die er wohl für ausgewiesene Experten hält, wenn es um die deutsche Wirklichkeit geht.

Und dieser Mann soll unfehlbar sein?

Samstag, 24. September 2011

Facebook - oder:

24. September 2011
Keine Chance für Mark Zuckerberg

"Wenn man zeigt, dass man Cola mag, darf man sich nicht wundern, wenn man nachher Werbung für Cola bekommt." Sagt Jo Bager, Redakteur der Computerzeitschrift "c´t", in einem Gespräch mit der "Neuen Presse Hannover" (NP) über das neue Facebook von Mark Zuckerberg.

Alles soll noch schneller werden, in einem Tickerfenster erscheinen Meldungen in Echtzeit. Aus Facebook wird eine riesige Medienplattform, auf der sich viele Unternehmen ansiedeln werden.

Schade, dieses Zeitfenster hätte es schon vor der Oberbürgermeisterwahl in Wilhelmshaven geben sollen. Sicherlich für Aufsehen gesorgt hätten diese Meldungen: "+++Heinz-Peter Tjaden richtet Facebook-Seiten zur Kommunalwahl in Wilhelmshaven ein+++Manfred Adrian, Verleger der Wilhelmshavener Zeitung, droht Tjaden mit Klage, falls er Gerüchte über Adrian und den CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten Andreas Wagner veröffentlichen sollte+++Tjaden informiert die CDU über diese Drohung+++CDU-Pressesprecherin blockiert Facebook-Seiten von Tjaden zur Kommunalwahl+++Tjaden schreibt Artikel über Kommunalwahl in Wilhelmshaven für ein bundesweites Portal+++CDU-Pressesprecherin droht mit Klage+++"

Auf Seite 1 der "Neuen Presse Hannover" fürchtet der Redakteur Udo Harms in einem Kommentar die "Sammelwut" von Facebook: "Dabei ist es übel, wie hemmungslos Facebook die im Grunde soziale Idee eines Netzwerkes für kommerzielle Zwecke ausbeutet."

Aber wohl kaum in Wilhelmshaven. Es sei denn, bei Facebook gibt es Angebote für Schweigespiralen, Maulkörbe, Nebelkerzen und Drohbriefeschreiber.

Weitere Infos über das Neue Wilhelmshaven

Freitag, 23. September 2011

In der Schweiz

23. September 2011
"Neutrinos" schneller als das Licht

Ausgerechnet in der Schweiz. Haben Forscher den Verdacht, dass Elementarteilchen mit Namen "Neutrinos" schneller sind als das Licht. Dieser Verdacht soll nun international auf den wissenschaftlichen Prüfstand gestellt werden, bevor die in Genf fragen: "Wer hat´s erfunden?"

Für Albert Einstein ist die Lichtgeschwindigkeit eine universelle Konstante gewesen, für die Schweizer das Schneckentempo. Aber eines Tages sind auch die Eidgenossen etwas schneller geworden. Warum also nicht auch die "Neutrinos".

Für uns ändert sich nichts, versichern die Wissenschaftler aus Genf. Ob nun nichts schneller sein kann als das Licht oder diese Lütten doch, wird sich weder auf unseren Alltag noch auf das Universum auswirken. Klingt beruhigend.

Warum die Schweizer trotzdem Geschwindigkeitsnachmessungen in Auftrag geben, bleibt so rätselhaft wie die Sprache der Eidgenossen in Zürich, Zug, Luzern und Bern für alle, die nicht unter einer Rachenkrankheit leiden. Denn längst steht fest, dass niemand das Tempo der "Neutrinos" so exakt messen kann wie die Wissenschaftler in Genf.

Ist wohl die Gründlichkeit der Schweizer. Die haben das Wahlrecht für Frauen in anderen Ländern testen lassen, bis sie es selbst einführten, die haben ein paar Fußballer ins Ausland geschickt, bis sie selbst die Nati dazu anhielten, während eines Spiels doch mindestens einmal vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen, die haben so lange die "Bild"-Zeitung gelesen, bis bei ihnen der "Blick" der Schlagzeile "Wir sind Papst" "Wir sind Neutrinos" entgegen schreiben konnte.

Montag, 19. September 2011

Die Piraten

19. September 2011
Das unbekannte Parteiwesen

In  Berlin hat die Piratenpartei allen anderen Parteien Stimmen abgejagt, die meisten den Grünen. An die Wahlurnen lockte sie auch Wählerinnen und Wähler, die sonst nicht hingegangen wären. Reichte für 9,0 Prozent.

Nun hat in den Medien das große Rätselraten begonnen. "Wer sind eigentlich diese ´Piraten´?" fragt heute "Bild" auf Seite 2. Redakteur Einar Koch fand heraus: Gegründet worden ist diese Partei vor fünf Jahren, die Mitgliederzahl liegt bei 1 000, steigt aber "stündlich", das Vorbild stammt aus Schweden.

Außerdem haben die Piraten "Post von Wagner" bekommen. Der findet den Kampf dieser Partei "für die Freiheit im Internet" erst einmal "super-super-sympathisch", dann aber nicht mehr: "Wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, ist es superidiotisch und lebensgefährlich."  Denn: "Die Piraten lehnen jede Überwachung des Internets ab."

Die "Welt" schürft ein wenig tiefer. Sie hat herausfinden lassen, dass diese Partei zwar 9,0 Prozent bekommen habe, aber für das Programm interessiere sich kaum jemand. Dann wären die Piraten eine "Protestpartei" der Desinteressierten, die aus Jux zur Wahl gehen? Dennoch fragt sich ein Politikwissenschaftler, ob die Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus "entzaubert" werden kann. Wenn aber der Zauber darin liegt, dass nichts wissen nichts ausmacht, wird das wohl kaum gelingen.

Neu ist: Medien setzen sich erst intensiv mit einer Partei auseinander, wenn sie in ein Parlament eingezogen ist. Mit der Post von Wagner muss man sich nicht lange beschäftigen, die ist nur "superidiotisch". Auch die Piratenpartei tritt keinesfalls dafür ein, dass Kriminelle und Terroristen im Internet tun und lassen dürfen, was sie wollen. Die fürchtet sich lediglich davor, dass Unbescholtene kriminalisiert werden.

So betrachtet übernimmt die Piratenpartei die Rolle, die früher einmal die FDP gespielt hat. Die Liberalen sind vorübergehend reale Bürgerrechtspartei gewesen, die Piraten sind eher eine virtuelle.

Vor 30, 40 Jahren haben Überwachungskameras in Innenstädten Unbehagen ausgelöst, man fragte sich, wer die Aufnahmen auswertet, bei Demonstrationen machten Verfassungsschützer Fotos, die Telefone von Künstlern wurden angezapft, bei öffentlichen Auftritten linker Kabarettisten saß die politische Polizei im Publikum und schrieb mit, Mitglieder der DKP bekamen Berufsverbot. So wollte sich der Staat vor RAF-Terror und vor einer kommunistischen Unterwanderung schützen, schüttete aber das Kind mit dem Bade aus. Nicht das Vertrauen, das Misstrauen wuchs.

Heute hat sich das Unbehagen ins Internet verlagert. Abmahnanwälte lauern an jeder virtuellen Ecke, nach jeder Terrorwarnung wird die Vorratsdatenspeicherung politisch aufgewärmt. Wieder wächst das Misstrauen. Deshalb hat die Piratenpartei in Berlin 9,0 Prozent der Stimmen bekommen. Dass die meisten Wählerinnen und Wähler das Programm dieser Partei nicht kennen, ist kein Unterscheidungsmerkmal. Ist bei den anderen Parteien auch so.

Nach dem Wahlerfolg kündigt die Piratenpartei eine "ernsthafte Politik im Berliner Abgeordnetenhaus" an. Schaun mer mal.

Freitag, 16. September 2011

Papst kommt

16. September 2011
Der Papst kommt - Gott auch?

Der Papst kommt. Und spricht im Deutschen Bundestag. Der Papst kommt. Und im Internet gibt es Seiten zum Besuch. Der Papst kommt. Und im Internet gibt die katholische Kirche das Motto aus "Wo Gott ist, da ist Zukunft". Der Papst kommt. Und in der Nähe stehen Verkaufsstände. Angeboten werden Erinnerungsbänder, T-Shirts, Kerzen, Rosenkränze, Taschen und Medaillen. Auch schon online. Nicht gefunden habe ich dort: die Bibel.

Dass Jesus nicht katholisch gewesen ist, merkt man daran: Der hat die Händler aus dem Tempel geworfen. Die Organisatoren des Papstbesuches laden sie ein. Nicht direkt in den Tempel. Aber in die Nähe.

Nicht streiten will ich mich über das Motto "Wo Gott ist, da ist Zukunft". Diese Aussage ist nicht überprüfbar. Überprüfbar sind jedoch die Aussagen des Papstes zur Sexualmoral, zur Rolle der Frau und zur evangelischen Kirche. Überprüfbar ist, was in der katholischen Kirche geschieht.

Werbetrommel statt Demut angesichts unzähliger Skandale, scheint das Besuchsmotto zu sein. Fehlt nur noch, dass die katholische Kirche den Papst als neuen Messias in den Deutschen Bundestag schickt. Viele Abgeordnete wollen nicht hingehen. Finde ich dämlich.

Herrlich dagegen fände ich Verkaufsstände vor dem Plenarsaal. Angeboten werden könnten Kondome, T-Shirts mit dem Aufdruck "Gib Aids keine Chance", Lorbeerkränze für Alleinerziehende...Wäre aber wohl gegen die Würde des Hohen Hauses, das hohen Besuch bekommt.

Donnerstag, 15. September 2011

Lie to me

16. September 2011
Faszinierende Serie bei VOX

Da ich mir gestern Abend schon nach 45 Minuten keine Sorgen mehr um Bayern München machen musste, habe ich wie jeden Mittwoch Vox eingeschaltet. Vom runden Leder weggelockt wurde ich von der Serie "Lie to me". Die gefällt mir nicht nur wegen des Hauptdarstellers, bei dem man nie so genau weiß, wie er im nächsten Augenblick als Wissenschaftler oder als Vater reagiert.

Faszinierend finde ich auch die Vorstellung, dass man aus Mimik und Gestik eines Menschen schließen kann, ob er die Wahrheit sagt oder lügt. In der Serie mit einer Trefferquote von 100 Prozent, es sei denn, dieser Wissenschaftler bekommt es mit einem Psychopathen zu tun.

Im Alltag gelingt uns die Unterscheidung zwischen Schein und Wirklichkeit nur selten. Deshalb gehen wir  häufig davon aus, dass wir besser misstrauisch bleiben.

Ist aber schlechter. Dass mich Menschen täuschen, riskiere ich immer wieder. Merke ich früh genug. Bis dahin hoffe ich auf verrückte Momente, schöne Augenblicke und freche, intelligente  Gespräche. Lie to me ist schließlich auch nur eine Fernsehserie...

Sonntag, 11. September 2011

Schmidteinander

11. September 2011
Wenn er doch nur jünger wäre...

Jeden Abend beenden sie den heutigen Koalitionsstreit. Dazu kommt ein starker Abgang bei der Europäischen Zentralbank. Den sich auch viele von Angela Merkel wünschen. Wenn die überhaupt noch etwas sagt, ist das schon geradezu sagenhaft. Sie will Athen Zeit lassen. Die Mehrheit der Deutschen dagegen will Griechenland pleitegehen lassen.

Da braucht Deutschland einen Macher? Ja, sagen 27 Prozent bei einer Umfrage von Infratest Dimap. Wenn Helmut Schmidt nicht 92 Jahre alt wäre, sondern jünger, würde der die Euro-Krise in den Griff bekommen. Per Doppelbeschluss? Wie schon einmal? Der Altkanzler macht eine Verjüngungskur und setzt sich energisch an die Regierungsspitze?

Alle Macht geht vom Volke aus. Steht im Grundgesetz. Doch das Volk hat Angst. Ist also nicht mächtig. Hat Alpträume. Nach jeder Nachrichtensendung.

Was tun? Helmut Schmidt verjüngen oder Nachrichtensendungen verbieten? Ich mach mal eine Umfrage...

Oder sollten wir uns einfach mehr Europa zutrauen?

Dienstag, 6. September 2011

Suchtbildend?

6. September 2011
Sind meine Beiträge eine Droge?

Sind meine Beiträge suchtbildend? Eine  Droge, die man sich reinziehen muss, weil man sonst unter Entzugserscheinungen leiden würde? Muss deshalb vor meinen Beiträgen gewarnt, Anwälte und Gerichte eingeschaltet werden?

Besonders juristisch bunt hat es der Leiter einer Einrichtung aus Lüneburg getrieben. Was ich unter http://familiensteller.blogspot.com/ schrieb, trieb den immer wieder nach Uelzen. Nicht, weil dieser Ort besonders schön wäre. Dort hatte sein Anwalt seine Kanzlei. Nach sieben Niederlagen bekam der sogar noch eine fristlose Kündigung.

Im Jugendamt von Münster liest man täglich mein blog http://kommissarinternet.blogspot.com/   Ein Mitarbeiter dieser Behörde behauptet sogar, dass auch die Pflegeeltern eines widerrechtlich entzogenen Kindes täglich wegen meiner Beiträge am PC hängen. Warum gibt man der Mutter nicht einfach ihr Kind wieder? Würde sich das Lesen doch erledigen.

Erledigen wollten die Zeugen Jehovas mein blog http://zeugenjehovas.blogspot.com/ Sie forderten von google ein Verbot. Vergeblich, wie sie vergeblich auf eine neue Welt warten, in der sie unter sich sind.

Noch mehr los wäre, wenn ich jeden Kommentar veröffentlichen würde. Doch die moderiere ich. Lasse nur Kommentare zu, die einigermaßen sachdienlich sind. Und schon kommt eine Verfahrensbeiständin eines Jungen daher, die mir mit dem Staatsanwalt droht. Wenn ich mein blog http://kinderunwohl.blogspot.com/ nicht nach Kommentaren durchsuche, in denen sie angeblich beleidigt wird, will sie aktiv werden. Warum liest die nicht selbst? Würde sie feststellen: Sie ist nirgendwo Thema. Könnte sich aber ändern. Nach der nächsten Drohung.

Freitag, 2. September 2011

Im Autokino

2. September 2011
Wippen die Enten

"Wo jahrelang das "Autokino Hannover-Messe" stand, wird es wieder stehen. Vom 2. bis 4. September ist der Messeparkplatz Ost 14 Treffpunkt für Autokinofans aus der ganzen Region. Die Veranstaltungs- und Kommunikationsagentur "events hoch zwo" präsentiert DAS Ereignis für alle, die zwei Hobbies miteinander verbinden wollen: Auto und Kino, 3 Tage lang. Kassenschlager und Klassiker. Pommes und Popcorn. Bier und Burger. Hannover freut sich. Der Kult Autokino kommt zurück."

Steht im Internet. In den Sechzigern und Siebzigern hat dort aber noch mehr gestanden. Und nicht nur in einer Ente, deren Gardinen von einem Pärchen zugezogen wurden. Die wippten dann im Takt. Auch meine Freundin und ich hätten damals jede Aussage verweigern müssen, wenn man uns gefragt hätte, worum es in dem Film gegangen war, der über die überhaupt nicht beachtete Leinwand geflimmert war.

Zu einem Hannover-Besuch (es war mein erster und nicht nur deshalb unvergesslicher) gehörte einfach: "Am Samstag vögeln wir im Autokino auf der Messe." Popcorn gab es damals auch schon. Aber zum Essen kam man einfach nicht. Auch an Bier war nicht zu denken. Das hatte also nach eineinhalb Stunden nicht so schön geprickelt in ihrem Bauchnabel.

Deswegen sind seinerzeit wohl auch die Autokinos pleite gegangen. Die Eintrittsgelder reichten einfach nicht für die Finanzierung. Und zugezogene Gardinen bedeuteten: "Speisen und Getränke? Nein, danke!"

Dass alle wussten, was das Personal bei einem Auto-Kinobesuch zu beachten hatte, machte den Abend noch spannender. Da meiner Freundin damals aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen das T-Shirt abhanden gekommen war, hatte auch die Rückfahrt etwas Spannendes. Aber das ist eine andere Geschichte, die aber nie in einem Unfallbericht der Polizei gestanden hat.

Ob wir seinerzeit zwei Hobbies frönten, als wir taten, was wir mit großer Freude taten, sei dahingestellt.

Also: Viel Spaß bei diesem Kino-Ereignis! Gezeigt wird u. a. Harry Potter. Kennt jeder. Wenn also die Eltern fragen, was man gesehen hat, kann man die Handlung wiedergeben, ohne sie am 2., 3. oder 4. September verfolgt zu haben. Gibt es in den Autos von heute eigentlich noch Gardinen?


Donnerstag, 1. September 2011

Die Texterin

1. September 2011
Macht aus Facebook-Seiten ein Geheimnis

"In Flyern oder Imagebroschüren wird Blindtext zu Text. Weniger ist hier oft mehr. Damit Ihre Zielgruppe dabei den Durchblick bekommt, texte ich Texte exakt auf Themen oder Unternehmen zugeschnitten und so, dass es Spaß macht, den Text nicht wieder aus den Augen zu verlieren."

Stellt sich eine freie Journalistin und Texterin aus Wilhelmshaven im Internet vor. Zurzeit textet sie zur Kommunalwahl für einen der neun Oberbürgermeisterkandidaten. Auf ihren Seiten verrät sie auch, dass sie an Sonderseiten der "Wilhelmshavener Zeitung" (WZ) mitarbeitet (mitgearbeitet hat?).

Das hat einen Risikofaktor von 8 auf der nach oben offenen Adrian-Skala. Adrian heißt der Verleger der "Wilhelmshavener Zeitung". Der fegt rücksichtslos jede Konkurrenz vom Medienmarkt. Wie 2004 unsere Wochenzeitung 2sechs3acht4. Als sich seinerzeit bei uns eine Fotografin gemeldet hat und fragte, ob sie auch für uns Schnappschüsse machen dürfe, bekam Adrian das sofort spitz. Sie erschien in unserer Redaktion und sagte ab. Mit dieser Begründung: "Wenn ich für euch arbeite, bekomme ich von der WZ keine Aufträge mehr. Das kann ich mir nicht leisten. Ich bin auf das Geld angewiesen."

Da in Wilhelmshaven inzwischen jeder irgendwie auf Adrian angewiesen ist, herrscht unter Freischaffenden ein Klima der Angst. Die hat jetzt wohl auch jene Texterin bekommen.

Die wahre aktuelle Geschichte: Vor einiger Zeit richtete ich bei Facebook Fan-Seiten für einen der neun Oberbürgermeisterkandidaten ein. Die Zahl der Freunde stieg schnell auf 89, sank zwischenzeitlich auf 74. Die waren bis auf drei über heute Nacht weg. Zum Rest-Trio gehörte jene Texterin.

Da war ein Schreiben des Anwaltes der "Wilhelmshavener Zeitung" erst ein paar Stunden alt. Der drohte meinen Informanten und mir im Namen von Adrian mit rechtlichen Schritten, falls ich eine Geschichte weiter verfolge. In der geht es um die Kommunalwahl in Wilhelmshaven und die angebliche Rolle des WZ-Verlegers.

Bei meinen Recherchen zu diesem Gerücht habe ich auch Oberbürgermeisterkandidaten befragt. Also auch den Kandidaten dieser Texterin. Als mich die juristische Drohung des WZ-Verlegers ereilt hatte, verbreitete ich diesen Tatbestand ebenfalls. Wenn man mir droht, wende ich mich an die Öffentlichkeit.

Auf den von mir eingerichteten Fan-Seiten für einen der neun Oberbürgermeisterkandidaten kann ich das nun nicht mehr. Diese Seiten sind inzwischen nicht nur fast menschenleer, sondern auch nicht mehr öffentlich. Der Status ist verändert worden. Hinter meinem Rücken, ohne mein Wissen, obwohl ich diese Facebook-Seiten ins Netz gestellt habe. Dafür verantwortlich zeichnet jene Texterin. Die sich dazu auch noch bekannt hat...

Noch größer wird dieser Irrsinn, wenn man weiß, dass ich an das über den WZ-Verleger verbreitete Gerücht nicht geglaubt habe. Das habe ich den von mir befragten Oberbürgermeisterkandidaten mitgeteilt. Nun kommen mir Zweifel anderer Art.

Warum hat mir diese Texterin ins Facebook-Handwerk gepfuscht, warum teilt sie auch noch auf den nicht mehr öffentlichen Seiten mit, dass sie das getan hat, was sich eigentlich von selbst verbietet?

Ein Wilhelmshavener drückte deswegen sogleich auf den "I like"-Button. Noch ein Abhängiger?