Montag, 26. Dezember 2011

Recht so

26. Dezember 2011
Herr Bundespräsident!

In seiner Weihnachtsansprache, die nun jedes Jahr in Ermangelung eines Amtsinhabers wiederholt wird, hat Christian Wulff als Bundespräsident auf der Springer-Abschussliste ausdrücklich betont, dass es gut sei, wenn wir "alle verschieden" sind. Denn nur ein toter Bürger ist ein guter Bürger.

Ist noch mehr Wahres dran: Unsereins wagt sich zu Lebzeiten bis zur Beerdigung zwei- oder dreimal mit roten Ohren und pochendem Herzen in die nächste Sparkassen-Filiale, wo wir nach zähen wochenlangen Verhandlungen einen Kleinkredit bekommen, für den wir auch noch eine Sicherheit leisten müssen. Wulff dagegen ruft einen Freund an, der spricht mit ihm, dann mit seiner Frau - und schon sind 500 000 Euro auf Wulffs Konto, die zwar nie der Frau des Freundes gehört haben, aber entscheidend ist, was auf dem Kontoauszug nicht herauskommt, weil das Geld längst umgeschichtet worden ist zu einer Bank, die einem Bundesland gehört, das von einem Parteifreund regiert wird.

Von dem Stress, der mit solchen Transaktionen verbunden ist, erholt man sich - wenn man nicht von Wulff verschieden ist - in einer Villa eines zweiten Freundes oder verwechselt bei einem Flug die Klasse, für die man bezahlt hat, mit der Klasse, in der man sitzt.

Ist man erst wieder aus dem Flugzeug und kommt dann auch noch heraus, dass man falsch gesessen hat, entschuldigt man sich, zahlt den Differenzbetrag an einen dritten Freund und behauptet, man habe weder vor- noch nachher etwas anderes vorgehabt. Schon kann man Bundespräsident werden.

Aber bitte nicht alle zwei Jahre ein anderer, sagt nun Sigmar Gabriel von der SPD. Denn sonst drohe eine "Staatskrise", die auch seine Partei nicht in den Griff bekäme, so lange sie nicht regiert. Gabriel muss es wissen, denn als Bundesumweltminister hat er sich erst um seine Aufgaben kümmern wollen, als die Wahl verloren war.

Ist Wulff schon bald nicht mehr Bundespräsident, bleibt sein Stuhl leer als Mahnung für alle, die von ihm verschieden sind, nie so zu werden wie er. Dann doch lieber Sparkasse...  

Freitag, 23. Dezember 2011

Wulff zahlt zurück

23. Dezember 2011
Und hat keinen Kredit mehr

Kurz vor Weihnachten erreicht uns diese Meldung: "Alles zurückbezahlt. Wulff hat keinen Kredit mehr." Dafür aber immer noch ein Haus in Großburgwedel. Ist ein toller Rückzugsort für gestresste Bundespräsidenten. Ursula von der Leyen wohnt nicht weit weg. Kommt abends auf ein Glas Wein zu Besuch. Die hat noch eine Rechnung offen. Denn bei Merkel hat sie sich verrechnet, als es um die Köhler-Nachfolge ging. Nach der Bundesversammlung war für sie vor dem Karriereknick ins Bundesarbeitsministerium.

Auch Gerhard Schröder schaut zwischen den Jahren vorbei. Der mag lupenreine Demokraten. Der andere lässt Demonstranten verhaften, weil die sich bei den derzeit in Moskau herrschenden Temperaturen erkälteten, wenn man sie nicht in eine gut beheizte Zelle brächte. Wulff lässt keine Demonstranten verhaften. Die gibt es hier nicht, weil die Castor-Transporte bereits angekommen sind.

Kardinal Meissner wird nicht vorbeikommen wollen. Denn Wulff hat die Weihnachtsansprache doch gehalten, obwohl ein hoch angesiedelter Kirchenmann dafür seinen Hirtenstab abgeben müsste. Wenn stimmen würde, was er erzählte.

Ist alles ganz anders als vor 2 000 Jahren, als Jesus die Geldwechsler aus dem Tempel warf. Heute sind die katholisch. Können also von Jesus nicht mehr rausgeworfen werden. Gingen sonst die jüdisch-christlichen Wurzeln von Deutschland kaputt.

Montag, 19. Dezember 2011

"Bild"-Böll

19. Dezember 2011
Bald verscherbeln sie auch noch den "Aufmacher"?

Irgendwann verscherbeln sie auch noch "Der Aufmacher - Der Mann, der bei Bild Hans Esser war". Diesen Bestseller schrieb Günter Wallraff 1977. Er hatte sich in die hannoversche Redaktion dieses Boulevardblattes geschmuggelt und deckte auf, wie diese Zeitung auf Tatsachen pfiff. Das klang dem Chefredakteur neun Jahre später noch so sehr in den Ohren, dass er mich bei einem Redaktionsbesuch auf einen Platz hinwies: "Dort hat Wallraff gesessen."

Jetzt aber erst einmal Heinrich Böll. In der heutigen Ausgabe macht "Bild" Werbung für eine Nobelpreis-Bibliothek aus 20 Werken, zu der auch "Gruppenbild mit Dame" gehört. Das Böll-Porträt zeichnet Körzdörfer, der so aussieht wie jemand aus einer Drückerkolonne nach erfolgreicher Abzocke eines Rentnerehepaares. "Böll hat Bild nicht geliebt", lautet sein erster Satz.

In einer Zeitung, die sonst zu Übertreibungen neigt, klingt diese Anmerkung lächerlich. Denn: Böll hat "Bild" verachtet. Die Gründe führen zurück in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, als Andreas Baader und Ulrike Meinhof Mord und Totschlag mit Befreiungspolitik verwechselten.

Damals titelte "Bild" drauflos. Deswegen schrieb Heinrich Böll einen Aufsatz für den "Spiegel", der in der Ausgabe 3/1972 erschien. Da war er noch nicht Literaturnobelpreisträger, aber schon "Gewissen der Nation", das auch bei Baader und Meinhof auf die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze pochte. Schon begann die "Bild"-Hetze, von der Körzdörfer heute so ablenkt: "Aber die deutsche Polizei klopfte auch an seiner Wohnungstür - Durchsuchungsaktion nach RAF-Terroristen (nach einem Spiegel-Artikel galt er als Sympathisant)."

Was sonst noch hätte geschehen können, beschrieb Heinrich Böll 1974 in seiner Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Eine Frau, die alle für eine "Heilige" halten, verliebt sich bei einer Party in einen Mann, verbringt mit ihm die Nacht. Was sie nicht weiß: Dieser Mann ist ein Terrorverdächtiger. Kaum ist er wieder verschwunden, taucht ein schmieriger "Bild"-Reporter auf. Der nimmt auf nichts Rücksicht.

Diese Erzählung wird die erfolgreichste von Heinrich Böll (6 Millionen verkaufte Exemplare). Das hat "Bild" wehgetan wie drei Jahre später "Der Aufmacher" von Günter Wallraff.

Ulrike Meinhof sucht auch in Wilhelmshaven vorübergehend Unterschlupf, ihre Flucht endet im Juni 1972 bei Hannover, sie erhängt sich am 9. Mai 1976 in ihrer Zelle.

In jenen Jahren mache ich in Wilhelmshaven Abitur. Im Deutschunterricht analysieren wir Medien, dazu gehören auch die Zeitschrift "konkret", bei der Ulrike Meinhof gearbeitet hat, und das "Neue Deutschland". Kaum habe ich diese Zeitschrift und dieses SED-Organ am Bahnhofskiosk bestellt, macht sich der Verfassungsschutz auf den Weg zu meinem Elternhaus. Als ich dort ankomme, haben sie mein Zimmer bereits durchsucht.

1978 hält in Hannover ein Polizeibeamter ein Maschinengewehr ins Wageninnere, fordert mich zum Aussteigen auf. Ich habe Angst vor jeder falschen Bewegung.

Heinrich Bölls Kampf für den Rechtsstaat war scheinbar verloren, erfolgreicher schien "Bild" mit ihrem Kampf für den rechten Staat zu sein. Aber: Böll bekam den Literatur-, Willy Brandt als erster sozialdemokratischer Bundeskanzler den Friedensnobelpreis.

Samstag, 17. Dezember 2011

Springer-Presse

18. Dezember 2011
Und Wulffs Ritt auf der Rasierklinge

"Der mit dem Wulff tanzt." Ist einmal der Wahlkampfspruch von Christian Wulff gewesen. Doch gegen Gerhard Schröder hatte er in Niedersachsen keine Chance. Nun ist Wulff nicht mehr niedersächsischer Ministerpräsident, wurde von Angela Merkel an Ursula von der Leyen vorbei ins Bundespräsidentenamt gehievt und seit Tagen heißt es: "Ritze, ratze..." Der Stuhl wackelt.

Angesägt worden ist er von der "Bild"-Zeitung. Die berichtete über einen Privatkredit, den Wulff für ein Haus in Großburgwedel bei Hannover aufgenommen hatte. Ist ein schöner Ort - und ein teures Pflaster.

Zuerst spielte Christian Wulff den Helmut Kohl und saß die Sache fernab der Heimat aus. Doch die Frage, von wem er den Kredit bekommen hatte, wurde immer bohrender. Von der Frau eines Unternehmers? Von diesem Unternehmer selbst?

Von dem Unternehmer, konnte der Bundespräsident nicht sagen, denn sonst hätte er zugegeben, dass er den niedersächsischen Landtag belogen hatte, als er eine geschäftliche Beziehung mit diesem Mann verneinte.

Dieser Unternehmer hat inzwischen durchschimmern lassen, dass er doch der Kreditgeber war, doch viel gefährlicher ist für Wulff inzwischen der Hinweis auf einen günstigen Zinssatz. Den hätte er nicht in Anspruch nehmen dürfen, sagen Staatsrechtler. Das sei ein Verstoß gegen das Ministergesetz.

"Wenn die Springer-Presse mit dem Wulff tanzt" ist wie ein Ritt auf der Rasierklinge. Bis man nur noch per Flucht seinen Arsch retten kann. Die Frage lautet eigentlich nur noch: Wann ist Wulff nicht mehr Bundespräsident?

Zweimal werden wir noch wach?

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Der tägliche Rücktritt

14. Dezember 2011
Verarbeitet Angela Merkel ein DDR-Trauma?

Inzwischen tritt täglich jemand zurück: Heute FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Der ist zwei Jahre im Amt gewesen, erklärte vor drei Tagen den Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm für gescheitert und will nun mit seinem Rücktritt - verlautet aus FDP-Kreisen - "den Weg frei machen für eine neue Dynamik".

Könnte ihm gelingen. Denn schon fordert der Altliberale Gerhart Baum in Interviews auch den Rücktritt von Parteichef Philipp Rösler. Der hat den Mitgliederentscheid ebenfalls bereits für gescheitert erklärt und ist am 11. Dezember 2011 in der "Bild am Sonntag" gefragt worden, ob er am nächsten Sonntag noch im Amt sei. Aber sicher, antwortete Rösler.

Also tritt der FDP-Parteichef erst am Montag zurück, weil er dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff nicht zuvorkommen will? Könnte sein.  Muss aber nicht. Denn die Geschichte von Wulffs Unfähigkeit, private und politische Dinge zu trennen, könnte sich dank Angela Merkel hinziehen. Die hat sich so sehr dafür ins Zeug gelegt, dass aus diesem niedersächsischen Ministerpräsidenten ein Bundespräsident geworden ist, dass sie alles tun wird, damit Wulff nichts am Zeug geflickt werden kann.

Außerdem: Den Rekord hält sie schon. In ihrer Ära als Bundeskanzlerin sind so viele Politiker zurückgetreten wie in keiner anderen Ära eines Bundeskanzlers. So scheint sie ein Trauma zu verarbeiten. Das aus der DDR stammen könnte. Denn in diesem Arbeiter- und Bauernstaat wäre man für die Forderung, ein hoher SED-Funktionär möge sein Amt niederlegen, im Gefängnis gelandet.

Samstag, 10. Dezember 2011

CDU-Chat

10. Dezember 2011
Frank Mindermann tritt zurück

Aus dem Facebook ist er (erst einmal?) verschwunden, sein Internet-Auftritt wird angeblich überarbeitet: Frank Mindermann, 43, zurückgetretener niedersächsischer CDU-Landtagsabgeordneter, hat eine Anfrage bekommen, ob  in seinem Büro ein Praktikumsplatz frei sei.

Sogleich surfte dieser Christdemokrat bei Facebook zu der Fragestellerin, an zwei Tagen kamen 55 Seiten Chat-Protokoll zusammen. "Im Vertrauen" erzählte ihr Frank Mindermann, dass er als 31-Jähriger mit einer 16-Jährigen zusammen gewesen sei, fragte die angehende Praktikantin, ob "das erste Mal" so gewesen sei, wie sie sich das vorgestellt habe, wollte von ihr wissen, ob sie Minirock und Stiefel möge.

Dazu sagt dieser CDU-Mann auch über zwei Monate später noch, er habe "keine Hintergedanken" gehabt. Außerdem sei das, was er getan hat, nicht strafbar gewesen. Aber wie ein Gespräch über ein Praktikum hört sich das auch nicht an.

Die Eltern erfahren davon, beschweren sich bei der CDU, die bittet Mindermann: 2013 solltest du nicht noch einmal für den niedersächsischen Landtag kandidieren. Eine Zeitung veröffentlicht die Beschwerde der Eltern.

Gestern ist Frank Mindermann  zurückgetreten. Die Fragestellerin, mit der dieser 43-Jährige gechattet hat, ist 15 Jahre alt - und weiß nun, was zumindest ein Christdemokrat meint, wenn er jungen Leuten Werte vermitteln will...

Sonntag, 4. Dezember 2011

Firewall

4. Dezember 2011
Gegen hoch verschuldete Staaten?

Jetzt brauchen wir eine Firewall gegen hoch verschuldete EU-Partner? Den Griechen werfen wir einen Rettungsschirm auf die Akropolis und hoffen, dass es in Athen nicht mehr so stark regnet wie bisher? Wenn auch noch andere Staaten finanziell abgebrannt sind, kündigen wir der Feuerwehr?

Vieles zu schnell, anderes zu spät. Perfekt funktioniert auf unserem Kontinent nur die Bürokratie. Im Europaparlament dagegen sitzen abgeschobene Politikerinnen und Politiker. Die freuen sich, wenn sie bestochen werden. Dann halten sie sich für wichtig.

Europa hat klein angefangen - mit sechs Staaten, die ein wirtschaftliches Bündnis schlossen - und nun soll Europa groß scheitern? An nationalstaatlichem Denken auf eingefahrenen Gleisen, die überall im Sackbahnhof kleiner Volkswirtschaften enden, während woanders die Wirtschaftsräume wachsen?

Alle mal herhören, auch die, die schwer hören! Europa muss endlich auch sozial und politisch zusammenwachsen. Sonst wird das nichts. Europa braucht eine gemeinsame Verfassung, ein gemeinsames starkes Parlament und eine gemeinsame Regierung.

Wir sind aufeinander angewiesen. Europa ist wie das Leben. Wir haben nur ein Leben - und wir haben nur ein Europa.

Samstag, 3. Dezember 2011

Vorerst nur vorerst

3. Dezember 2011
Hat Guttenberg auch seine Geburtsurkunde abgeschrieben?

Die Hälfte der Deutschen mag ihn immer noch. Die hat ihn noch nicht abgeschrieben. Karl-Theodor zu Guttenberg aber offensichtlich nicht nur seine Doktorarbeit. Haben jetzt die Plagiatsjäger der Internet-Plattform GuttenPlag Wiki herausgefunden.

2004 schrieb der ehemalige Bundesverteidigungsminister auf 13 von 23 Seiten einen Aufsatz über die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU ab. Er übernahm Passagen aus Zeitungsartikeln, von Ausarbeitungen der Europäischen Union und ein Dokument des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages.

Kürzlich ist Karl-Theodor zu Guttenberg wieder im Scheinwerferlicht aufgetaucht. In Kanada. Kann er da nun bleiben, von dort aus sein Buch "Vorerst gescheitert" verkaufen und ein zweites Buch "Vorerst vorerst gescheitert" schreiben?

Muss er vielleicht sogar. Denn inzwischen ist das Gerücht aufgetaucht, dass Karl-Theodor zu Guttenberg auch seine Geburtsurkunde abgeschrieben hat. Demnach wäre er "Kuckuckskind" einer adeligen Familie.

Wenn die Hälfte der Deutschen, die ihn noch mag, etwas nicht verzeiht, dann ist es Betrug am Adel und an Regenbogenblättern wie "Frau im Spiegel", "Neue Woche", "Bild der Frau", "Heim und Welt"...

Freitag, 2. Dezember 2011

Zeit steh still

2. Dezember 2011
Das Glück im Türrahmen

Was immer du denkst, wohin ich führe,
wohin es führt, vielleicht nur hinters Licht.
Du bist ein Geschenk, seit ich dich kenne,
seit ich dich kenne, trag' ich Glück im Blick.


Wenn Herbert Grönemeyer diese Zeilen singt, ist das Glück in einem Türrahmen. Hannover. Niedersächsische Landeshauptstadt. Die Taxifahrt führt kreuz und quer durch die Stadt, weil der Fahrer die kleine Straße in der Südstadt nicht findet. Ich kenne Hannover gar nicht. Kann ihm nicht helfen. Dann kommen wir doch ans Ziel.

Ich stehe vor einem roten Backsteinhaus. Die Sonne ist längst untergegangen. Der Septemberabend ist milde. Wie ihr Lächeln, das sie mir wenige Minuten später zum ersten Mal schenkt. Sie hat gebadet, bis dahin habe ich mit ihrer Mutter vorlieb genommen.

Wir fahren mit der Straßenbahn in die Altstadt, sitzen im Turm am Hohen Ufer und ich wünsche mir, dass die Zeit stehen bleibt. Für immer. Damit ich sie niemals hinters Licht führen kann. Doch auch diese Augenblicke des Glücks vergehen viel zu schnell. Ich bringe sie nach Hause, fahre in mein Hotel. Mein Körper fährt, meine Gedanken fliegen immer wieder zu ihr.

Auch heute noch, wenn ich dieses Lied von Herbert Grönemeyer höre. Obwohl: Es ist gar nicht unser Lied. Jede Liebe, die für immer - oder doch wenigstens für ewig sein soll, muss ein Lied haben. Uriah Heep. The Park.

Wir haben sechs Jahre später geheiratet, wir haben uns scheiden lassen - von ihr trennen kann mich niemand. Obwohl ich gegangen bin, bin ich nicht weggelaufen...




Dienstag, 29. November 2011

Wenn´s um Geld

29. November 2011
...geht - Psychotherapeutenpraxis

Wo Sparkasse drauf steht, ist nicht immer Sparkasse drin. Weiß inzwischen ein 57-Jähriger, der heute in Osnabrück vor Gericht steht. Der Angeklagte aus Geeste hat am 11. Mai 2011 vermummt und mit einer Pistolenattrappe in der Hand ein Gebäude betreten, in dem er eine Bank vermutete, weil jemand vergessen hatte, nach dem Auszug der Sparkasse draußen das entsprechende Reklameschild zu entfernen.

In dem Gebäude nahm der 57-Jährige eine Geisel. Beutemäßig schaute er jedoch in die Röhre. Denn er befand sich in einer psychotherapeutischen Praxis. Die war auch noch nicht geöffnet.

Als der Angeklagte seinen Irrtum erkannt hatte, musste seine Geisel an einem Geldautomaten 400 Euro abheben. Mit einem gestohlenen Fahrzeug machte er sich aus dem Staub. Aber nicht weit genug. Deswegen sitzt er derzeit in Untersuchungshaft.

Journalisten dürfen heute im Gerichtssaal 15 Minuten lang filmen und fotografieren. Der 57-Jährige muss allerdings vor Veröffentlichung der Aufnahmen gepixelt werden.

Ob dem Angeklagten der Prozess von einem echten Richter und einem echten Staatsanwalt gemacht wird? Meines Erachtens reichen zwei Gerichtsdiener, die sich entsprechend verkleiden. Würde der 57-Jährige gar nicht merken...Wichtig ist doch nur: Dummheit muss bestraft werden.

Freitag, 25. November 2011

Neuapostolische Kirche

25. November 2011
Was für ein Jubiläum?

"Über den zunächst für 2013 geplanten Kirchentag ist noch nicht letztlich entschieden worden. Die Bezirksapostel gehen in eine weitere Besprechungsrunde. Die erarbeiteten Konzepte sind unterschiedlich. Sie reichen von einem gesamtdeutschen Kirchentag, regionalen Kirchentagen der einzelnen Gebietskirchen – Süddeutschland hatte ursprünglich einen Kirchentag für 2013 in Erwägung gezogen – bis hin zu einer Kombination aus Kirchentag und Jugendtag. Entschieden wurde nun lediglich, dass 2013 kein nationaler Kirchentag stattfinden soll, denn 2013 ist das Jubiläumsjahr der Neuapostolischen Kirche, in dem etliche Veranstaltungen dezentral gefeiert werden sollen."

Ist wieder so eine Meldung auf den Seiten der Neuapostolischen Kirche International (NAKi), die keinen Sinn ergibt. Warum wird Geplantes wieder über den Haufen geworfen, was feiert die NAKi im Jahre 2013? Was für ein Jubiläum soll das sein?

Um 1830 herum haben sich in England zwölf Männer zusammengetan, die sich die Amtsbezeichnung "Apostel" gaben und die davon überzeugt waren, dass Jesus zu ihren Lebzeiten wiederkommen werde. Da 1863 sechs dieser Engländer gestorben waren, berief ein Deutscher neue "Apostel", die von den Engländern sofort abgelehnt wurden. 1878 bekam dieser Deutsche Zoff in Hamburg und wurde aus dem Versammlungslokal geworfen.

Neben der englischen Bewegung gab es nun mehrere Bewegungen. Wieder war es ein Deutscher, der sich an die Spitze setzte. Er erfand ein neues Amt, das nannte er "Stammapostel". Das war 1896. Streit gab es weiterhin. Überall entstanden weitere Gruppen.

Von den zwölf Engländern lebte 1901 niemand mehr. Das 20. Jahrhundert war geprägt von noch mehr Zoff und Ärger. Wieder tauchte ein Deutscher auf. Der behauptete: "Ich sterbe nicht. Jesus kommt zu meinen Lebzeiten wieder." Der starb 1960.

Fortan hieß es, dass diese Welt im Jahre 2000 nicht mehr existieren werde. Man rechnete so: 4 000 Jahre vor Christi Geburt, zwei Jahrtausende danach, dann 1 000 Jahre "Friedensreich". Machte 7 000 Jahre, bis der "Teufel" endgültig vernichtet wird.

Was für ein Jubiläum will die NAKi also im Jahre 2013 feiern? Bis heute gilt übrigens für jenen Deutschen, der sich für unsterblich gehalten hat, die Devise: "Was da geschehen  ist, wissen wir nicht so genau." Ich schrieb eine Broschüre über diese Zeit. Alle meine Veröffentlichungen sind von der NAKi bekämpft worden, diese am wütendsten.

Die Broschüre, die von der NAK am wütendsten bekämpft worden ist, habe ich 2014 aktualisiert. Sie trägt jetzt den Titel "Nach mir kommt keiner mehr" und kann bei Amazon bestellt werden.

Mittwoch, 23. November 2011

V-Mann für mich

23. November 2011
Damit die Beobachtung nicht mehr funktioniert

Mit rechtem Gedankengut wäre es einfach: Der Verfassungsschutz würde mich beobachten. Meine Nachbarn könnten also die Gardinen zuziehen. Sind wir beim ersten Unterschied. Meine Nachbarn bekommen alles mit. Der Verfassungsschutz nicht.

Mit rechtem Gedankengut wäre es einfach: Dann hätte ich auch Anspruch auf einen V-Mann. Der wird vom Verfassungsschutz bezahlt. Und gibt mir die Hälfte seines Honorars ab, damit ich mein Gedankengut weiter verbreiten kann. So sorgt der V-Mann dafür, dass er nicht überflüssig wird.

Mit rechtem Gedankengut wäre es einfach: Mein V-Mann könnte bei der Beobachtung so oft versagen wie er die Gesetze bricht, Politiker würden immer noch sagen: "Auf V-Männer können wir nicht verzichten." Sonst müsste der Staat mich direkt finanzieren, der Umweg über den Verfassungsschutz führt sinnvollerweise zu so einer Art Geldwäsche.

Ohne rechtes Gedankengut wird es schwer: Meine Nachbarn bekommen alles mit. Anspruch auf einen V-Mann habe ich nicht. Mit ständiger und funktionierender Beobachtung muss ich mich also abfinden...

Donnerstag, 17. November 2011

AuOL

17. November 2011
Bedankt sich nach mehreren Abstürzen für Nutzung

Mann stelle sich einmal vor: Mann verabredet sich mit einer schönen Frau. Die versetzt Mann. Mann lässt nicht locker. Mann verabredet sich wieder mit der schönen Frau. Die versetzt Mann erneut.

Zu Weihnachten bekommt Mann eine Karte von dieser Frau. Sie wünscht Mann schöne Feiertage und einen guten Rutsch. Außerdem bedankt sich Frau bei Mann für viele zauberhafte Stunden. Ist doch Weihnachten im Eimer.

Vielleicht schriebe Mann zwischen den Jahren dieser Frau eine wütende Antwort. Ist bei AOL jedoch nicht möglich. Zehnmal habe ich heute Abend versucht, über AOL ins Internet zu kommen. Nach jedem Absturz hat dort gestanden: "Wir bedanken uns für die Nutzung von AOL".

Dienstag, 15. November 2011

Väterchen Franz

15. November 2011
Wird als Toter Medienthema

Franz Josef Degenhardt, Rechtsanwalt, Schriftsteller, Liedermacher ist am Montag in Quickborn gestorben. Wurde gestern sogar in den Fernsehnachrichten gemeldet. Wenn also ein Linker tot ist, wird er nicht mehr vom Verfassungsschutrz beobachtet, er schafft es sogar nach langer Zeit wieder in die Medien, die offenbar nur ein Lied des mit 79 Jahren Gestorbenen kennen. Die "Schmuddelkinder"...

Kurz angespielt worden ist im "heute-journal" immerhin auch noch "Lied für die ich es sing..." Aus dem Tonfetzen hörte man die Wörter "Cannabis" und "roter Wein" heraus. Als sei "Väterchen Franz" ein Propagandist für Drogen gewesen. Dann hätte man auch noch verstehen können, warum seine Lieder im Radio lange Zeit nicht gespielt werden durften. Doch dafür gab es einen anderen Grund. Degenhardt war aus der SPD ausgeschlossen worden, in die DKP eingetreten.

Seinerzeit sind 6 Prozent der Beamten NPD-Mitglieder gewesen, ein Kommunist durfte nicht einmal Postbote werden. Diese Berufsverbote aus dem Jahre 1972  hat Willy Brandt später in einem Akt der Selbsterkenntnis als Irrtum bezeichnet.

Besuchte man damals Konzerte von Degenhardt, saß man mit Verfassunggsschützern in einem Saal. Die haben Texte von Liedern mitgeschrieben, die inzwischen in Vergessenheit geraten sind. Dann rutschte dieser Liedermacher ab ins Fach "Agitation und Propaganda". Was er sang, wurde so unerträglich wie die Hysterie wegen einer Splitterpartei, die bei Wahlen 0,3 Prozent der Stimmen bekam, während die NPD in Landtage einzog.

Vor 25 Jahren traute man seinen Ohren nicht mehr. Franz Josef Degenhardt wurde im Radio gespielt. 1986 hatte "Väterchen Franz" junge Paare auf Bänke gesetzt, er stürmte die deutschen Hitparaden und setzte so das Sendeverbot außer Kraft. Sogar Verfassungsschützer sollen mitgesummt haben.

Auch heute noch ist der Verfassungsschutz auf dem rechten Auge blinder als auf dem linken. Beweisen auf erschreckende Weise die jüngsten Ereignisse.

Montag, 14. November 2011

Liebe "Bild"-Zeitung

14. November 2011
Sahra muss Außenministerin werden

Heute ist die "Bild"-Zeitung auf Seite 2 eine liebe Zeitung. Veröffentlicht werden Fotos von einem Parteitag der FDP und von einem Parteitag der Linken. Erste Feststellung: Die Linke ist prozentual betrachtet bei Wahlen dort wo die Liberalen hin wollen. Zweite Feststellung: Auch sonst sind Gysi & Co. weiter als Röslers GmbH & Co. KG.

Aber ein "Bild"-Foto nach dem anderen. Auf dem ersten kommen sich der FDP-Parteivorsitzende Philipp Rösler und sein Vorgänger Guido Westerwelle so nahe wie auf dem zweiten Guido Westerwelle und Hans-Dietrich Genscher. Auf dem dritten kann Rösler von der hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler nicht die Finger lassen. Auf dem fünften nutzt der Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle die Parteitags-Gunst der Stunde und küsst Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Auf dem sechsten tätschelt Westerwelle die rechte Wange von Brüderle. Auf dem siebten fällt Rösler aus der Rolle und küsst seine eigene Frau.

Diese Fotoserie versieht "Bild" mit der Frage "Kuschelt sich die FDP wieder über 5 Prozent?" Ob Kuscheln hilft, könnte der ebenfalls auf dieser Seite abgelichtete Silvio Berlusconi nur noch mit einem Nein beantworten. Der hat sich erst einmal von der politischen Bühne gekuschelt.

Doch nun kommt die Linke. Oskar Lafontaine leiht seiner neuen Liebsten auf Foto 9 nicht nur sein politisches Ohr, sondern auch seine ganze Aufmerksamkeit. Diese Liebe ist laut "Bild" mehr als rot, sie ist tiefrot. Könnte die Partei vor einem Tief bewahren wie die FDP bekanntermaßen nicht, weil die nicht weiß, wo sie für Genscher eine schöne Frau auftreiben soll.

Deshalb stellt "Bild" auch keine Frage zu Lafontaine und Wagenknecht, stellt vielmehr fest: "Lafo & Wagenknecht sind das neue Spitzen-Paar der Linken", dazu auch noch "schillernd".

Nun stelle man sich nur noch vor, Oskar wird Bundeskanzler und Sahra Außenministerin. Im Ausland würde man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen, weil man sich dort bislang noch die Frage stellt, ob es in Deutschland keine Friseure mehr gibt. Stiege Wagenknecht aus der Dienstlimousine, merkelte man in Paris, Rom, London und Washington: Gibt es doch! Oskar hat zwar viel weniger Haare als Angela, aber wer würde den schon beachten? Dem ginge es bei jedem Auslandsbesuch wie Westerwelle...

Samstag, 12. November 2011

Geil, Oskar!

12. November 2011
Teurer Champagner und schöne Sahra

Oskar Lafontaine ist immer ein Champagner-Linker gewesen. Hat der was zu schlürfen, verändert er irgendwann die Welt. Und nun genießt er erst einmal die Sahra.

Erst baut er eine schöne Frau (politisch) auf. Dann legt er sie (sexuell) flach. Macht ihn zum sympathischen Alt-68er. Nicht nur, weil er dieses Alter hat. Sondern auch, weil wir es damals auch nicht anders gemacht haben.

Mit Karl Marx auf einem Plakat an der Wand, haben wir keinem über 30 getraut. So weit reichte bei uns der Historische Materialismus (Histomat) nicht. Der Kampf und die Einheit der Gegensätze hatte jung und wild zu sein.

Wir warfen alles über Bord und fragten uns nicht einmal, wie lange der Kahn flott bleiben würde. Wer zweimal mit der gleichen pennte, gehörte zum Establishment und war out.

Das gefiel den meisten nicht. Für die einen waren wir die Generation, vor der man uns  immer gewarnt hat, für die anderen waren wir Revisionisten, weil wir gar nicht daran dachten, den Dialektischen Materialismus zu Ende zu denken.

Den Widerspruch bei den Produktionsverhältnissen mochten wir nicht, aber sonst mochten wir den Widerspruch. Der ging in Wohngemeinschaften so weit, dass sich niemand um den Abwasch kümmerte. Die Frauen waren uns dafür zu schade, wir Männer hatten dafür keine Zeit zwischen zwei Demonstrationen.

Oskar Lafontaine hat bei einem Parteitag der Linken mitgeteilt, dass er jetzt mit der Sahra zusammen ist. Nun gelten Oskar und Sahra als Traumpaar dieser Partei. Jedenfalls in der Springer-Presse. Das hätte uns nachdenklich gestimmt. Dieses Liebespaar aber nicht.

Die gehen das viel ruhiger an als wir. Wir sind früher als Verliebte nur noch selten in den Schlaf gekommen - und was ist mit Sahra Wagenknecht? Die sagte kürzlich: "Ich habe ein Girokonto. Ich will doch ruhig schlafen." Also, Oskar, bitte nicht zu oft stören!

Sonntag, 6. November 2011

Merkel und Castro

6. November 2011
Wenn Peter Cornelius dabei gewesen wäre...

"Du entschuldige. I kenn di." Wird Fidel Castro wohl kaum vor sich hinsummen, wenn er Angela Kasner/Merkel im Fernsehen sieht. Enge Jeans hat sie nicht getragen, gezwinkert hat sie auch nicht, als sie auf Kuba gewesen sein soll. Der Diktator bekam angeblich von der wohl auch nicht sehr kessen Pastorentochter einen sozialistischen Bruderkuss.

Berichtet eine Bettlerin vor dem Lübecker Dom, die nach ihren Angaben in der DDR aufgewachsen ist und zu einer FDJ-Gruppe gehört haben will, die dermaleinst mit Angela Kasner/Merkel an der Spitze schöne Tage auf der Zucker-Insel verbrachte. Von dem sozialistischen Bruderkuss gebe es ein Foto, das sie demnächst der "Bild"-Zeitung anbieten werde, sagt diese Bettlerin.

FDJ-Angela soll bei diesem Besuch eine bevorzugte Position eingenommen haben. Das Mädel Kasner, das wir besser unter dem Namen Merkel kennen, habe mit ihren sozialistischen kubanischen Schwestern getanzt, während die anderen DDR-Mädels zuschauen mussten.

Wenn doch nur Peter Cornelius dabei gewesen wäre, dann könnte sich Castro spätestens dann an diesen Besuch erinnern, wenn er das Lied "Du entschuldige. I kenn di" hört.

Sollte die Geschichte der Bettlerin stimmen, dann ist Kasner/Merkel von Fidel Castro so begeistert gewesen wie viele Jahrzehnte später die Parteispitze der Linken. Nur mit einem zeitlichen Vorsprung.

Wer zu spät jubelt, den bestraft das Leben?

Donnerstag, 3. November 2011

Offene mail

3. November 2011
An Zweckverband für Approbationserteilung

Sehr geehrte Damen und Herren,
leider bin ich nie dazu gekommen, etwas Vernünftiges zu studieren. In meinem Beruf ist die Konkurrenz inzwischen so groß, dass ich mich entschlossen habe: Ich werde Psychotherapeut. Psychologischer Berater genügt mir nicht. Das ginge zwar schnell, ein paar Kurse besuchen, Gewerbeschein besorgen. Aber meine Arbeit sollte schon seriös sein.
Beim Stöbern im Internet habe ich festgestellt, dass die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten 4 000 Stunden in Anspruch nimmt. So viel Zeit möchte ich bis zur Praxiseröffnung nicht verstreichen lassen. Deshalb strebe ich eine vorläufige Approbation an.
Psychologie habe ich nicht studiert, aber aus den Nachrichten, die mich aus Lüneburg erreicht haben, schließe ich, dass ein derart zeitverschwenderisches Studium auch nicht erforderlich ist. Weitere Voraussetzungen sind 600 Stunden Theorie, die ich gern mit 300 Stunden praktischer Arbeit ausgleichen würde, 1800 Stunden praktische Tätigkeit in anderthalb Jahren, die für mich kein Problem sind, denn ein Bekannter hat ein Institut für angewandte esoterische Wissenschaften, ein Jahr in einer Psychiatrischen Klinik, die ich bereits hinter mir habe, weil eine Verwandte jüngst psychisch zusammengebrochen ist und von mir täglich besucht wurde, ein halbes Jahr in einer psychosomatischen Klinik, was ich für überflüssig halte, denn psychosomatisch bin ich topfit, und 120 Stunden Selbsterfahrung, die ich schon in Hülle und Fülle gesammelt habe, denn ich war mehrere Jahre mit einer Erzieherin verheiratet.
Nun wird sicherlich auch Ihnen klar: Viele pp-Voraussetzungen erfülle ich bereits, so dass Sie mir sicherlich schnellstmöglich eine Urkunde ausstellen werden, die meine Patientinnen und Patienten davon überzeugt, dass ich ein Experte bin.
Eine zeitliche Begrenzung der Vorläufigkeit halte ich für sinnvoll. Mir schweben 15 Jahre vor. Dann hören Sie wieder von mir. Versprochen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Zeitlose Eltern

30. Oktober 2011
Pauken nun Vokabeln von Kristina Schröder?

63 Prozent der Väter, 37 Prozent der Mütter haben zu wenig Zeit für ihre Kinder. 40 Prozent der Eltern leiden unter Zeitdruck. Steht im achten Familienbericht. Präsentiert von der schnuckeligen Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, deren Arbeit von ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen erledigt worden ist. Seitdem tut sie nichts mehr.

Bei der Präsentation des Familienberichtes hat Kristina Schröder Vokabeln in die Journalistenrunde geworfen: "Zeitsouveränität", "Zeitsynchronisation", "Zeitumverteilung".

Pauken Eltern jetzt diese Vokabeln, verlieren sie noch mehr Zeit. Auch in mein Leben sind Kinder gefegt. Nehmen wir jenen Dreijährigen, der in aller Herrgottsfrühe so lange an mir gerüttelt hat, bis ich ihm schlaftrunken in die Küche folgte. Dort bekam er ein Glas Milch. Vermutung: Das war Zeitsynchronisation. Deshalb waren wir zur gleichen Zeit am Kühlschrank.

Meine damalige Arbeitgeberin machte mir umgehend klar: "Ihren Jungen dürfen Sie nicht mitbringen." Sie forderte von mir also eine "Zeitumverteilung". Der Kleine verbrachte deshalb die Arbeitszeit seiner Mutter und meine Arbeitszeit bei seiner Oma, die dem Jungen so lange einredete, dass ich der falsche Vater sei, bis der Kleine nicht mehr so gern wie früher zu seiner Großmutter wollte.

Blieb nur noch: Ich kümmerte mich um den Jungen, während seine Mutter arbeitete, sie kümmerte sich, während ich arbeitete. Wir waren also zeitsouverän. Nehme ich mal an.

Dem Jungen ist das wurscht gewesen. Der kletterte auf  Bäume, spielte mit mir Fußball und hörte so lange Benjamin Blümchen, bis ich vor lauter "Tröööröö" die Zeit vergaß. Das nennt man?

Freitag, 28. Oktober 2011

EGO-Markt


Hereinspaziert und hineingeschoben.
 28. Oktober 2011
Verkäuferinnen präsentieren Spielsachen

Werbung wirkt. Manchmal doch. Radio 21 strahlt Spots des Ego-Marktes aus. Ist eine Erlebniswelt der besonderen Art. Das Motto lautet "Bei Ego kaufen Sie die Katze nicht im Sack!" Die zieht sich auf Wunsch sogar das Fell über die Ohren. Darf sich deswegen qualifiziertes Fachpersonal nennen.

Im Ego-Markt steht, was er verspricht. Nicht nur das mit der Katze, sondern auch: "Sie finden eine große Auswahl an hochwertiger Fashion und Dessous, sexy Toys, Lifestyleprodukten und DVDs."

Mit denen darf man im Ego-Markt machen, was man will. In die Hand nehmen, auf der Haut spüren. Besonders spannend sind - wie in jedem Kaufhaus - die Spielsachen. Die werden laut Werbetext von "freundlichen Mitarbeiterinnen präsentiert".

Wenn im Ego-Markt die Heizung funktioniert, ist dagegen nichts einzuwenden. Ob sich die Verkäuferinnen wieder anziehen, bevor sie Kundinnen und Kunden an die Kasse begleiten, wird im Internet nicht verraten.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Weltbild-Verlag

24. Oktober 2011
Frauen bringen den Papst um den Verstand

"Sex für Könner - Die Kunst, Frauen um den Verstand zu bringen" ist ein Buch, das vom "Weltbild"-Verlag verkauft wird. Dieser Verlag ich durch und durch katholisch. Die katholische Kirche ist also durch mit der Prüderie, demnächst erscheint "Bischöfe sind gut zu Vögeln - Wie man Nonnen beim Käfig sauber machen vom Beten abbringt"?

Keineswegs. Der Papst findet eigentlich igitt, was in diesem Verlag an erotischer Literatur erscheint, will aber trotzdem nur dafür Sorge tragen, dass die Titel nicht allzu kirchlich werden. So lange auf den Umschlägen "Anwaltshure" und "Internats-Schlampen" steht, darf der Sex-Euro rollen, Schluss mit erotisch wäre erst bei Titeln wie "Klosterhuren" und "Blasen im Beichtstuhl".

Mit katholischen Bräuchen Vertraute könnten einwenden, dass die Zahl der von Juristen beschäftigten Huren nicht viel größer sein dürfte als die Zahl von Priestern, die zu Huren gehen - dass also der Papst ein Heuchler ist, wenn er das eine igitt findet, aber zulässt, während er das andere igitt finden und verbieten würde.

Doch: Was im Kopf eines Katholiken vorgeht, versteht meistens nicht einmal ein Kathholik, der Bischof, Kardinal oder Papst geworden ist. Dazu brauchen die keinen Sex von Könnerinnen. Die brauchen einfach jeden Euro. Einige soll die katholische Kirche sogar für die Mafia so lange gewaschen haben, bis hinten ein Jesu-Bildchen drauf gewesen ist.

Richtig katholisch wäre ein Buch mit dem Titel "Gehirnwäsche für Könner - Wie man in den Vatikan einen Heiligen Stuhl stellt". 

Montag, 24. Oktober 2011

Irre

24. Oktober 2011
Wir behandeln die Falschen

Jugendämter erfüllen eine wichtige Aufgabe. Meinen die bestimmt auch in Münster, Eutin oder Verden. Wie aber bekommt man in diesen Jugendämtern einen Arbeitsplatz?

Erste Voraussetzung scheint eine schwere Kindheit zu sein. Die Eltern verwehren ihrem Nachwuchs eine gute Bildung, lehren sie nicht den Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit. Will ein Kind einem anderen Kind helfen, bekommt es Ritalin zur Vermeidung völlig überflüssiger Aktionen, die doch nur Ausdruck sinnloser Nächtenliebe wären. Immer schön anpassen, lautet das Motto. Alles andere könnte Anderen nicht passen. Das hätte Folgen. Folgen sind nicht gefragt.

Daraus folgt: Baut das Jugendamt von Eutin Mist, weil aus einem Pflegevater von Kindern, die eine Millionensumme geehrt haben, ganz nebenbei auch noch der Testamentsvollstrecker wird, wartet man ab, bis die Kinder volljährig sind. Schon ist man nicht mehr zuständig. Einen achtseitigen Protestbrief der Mutter, in dem sie der Behörde noch einmal alle Verfehlungen vorhält, hält das Jugendamt deshalb nicht mehr für wichtig. Wichtig ist immer nur gewesen: Die Mutter muss von ihren Kindern ferngehalten werden.

Mit dem Ende der schweren Kindheit kommt das Ende der Schulzeit. Nach dem Berufswunsch gefragt, antwortet der Nachwuchs für das Jugendamt: "Ich möchte gern Diktator werden." Da Diktatoren in Deutschland politisch nicht mehr gewollt sind, bleibt nur der Werdegang beim Jugendamt.

Zu diesem Werdegang gehört: Vertritt eine Mutter eine andere Auffassung als das Jugendamt von Münster, gefährdet sie das Wohl ihrer Kinder, die Kinder bleiben also weg und werden auch noch getrennt.

Das Jugendamt von Verden trennt sich derweil auch noch von den letzten Vorschriften für Hilfsmaßnahmen. Ein Kind ist seit elf Jahren bei Pflegeeltern. Die Mutter will sich damit nicht abfinden. Findet die Behörde nicht gut.

Nach einigen Jahren in den Jugendämtern von Eutin, Münster oder Verden bleibt nicht einmal mehr das Prinzip Hoffnung auf bessere Arbeit, sondern nur noch der Titel eines Bestsellers: "Irre, wir behandeln die Falschen."

Sonntag, 23. Oktober 2011

Wingenfelder

23. Oktober 2011
Steht vor dem Spiegel und singt

Ein Lied mit mehr Schwachsinn habe ich selten gehört: Wingenfelder besingt die perfekte Frau. Die hört die gleiche Musik, liebt die gleichen Bücher, hat den gleichen Herzschlag. Ist also sein Spiegelbild. Wenn die auch noch genauso aussieht wie er, textet er möglicherweise über seinen Zwillingsbruder.

Ach, du meine CD-Scheibe: Auch die Melodie kann diesen Narzissmus nicht aus dem musikalischen Tal der Selbstverliebtheit holen. Wingenfelder sinkt beim Singen in sich zusammen und richtet sich an sich selbst wieder auf?

Nun denn: Es gibt auch perfekte Langeweile. Mögen bei youtube aber nicht viele. Beweist die geringe Zahl der Aufrufe. Oft aufgerufen wird dagegen dieser Song. Der ist perfekter. Finde ich.

Niemand muss meine Meinung teilen, damit er zur perfekten Leserin oder zum perfekten Leser meines blogs wird...

Samstag, 15. Oktober 2011

Luftnummer

15. Oktober 2011
Nicht so gefährlich wie Vögel im Luftraum

Diese Meldung hat sich kein Medium entgehen lassen, sie steht überall im Netz:

"Sex beim Fallschirmspringen hat die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan gerufen. Sie ermittle wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Flugsicherheit, berichtet der US-Sender KTLA. Jede Aktivität, die den Piloten beim Fliegen ablenke, könne ein Verstoß gegen Vorschriften sein, sagte ein Behördensprecher. Ein Mann, der auch als Pornodarsteller arbeitet, hatte sich bei einem Tandemsprung mit einer Frau vergnügt. Beide ließen sich filmen. Das Video kursiert jetzt im Internet."

Sogar CNN widmet sich dem luftigen Fick. Warum jedoch diese Aufregung über diese Luftnummer? Rechnet die US-Luftfahrtbehörde damit, dass nun unzählige Paare ins Flugzeug steigen und zu Nachahmungstätern werden? Wäre wohl eine übertriebene Befürchtung. Denn: Viele haben Flugangst. Die scheiden schon einmal aus. Nicht jeder Mann ist nach dem Absprung treffsicher genug. Die scheiden auch aus. So mancher kann sich einen Privatflug nicht leisten. Die Zahl der möglichen Nachahmungstäter sinkt also weiter. Nur wenige Männer arbeiten auch als Pornodarsteller.

Bleiben schon bald nur noch diese Beiden, mit denen sich jetzt die US-Luftfahrtbehörde beschäftigen will. Dabei hat doch bei einem Stunt nur etwas gestanden...Viel gefährlicher sind doch Vögel im Luftraum.

Freitag, 14. Oktober 2011

Immer freitags

14. Oktober 2011
...ist der Gärtner schon lange nicht mehr der Mörder

Früher ist es einfach gewesen: Der Mörder war immer der Gärtner. Freitags im ZDF ist es komplizierter. Erst liegt irgendwo eine Leiche herum, dann fahren Kommissare durch die Gegend, sitzen anschließend im Büro oder in irgend welchen schicken Wohnzimmern, plaudern mit mehr oder weniger Verdächtigen.

Bis der Ermittlungskarren im 21-Uhr-Dreck steckt, die Kommissare in ihrem Büro ratlos auf- und abgehen, bis ein Gedankenblitz einschlägt.

Dann fährt einem der Ermittler der Schreck in die Glieder: "Wir müssen da etwas übersehen haben." Die Leiche kann es nicht gewesen sein. Die ist groß im Bild gewesen, wurde obduziert und zur Beerdigung frei gegeben.

Übersehen ist auch nicht gemeint, sondern überhört. Aber was? Fragt sich ein Ermittler nach dem anderen. Bis jemand vorschlägt: "Wir sollten uns noch einmal mit Frau Y/Herrn Z unterhalten."

Die Kommissare sitzen ein letztes Mal in ihrem Fahrzeug, dann noch einmal in einem schicken Wohnzimmer und auf einem Sofa die Mörderin oder der Mörder. Lautet die Frage nur noch: Ist der Mord versehentlich geschehen oder war es Absicht?

War es Absicht, sind die Kommissare ein wenig ungehalten, war es ein Versehen, haben die Kommissare ein wenig Mitleid.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Hannover

6. Oktober 2011
Und immer wieder eine neue Imagekampagne

„Die Imagediskussion wabert durch Hannover, seitdem ich mich mit Kommunalpolitik beschäftige“, meinte Weil. Zu einem besseren Image beitragen könnten nicht nur neue Plakate und Prospekte – auch die Bewohner Hannovers könnten durchaus öfter ihre norddeutsche Nüchternheit ablegen und offensiver für die Vorzüge ihrer Stadt werben." Hat vorgestern im "Hamburger Abendblatt" gestanden.

Der in diesem Artikel zitierte Stephan Weil ist seit fast fünf Jahren Oberbürgermeister von Hannover - und kennt seine Pappenheimer von Leine und Ihme immer noch nicht?

Denn die meisten Bewohner Hannovers werden auch künftig nicht "offensiver für die Vorzüge dieser Stadt werben". Die kümmern sich nicht einmal darum, wenn Hannover sogar von Leuten schlecht gemacht wird, die noch nie durch die Stadt gebummelt sind. Wie vor der Expo geschehen.

Wenn das "norddeutsche Nüchternheit" ist, wird Weil schon erklären müssen, was daran schlecht sein soll. Hannover muss sich niemand schön saufen. Und die hinlänglich bekannten Bausünden kann niemand wegsaufen. Die sind gerade in der Bahnhofsgegend viel zu oft geschehen.

Meines Wissens ist Hannover die erste Stadt gewesen, die sich vor rund 40 Jahren einen Stadtimagepfleger zulegte. Der erfand den "Roten Faden". Folgt man dem, erfährt man in kurzer Zeit: Diese Stadt ist spannend. Die muss nicht alle Jahre wieder von Imagekampagnenerfindern heimgesucht werden.

Wenn nun auch noch im "Hamburger Abendblatt" steht, mit der neuen Werbeaktion solle bewiesen werden, dass man in Hannover etwas werden kann, dann denke ich an Treppenstufen zu einer Wohnung in der Südstadt. Verabredet war ich damals mit einem Mädchen, das bei seiner Mutter lebte. Die Mutter ließ mich in die Wohnung, bat mich in die Stube. Dort saß ich und wurde in Augenschein genommen. Dann erschien dieses Mädchen im Türrahmen, gehüllt in ein gelbes Badetuch und sagte: "Ich komme gleich." In diesem Augenblick ist für mich aus diesem Mädchen die schönste Frau der Welt geworden.

Ganz ohne Imagekampagne...

Dienstag, 4. Oktober 2011

In Wolfsburg

4. Oktober 2011
Hält kein ICE an

Wolfsburg ist eine Stadt, die man sich nur schön rasen kann. Deshalb rauscht jeder ICE am Bahnhof vorbei und weiter. Darf er aber nicht immer. Also sollen sich Zugführer vor Dienstantritt erkundigen, ob sie in Wolfsburg anhalten müssen oder nicht.

Lautet die Antwort: muss. Gibt es eine Zulage für die anschließende Bezahlung einer Schocktherapie. Lautet die Antwort: muss nicht. Ist der ICE schneller in Braunschweig.

Schneller in Braunschweig ist nicht nur für die Gesundheit von Zugführern besser, besser Fußball spielen als in Wolfsburg können sie dort auch schon wieder. Außerdem ist die Löwen-Stadt schöner als die Auto-Stadt.

Aber: Welche Stadt ist das nicht?

Montag, 3. Oktober 2011

Meine Fresse

3. Oktober 2011
...der Arschstürzer ist kein Wehner

Kanzleramtsminister Ronald Arschstürzer hat einen Fraktionskollegen beleidigt, die Fresse von Wolfgang Bostümpel könne er nicht mehr sehen. Hilft vielleicht eine dunkle Sonnenbrille.

Gepöbelt hat Ronald Arschstürzer nicht im Deutschen Bundestag, sondern im Hinausgehen nach einer Sitzung über den Euro-Rettungsschirm. Auch Griechenland-ist-pleite-Verhüterli genannt.

Sind das noch Zeiten gewesen, als nicht gemobbt, sondern gestritten worden ist. Da wurde es im Deutschen Bundestag manchmal sehr laut, Altkanzler Helmut Schmidt ging als "Schmidt-Schnauze" in die Parlamentsgeschichte ein und setzte dem Dauer-Streit zwischen Herbert Wehner und Franz Josef Strauß ein verbales Sahnehäubchen auf: "Es gibt Fälschungen, es gibt Irrtümer und es gibt Strauß-Reden."

1983 hat Thomas Freitag dem sozialdemokratischen Haudegen Wehner ein Denkmal gesetzt. Nicht nur die Reden des "Zuchtmeisters der SPD" sind inzwischen Legende, auch seine Zwischenrufe waren gefürchtet. Den CDU-Abgeordneten Jürgen Wohlrabe taufte er in "Herr Übelkrähe" um, den CSU-Todesstrafenbefürworter Richard Jaeger, der außerdem dafür eintrat, dass Sexualstraftäter zwangsweise sterilisiert werden, bügelte er so ab: "Sie sollten nicht Kopf-ab-Jaeger heißen, sondern Schwanz-ab-Jaeger."

Das hatte noch was, Ronald Arschstürzer dagegen hat nur noch eins: Seinen Stuhl als Kanzleramtsminister zu räumen...

Freitag, 30. September 2011

Gravebook

30. September 2011
Nicht nur bei Facebook Datenskandale

Politiker reden viel Kauderwelsch. Wie jetzt Kauder, der eine Netzsperre für Datendiebe fordert und dann selbst als Datendieb ertappt wird. Wurmt ihn aber gar nicht. Der sagt einfach: "Seht ihr, Kontrollsystem funktioniert." Soll wohl heißen: Wenn dieser CDU-Politiker und Vorsitzende des Justizausschusses im Bundestag erwischt wird, kriegt man andere auch.

Datenschützer schlagen wieder einmal Alarm. Facebook speichert auch Daten, die von den Nutzern gelöscht worden sind. Macht aber nicht nur dieses soziale Netzwerk zur Steigerung von Umsätzen eines Milliardenunternehmens. Gravebook geht mit Daten auch nicht pfleglich um. Kann man bei jedem Friedhofsbesuch feststellen. Was da alles in Stein gemeißelt wird und deshalb die Jahrhunderte überdauert, ist unglaublich. Jedem mitgeteilt werden nicht nur Geburts- und Todestag, sondern auch die Lieblingssprüche der biologisch schon lange Gelöschten. Schritt für Schritt ermitteln lässt sich an der Größe der Gräber zudem, wie reich jemand zu Lebzeiten geworden ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht eine plan- und hilflose Euro-Rettungsschirm-Politik. Sagt die Opposition, eilt zur Abstimmung und unterstützt das nächste plan- und hilflose Vorgehen der Regierung gegen die drohende Pleite von Griechenland, das längst pleite ist.

Im Harz werden jetzt Ameisen gezählt. Machen Experten, die sich zweifellos einer wichtigen Aufgabe widmen. Damit keine Ameise doppelt gezählt wird, verwenden die Fachleute einen Klebstoff, der jedes Tier dort festhält, wo es sich gerade befindet. So verschlechtert sich zwar das Befinden der Ameisen, aber jede Volkszählung hat ihren Preis.

Dann noch eine gute Nachricht: Der Sommer findet in diesem Jahr im Herbst statt...

Montag, 26. September 2011

Preiswürdig

26. September 2011
Hervorragende Jugendamts-Arbeit für das Kindesunwohl

Bei einem Hundespaziergang ist dem Wilhelmshavener Redakteur und Schriftsteller Heinz-Peter Tjaden eine Idee durch den Kopf geschossen, die wurde sofort Internet-Umfrage. Gesucht wurde 2009 und 2010 per Abstimmung das Jugendamt, das sich den von Tjaden erfundenen Kindesunwohlpreis verdient hat. Erste Preisträger waren die Jugendämter von Lüneburg wegen glänzender Zusammenarbeit mit einer Einrichtung, die Familien zerstört, und Oldenburg i. O. wegen Abneigung gegen Großfamilien.

2010 war die Umfragebeteiligung größer als 2009, 2011 hat sie schon Ende September eine Rekordhöhe erreicht. 892 Stimmen wurden bislang abgegeben. In Führung gegangen ist wieder das Jugendamt von Oldenburg i. O. mit 630 Stimmen. Auf den Plätzen: Münster mit 116 Stimmen, Ratzeburg mit 56 Stimmen, Lüneburg mit 11 Stimmen, Mönchengladbach mit 6 Stimmen, Viersen, Duisburg und Gronau mit jeweils 2 Stimmen, Schleswig mit 1 Stimme.

Erstaunlich: Das Jugendamt von Mönchengladbach hat die Spitzenpositionen aus 2009 und 2010 verloren, kümmert sich der Umfrage zufolge inzwischen eher um das Kindeswohl als um das Kindesunwohl. Auch Lüneburg ist weit zurückgefallen.

Inzwischen hat Heinz-Peter Tjaden per mail und SMS Anregungen für weitere potenzielle Preisträger bekommen. Ins Rennen geschickt werden deswegen heute die Jugendämter von Eutin (Mitarbeiterin zu einer Großmutter: "Wir lassen Sie am langen Arm verhungern."), des Lahn-Dill-Kreises (SMS-Nachricht an Tjaden: "Jugendamt befürwortet alleiniges Sorgerecht.") und von Lehrte bei Hannover (keine Begründung für diesen Vorschlag).

Ob diese Jugendämter noch Umfrage-Boden gut machen können, wird man sehen.

Zur Umfrage

Sonntag, 25. September 2011

Opa Benedikt

25. September 2011
Ist seiner Frau immer treu gewesen

Das gibt ihm wohl das Recht zu Kritik an Paaren, die sich trennen: Der katholische Papst ist seiner Ehefrau stets treu gewesen, als man ihm einen Job in Italien anbot, hat sie keinen Augenblick gezögert: Sie hat ihn zu seiner neuen Wirkungsstätte begleitet, kümmert sich dort liebevoll um ihre beiden Enkel, wenn ihre Tochter mit ihrem Mann aus Deutschland zu Besuch ist.

Das ist nun wirklich keine Selbstverständlichkeit, hat der katholische Papst vor dem Präsidium des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) im Freiburger Priesterseminar betont: "Man findet kaum noch den Mut zu versprechen, ein Leben lang treu zu sein; sich das Herz zu nehmen und zu sagen: Ich gehöre jetzt ganz dir."

Auch nach fast 60 Jahren Ehe könnte dem katholischen Papst und seiner Frau nie geschehen, was nach seinen Worten einer deutschen Durchschnittsfamilie passieren würde, wenn jemand aus einem fernen Land nach dem Rechten schauen würde: "Der könnte vieles bewundern, etwa den Wohlstand, die Ordnung und die Effizenz." Kennen auch wir aus jeder Hartz-IV-Familie. Doch der katholische Papst weiß noch mehr über diesen Jemand aus einem fernen Land: "Er würde mit unvoreingenommenem Blick auch viel Armut feststellen: Armut, was die menschlichen Beziehungen betrifft, und Armut im religiösen Bereich."

Der katholische Papst dagegen geht heute noch so oft wie möglich zur Kirche, pflegt fantastische menschliche Beziehungen, beispielsweise mit katholischen Priestern, die Väter werden, und unter religiöser Armut leidet er auch nicht. Schließlich meint er sogar, dass er einen guten Draht zu Gott hat.

Fast immer allerdings lässt Gott den katholischen Papst im Dunkeln tappen: "Auch das selbstlose Engagement für das Gemeinwohl, im sozialen und kulturellen Bereich oder für Bedürftige, nimmt ab."

Wer jetzt noch den katholischen Papst ernst nimmt, ist selbst schuld. Denn:  Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von immer mehr Menschen läuft in Deutschland kaum noch etwas. Davon hätte sich der katholische Papst bei seinem Besuch durchaus überzeugen können. Statt dessen hat er sich mal 30 Minuten, mal 10 Minuten mit Leuten aus der politischen Führungsetage unterhalten, die er wohl für ausgewiesene Experten hält, wenn es um die deutsche Wirklichkeit geht.

Und dieser Mann soll unfehlbar sein?

Samstag, 24. September 2011

Facebook - oder:

24. September 2011
Keine Chance für Mark Zuckerberg

"Wenn man zeigt, dass man Cola mag, darf man sich nicht wundern, wenn man nachher Werbung für Cola bekommt." Sagt Jo Bager, Redakteur der Computerzeitschrift "c´t", in einem Gespräch mit der "Neuen Presse Hannover" (NP) über das neue Facebook von Mark Zuckerberg.

Alles soll noch schneller werden, in einem Tickerfenster erscheinen Meldungen in Echtzeit. Aus Facebook wird eine riesige Medienplattform, auf der sich viele Unternehmen ansiedeln werden.

Schade, dieses Zeitfenster hätte es schon vor der Oberbürgermeisterwahl in Wilhelmshaven geben sollen. Sicherlich für Aufsehen gesorgt hätten diese Meldungen: "+++Heinz-Peter Tjaden richtet Facebook-Seiten zur Kommunalwahl in Wilhelmshaven ein+++Manfred Adrian, Verleger der Wilhelmshavener Zeitung, droht Tjaden mit Klage, falls er Gerüchte über Adrian und den CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten Andreas Wagner veröffentlichen sollte+++Tjaden informiert die CDU über diese Drohung+++CDU-Pressesprecherin blockiert Facebook-Seiten von Tjaden zur Kommunalwahl+++Tjaden schreibt Artikel über Kommunalwahl in Wilhelmshaven für ein bundesweites Portal+++CDU-Pressesprecherin droht mit Klage+++"

Auf Seite 1 der "Neuen Presse Hannover" fürchtet der Redakteur Udo Harms in einem Kommentar die "Sammelwut" von Facebook: "Dabei ist es übel, wie hemmungslos Facebook die im Grunde soziale Idee eines Netzwerkes für kommerzielle Zwecke ausbeutet."

Aber wohl kaum in Wilhelmshaven. Es sei denn, bei Facebook gibt es Angebote für Schweigespiralen, Maulkörbe, Nebelkerzen und Drohbriefeschreiber.

Weitere Infos über das Neue Wilhelmshaven

Freitag, 23. September 2011

In der Schweiz

23. September 2011
"Neutrinos" schneller als das Licht

Ausgerechnet in der Schweiz. Haben Forscher den Verdacht, dass Elementarteilchen mit Namen "Neutrinos" schneller sind als das Licht. Dieser Verdacht soll nun international auf den wissenschaftlichen Prüfstand gestellt werden, bevor die in Genf fragen: "Wer hat´s erfunden?"

Für Albert Einstein ist die Lichtgeschwindigkeit eine universelle Konstante gewesen, für die Schweizer das Schneckentempo. Aber eines Tages sind auch die Eidgenossen etwas schneller geworden. Warum also nicht auch die "Neutrinos".

Für uns ändert sich nichts, versichern die Wissenschaftler aus Genf. Ob nun nichts schneller sein kann als das Licht oder diese Lütten doch, wird sich weder auf unseren Alltag noch auf das Universum auswirken. Klingt beruhigend.

Warum die Schweizer trotzdem Geschwindigkeitsnachmessungen in Auftrag geben, bleibt so rätselhaft wie die Sprache der Eidgenossen in Zürich, Zug, Luzern und Bern für alle, die nicht unter einer Rachenkrankheit leiden. Denn längst steht fest, dass niemand das Tempo der "Neutrinos" so exakt messen kann wie die Wissenschaftler in Genf.

Ist wohl die Gründlichkeit der Schweizer. Die haben das Wahlrecht für Frauen in anderen Ländern testen lassen, bis sie es selbst einführten, die haben ein paar Fußballer ins Ausland geschickt, bis sie selbst die Nati dazu anhielten, während eines Spiels doch mindestens einmal vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen, die haben so lange die "Bild"-Zeitung gelesen, bis bei ihnen der "Blick" der Schlagzeile "Wir sind Papst" "Wir sind Neutrinos" entgegen schreiben konnte.

Montag, 19. September 2011

Die Piraten

19. September 2011
Das unbekannte Parteiwesen

In  Berlin hat die Piratenpartei allen anderen Parteien Stimmen abgejagt, die meisten den Grünen. An die Wahlurnen lockte sie auch Wählerinnen und Wähler, die sonst nicht hingegangen wären. Reichte für 9,0 Prozent.

Nun hat in den Medien das große Rätselraten begonnen. "Wer sind eigentlich diese ´Piraten´?" fragt heute "Bild" auf Seite 2. Redakteur Einar Koch fand heraus: Gegründet worden ist diese Partei vor fünf Jahren, die Mitgliederzahl liegt bei 1 000, steigt aber "stündlich", das Vorbild stammt aus Schweden.

Außerdem haben die Piraten "Post von Wagner" bekommen. Der findet den Kampf dieser Partei "für die Freiheit im Internet" erst einmal "super-super-sympathisch", dann aber nicht mehr: "Wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, ist es superidiotisch und lebensgefährlich."  Denn: "Die Piraten lehnen jede Überwachung des Internets ab."

Die "Welt" schürft ein wenig tiefer. Sie hat herausfinden lassen, dass diese Partei zwar 9,0 Prozent bekommen habe, aber für das Programm interessiere sich kaum jemand. Dann wären die Piraten eine "Protestpartei" der Desinteressierten, die aus Jux zur Wahl gehen? Dennoch fragt sich ein Politikwissenschaftler, ob die Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus "entzaubert" werden kann. Wenn aber der Zauber darin liegt, dass nichts wissen nichts ausmacht, wird das wohl kaum gelingen.

Neu ist: Medien setzen sich erst intensiv mit einer Partei auseinander, wenn sie in ein Parlament eingezogen ist. Mit der Post von Wagner muss man sich nicht lange beschäftigen, die ist nur "superidiotisch". Auch die Piratenpartei tritt keinesfalls dafür ein, dass Kriminelle und Terroristen im Internet tun und lassen dürfen, was sie wollen. Die fürchtet sich lediglich davor, dass Unbescholtene kriminalisiert werden.

So betrachtet übernimmt die Piratenpartei die Rolle, die früher einmal die FDP gespielt hat. Die Liberalen sind vorübergehend reale Bürgerrechtspartei gewesen, die Piraten sind eher eine virtuelle.

Vor 30, 40 Jahren haben Überwachungskameras in Innenstädten Unbehagen ausgelöst, man fragte sich, wer die Aufnahmen auswertet, bei Demonstrationen machten Verfassungsschützer Fotos, die Telefone von Künstlern wurden angezapft, bei öffentlichen Auftritten linker Kabarettisten saß die politische Polizei im Publikum und schrieb mit, Mitglieder der DKP bekamen Berufsverbot. So wollte sich der Staat vor RAF-Terror und vor einer kommunistischen Unterwanderung schützen, schüttete aber das Kind mit dem Bade aus. Nicht das Vertrauen, das Misstrauen wuchs.

Heute hat sich das Unbehagen ins Internet verlagert. Abmahnanwälte lauern an jeder virtuellen Ecke, nach jeder Terrorwarnung wird die Vorratsdatenspeicherung politisch aufgewärmt. Wieder wächst das Misstrauen. Deshalb hat die Piratenpartei in Berlin 9,0 Prozent der Stimmen bekommen. Dass die meisten Wählerinnen und Wähler das Programm dieser Partei nicht kennen, ist kein Unterscheidungsmerkmal. Ist bei den anderen Parteien auch so.

Nach dem Wahlerfolg kündigt die Piratenpartei eine "ernsthafte Politik im Berliner Abgeordnetenhaus" an. Schaun mer mal.

Freitag, 16. September 2011

Papst kommt

16. September 2011
Der Papst kommt - Gott auch?

Der Papst kommt. Und spricht im Deutschen Bundestag. Der Papst kommt. Und im Internet gibt es Seiten zum Besuch. Der Papst kommt. Und im Internet gibt die katholische Kirche das Motto aus "Wo Gott ist, da ist Zukunft". Der Papst kommt. Und in der Nähe stehen Verkaufsstände. Angeboten werden Erinnerungsbänder, T-Shirts, Kerzen, Rosenkränze, Taschen und Medaillen. Auch schon online. Nicht gefunden habe ich dort: die Bibel.

Dass Jesus nicht katholisch gewesen ist, merkt man daran: Der hat die Händler aus dem Tempel geworfen. Die Organisatoren des Papstbesuches laden sie ein. Nicht direkt in den Tempel. Aber in die Nähe.

Nicht streiten will ich mich über das Motto "Wo Gott ist, da ist Zukunft". Diese Aussage ist nicht überprüfbar. Überprüfbar sind jedoch die Aussagen des Papstes zur Sexualmoral, zur Rolle der Frau und zur evangelischen Kirche. Überprüfbar ist, was in der katholischen Kirche geschieht.

Werbetrommel statt Demut angesichts unzähliger Skandale, scheint das Besuchsmotto zu sein. Fehlt nur noch, dass die katholische Kirche den Papst als neuen Messias in den Deutschen Bundestag schickt. Viele Abgeordnete wollen nicht hingehen. Finde ich dämlich.

Herrlich dagegen fände ich Verkaufsstände vor dem Plenarsaal. Angeboten werden könnten Kondome, T-Shirts mit dem Aufdruck "Gib Aids keine Chance", Lorbeerkränze für Alleinerziehende...Wäre aber wohl gegen die Würde des Hohen Hauses, das hohen Besuch bekommt.

Donnerstag, 15. September 2011

Lie to me

16. September 2011
Faszinierende Serie bei VOX

Da ich mir gestern Abend schon nach 45 Minuten keine Sorgen mehr um Bayern München machen musste, habe ich wie jeden Mittwoch Vox eingeschaltet. Vom runden Leder weggelockt wurde ich von der Serie "Lie to me". Die gefällt mir nicht nur wegen des Hauptdarstellers, bei dem man nie so genau weiß, wie er im nächsten Augenblick als Wissenschaftler oder als Vater reagiert.

Faszinierend finde ich auch die Vorstellung, dass man aus Mimik und Gestik eines Menschen schließen kann, ob er die Wahrheit sagt oder lügt. In der Serie mit einer Trefferquote von 100 Prozent, es sei denn, dieser Wissenschaftler bekommt es mit einem Psychopathen zu tun.

Im Alltag gelingt uns die Unterscheidung zwischen Schein und Wirklichkeit nur selten. Deshalb gehen wir  häufig davon aus, dass wir besser misstrauisch bleiben.

Ist aber schlechter. Dass mich Menschen täuschen, riskiere ich immer wieder. Merke ich früh genug. Bis dahin hoffe ich auf verrückte Momente, schöne Augenblicke und freche, intelligente  Gespräche. Lie to me ist schließlich auch nur eine Fernsehserie...

Sonntag, 11. September 2011

Schmidteinander

11. September 2011
Wenn er doch nur jünger wäre...

Jeden Abend beenden sie den heutigen Koalitionsstreit. Dazu kommt ein starker Abgang bei der Europäischen Zentralbank. Den sich auch viele von Angela Merkel wünschen. Wenn die überhaupt noch etwas sagt, ist das schon geradezu sagenhaft. Sie will Athen Zeit lassen. Die Mehrheit der Deutschen dagegen will Griechenland pleitegehen lassen.

Da braucht Deutschland einen Macher? Ja, sagen 27 Prozent bei einer Umfrage von Infratest Dimap. Wenn Helmut Schmidt nicht 92 Jahre alt wäre, sondern jünger, würde der die Euro-Krise in den Griff bekommen. Per Doppelbeschluss? Wie schon einmal? Der Altkanzler macht eine Verjüngungskur und setzt sich energisch an die Regierungsspitze?

Alle Macht geht vom Volke aus. Steht im Grundgesetz. Doch das Volk hat Angst. Ist also nicht mächtig. Hat Alpträume. Nach jeder Nachrichtensendung.

Was tun? Helmut Schmidt verjüngen oder Nachrichtensendungen verbieten? Ich mach mal eine Umfrage...

Oder sollten wir uns einfach mehr Europa zutrauen?

Dienstag, 6. September 2011

Suchtbildend?

6. September 2011
Sind meine Beiträge eine Droge?

Sind meine Beiträge suchtbildend? Eine  Droge, die man sich reinziehen muss, weil man sonst unter Entzugserscheinungen leiden würde? Muss deshalb vor meinen Beiträgen gewarnt, Anwälte und Gerichte eingeschaltet werden?

Besonders juristisch bunt hat es der Leiter einer Einrichtung aus Lüneburg getrieben. Was ich unter http://familiensteller.blogspot.com/ schrieb, trieb den immer wieder nach Uelzen. Nicht, weil dieser Ort besonders schön wäre. Dort hatte sein Anwalt seine Kanzlei. Nach sieben Niederlagen bekam der sogar noch eine fristlose Kündigung.

Im Jugendamt von Münster liest man täglich mein blog http://kommissarinternet.blogspot.com/   Ein Mitarbeiter dieser Behörde behauptet sogar, dass auch die Pflegeeltern eines widerrechtlich entzogenen Kindes täglich wegen meiner Beiträge am PC hängen. Warum gibt man der Mutter nicht einfach ihr Kind wieder? Würde sich das Lesen doch erledigen.

Erledigen wollten die Zeugen Jehovas mein blog http://zeugenjehovas.blogspot.com/ Sie forderten von google ein Verbot. Vergeblich, wie sie vergeblich auf eine neue Welt warten, in der sie unter sich sind.

Noch mehr los wäre, wenn ich jeden Kommentar veröffentlichen würde. Doch die moderiere ich. Lasse nur Kommentare zu, die einigermaßen sachdienlich sind. Und schon kommt eine Verfahrensbeiständin eines Jungen daher, die mir mit dem Staatsanwalt droht. Wenn ich mein blog http://kinderunwohl.blogspot.com/ nicht nach Kommentaren durchsuche, in denen sie angeblich beleidigt wird, will sie aktiv werden. Warum liest die nicht selbst? Würde sie feststellen: Sie ist nirgendwo Thema. Könnte sich aber ändern. Nach der nächsten Drohung.

Freitag, 2. September 2011

Im Autokino

2. September 2011
Wippen die Enten

"Wo jahrelang das "Autokino Hannover-Messe" stand, wird es wieder stehen. Vom 2. bis 4. September ist der Messeparkplatz Ost 14 Treffpunkt für Autokinofans aus der ganzen Region. Die Veranstaltungs- und Kommunikationsagentur "events hoch zwo" präsentiert DAS Ereignis für alle, die zwei Hobbies miteinander verbinden wollen: Auto und Kino, 3 Tage lang. Kassenschlager und Klassiker. Pommes und Popcorn. Bier und Burger. Hannover freut sich. Der Kult Autokino kommt zurück."

Steht im Internet. In den Sechzigern und Siebzigern hat dort aber noch mehr gestanden. Und nicht nur in einer Ente, deren Gardinen von einem Pärchen zugezogen wurden. Die wippten dann im Takt. Auch meine Freundin und ich hätten damals jede Aussage verweigern müssen, wenn man uns gefragt hätte, worum es in dem Film gegangen war, der über die überhaupt nicht beachtete Leinwand geflimmert war.

Zu einem Hannover-Besuch (es war mein erster und nicht nur deshalb unvergesslicher) gehörte einfach: "Am Samstag vögeln wir im Autokino auf der Messe." Popcorn gab es damals auch schon. Aber zum Essen kam man einfach nicht. Auch an Bier war nicht zu denken. Das hatte also nach eineinhalb Stunden nicht so schön geprickelt in ihrem Bauchnabel.

Deswegen sind seinerzeit wohl auch die Autokinos pleite gegangen. Die Eintrittsgelder reichten einfach nicht für die Finanzierung. Und zugezogene Gardinen bedeuteten: "Speisen und Getränke? Nein, danke!"

Dass alle wussten, was das Personal bei einem Auto-Kinobesuch zu beachten hatte, machte den Abend noch spannender. Da meiner Freundin damals aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen das T-Shirt abhanden gekommen war, hatte auch die Rückfahrt etwas Spannendes. Aber das ist eine andere Geschichte, die aber nie in einem Unfallbericht der Polizei gestanden hat.

Ob wir seinerzeit zwei Hobbies frönten, als wir taten, was wir mit großer Freude taten, sei dahingestellt.

Also: Viel Spaß bei diesem Kino-Ereignis! Gezeigt wird u. a. Harry Potter. Kennt jeder. Wenn also die Eltern fragen, was man gesehen hat, kann man die Handlung wiedergeben, ohne sie am 2., 3. oder 4. September verfolgt zu haben. Gibt es in den Autos von heute eigentlich noch Gardinen?


Donnerstag, 1. September 2011

Die Texterin

1. September 2011
Macht aus Facebook-Seiten ein Geheimnis

"In Flyern oder Imagebroschüren wird Blindtext zu Text. Weniger ist hier oft mehr. Damit Ihre Zielgruppe dabei den Durchblick bekommt, texte ich Texte exakt auf Themen oder Unternehmen zugeschnitten und so, dass es Spaß macht, den Text nicht wieder aus den Augen zu verlieren."

Stellt sich eine freie Journalistin und Texterin aus Wilhelmshaven im Internet vor. Zurzeit textet sie zur Kommunalwahl für einen der neun Oberbürgermeisterkandidaten. Auf ihren Seiten verrät sie auch, dass sie an Sonderseiten der "Wilhelmshavener Zeitung" (WZ) mitarbeitet (mitgearbeitet hat?).

Das hat einen Risikofaktor von 8 auf der nach oben offenen Adrian-Skala. Adrian heißt der Verleger der "Wilhelmshavener Zeitung". Der fegt rücksichtslos jede Konkurrenz vom Medienmarkt. Wie 2004 unsere Wochenzeitung 2sechs3acht4. Als sich seinerzeit bei uns eine Fotografin gemeldet hat und fragte, ob sie auch für uns Schnappschüsse machen dürfe, bekam Adrian das sofort spitz. Sie erschien in unserer Redaktion und sagte ab. Mit dieser Begründung: "Wenn ich für euch arbeite, bekomme ich von der WZ keine Aufträge mehr. Das kann ich mir nicht leisten. Ich bin auf das Geld angewiesen."

Da in Wilhelmshaven inzwischen jeder irgendwie auf Adrian angewiesen ist, herrscht unter Freischaffenden ein Klima der Angst. Die hat jetzt wohl auch jene Texterin bekommen.

Die wahre aktuelle Geschichte: Vor einiger Zeit richtete ich bei Facebook Fan-Seiten für einen der neun Oberbürgermeisterkandidaten ein. Die Zahl der Freunde stieg schnell auf 89, sank zwischenzeitlich auf 74. Die waren bis auf drei über heute Nacht weg. Zum Rest-Trio gehörte jene Texterin.

Da war ein Schreiben des Anwaltes der "Wilhelmshavener Zeitung" erst ein paar Stunden alt. Der drohte meinen Informanten und mir im Namen von Adrian mit rechtlichen Schritten, falls ich eine Geschichte weiter verfolge. In der geht es um die Kommunalwahl in Wilhelmshaven und die angebliche Rolle des WZ-Verlegers.

Bei meinen Recherchen zu diesem Gerücht habe ich auch Oberbürgermeisterkandidaten befragt. Also auch den Kandidaten dieser Texterin. Als mich die juristische Drohung des WZ-Verlegers ereilt hatte, verbreitete ich diesen Tatbestand ebenfalls. Wenn man mir droht, wende ich mich an die Öffentlichkeit.

Auf den von mir eingerichteten Fan-Seiten für einen der neun Oberbürgermeisterkandidaten kann ich das nun nicht mehr. Diese Seiten sind inzwischen nicht nur fast menschenleer, sondern auch nicht mehr öffentlich. Der Status ist verändert worden. Hinter meinem Rücken, ohne mein Wissen, obwohl ich diese Facebook-Seiten ins Netz gestellt habe. Dafür verantwortlich zeichnet jene Texterin. Die sich dazu auch noch bekannt hat...

Noch größer wird dieser Irrsinn, wenn man weiß, dass ich an das über den WZ-Verleger verbreitete Gerücht nicht geglaubt habe. Das habe ich den von mir befragten Oberbürgermeisterkandidaten mitgeteilt. Nun kommen mir Zweifel anderer Art.

Warum hat mir diese Texterin ins Facebook-Handwerk gepfuscht, warum teilt sie auch noch auf den nicht mehr öffentlichen Seiten mit, dass sie das getan hat, was sich eigentlich von selbst verbietet?

Ein Wilhelmshavener drückte deswegen sogleich auf den "I like"-Button. Noch ein Abhängiger?


Sonntag, 28. August 2011

Lummerland

28. August 2011
...ist abgebrannt

Jim Knopf ist nicht mehr bei Lukas, dem Lokomotivführer, er knöpft jetzt den Leuten das Geld mit Esoterik ab. Denn: Gott ist tot. Hat das "Times"-Magazin am 8. April 1966 berichtet.

Da fehlte nur noch eine 6 zum 13. Kapitel der Johannes-Offenbarung: "Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen und die Freien und die Knechte, dass sie ein Malzeichen annehmen, an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn; und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig."

Lummerland ist abgebrannt, die "Augsburger Puppenkiste" vernagelt.

"Und das Gewicht des Goldes, welches dem Salomo in einem Jahre einkam, war sechshundertsechsundsechzig Talente Gold, außer dem was von den Krämern und dem Handel, von den Kaufleuten und von allen Königen Arabiens und den Statthaltern des Landes einkam." Steht im 10. Kapitel des 1. Buches der Könige.

Die Umsätze der Esoterik-Branche sind höher. Daran hat auch der Berliner Pfarrer Thomas Gandow nichts geändert. Der hat sich jetzt als Sektenexperte in den Ruhestand verabschiedet. In einem Gottesdienst nahm er sich den TV-Pfarrer Jürgen Fliege zur Brust. Der verkauft eine Essenz, die angeblich heilende Wirkung hat.

Aber immerhin: In Rotenburg an der Fulda ist eine Kindertagesstätte geschlossen worden. Das Aus wurde am 25. August 2011 vom Verwaltungsgericht in Kassel bestätigt. Seitdem ist es offiziell vorbei mit der Heilung von Rissen in der Aura von Kindern.

Ist Lummerland doch nicht abgebrannt? Wird die "Augsburger Puppenkiste" wieder geöffnet?

"Religionskritik ist keine evangelische Disziplin mehr", hat Thomas Gandow an seinem letzten Tag als Sektenexperte geklagt. Stimmt. Evangelische Kreise überschneiden sich inzwischen mit esoterischen Kreisen. Im Hochsauerland liest eine astrologische Beraterin "die Handschrift Gottes". Viele Jahre arbeitete sie in kirchlichen Einrichtungen.

Früher trug die Bibel die Handschrift Gottes, der 1966 verstorben ist. Seither fehlt - folgt man Thomas Gandow - die "Trennschärfe". Auch der größte Blödsinn hat inzwischen Marktreife.

Ist schön gewesen im Lummerland. War eine sehr einsame und kleine Insel. Platz für vier Bewohner. Und eine Lokomotive. Kein Platz für TV-Pfarrer Jürgen Fliege. Und Konsorten.




Jetzt kommt "Röschen"

28. August 2011
Mit den Vereinigten Staaten von Europa

Ursula von der Leyen vs Peer Steinbrück? Jetzt kommt "Röschen" und macht sich auf die Suche nach dem Kompass, den Deutschland laut Altkanzler Helmut Kohl verloren hat? Bei dieser Burgdorferin kann man sicher sein, dass sie, wenn sie wie aus dem Nichts ein Thema puscht,  ein Ziel verfolgt. Das Ziel, Bundespräsidentin zu werden, hat sie verfehlt. Bleibt für eine so ehrgeizige Politikerin das Ziel: Bundeskanzlerin werden!

Die Tochter des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht ist 1990 in die CDU eingetreten und machte erst einmal in Sehnde bei Hannover Kommunalpolitik, 2003 jagte sie der SPD bei der Landtagswahl einen Wahlkreis in der Region Hannover ab, in der niedersächsischen Landesregierung blieb sie nicht lange, sie strebte nach Berlin.

Politisches Gespür hat sie sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen, wenn ihr Vater auf seinem Anwesen in Burgdorf bei Hannover Prominente empfing, war sie schon als Kind dabei, ihren Wahlkampf um einen Sitz im niedersächsischen Landtag bestritt sie als Ärztin mit brillanten Vorträgen über das Gesundheitswesen.

Immer dabei waren ihr Vater und ihre Mutter. Die Familie hielt auch in der Öffentlichkeit zusammen, den Spitznamen "Röschen" hatte sie längst abgelegt. Stets wollte die 52-Jährige immer höher hinaus.

In der "Bild am Sonntag" von heute beschwört Angela Merkel die Freundschaft mit Frankreich und Polen - und schon zischt an ihr die Rakete Vereinigte Staaten von Europa vorbei.  Die Bundeskanzlerin muss nur noch in den "Spiegel" schauen, um zu begreifen, was sie nicht begreifen will: Ihre Zeit ist abgelaufen. Ursula von der Leyen hat eine Zukunfts-Rakete gezündet.

Für Otto Normaleuropäer ist der Kontinent ein Gestrüpp aus Behörden, Kommissionen und einem Parlament, in das jede Partei fast nur Politikerinnen und Politiker abschiebt, die in heimischen Politikgefilden eher störend wirken. Wendet sich Otto Normaleuropäer mit einem Anliegen an eine europäische Institution, muss er sich viel zu oft sagen lassen: "Bei uns sind sie falsch."

Wer Europa will, kann sich mit diesem halbgaren Zustand nicht abfinden. Der muss eine europäische Regierung  und ein europäisches Parlament wollen. 

Samstag, 27. August 2011

96, alte Liebe

27. August 2011
Trainer Mirko Slomka hebt nicht ab

Auf Seite 11 der Neuen Presse Hannover (NP) leuchtet heute ein rotes Herz, darin steht "Gracias, 96!" Dazu gibt es "Bilder aus der Nacht der heißen Herzen". Auf Seite 1 der gleichen Ausgabe vermutet der Kommentator: "Der Verein vertritt jetzt Fußball-Deutschland, das sichert höhere Sympathiewerte als die Expo."

Könnte sein. Fest steht: Als die "Roten" den FC Sevilla als Gegner zugelost bekommen haben, schloss man an der Leine gedanklich mit der europäischen Fußballbühne gleich wieder ab. Die Fans wären schon zufrieden gewesen, wenn 96 von den Spaniern nicht vorgeführt worden wäre. Und was geschah? Fußball-Deutschland bekam beim Hinspiel den Mund nicht wieder zu. Zu schnell für den Gegner waren die Jungs von Mirko Slomka und ohne einen Aussetzer von Cherundolo hätte Sevilla kein Tor geschossen.

Nach dem 2 : 1-Sieg war Bangen vor dem Rückspiel. Das Ergebnis war gefährlich wegen des Gegentores. Nach 22 Minuten war diese Gefahr gebannt, mit einem Weltklassetor brachte Abdellaoue die "Roten" in Führung. Verlass war anschließend auf einen Mann. Der ließ als Schiedsrichter kaum Spielfluss zu. Fiel ein Spieler hin, pfiff er, fasste sich dann ein Spieler auch noch an das Knie, zückte er die gelbe Karte.

Jetzt ist 96 in der Gruppenphase, die Gegner kommen aus Kopenhagen, Lüttich und Poltawa. Dazu merkt der NP-Kommentator an: "Man schaut noch mehr auf Hannover - und das ist eine Chance für alle, sich neu zu positionieren."  Die Stadt, die sich längst daran gewöhnt hat, dass über sie Lästerliches verbreitet wird, sollte trotzdem vornehm-zurückhaltend bleiben. Wie der 96-Trainer. Der ist nach der Landung erst einmal zum Bäcker gegangen. Der hebt also nur ab, wenn er in einem Flugzeug sitzt...

Weitere Betrachtungen

Donnerstag, 25. August 2011

Schulrettung

25. August 2011
Die "Welt" sorgt sich um die deutschen Schulen

"Gut 55 Prozent unseres Staatsetats geben wir für Sozialleistungen aus, für Bildung verbleiben nur neun Prozent.". Stellt heute die "Welt" fest und stellt 10 Thesen auf. Die Frage, die so beantwortet werden soll, lautet: "Sind die deutschen Schulen noch zu retten?"

In These 1 heißt es: "Der Kita-Besuch ab drei Jahren sollte quasi verpflichtend werden. Denn wer früh in die Kita kommt, entwickelt sich besser in der Schule: Chancengerechtigkeit entsteht im Kindergarten."

Was "quasi verpflichtend" bedeuten soll, steht leider nicht dabei. Wer aber Thesen aufstellt, sollte sich klar ausdrücken. Außerdem: "Wer früh in die Kita kommt, entwickelt sich besser in der Schule" ist eine Behauptung, die niemand beweisen kann.

Wollte man den Beweis antreten, müsste man Jan Musterkind in den Kindergarten schicken, dann zur Schule und nach dem Schulabschluss Bilanz ziehen. Dann müsste man die Zeit zurück drehen, Jan Musterkind nicht zum Kindergarten schicken, dann zur Schule und nach dem Schulabschluss Bilanz ziehen.

Soll man sagen, immerhin einmal kommen in diesen Thesen die Eltern vor? Und zwar, wenn es um "Brennpunktschulen" geht. Dort müssen, so der Thesenverbreiter, die Eltern "eingebunden" werden. "Einbinden" ist Soziologen-Deutsch. Diese These müsste also hinterfragt werden...

In These 10 vergleicht der Autor Äpfel mit Birnen, verteidigt Studiengebühren mit dem Hinweis auf Kindergartengebühren, die höher seien. Studiengebühren gibt es bald nur noch in zwei Bundesländern, Kindergartengebühren werden von Kommunen erhoben.

Die in der "Welt" veröffentlichten Thesen sind also: diskussionswürdig - aber auch ausbaufähig. Auch deshalb: Die Zeit, die Eltern mit ihren Kindern verbringen, ist kostbar...

Montag, 22. August 2011

Katholischer Weltjugendtag

22. August 2011
Der alte Mann und Jesus

Der katholische Papst hat es gut: Wenn er zu seinem Chef gerufen wird, ist er bereits tot. Was Gott und sein angeblicher Stellvertreter dann zu besprechen haben, bleibt unseren Ohren verschlossen. Sogar eine Standpauke hören wir nicht. Das Jenseits ist eben jenseits unserer Sinnesorgane.

Soeben ist der Weltjugendtag der katholischen Kirche in Madrid zu Ende gegangen. Ganz real mit einer Messe von Benedikt XVI. Über eine Million junger Leute aus über 200 Ländern sind dabei gewesen. Die ermahnte der katholische Papst, man dürfe Jesus nicht auf "seine eigene Weise" folgen, sondern nur gemeinsam mit der Kirche. Steht allerdings nirgendwo in der Bibel. Hat sich Benedikt XVI. selbst ausgedacht. Nicht selbst ausgedacht hat er sich, dass es sich nur bei der katholischen Kirche um eine Kirche handelt, alles andere seien bestenfalls Religionsgemeinschaften. Das behaupteten auch schon andere katholische Päpste.

Und entlarvten sich so als Sektenchefs. "Sekten" verbreiten bekanntermaßen Sonder-Lehren. Besonders "eindringlich" - wie der katholische Papst - tun sie das, wenn ihre Macht schwindet. An die klammern sie sich dann. Bis zum Untergang...

Samstag, 20. August 2011

Brieffreundschaft

20. August 2011
Der Beiden von der Zankstelle mit Fidel Castro

Klaus Ernst sieht nicht so gut aus wie Ernesto "Che" Guevara. Gesine Lötzsch kann weder schreiben noch reden wie Ernest Hemingway. Dennoch mögen sie wie dieser Industrieminister und wie dieser Literaturnobelpreisträger die Insel Kuba - und alles, was darauf lebt und nicht leidet.

Deshalb pflegen die Beiden von der Zankstelle (auch bekannt als Die Linke) eine Brieffreundschaft mit Fidel Castro, den sie zu ihren Genossen zählen. "Du kannst voller Stolz auf ein kampferfülltes Leben und erfolgreiches Wirken an der Spitze der kubanischen Revolution zurückblicken", gratulieren sie diesem Diktator zum 85. Geburtstag.

Das Konterfei von "Che" ist vor 40 Jahren ein Muss in deutschen Jugendzimmern gewesen. Auch heute noch gehört er zu den Kultfiguren, wie viele, die früh gestorben sind. Da war er längst zerstritten mit Fidel Castro, wie dermaleinst Trotzki mit Stalin. Leo Trotzki wurde 1940 in Mexiko ermordet, "Che" 1967 in Bolivien erschossen.

Ein dramatisches Ende führt oft zur Legendenbildung, die es bei Fidel Castro sicherlich auch gegeben hätte, wenn Exil-Kubaner und amerikanische Geheimdienste mit ihren Mordversuchen nicht gescheitert wären.

Dieser 85-Jährige ist jedoch nicht Legende, sondern ein noch lebender Folterer und Mörder. Wenn es nach Gesine Lötzsch und Klaus Ernst ginge, dürfte er getrost weiter foltern und morden. Muss man aus diesen Zeilen schließen: "Lieber Genosse Fidel Castro, anlässlich Deines Geburtstages wünschen wir Dir beste Gesundheit, Schaffenskraft und schöpferische Energie für Deine weitere Arbeit."

Der alte Mann und die Schreibtischtäter...

Montag, 15. August 2011

Mediensalat

15. August 2011
Von der Waterkant und aus Berlin

Das Alte aus Berlin zuerst: Einige FDP-Politiker wollen die Koalition beenden. Dieses Mal, wenn die Union von James Bond Anleihen nimmt. Warum Medien das als Drohung einstufen, bleibt rätselhaft.

Dann das Neueste aus Schleswig-Holstein: Christian von Boetticher will auch nicht mehr CDU-Fraktionsvorsitzender sein. Im Landtag bleibt er aber. Sonst verlöre die schwarz-gelbe Koalition die Mehrheit. Die Ex-Freundin des 40-Jährigen hat inzwischen die Vermutung geäußert, dass sich jemand an Christian von Boetticher rächen wollte. Diesen Rächer hat sie abblitzen lassen?

Dazu die Medien: Die "Welt" zählt heute die "Sex-Skandale" von Politikern auf. In einem Kommentar der "Nordwest-Zeitung" wird an Uwe Barschel erinnert, dem in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 1987 ein Bad in Genf nicht bekommen ist. Ob dieser Politiker in die Badewanne gestiegen ist oder gestiegen wurde, ist immer noch  umstritten. Der "stern"-Reporter, der damals den toten Ministerpräsidenten fotografiert hat, steht weiterhin nicht unter Tatverdacht. Besagte Medien jedoch stehen unter dem Verdacht, dass sie Äpfel mit Birnen vergleichen.

Da es ein Kieler, der in Lübeck Äpfel oder Birnen kaufen würde, weil er die Preise verglichen hat, in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein nie wieder leicht hätte, hat es auch der Spitzenkandidat der SPD nicht leicht. Der ist aus Kiel, wird in Lübeck also nicht gewählt. Ansonsten ist dieser Spitzenkandidat der SPD weitgehend unbekannt. Was hier nicht geändert werden soll. Für einen höheren Bekanntsheitsgrad muss er schon selbst sorgen.

Mein Tipp; Bei Facebook anmelden und mit 16-Jährigen flirten. Darüber regen sich viele Medien im Liebes-Falle auf. Schon ist man berühmt, wird abgesägt, fährt nach Genf, steigt in die Badewanne und liest die "Welt", dann die "Nordwest-Zeitung".

Sonntag, 14. August 2011

Liebe fällt

14. August 2011
In der Nord-CDU von der Karriereleiter

Wie hoch ist in der Nord-CDU eigentlich der sexuelle Neidfaktor? Und warum zieht der Landes- und Fraktionschef der Partei den Schwanz ein, wenn er - wie Oliver Kahn sagen würde - Eier haben sollte?

Jede Zeitung erzählt die Geschichte zwar ein wenig anders, aber die Wortwahl ist stets so seltsam, dass man den Eindruck haben könnte, dass die Verfasser sehr verklemmt sind.

Die Geschichte in Kurzfassung: Christian von Boetticher lernt im Internet eine junge Frau kennen, verliebt sich in sie, verbrngt mit ihr nach eigenen Worten "eine wundervolle Zeit". Dann trägt sich CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen mit Rücktrittsgedanken, will im Mai 2012 bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein nicht wieder antreten.

Von Boetticher ist der umstrittene Kronprinz und fürchtet, dass sich die Liebesgeschichte herumspricht und laut "Bild am Sonntag" (BamS) von der Öffentlichkeit "nie akzeptiert werden würde". Also trennt er sich von der jungen Frau. Aus Altersgründen!

Einmal abgesehen davon, dass "Bild am Sonntag" nicht die Öffentlichkeit, sondern die Medienöffentlichkeit meint, fragt man sich bei diesen in der BamS abgedruckten Zeilen, wie spießig die Springer-Blätter sind: "Doch jetzt fällt ein Schatten auf die politische Zukunft des Jungstars."

Vier Redakteure der "Bild am Sonntag" beschäftigen sich mit dem angeblichen Schattendasein des 40-Jährigen: Michael Backhaus, Martin S. Lambeck, Kayhan Özgenc und Olaf Wilke. Haben die nichts Besseres zu tun?

"Chef der Nord-CDU soll Minderjährige geliebt haben", titelt derweil die "Welt" und beruft sich dabei auf den BamS-Bericht. Noch peinlicher wird es heute Abend. Christian von Boetticher hat eine Sondersitzung des CDU-Landesvorstandes einberufen. Wie muss man sich den Verlauf vorstellen, wenn sexuelle Neidhammel auf einer Bettkante Platz nehmen?

Vielleicht so: Christian von Boetticher zeigt Fotos von der jungen Frau herum, verrät, wie er sie bei Facebook kennengelernt hat. Peter Harry Carstensen pfeift erst anerkennend, sagt dann aber: "Das geht so nicht!" Die anderen Vorstandsmitglieder surfen gedanklich schon im Internet. Müssen aber noch bleiben, bis Christian von Boetticher das Büßergewand anzieht. Schließlich einigt man sich auf diese Presseerklärung: "Christian von Boetticher bedauert zutiefst seinen Fehltritt und gibt sein Ehrenwort, dass er sich zukünftig nur noch in Frauen seines Alters oder älter verlieben wird. Der Landesvorstand der CDU nimmt zur Kenntnis, dass auch ein promovierter Volljurist wie unser Partei- und Fraktionschef anziehend wirken kann. Nun zieht er sich aber nicht mehr vor einer jungen Frau aus, sondern zieht mit uns in den Wahlkampf."

Die Liebe, heißt es, hält sich an keine Regeln und an kein Gesetz. Bei der Nord-CDU jedoch fällt sie von der Karriereleiter. Ein größeres Armutszeugnis kann sich eine Partei nicht ausstellen...

Sonntag, 7. August 2011

Mehr Wohlstand

7. August 2011
Weniger Kinder?

Für "Bild am Sonntag" dürfen auch Gäste Kommentare schreiben. Dabei ist heute dem Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg der Griffel abgebrochen.

Der 72-Jährige befasst sich mit der sinkenden Kinderzahl in Deutschland - was er schreibt, ist nicht zu fassen.

Seine These: "Ein internationaler Vergleich zeigt: Die Menschen leisten sich umso weniger Kinder, je mehr sie sich aufgrund ihres Einkommens eigentlich leisten könnten. Mehr Wohlstand bedeutet weniger Kinder."

Wo lebt dieser Mann eigentlich? Wer kann denn hier zu Lande noch sagen, dass er 2011 wohlhabender ist als er es vor zehn Jahren war? Außerdem geht aus dem jüngsten Zahlenwerk hervor, dass Bulgarien zu den Staaten gehört, die ähnlich große Nachwuchssorgen haben wie Deutschland. Schwimmen die Bulgaren neurdings im Geld - oder doch nur einige im Sommer im Schwarzen Meer?

Das Bruttoinlandsprodukt von Bulgarien hat 2009 bei 6223 Dollar pro Einwohner gelegen. Das von Deutschland ist fünf Mal größer. Ist also nichts mit Zusammenhang zwischen Wohlstand und Geburtenrate.

Dann widerschreibt sich Herwig Birg auch noch selbst: "...die Geburtenrate mit 1,3 bis 1,4 Kindern pro Frau (ist) seit 40 Jahren unverändert." Würde seiner These zufolge bedeuten: Deutschland bewegt sich seit vier Jahrzehnten auf dem gleichen Wohlstandsniveau. Dabei hat dieser Bevölkerungswissenschaftler wohl vergessen, dass die Arbeitslosenquote 1961 bei 1 Prozent gelegen hat. Heute müssen 1,5 Millionen Unterbeschäftigte versteckt werden, damit sie unter 10 Prozent sinkt.

Was will "Bild am Sonntag" mit der Veröffentlichung des Gastkommentars von Herwig Birg eigentlich erreichen? Dass junge Leute vor Lachen ins Bett fallen und vergnügt Kinder zeugen?

Samstag, 6. August 2011

HSV schaut zu

6. August 2011
Gefehlt haben nur: Liegestühle

Nun ist es nicht nur so gewesen, dass die Spieler des Hamburger SV beim Eröffnungsspiel für die 49. Bundesligasaison keinen Eintritt bezahlen mussten, für das Zuschauen bekommen sie auch noch Geld. Gefehlt haben der Mannschaft von Michael Oenning wohl nur: Liegestühle. Götze, Großkreutz, Lewandowski und Kagawa hätten auch die umkurvt oder den Ball drüber gelupft.

Fußballexperten sagen gelegentlich, dass eine Elf nur so gut spiele, wie der Gegner das zulasse. Damit der BVB wieder meisterlich auftreten konnte, musste der Hamburger SV also nur alles zulassen. Ließ er und lief - wenn er sich überhaupt bewegte - nur hinterher.

Hinterher ist deshalb auch Waldi nicht schlauer gewesen, als er die Meisterfrage stellte. Paul Breitner versicherte aber, dass sich Bayern München vor niemandem fürchte. Das ist Falschaussage genug gewesen.

Sicherlich hat der FCB bessere Spieler als der Hamburger SV, aber ob die gut genug sind, um die Dortmunder von der nächsten Thronbesteigung abzuhalten, ist nach dem  Eröffnungsspiel mehr als fraglich.

Wie man spielen muss, damit jeder Gegner alt aussieht, haben die BVB-Jungs inzwischen derart in den Füßen, dass sie sich nur kurz anschauen müssen, wie und wo der Gegner Lücken vermeiden will - und schon reißen sie woanders die Löcher, bis der Ball im Netz zappelt.

Gestoppt werden können die Dortmunder nur von: großem Verletzungspech oder eigener Überheblichkeit. Das Eine möge der Mannschaft erspart bleiben, vor dem Anderen sind die Spieler von Jürgen Klopp gefeit, weil sie nicht nur prächtigen Fußball spielen, sondern dies auch noch gern tun. Davon zeugt jeder Spielzug.

Die Schale wird wohl dort bleiben, wo sie ist.

Donnerstag, 4. August 2011

2099

4. August 2011
Ist wirklich ein Kind zur deutschen Welt gekommen?

Ein Menschenstrom fließt zum Platz in der Mitte der Stadt, Lumpengestalt schlurft neben Lumpengestalt, weicht einem Autowrack am Straßenrand aus, fließt weiter, schlurft einer Sensation entgegen, angekündigt vom Staatlichen Fernsehen, das aus einer Baracke in der Hauptstadt einmal in der Woche für zehn Minuten auf Sendung geht.

Niemand kann sich mehr einen Fernsehapparat leisten, die Menschen leben in Häusern, die schon seit Jahrzehnten verfallen, warten oft tagelang auf Hilfstransporte aus dem Ausland, schlingen herunter, was ihnen von Lkw´s gereicht wird. Nun jedoch soll es wieder aufwärts gehen.

Haben Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen IV und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder III angekündigt. Auf eilends gedruckten Flugblättern.

Das erste Fernsehbild flammt auf. Auf einer Riesenlandwand. Bricht wieder zusammen. Flammt erneut auf. Zeigt Ursula von der Leyen IV. Kein Ton. Dann Ton. Kein Bild. Endlich Bild und Ton.

Das Fernsehbild flammt, Ursula von der Leyen IV strahlt.

"Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger", sagt sie. "Ich darf Ihnen gleich Familie Schneider vorstellen..." Wieder bricht das Bild zusammen.

"Familie Schneider hat..." Auch kein Ton mehr.

"Die sollen", raunt eine Lumpengestalt der nächsten zu, "ein Kind bekommen haben."

Nach einer Stunde fließt der Menschenstrom zurück in Häuser, die seit Jahrzehnten nicht mehr saniert worden sind. Die angekündigte Sendung ist ausgefallen.

Ob das mit dem Kind stimmt, weiß niemand. Die meisten glauben nicht daran. Ein Kind in Deutschland - das übersteigt das Vorstellungsvermögen der Mehrheit.

Mittwoch, 3. August 2011

Frag den Staat

3. August 2011
Bürger sollen es wissen wollen

Jemand will wissen: Wann hat die Bundesrepublik Deutschland Gebietshoheit erhalten? Auch eine noch offene Frage nach dem Bildungspaket für Hartz-IV-Kinder steht im Netz.  94 Anfragen gibt es bisher.

Mit den Internetseiten "Frag den Staat" soll das Behördendickicht gelichtet, Entscheidungen von Behörden transparenter gemacht werden. Jede Frage und jede Antwort wird veröffentlicht.

Gestartet worden ist das Projekt von der Open Knowledge Foundation Deutschland mit Sitz in Berlin. Das Vorbild stammt aus Großbritannien. Unterstützt wird das Projekt von Journalistenverbänden, von Reporter ohne Grenzen und anderen Organisationen, die sich für mehr Informationsfreiheit einsetzen.

Kinderleicht ist die Suche nach der zuständigen Behörde. Außerdem bekommt man Tipps, wie Anfragen besonders wirkungsvoll gemacht und Fehler vermieden werden können.

Meine Meinung: toller Versuch!

http://www.fragdenstaat.de/

Freitag, 29. Juli 2011

Politische Nachhilfe

27. Juli 2011
Wo wohnt der Bürgermeister?

Thomas Städtler ist Bürgermeister von Löningen und SPD-Oberbürgermeisterkandidat von Wilhelmshaven. Als Hauptwohnsitz gibt er seit dem 1. Juni 2011 Wilhelmshaven an. Ist daran etwas falsch? Mit dieser Frage beschäftigt sich bis Montag das Verwaltungsgericht in Oldenburg. Dabei geht es um die so genannte "Ortswahrheit".

Zwei Fälle haben in jüngster Zeit für Wirbel gesorgt. Bei Fall 1 geht es um die 25-jährige Tina Jelveh als Bürgermeisterin von Herne. Die wohnt aber in Bochum, hieß es. Deshalb müsse sie zurücktreten. "Der Westen" recherchierte und fand heraus, dass Tina Jelveh in Bochum lediglich ihren zweiten Wohnsitz hatte. Ihr erster Wohnsitz war Herne. Sie blieb im Amt.

Bei Fall 2 geht es um Peter-Klaus May, Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung. Der verlegte seinen Lebensmittelpunkt von Wanne nach Eickel. Da er deswegen nicht mehr in dem Bezirk lebte, in dem er sein Mandat wahr nahm, trat er 2003 auf Druck der eigenen Partei zurück.

Zurück zu Thomas Städtler: Hauptwohnsitz ist der Ort, an dem sich jemand am häufigsten aufhält. Das dürfte für den SPD-Oberbürgermeisterkandidaten zumindest seit dem 1. Juni 2011 Wilhelmshaven sein. Denn hier zu Stadt hat die heiße Wahlkampfphase begonnen. Sein Zweitwohnsitz wäre also Löningen.

Hätte er deswegen als Bürgermeister von Löningen zurücktreten müssen? Auf den Internet-Seiten dieser Stadt schreibt Thomas Städtler: "Ich begrüße Sie sehr herzlich auf den Internet-Seiten der Stadt Löningen und freue mich über Ihr Interesse, sich auf diesem Wege über Verwaltungsabläufe, Politik, Kultur, Natur sowie Vereine und Verbände in Löningen zu informieren. Unser virtueller Bürgerservice hilft Ihnen in vielen Lebenslagen weiter, ohne dass sogleich ein persönlicher Gang in's Rathaus erforderlich wird.

Im Rathaus können Sie mich per E-Mail unter thomasstaedtler@loeningen.de erreichen. Aber auch per Telefon oder persönlich stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie bei Bedarf einen Gesprächstermin unter Telefon 0 54 32/94 10-24."

Die Niedersächsische Gemeindeordnung regelt die Wohnortfrage lediglich beim aktiven Wahlrecht (§ 34). Das passive Wahlrecht ist vom Wohnort unabhängig.

Der Wilhelmshavener Gemeindewahlausschuss vertritt die Auffassung, dass Thomas Städtler mit seiner Löninger Adresse auf dem Wahlschein stehen müsse, weil er in Löningen Bürgermeister sei. Thomas Städtler möchte aber mit seiner Wilhelmshavener Adresse kandidieren. Das juristische Wort hat jetzt das Verwaltungsgericht von Oldenburg.

Dieses Gericht wird zur letzten Schachfigur, die Gemeindewahlleiter und Oberbürgermeister Eberhard Menzel (SPD) noch hat, um die Wahlaussichten von Thomas Städtler zu verringern. Bei jeder Gelegenheit fährt Menzel seinem Parteigenossen in die Parade ("Der ist nicht vermittelbar." "Der veröffentlicht Dinge, die er nicht veröffentlichen darf.")

Sobald das Verwaltungsgericht von Oldenburg im Sinne des SPD-Oberbürgermeisterkandidaten entschieden hat, wird sich der Gemeindewahlausschuss den Vorwurf gefallen lassen müssen: "Ihr habt euch missbrauchen lassen für einen Feldzug des noch amtierenden Oberbürgermeisters."

29. Juli 2011
Oldenburger Verwaltungsgericht: Städtlers Hauptwohnsitz ist Wilhelmshaven

Wilhelmshaven - 29. Juli 2011 (tj). Hauptwohnsitz des SPD-Oberbürgermeisterkandidaten Thomas Städtler ist Wilhelmshaven. Das hat soeben das Verwaltungsgericht von Oldenburg entschieden. Städtlers Angaben seien glaubhaft. Gegen die Entscheidung könne Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg eingelegt werden.

In der Begründung heißt es: "Hat eine Person mehrere Wohnungen im Inland, so kommt es für die Frage, welche der Wohnungen vorwiegend benutzt wird und damit als Hauptwohnung in das Melderegister der jeweiligen Kommune einzutragen ist, abgesehen von gesetzlich geregelten Ausnahmefällen auf eine rein quantitative Betrachtung der Aufenthaltszeiten an."