Sonntag, 28. August 2011

Lummerland

28. August 2011
...ist abgebrannt

Jim Knopf ist nicht mehr bei Lukas, dem Lokomotivführer, er knöpft jetzt den Leuten das Geld mit Esoterik ab. Denn: Gott ist tot. Hat das "Times"-Magazin am 8. April 1966 berichtet.

Da fehlte nur noch eine 6 zum 13. Kapitel der Johannes-Offenbarung: "Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen und die Freien und die Knechte, dass sie ein Malzeichen annehmen, an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn; und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig."

Lummerland ist abgebrannt, die "Augsburger Puppenkiste" vernagelt.

"Und das Gewicht des Goldes, welches dem Salomo in einem Jahre einkam, war sechshundertsechsundsechzig Talente Gold, außer dem was von den Krämern und dem Handel, von den Kaufleuten und von allen Königen Arabiens und den Statthaltern des Landes einkam." Steht im 10. Kapitel des 1. Buches der Könige.

Die Umsätze der Esoterik-Branche sind höher. Daran hat auch der Berliner Pfarrer Thomas Gandow nichts geändert. Der hat sich jetzt als Sektenexperte in den Ruhestand verabschiedet. In einem Gottesdienst nahm er sich den TV-Pfarrer Jürgen Fliege zur Brust. Der verkauft eine Essenz, die angeblich heilende Wirkung hat.

Aber immerhin: In Rotenburg an der Fulda ist eine Kindertagesstätte geschlossen worden. Das Aus wurde am 25. August 2011 vom Verwaltungsgericht in Kassel bestätigt. Seitdem ist es offiziell vorbei mit der Heilung von Rissen in der Aura von Kindern.

Ist Lummerland doch nicht abgebrannt? Wird die "Augsburger Puppenkiste" wieder geöffnet?

"Religionskritik ist keine evangelische Disziplin mehr", hat Thomas Gandow an seinem letzten Tag als Sektenexperte geklagt. Stimmt. Evangelische Kreise überschneiden sich inzwischen mit esoterischen Kreisen. Im Hochsauerland liest eine astrologische Beraterin "die Handschrift Gottes". Viele Jahre arbeitete sie in kirchlichen Einrichtungen.

Früher trug die Bibel die Handschrift Gottes, der 1966 verstorben ist. Seither fehlt - folgt man Thomas Gandow - die "Trennschärfe". Auch der größte Blödsinn hat inzwischen Marktreife.

Ist schön gewesen im Lummerland. War eine sehr einsame und kleine Insel. Platz für vier Bewohner. Und eine Lokomotive. Kein Platz für TV-Pfarrer Jürgen Fliege. Und Konsorten.




Jetzt kommt "Röschen"

28. August 2011
Mit den Vereinigten Staaten von Europa

Ursula von der Leyen vs Peer Steinbrück? Jetzt kommt "Röschen" und macht sich auf die Suche nach dem Kompass, den Deutschland laut Altkanzler Helmut Kohl verloren hat? Bei dieser Burgdorferin kann man sicher sein, dass sie, wenn sie wie aus dem Nichts ein Thema puscht,  ein Ziel verfolgt. Das Ziel, Bundespräsidentin zu werden, hat sie verfehlt. Bleibt für eine so ehrgeizige Politikerin das Ziel: Bundeskanzlerin werden!

Die Tochter des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht ist 1990 in die CDU eingetreten und machte erst einmal in Sehnde bei Hannover Kommunalpolitik, 2003 jagte sie der SPD bei der Landtagswahl einen Wahlkreis in der Region Hannover ab, in der niedersächsischen Landesregierung blieb sie nicht lange, sie strebte nach Berlin.

Politisches Gespür hat sie sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen, wenn ihr Vater auf seinem Anwesen in Burgdorf bei Hannover Prominente empfing, war sie schon als Kind dabei, ihren Wahlkampf um einen Sitz im niedersächsischen Landtag bestritt sie als Ärztin mit brillanten Vorträgen über das Gesundheitswesen.

Immer dabei waren ihr Vater und ihre Mutter. Die Familie hielt auch in der Öffentlichkeit zusammen, den Spitznamen "Röschen" hatte sie längst abgelegt. Stets wollte die 52-Jährige immer höher hinaus.

In der "Bild am Sonntag" von heute beschwört Angela Merkel die Freundschaft mit Frankreich und Polen - und schon zischt an ihr die Rakete Vereinigte Staaten von Europa vorbei.  Die Bundeskanzlerin muss nur noch in den "Spiegel" schauen, um zu begreifen, was sie nicht begreifen will: Ihre Zeit ist abgelaufen. Ursula von der Leyen hat eine Zukunfts-Rakete gezündet.

Für Otto Normaleuropäer ist der Kontinent ein Gestrüpp aus Behörden, Kommissionen und einem Parlament, in das jede Partei fast nur Politikerinnen und Politiker abschiebt, die in heimischen Politikgefilden eher störend wirken. Wendet sich Otto Normaleuropäer mit einem Anliegen an eine europäische Institution, muss er sich viel zu oft sagen lassen: "Bei uns sind sie falsch."

Wer Europa will, kann sich mit diesem halbgaren Zustand nicht abfinden. Der muss eine europäische Regierung  und ein europäisches Parlament wollen. 

Samstag, 27. August 2011

96, alte Liebe

27. August 2011
Trainer Mirko Slomka hebt nicht ab

Auf Seite 11 der Neuen Presse Hannover (NP) leuchtet heute ein rotes Herz, darin steht "Gracias, 96!" Dazu gibt es "Bilder aus der Nacht der heißen Herzen". Auf Seite 1 der gleichen Ausgabe vermutet der Kommentator: "Der Verein vertritt jetzt Fußball-Deutschland, das sichert höhere Sympathiewerte als die Expo."

Könnte sein. Fest steht: Als die "Roten" den FC Sevilla als Gegner zugelost bekommen haben, schloss man an der Leine gedanklich mit der europäischen Fußballbühne gleich wieder ab. Die Fans wären schon zufrieden gewesen, wenn 96 von den Spaniern nicht vorgeführt worden wäre. Und was geschah? Fußball-Deutschland bekam beim Hinspiel den Mund nicht wieder zu. Zu schnell für den Gegner waren die Jungs von Mirko Slomka und ohne einen Aussetzer von Cherundolo hätte Sevilla kein Tor geschossen.

Nach dem 2 : 1-Sieg war Bangen vor dem Rückspiel. Das Ergebnis war gefährlich wegen des Gegentores. Nach 22 Minuten war diese Gefahr gebannt, mit einem Weltklassetor brachte Abdellaoue die "Roten" in Führung. Verlass war anschließend auf einen Mann. Der ließ als Schiedsrichter kaum Spielfluss zu. Fiel ein Spieler hin, pfiff er, fasste sich dann ein Spieler auch noch an das Knie, zückte er die gelbe Karte.

Jetzt ist 96 in der Gruppenphase, die Gegner kommen aus Kopenhagen, Lüttich und Poltawa. Dazu merkt der NP-Kommentator an: "Man schaut noch mehr auf Hannover - und das ist eine Chance für alle, sich neu zu positionieren."  Die Stadt, die sich längst daran gewöhnt hat, dass über sie Lästerliches verbreitet wird, sollte trotzdem vornehm-zurückhaltend bleiben. Wie der 96-Trainer. Der ist nach der Landung erst einmal zum Bäcker gegangen. Der hebt also nur ab, wenn er in einem Flugzeug sitzt...

Weitere Betrachtungen

Donnerstag, 25. August 2011

Schulrettung

25. August 2011
Die "Welt" sorgt sich um die deutschen Schulen

"Gut 55 Prozent unseres Staatsetats geben wir für Sozialleistungen aus, für Bildung verbleiben nur neun Prozent.". Stellt heute die "Welt" fest und stellt 10 Thesen auf. Die Frage, die so beantwortet werden soll, lautet: "Sind die deutschen Schulen noch zu retten?"

In These 1 heißt es: "Der Kita-Besuch ab drei Jahren sollte quasi verpflichtend werden. Denn wer früh in die Kita kommt, entwickelt sich besser in der Schule: Chancengerechtigkeit entsteht im Kindergarten."

Was "quasi verpflichtend" bedeuten soll, steht leider nicht dabei. Wer aber Thesen aufstellt, sollte sich klar ausdrücken. Außerdem: "Wer früh in die Kita kommt, entwickelt sich besser in der Schule" ist eine Behauptung, die niemand beweisen kann.

Wollte man den Beweis antreten, müsste man Jan Musterkind in den Kindergarten schicken, dann zur Schule und nach dem Schulabschluss Bilanz ziehen. Dann müsste man die Zeit zurück drehen, Jan Musterkind nicht zum Kindergarten schicken, dann zur Schule und nach dem Schulabschluss Bilanz ziehen.

Soll man sagen, immerhin einmal kommen in diesen Thesen die Eltern vor? Und zwar, wenn es um "Brennpunktschulen" geht. Dort müssen, so der Thesenverbreiter, die Eltern "eingebunden" werden. "Einbinden" ist Soziologen-Deutsch. Diese These müsste also hinterfragt werden...

In These 10 vergleicht der Autor Äpfel mit Birnen, verteidigt Studiengebühren mit dem Hinweis auf Kindergartengebühren, die höher seien. Studiengebühren gibt es bald nur noch in zwei Bundesländern, Kindergartengebühren werden von Kommunen erhoben.

Die in der "Welt" veröffentlichten Thesen sind also: diskussionswürdig - aber auch ausbaufähig. Auch deshalb: Die Zeit, die Eltern mit ihren Kindern verbringen, ist kostbar...

Montag, 22. August 2011

Katholischer Weltjugendtag

22. August 2011
Der alte Mann und Jesus

Der katholische Papst hat es gut: Wenn er zu seinem Chef gerufen wird, ist er bereits tot. Was Gott und sein angeblicher Stellvertreter dann zu besprechen haben, bleibt unseren Ohren verschlossen. Sogar eine Standpauke hören wir nicht. Das Jenseits ist eben jenseits unserer Sinnesorgane.

Soeben ist der Weltjugendtag der katholischen Kirche in Madrid zu Ende gegangen. Ganz real mit einer Messe von Benedikt XVI. Über eine Million junger Leute aus über 200 Ländern sind dabei gewesen. Die ermahnte der katholische Papst, man dürfe Jesus nicht auf "seine eigene Weise" folgen, sondern nur gemeinsam mit der Kirche. Steht allerdings nirgendwo in der Bibel. Hat sich Benedikt XVI. selbst ausgedacht. Nicht selbst ausgedacht hat er sich, dass es sich nur bei der katholischen Kirche um eine Kirche handelt, alles andere seien bestenfalls Religionsgemeinschaften. Das behaupteten auch schon andere katholische Päpste.

Und entlarvten sich so als Sektenchefs. "Sekten" verbreiten bekanntermaßen Sonder-Lehren. Besonders "eindringlich" - wie der katholische Papst - tun sie das, wenn ihre Macht schwindet. An die klammern sie sich dann. Bis zum Untergang...

Samstag, 20. August 2011

Brieffreundschaft

20. August 2011
Der Beiden von der Zankstelle mit Fidel Castro

Klaus Ernst sieht nicht so gut aus wie Ernesto "Che" Guevara. Gesine Lötzsch kann weder schreiben noch reden wie Ernest Hemingway. Dennoch mögen sie wie dieser Industrieminister und wie dieser Literaturnobelpreisträger die Insel Kuba - und alles, was darauf lebt und nicht leidet.

Deshalb pflegen die Beiden von der Zankstelle (auch bekannt als Die Linke) eine Brieffreundschaft mit Fidel Castro, den sie zu ihren Genossen zählen. "Du kannst voller Stolz auf ein kampferfülltes Leben und erfolgreiches Wirken an der Spitze der kubanischen Revolution zurückblicken", gratulieren sie diesem Diktator zum 85. Geburtstag.

Das Konterfei von "Che" ist vor 40 Jahren ein Muss in deutschen Jugendzimmern gewesen. Auch heute noch gehört er zu den Kultfiguren, wie viele, die früh gestorben sind. Da war er längst zerstritten mit Fidel Castro, wie dermaleinst Trotzki mit Stalin. Leo Trotzki wurde 1940 in Mexiko ermordet, "Che" 1967 in Bolivien erschossen.

Ein dramatisches Ende führt oft zur Legendenbildung, die es bei Fidel Castro sicherlich auch gegeben hätte, wenn Exil-Kubaner und amerikanische Geheimdienste mit ihren Mordversuchen nicht gescheitert wären.

Dieser 85-Jährige ist jedoch nicht Legende, sondern ein noch lebender Folterer und Mörder. Wenn es nach Gesine Lötzsch und Klaus Ernst ginge, dürfte er getrost weiter foltern und morden. Muss man aus diesen Zeilen schließen: "Lieber Genosse Fidel Castro, anlässlich Deines Geburtstages wünschen wir Dir beste Gesundheit, Schaffenskraft und schöpferische Energie für Deine weitere Arbeit."

Der alte Mann und die Schreibtischtäter...

Montag, 15. August 2011

Mediensalat

15. August 2011
Von der Waterkant und aus Berlin

Das Alte aus Berlin zuerst: Einige FDP-Politiker wollen die Koalition beenden. Dieses Mal, wenn die Union von James Bond Anleihen nimmt. Warum Medien das als Drohung einstufen, bleibt rätselhaft.

Dann das Neueste aus Schleswig-Holstein: Christian von Boetticher will auch nicht mehr CDU-Fraktionsvorsitzender sein. Im Landtag bleibt er aber. Sonst verlöre die schwarz-gelbe Koalition die Mehrheit. Die Ex-Freundin des 40-Jährigen hat inzwischen die Vermutung geäußert, dass sich jemand an Christian von Boetticher rächen wollte. Diesen Rächer hat sie abblitzen lassen?

Dazu die Medien: Die "Welt" zählt heute die "Sex-Skandale" von Politikern auf. In einem Kommentar der "Nordwest-Zeitung" wird an Uwe Barschel erinnert, dem in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 1987 ein Bad in Genf nicht bekommen ist. Ob dieser Politiker in die Badewanne gestiegen ist oder gestiegen wurde, ist immer noch  umstritten. Der "stern"-Reporter, der damals den toten Ministerpräsidenten fotografiert hat, steht weiterhin nicht unter Tatverdacht. Besagte Medien jedoch stehen unter dem Verdacht, dass sie Äpfel mit Birnen vergleichen.

Da es ein Kieler, der in Lübeck Äpfel oder Birnen kaufen würde, weil er die Preise verglichen hat, in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein nie wieder leicht hätte, hat es auch der Spitzenkandidat der SPD nicht leicht. Der ist aus Kiel, wird in Lübeck also nicht gewählt. Ansonsten ist dieser Spitzenkandidat der SPD weitgehend unbekannt. Was hier nicht geändert werden soll. Für einen höheren Bekanntsheitsgrad muss er schon selbst sorgen.

Mein Tipp; Bei Facebook anmelden und mit 16-Jährigen flirten. Darüber regen sich viele Medien im Liebes-Falle auf. Schon ist man berühmt, wird abgesägt, fährt nach Genf, steigt in die Badewanne und liest die "Welt", dann die "Nordwest-Zeitung".

Sonntag, 14. August 2011

Liebe fällt

14. August 2011
In der Nord-CDU von der Karriereleiter

Wie hoch ist in der Nord-CDU eigentlich der sexuelle Neidfaktor? Und warum zieht der Landes- und Fraktionschef der Partei den Schwanz ein, wenn er - wie Oliver Kahn sagen würde - Eier haben sollte?

Jede Zeitung erzählt die Geschichte zwar ein wenig anders, aber die Wortwahl ist stets so seltsam, dass man den Eindruck haben könnte, dass die Verfasser sehr verklemmt sind.

Die Geschichte in Kurzfassung: Christian von Boetticher lernt im Internet eine junge Frau kennen, verliebt sich in sie, verbrngt mit ihr nach eigenen Worten "eine wundervolle Zeit". Dann trägt sich CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen mit Rücktrittsgedanken, will im Mai 2012 bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein nicht wieder antreten.

Von Boetticher ist der umstrittene Kronprinz und fürchtet, dass sich die Liebesgeschichte herumspricht und laut "Bild am Sonntag" (BamS) von der Öffentlichkeit "nie akzeptiert werden würde". Also trennt er sich von der jungen Frau. Aus Altersgründen!

Einmal abgesehen davon, dass "Bild am Sonntag" nicht die Öffentlichkeit, sondern die Medienöffentlichkeit meint, fragt man sich bei diesen in der BamS abgedruckten Zeilen, wie spießig die Springer-Blätter sind: "Doch jetzt fällt ein Schatten auf die politische Zukunft des Jungstars."

Vier Redakteure der "Bild am Sonntag" beschäftigen sich mit dem angeblichen Schattendasein des 40-Jährigen: Michael Backhaus, Martin S. Lambeck, Kayhan Özgenc und Olaf Wilke. Haben die nichts Besseres zu tun?

"Chef der Nord-CDU soll Minderjährige geliebt haben", titelt derweil die "Welt" und beruft sich dabei auf den BamS-Bericht. Noch peinlicher wird es heute Abend. Christian von Boetticher hat eine Sondersitzung des CDU-Landesvorstandes einberufen. Wie muss man sich den Verlauf vorstellen, wenn sexuelle Neidhammel auf einer Bettkante Platz nehmen?

Vielleicht so: Christian von Boetticher zeigt Fotos von der jungen Frau herum, verrät, wie er sie bei Facebook kennengelernt hat. Peter Harry Carstensen pfeift erst anerkennend, sagt dann aber: "Das geht so nicht!" Die anderen Vorstandsmitglieder surfen gedanklich schon im Internet. Müssen aber noch bleiben, bis Christian von Boetticher das Büßergewand anzieht. Schließlich einigt man sich auf diese Presseerklärung: "Christian von Boetticher bedauert zutiefst seinen Fehltritt und gibt sein Ehrenwort, dass er sich zukünftig nur noch in Frauen seines Alters oder älter verlieben wird. Der Landesvorstand der CDU nimmt zur Kenntnis, dass auch ein promovierter Volljurist wie unser Partei- und Fraktionschef anziehend wirken kann. Nun zieht er sich aber nicht mehr vor einer jungen Frau aus, sondern zieht mit uns in den Wahlkampf."

Die Liebe, heißt es, hält sich an keine Regeln und an kein Gesetz. Bei der Nord-CDU jedoch fällt sie von der Karriereleiter. Ein größeres Armutszeugnis kann sich eine Partei nicht ausstellen...

Sonntag, 7. August 2011

Mehr Wohlstand

7. August 2011
Weniger Kinder?

Für "Bild am Sonntag" dürfen auch Gäste Kommentare schreiben. Dabei ist heute dem Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg der Griffel abgebrochen.

Der 72-Jährige befasst sich mit der sinkenden Kinderzahl in Deutschland - was er schreibt, ist nicht zu fassen.

Seine These: "Ein internationaler Vergleich zeigt: Die Menschen leisten sich umso weniger Kinder, je mehr sie sich aufgrund ihres Einkommens eigentlich leisten könnten. Mehr Wohlstand bedeutet weniger Kinder."

Wo lebt dieser Mann eigentlich? Wer kann denn hier zu Lande noch sagen, dass er 2011 wohlhabender ist als er es vor zehn Jahren war? Außerdem geht aus dem jüngsten Zahlenwerk hervor, dass Bulgarien zu den Staaten gehört, die ähnlich große Nachwuchssorgen haben wie Deutschland. Schwimmen die Bulgaren neurdings im Geld - oder doch nur einige im Sommer im Schwarzen Meer?

Das Bruttoinlandsprodukt von Bulgarien hat 2009 bei 6223 Dollar pro Einwohner gelegen. Das von Deutschland ist fünf Mal größer. Ist also nichts mit Zusammenhang zwischen Wohlstand und Geburtenrate.

Dann widerschreibt sich Herwig Birg auch noch selbst: "...die Geburtenrate mit 1,3 bis 1,4 Kindern pro Frau (ist) seit 40 Jahren unverändert." Würde seiner These zufolge bedeuten: Deutschland bewegt sich seit vier Jahrzehnten auf dem gleichen Wohlstandsniveau. Dabei hat dieser Bevölkerungswissenschaftler wohl vergessen, dass die Arbeitslosenquote 1961 bei 1 Prozent gelegen hat. Heute müssen 1,5 Millionen Unterbeschäftigte versteckt werden, damit sie unter 10 Prozent sinkt.

Was will "Bild am Sonntag" mit der Veröffentlichung des Gastkommentars von Herwig Birg eigentlich erreichen? Dass junge Leute vor Lachen ins Bett fallen und vergnügt Kinder zeugen?

Samstag, 6. August 2011

HSV schaut zu

6. August 2011
Gefehlt haben nur: Liegestühle

Nun ist es nicht nur so gewesen, dass die Spieler des Hamburger SV beim Eröffnungsspiel für die 49. Bundesligasaison keinen Eintritt bezahlen mussten, für das Zuschauen bekommen sie auch noch Geld. Gefehlt haben der Mannschaft von Michael Oenning wohl nur: Liegestühle. Götze, Großkreutz, Lewandowski und Kagawa hätten auch die umkurvt oder den Ball drüber gelupft.

Fußballexperten sagen gelegentlich, dass eine Elf nur so gut spiele, wie der Gegner das zulasse. Damit der BVB wieder meisterlich auftreten konnte, musste der Hamburger SV also nur alles zulassen. Ließ er und lief - wenn er sich überhaupt bewegte - nur hinterher.

Hinterher ist deshalb auch Waldi nicht schlauer gewesen, als er die Meisterfrage stellte. Paul Breitner versicherte aber, dass sich Bayern München vor niemandem fürchte. Das ist Falschaussage genug gewesen.

Sicherlich hat der FCB bessere Spieler als der Hamburger SV, aber ob die gut genug sind, um die Dortmunder von der nächsten Thronbesteigung abzuhalten, ist nach dem  Eröffnungsspiel mehr als fraglich.

Wie man spielen muss, damit jeder Gegner alt aussieht, haben die BVB-Jungs inzwischen derart in den Füßen, dass sie sich nur kurz anschauen müssen, wie und wo der Gegner Lücken vermeiden will - und schon reißen sie woanders die Löcher, bis der Ball im Netz zappelt.

Gestoppt werden können die Dortmunder nur von: großem Verletzungspech oder eigener Überheblichkeit. Das Eine möge der Mannschaft erspart bleiben, vor dem Anderen sind die Spieler von Jürgen Klopp gefeit, weil sie nicht nur prächtigen Fußball spielen, sondern dies auch noch gern tun. Davon zeugt jeder Spielzug.

Die Schale wird wohl dort bleiben, wo sie ist.

Donnerstag, 4. August 2011

2099

4. August 2011
Ist wirklich ein Kind zur deutschen Welt gekommen?

Ein Menschenstrom fließt zum Platz in der Mitte der Stadt, Lumpengestalt schlurft neben Lumpengestalt, weicht einem Autowrack am Straßenrand aus, fließt weiter, schlurft einer Sensation entgegen, angekündigt vom Staatlichen Fernsehen, das aus einer Baracke in der Hauptstadt einmal in der Woche für zehn Minuten auf Sendung geht.

Niemand kann sich mehr einen Fernsehapparat leisten, die Menschen leben in Häusern, die schon seit Jahrzehnten verfallen, warten oft tagelang auf Hilfstransporte aus dem Ausland, schlingen herunter, was ihnen von Lkw´s gereicht wird. Nun jedoch soll es wieder aufwärts gehen.

Haben Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen IV und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder III angekündigt. Auf eilends gedruckten Flugblättern.

Das erste Fernsehbild flammt auf. Auf einer Riesenlandwand. Bricht wieder zusammen. Flammt erneut auf. Zeigt Ursula von der Leyen IV. Kein Ton. Dann Ton. Kein Bild. Endlich Bild und Ton.

Das Fernsehbild flammt, Ursula von der Leyen IV strahlt.

"Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger", sagt sie. "Ich darf Ihnen gleich Familie Schneider vorstellen..." Wieder bricht das Bild zusammen.

"Familie Schneider hat..." Auch kein Ton mehr.

"Die sollen", raunt eine Lumpengestalt der nächsten zu, "ein Kind bekommen haben."

Nach einer Stunde fließt der Menschenstrom zurück in Häuser, die seit Jahrzehnten nicht mehr saniert worden sind. Die angekündigte Sendung ist ausgefallen.

Ob das mit dem Kind stimmt, weiß niemand. Die meisten glauben nicht daran. Ein Kind in Deutschland - das übersteigt das Vorstellungsvermögen der Mehrheit.

Mittwoch, 3. August 2011

Frag den Staat

3. August 2011
Bürger sollen es wissen wollen

Jemand will wissen: Wann hat die Bundesrepublik Deutschland Gebietshoheit erhalten? Auch eine noch offene Frage nach dem Bildungspaket für Hartz-IV-Kinder steht im Netz.  94 Anfragen gibt es bisher.

Mit den Internetseiten "Frag den Staat" soll das Behördendickicht gelichtet, Entscheidungen von Behörden transparenter gemacht werden. Jede Frage und jede Antwort wird veröffentlicht.

Gestartet worden ist das Projekt von der Open Knowledge Foundation Deutschland mit Sitz in Berlin. Das Vorbild stammt aus Großbritannien. Unterstützt wird das Projekt von Journalistenverbänden, von Reporter ohne Grenzen und anderen Organisationen, die sich für mehr Informationsfreiheit einsetzen.

Kinderleicht ist die Suche nach der zuständigen Behörde. Außerdem bekommt man Tipps, wie Anfragen besonders wirkungsvoll gemacht und Fehler vermieden werden können.

Meine Meinung: toller Versuch!

http://www.fragdenstaat.de/